Suprax® (Cefixim): Umfassende Patienteninformation für Österreich
Basisinformationen zum Produkt
| Wirkstoff (INN) | Cefixim |
|---|---|
| Handelsnamen (Österreich) | Suprax®, Cefixim Sandoz®, Cefixim-ratiopharm® |
| ATC-Code | J01DD08 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken | Tabletten 200 mg, Tabletten 400 mg, Suspension 100 mg/5 ml (für Kinder), Dispersible Tabletten |
| Hersteller | Astellas Pharma, Sandoz, ratiopharm, diverse Generika |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig (nur auf ärztliche Verordnung erhältlich) |
Wirkmechanismus
Für Patienten einfach erklärt: Cefixim ist ein sogenanntes Cephalosporin-Antibiotikum der 3. Generation. Es wirkt, indem es das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien stört. Das geschieht, weil es den Aufbau der bakteriellen Zellwand hemmt. Dadurch können schädliche Bakterien abgetötet und Infektionen bekämpft werden.
Für Fachpersonal (Fachinformation):
Cefixim bindet an Penicillin-bindende Proteine (PBP) der Bakterienzellwand und hemmt die Transpeptidase-Aktivität. Dies verhindert die Quervernetzung der Peptidoglycanstruktur, was letztlich zur Zelllyse und zum Tod der Bakterienzelle führt.
Pharmakokinetik
- Resorption: Ca. 40–50 % orale Bioverfügbarkeit bei Tabletten, etwas höher bei Suspension.
- Metabolisierung: Cefixim wird geringfügig in der Leber metabolisiert.
- Ausscheidung: Hauptsächlich renal (über die Nieren), teils auch biliär (über die Galle).
- Wirkdauer: Ca. 12–24 Stunden (Eliminationshalbwertszeit ca. 3–4 Stunden), sodass in der Regel eine 1–2 mal tägliche Einnahme ausreicht.
Alltagsgebrauch & Anwendungsbestimmungen
Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt 400 mg einmal täglich oder 200 mg alle 12 Stunden. Kinder erhalten die Suspension meist mit 8 mg/kg Körpergewicht pro Tag, verteilt auf ein oder zwei Dosen. Die genaue Dosierung richtet sich immer nach ärztlicher Anweisung und der Art der Infektion.
Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Suspension für Kinder vor Gebrauch gut schütteln und mittels Dosierspritze oder -löffel abmessen.
- Die Therapie sollte stets zum vom Arzt bestimmten Zeitpunkt zu Ende geführt werden, um Rückfälle oder Resistenzbildung zu vermeiden.
- Besonders im deutschsprachigen Raum ist die Einnahme morgens nach dem Frühstück oder abends nach dem Abendessen verbreitet: Dies fördert die Verträglichkeit und Regelmäßigkeit.
Einnahme morgens oder abends
- Morgens: Vorteilhaft bei aktiven Tagesroutinen, verhindert Vergessen. Geringeres Risiko, dass Nebenwirkungen den Schlaf beeinträchtigen.
- Abends: Günstig, wenn Sie morgens Medikamente vergessen oder gastrointestinale Nebenwirkungen am Tag vermeiden möchten.
- Tipp: Bleiben Sie immer im selben Einnahme-Schema, um die Wirkung sicherzustellen.
- Regel: Möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen.
Einnahme mit oder ohne Nahrung
Cefixim kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Manche Patienten vertragen die Einnahme allerdings besser mit dem Essen, was besonders bei empfindlicher Verdauung (häufig im deutschsprachigen Raum bei ballaststoffreicher Kost, Brot, Milchprodukte etc.) ratsam ist.
- Milchprodukte sind erlaubt, Alkohol sollte während der Antibiotikaeinnahme vermieden werden.
- Reichlich Wasser trinken, auf schwere, fettige Mahlzeiten möglichst verzichten, um Magenbeschwerden zu verringern.
Interaktionswarnungen
| Interaktionspartner | Empfohlene Maßnahmen |
|---|---|
| Blutverdünner (z.B. Vitamin-K-Antagonisten, Warfarin) | INR unter ärztlicher Kontrolle, Risiko für Blutungen kann erhöht sein |
| Carbamazepin | Carbamazepin-Spiegel über Monitor kontrollieren |
| Uricosurica (z.B. Probenecid) | Cefixim-Spiegel können erhöht sein – Dosisanpassung nötig |
| Alkohol | Vermeiden während der Therapie, um Nebenwirkungen zu minimieren |
| Milchprodukte | Kein Einfluss auf Wirkung, Einnahme möglich |
| Andere Antibiotika | Anwendung nur nach ärztlicher Rücksprache |
Indikationen
| Indikation | Offiziell zugelassen | Off-Label-Use |
|---|---|---|
| Akute Bronchitis, bakterielle Exazerbationen | ✓ | |
| Unkomplizierte Harnwegsinfektionen | ✓ | |
| Otitis media (Mittelohrentzündung) | ✓ | |
| Pharyngitis, Tonsillitis (Mandelentzündung) | ✓ | |
| Gonorrhö (Tripper), unkomplizierte Infektionen durch Neisseria gonorrhoeae | ✓ | |
| Borreliose | ✓ | |
| Typhus | ✓ (bei Analge) | |
| Andere Infektionen nach ärztlichem Ermessen | ✓ |
Dosierung nach klinischer Indikation
| Indikation | Erwachsene | Kinder (über 6 Monate) | Ältere Patienten |
|---|---|---|---|
| Obere Atemwegsinfekte | 400 mg/Tag | 8 mg/kg KG/Tag | Wie Erwachsene, ggf. Nierenfunktion prüfen |
| Harnwegsinfekte | 400 mg/Tag | 8 mg/kg KG/Tag | Wie Erwachsene, Überwachung empfohlen |
| Gonorrhö | 400 mg Einmalgabe | Nicht empfohlen | Wie Erwachsene |
| Mittelohrenzündung | 400 mg/Tag | 8 mg/kg KG/Tag | Wie Erwachsene |
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
- Häufig: Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
- Gelegentlich: Hautausschlag, Juckreiz, erhöhte Leberwerte
- Selten: Schwere allergische Reaktionen (Angioödem, Anaphylaxie), Blutbildveränderungen, Leberfunktionsstörungen
- Warnhinweise: Bei Symptomen wie Hautausschlag, Atemnot, Schwellungen oder anhaltendem Durchfall sofort ärztliche Hilfe suchen.
