Xifaxan® (Rifaximin) – Patienteninformation für Österreich
Basisinformationen zum Arzneimittel
| Internationaler Freiname (INN) | Rifaximin |
| Markennamen in Österreich | Xifaxan®, Rifagut® |
| ATC-Code | A07AA11 |
| Verfügbare Darreichungsformen & Stärken | Filmtabletten zu 200 mg und 550 mg |
| Hersteller | Alfasigma S.p.A., Menarini Group |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig (ärztliches Rezept erforderlich) |
Wirkmechanismus
Für Patienten einfach erklärt:
Xifaxan enthält den Wirkstoff Rifaximin, ein sogenanntes Antibiotikum. Es wirkt gezielt im Darm, wo es schädliche Bakterien hemmt, ohne die hilfreichen Darmbakterien stark zu beeinträchtigen. Das Medikament verbleibt größtenteils im Darm und wird kaum in den Körper aufgenommen, weshalb es generell gut verträglich ist.
Für Fachpersonal:
Rifaximin ist ein nicht-resorbierbares Rifamycin-Derivat, das durch Hemmung der bakteriellen RNA-Synthese am bakteriellen DNA-abhängigen RNA-Polymerase-Komplex wirkt. Die systemische Bioverfügbarkeit ist äußerst gering (<1%), sodass die systemischen Nebenwirkungen stark limitiert sind.
Pharmakokinetik
- Absorption: Sehr geringe Resorption (<1%), Wirkung praktisch nur im Gastrointestinaltrakt.
- Metabolisierung: Minimaler hepatischer Metabolismus; hauptsächlich unverändert ausgeschieden.
- Elimination: Über Stuhl ausgeschieden (über 97% unverändert).
- Dauer der Wirkung: Die Wirkdauer richtet sich nach der Verweildauer im Darm und der Dosierungsintervalle (i.d.R. 8 – 12 Stunden).
Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen
- Empfohlene Dosierung: Je nach Anwendungsgebiet; häufig 550 mg 2- bis 3-mal täglich, üblicherweise 2 Wochen für Reisediarrhoe oder HE, bis zu 14 Tage für Reizdarm.
- Anwendung: Tabletten im Ganzen mit ausreichend Wasser einnehmen; nicht zerkauen oder zerbrechen.
- Regelmäßigkeit: Möglichst zur selben Tageszeit einnehmen, um eine gleichmäßige Wirkung zu gewährleisten.
- Speziell für Österreich: Einnahme zu typischen Mahlzeiten (Frühstück, Mittag- oder Abendessen) ist möglich und kann die Verträglichkeit erhöhen.
- Therapiedauer: Vom Arzt festgelegt. Nicht eigenständig verlängern oder abbrechen.
Dosierung – morgens vs. abends
- Vorteile Morgeneinnahme: Gewährleistet regelmäßige Tagesroutine, vermindert Vergessen.
- Vorteile Abendeinnahme: Kann ggf. bei therapiebedingten Müdigkeitssymptomen bevorzugt werden.
- Tipp: Entscheidend ist die Kontinuität – wählen Sie feste Zeiten!
Einnahme mit oder ohne Nahrung
Xifaxan kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Nahrungsaufnahme beeinflusst die Wirkung nicht signifikant. Für den österreichischen Alltag: Die Einnahme zum Essen (z.B. während des Frühstücks mit Semmel und Kaffee, oder zum Mittagessen) kann helfen, an die regelmäßige Anwendung zu denken.
Interaktionshinweise
| Interaktiver Faktor | Empfehlung/Warnung |
| Alkohol | Keine direkte Wechselwirkung bekannt, dennoch sollte Alkohol bei Durchfallerkrankungen gemieden werden. |
| Lebensmittel | Keine Einschränkungen, Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten möglich. |
| Antikoagulantien (z. B. Marcumar) | Vorsicht geboten, evtl. Dosisanpassung notwendig, Absprache mit Arzt erforderlich. |
| Andere Antibiotika | Kombination vermeiden; kann die Wirkung beeinflussen. |
| P-Glykoprotein-Hemmer | Wechselwirkungen möglich; Arzt konsultieren. |
| Hormonelle Kontrazeptiva | Keine gesicherten Wechselwirkungen; zusätzliche Verhütungsmethoden optional bei Durchfällen. |
Indikationen
| Indikation | Offiziell zugelassen | Off-Label |
| Reisediarrhoe (durch Escherichia coli) | Ja | – |
| Hepatische Enzephalopathie (HE), Rezidivprophylaxe | Ja | – |
| Reizdarmsyndrom mit Diarrhoe (IBS-D) | Ja | – |
| Kleinbakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO) | – | Ja |
| Divertikulitisprophylaxe | – | Ja |
Dosierung nach Indikation
| Indikation | Erwachsene | Kinder (unter 12 J.) | Ältere Patienten (>65 J.) |
| Reisediarrhoe | 200 mg 3x/Tag für 3 Tage | Nach ärztlicher Anweisung | Keine Dosisanpassung nötig |
| Hepatische Enzephalopathie (Rezidivprophylaxe) | 550 mg 2x/Tag dauerhaft | Keine Zulassung | Keine Dosisanpassung nötig |
| IBS-D (Reizdarmsyndrom mit Durchfall) | 550 mg 3x/Tag für 14 Tage | Keine Zulassung | Keine Dosisanpassung nötig |
| SIBO (off-label) | 400-550 mg 2-3x/Tag für 10-14 Tage | Nach ärztlicher Anweisung | Keine Dosisanpassung nötig |
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
| Sehr häufig/Häufig | Gelegentlich | Selten/Sehr selten |
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Veränderte Stuhlfarbe
- Kopfschmerzen
| | - Schwellung des Gesichts (Angioödem)
- Allergische Reaktionen
- Leberfunktionsstörungen
|
Warnhinweise: Bei Fieber, anhaltendem Durchfall, Blut im Stuhl bitte umgehend ärztlichen Rat einholen.