- Vorsicht bei: Bekannter Penicillin-/Cephalosporinallergie, schweren Nierenfunktionsstörungen, Kindern unter 6 Monaten.
Richtige Anwendung & Beratungstipps aus der Apotheke
- Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau nach ärztlicher Anweisung ein – die Dosis niemals eigenständig ändern oder absetzen!
- Die gesamte Packung muss – auch wenn Sie keine Symptome mehr haben – wie vom Arzt verordnet aufgebraucht werden.
- Eine Pause oder vorzeitiges Beenden der Therapie kann zu Rückfällen oder gefährlichen Resistenzentwicklungen führen.
- Bei Problemen mit der Einnahme Rücksprache mit Arzt oder Apotheker suchen. Die Apotheken in Österreich beraten Sie gerne individuell.
- Antibiotika gehören nicht in den Hausmüll – in vielen Apotheken gibt es spezielle Entsorgungsstellen.
Therapeutische Alternativen (in Österreich erstattungsfähig/NFZ)
- Amoxicillin/Clavulansäure: Für viele ähnliche Infektionen zugelassen, günstig, häufiger Unverträglichkeitsreaktionen (z.B. Durchfall).
- Cefuroxim: Ebenfalls Cephalosporin, breites Wirkungsspektrum, orale und parenterale Anwendung möglich.
- Fosfomycin: Besonders bei unkomplizierten Harnwegsinfekten, als Einmalgabe, sehr verträglich.
- Nitrofurantoin: Bei Harnwegsinfektionen, gute Wirksamkeit, aber nicht für alle Patienten geeignet.
- Vergleich Suprax®: Gut geeignet bei Penicillinallergikern und als Reserveantibiotikum bei Resistenzen.
Rechtliche, Registrierungs- und Erstattungsinformationen (Österreich)
- Zulassungsbehörde: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG, Wien)
- Rezeptpflichtig: Ja, Abgabe nur gegen gültiges Rezept
- In Österreich erstattungsfähig: Ja, bei bestimmten Indikationen im Erstattungskatalog des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (EKO)
- Generika verfügbar: Ja
- Arzneimittelgesetz und Apothekenbetriebsordnung: Anwendung unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen
Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)
Die aktuelle AWMF-Leitlinie zum Management von bakteriellen Infektionen empfiehlt Cefixim weiterhin als effektive Therapieoption besonders bei Harnwegsinfekten und für Patienten mit Allergie auf Penicillin. Studien (vgl. Bader et al., Dtsch. Ärzteblatt 2023; EMA 2024) belegen eine anhaltend gute Wirksamkeit bei Neisseria gonorrhoeae und Streptococcus pneumoniae. Die Resistenzlage in Österreich wird regelmäßig geprüft: Cefixim gilt weiterhin als zuverlässige Reserveoption.
Quellen: AWMF, 043-031, EMA Reports 2024.
Verfügbarkeit & Liefersituation in Österreich
| Packungsgröße | Typischer Apothekenpreis (EUR, 2024) | Lieferdauer ab Lager Wien | Lieferdauer Graz | Lieferdauer Salzburg | Lieferdauer Innsbruck |
|---|---|---|---|---|---|
| 10 Tabletten 400 mg | ca. 49–56 € | Sofort/1 Tag | 1–2 Tage | 1–2 Tage | 1–2 Tage |
| Suspension 50 ml | ca. 34–39 € | Sofort/1 Tag | 1–2 Tage | 1–2 Tage | 1–2 Tage |
| 20 Tabletten 200 mg | ca. 52–60 € | innerhalb 2 Tagen | 2–3 Tage | 2–3 Tage | 2–3 Tage |
Lieferung erfolgt derzeit ohne Lieferengpässe. Generika sind meist günstiger und ebenfalls breit verfügbar.
FAQ: Häufige Fragen von Patienten
- 1. Kann ich während der Behandlung Sport treiben?
Ja, aber bei Fieber, Kreislaufbeschwerden oder schweren Nebenwirkungen sollten Sie sich schonen. Kontaktieren Sie Ihren Arzt bei Unsicherheit. - 2. Was mache ich, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
Holen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich nach, es sei denn, es ist bald Zeit für die nächste Einnahme – in dem Fall lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie niemals die doppelte Dosis! - 3. Darf ich Cefixim in der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
Nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung und ärztlicher Verordnung – sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Gynäkologin. - 4. Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion, starkem Durchfall, anhaltendem Fieber oder anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe. - 5. Ist eine spezielle Diät während der Behandlung erforderlich?
Nein, Sie können Ihre übliche österreichische Kost beibehalten. Eine ausgewogene, nicht allzu fettreiche Ernährung kann die Verträglichkeit verbessern.