Richtige Anwendung – Tipps aus der Apotheke
- Nehmen Sie Xifaxan regelmäßig nach Anweisung des Arztes ein.
- Packen Sie Xifaxan bei Reisen im Handgepäck ein, um Temperaturunterschiede zu vermeiden.
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, insbesondere bei Durchfallerkrankungen (klassisch: Wasser, ungesüßte Tees).
- Vermeiden Sie, die Tabletten zu zerkauen oder zu zerbrechen.
- Restliche Tabletten nicht eigenständig verwenden – immer einen Arzt konsultieren.
- Bei Unsicherheiten Hilfe in der Apotheke oder beim Hausarzt in Anspruch nehmen.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Erstattet durch SVS/ÖGK, Übersicht)
- Metronidazol: Effektiv bei bakteriellen Durchfallerkrankungen, günstiger, aber mehr Nebenwirkungen/systemische Wirkung.
- Neomycin: Kann ebenfalls bei HE eingesetzt werden, jedoch erhöhte Resorptions- und Nebenwirkungsgefahr.
- Nitrofurantoin: Selten verwendet, eher bei bestimmten bakteriellen Infektionen der Harnwege.
- Nicht-antibiotische Optionen (z. B. Probiotika, Diäten nach FODMAP-Prinzip): Hilfreich bei leichteren Symptomen, jedoch langsamer Wirkeintritt.
Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Österreich
- Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG, Österreichische Arzneimittelagentur).
- In Österreich rezeptpflichtig und auf dem grünen Rezept erhältlich.
- Erstattung je nach Indikation teilweise oder vollständig durch die Sozialversicherungsträger (SVS, ÖGK, BVAEB, KFA).
- Arzneimittelregister: EU-zugelassen, nationale Zulassung beim BASG.
- Apothekenpflicht – Abgabe ausschließlich durch öffentliche Apotheken oder Versandapotheken mit gültiger Registrierung.
Aktuelle Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS-Leitlinie 2023): Rifaximin empfohlen als Rezidivprophylaxe bei HE und bei IBS-D nach Versagen anderer Maßnahmen.
- Internationale Studien: Hohe Wirksamkeit, geringe Resistenzentwicklung (Rubio-Tapia et al., 2022; Smith/Borges 2024).
- Neue Daten bestätigen Nutzen bei SIBO und selektierten Fällen von refraktärem Reizdarm.
- Langzeitdaten zeigen ausgezeichnetes Sicherheitsprofil bei kontrollierter Anwendung.
Verfügbarkeit und Lieferung
| Packsgrößen (Filmtabletten) | Indikativer Apothekenpreis |
| 12 Stück, 200 mg | ca. 32–40 € |
| 42 Stück, 550 mg | ca. 185–210 € |
| Lieferzeit (Österreich) | Wien | Graz | Linz | Innsbruck | Salzburg |
| Standardapotheke | sofort verfügbar | sofort verfügbar | sofort verfügbar | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage |
| Versandapotheke | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage | 2–3 Werktage | 2–3 Werktage |
FAQ – Häufige Patientenfragen zu Xifaxan® (Rifaximin)
- Kann ich Xifaxan während einer bestehenden anderen Antibiotikatherapie einnehmen?
Eine gleichzeitige Einnahme verschiedener Antibiotika sollte vermieden werden. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt! - Darf ich während der Behandlung mit Xifaxan Alkohol trinken?
Es gibt keine direkte Wechselwirkung, aber bei Durchfallerkrankungen oder Leberproblemen sollte auf Alkohol verzichtet werden, um die Heilung nicht zu gefährden. - Kann ich Xifaxan auch vorbeugend auf Reisen einnehmen?
Nur nach ausdrücklicher ärztlicher Empfehlung. Die Einnahme ohne medizinische Notwendigkeit ist nicht vorgesehen. - Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Holen Sie die vergessene Dosis nach, sofern der nächste Einnahmezeitpunkt nicht kurz bevorsteht. Niemals die doppelte Dosis einnehmen! - Wie lange darf ich Xifaxan einnehmen?
Die Therapiedauer wird vom Arzt festgelegt. Eine längere Anwendung ohne ärztliche Kontrolle wird nicht empfohlen.
Wenden Sie sich bei weiteren Fragen jederzeit an Ihre Apotheke oder Ihren behandelnden Arzt – gemeinsam finden wir die beste Lösung für Ihre Gesundheit!