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Metronidazole

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Metronidazol ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum, das zur Behandlung von bestimmten bakteriellen Infektionen und Parasiten eingesetzt wird. Es hilft, die Vermehrung der Erreger im Körper zu stoppen. Die Einnahme erfolgt meist als Tablette oder Creme – je nach Art der Infektion. Beachten Sie die ärztlichen Anweisungen genau und informieren Sie Ihren Arzt über andere Medikamente oder gesundheitliche Probleme, bevor Sie Metronidazol einnehmen.

Metronidazol – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Metronidazol
Österreichische Handelsnamen Flagyl®, Metronidazol Generika
ATC-Code J01XD01 (Antiprotozoika, Nitroimidazole)
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Tabletten: 250 mg, 400 mg, 500 mg
  • Vaginalcreme/-gel: 0,75 %, 2 %
  • Infusionslösung: 5 mg/ml (0,5 %), 500 mg/100 ml
  • Gel zur äußerlichen Anwendung: 0,75 %, 1 %
Hersteller (Österreich) Sanofi-Aventis, Sandoz, Fresenius Kabi, diverse Generikafirmen
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (in jeder Darreichungsform)

Wirkmechanismus – Wie wirkt Metronidazol?

Metronidazol ist ein sogenanntes Nitroimidazol-Antibiotikum und wirkt gegen bestimmte Bakterien (insbesondere Anaerobier) und einzellige Parasiten (z. B. Trichomonaden, Amöben, Giardia). Es zerstört das Erbgut der Mikroorganismen und verhindert so deren Vermehrung. Für Fachkreise: Das Medikament wird in den Mikroorganismen zu einem aktiven Metaboliten reduziert, der DNA-Strangbrüche verursacht.

Pharmakokinetik – Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung

  • Resorption: Nach oraler Einnahme wird Metronidazol schnell und nahezu vollständig (90–100 %) aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
  • Verteilung: Hohe Gewebepenetration, erreicht auch Zentralnervensystem, Knochen, Abszesse, Vaginalflüssigkeit etc.
  • Metabolisierung: In der Leber (Cytochrom P450-Enzyme)
  • Ausscheidung: Vorwiegend renal (Urin, 60–80 %), teilweise als Metaboliten, Rest mit Stuhl
  • Wirkdauer: Halbwertszeit ca. 8–10 Stunden (verlängert bei Leberinsuffizienz)

Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen

Metronidazol wird in Österreich nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen. Beachten Sie stets die Packungsbeilage und die Empfehlungen Ihrer Ärztin/Ihres Arztes. Übliche Anwendungsgebiete sind bakterielle Vaginosen, Trichomonaden-Infektionen, Amöbenruhr, Giardiasis, Clostridieninfektionen, chirurgische Infektionsprophylaxe und bestimmte Hauterkrankungen (Rosazea).

  • Typische Dosierung: Je nach Indikation zwischen 1–3x täglich 250–500 mg oral, selten höhere Dosen; Vaginalpräparate und Infusionen nach Anweisung.
  • Einnahme: Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit; z. B. 250 mg alle 8 Stunden über 5–10 Tage.
  • Beenden Sie die Therapie nicht eigenständig, da eine vorzeitige Unterbrechung zu Rückfällen führen kann.

Metronidazol soll exakt nach Dosierungsempfehlung angewendet werden – halten Sie sich am besten an feste Einnahmezeiten.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Vorteil morgens: Weniger nächtliche Übelkeit; hilft bei Tagesgastrointestinalbeschwerden.
  • Vorteil abends: Manche Nebenwirkungen werden verschlafen; besonders bei mehreren Tagesdosen vorteilhaft, die Einnahme zu verteilen (z. B. morgens und abends).
  • Tipp: Damit die gleichmäßige Wirkstoffkonzentration im Körper erreicht wird, immer zur gleichen Tageszeit einnehmen!

Einnahme mit oder ohne Nahrung? – Empfehlungen für Österreich

  • Metronidazol kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Einnahme mit einer kleinen Mahlzeit oder mit Milch kann helfen, Magenbeschwerden oder Übelkeit zu vermeiden.
  • Österreichische Ernährung (z. B. deftige Kost) beeinflusst die Wirkung nicht direkt, aber Alkohol sollte konsequent gemieden werden!

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktionspartner Wirkung und Hinweise
Alkohol Streng verboten! Führt fast immer zu Antabus-Effekt (Übelkeit, Hautrötung, Schwindel, Herzrasen u.a.) während der Einnahme und bis 48 Stunden danach.
Antikoagulanzien (Warfarin, Phenprocoumon) Verlängerte Blutungszeit, INR-Kontrolle erforderlich
Phenytoin, Lithium, Valproinsäure Verstärkte Nebenwirkungen möglich; Dosisanpassung nötig
Cimetidin Kann Metronidazol-Spiegel erhöhen
Mikrosomale Enzyminduktoren (Carbamazepin, Rifampicin) Reduzieren Metronidazol-Spiegel, evtl. Dosisanpassung notwendig

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Offizielle Indikationen Off-Label-Einsatz (gelegentlich)
  • Trichomoniasis
  • Bakterielle Vaginose
  • Anaerobe bakterielle Infektionen (Giardiasis, Amöbiasis, Clostridien, z.B. C. difficile)
  • Rosazea (topisch)
  • Infektionsprophylaxe in der Chirurgie (bei Risikopatient:innen)
  • Abszessbehandlung (z. B. Leberabszess)
  • Peritonitis, Sepsis (bei Mischinfektionen mit Anaerobiern)
  • Chronische Wunden (topisch, selten)

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Menschen
Bakterielle Vaginose 2x 400 mg tgl. (oral), 5–7 Tage oder Vaginalgel Keine Anwendung empfohlen Dosis ggf. verringern, engmaschig kontrollieren
Trichomoniasis 2x 250 mg über 7 Tage oder Einmaldosis 2 g 15 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf 2–3 Dosen, 7 Tage Regelmäßige Kontrolle, ggf. Dosisreduktion
Anaerobe Infektionen 3x 500 mg (oral/iv), z.T. höhere Dosen möglich 20–30 mg/kg/Tag aufgeteilt auf 2–3 Dosen Dosisanpassung je nach Nieren-/Leberfunktion
Rosazea Topische Anwendung 1–2x täglich Unter 12 Jahren nicht empfohlen Wie Erwachsene, Verträglichkeit prüfen

Sicherheitsprofil / Unerwünschte Wirkungen

  • Sehr häufig/häufig: Übelkeit, metallischer Geschmack, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit
  • Gelegentlich: Hautausschlag, Juckreiz, Müdigkeit, dunkler Harn
  • Selten: Parästhesien, Krampfanfälle, ZNS-Störungen (Schwindel, Verwirrtheit), Leberfunktionsstörungen
  • Warnsignale: Allergiezeichen, neurologische Beschwerden, schwere Magen-Darm-Beschwerden, sofort ärztliche Hilfe suchen!
  • Anmerkung: Die meisten Patienten vertragen Metronidazol problemlos. Schwangere und Stillende nur nach gesicherter Indikation!

Hinweise für eine sichere Anwendung – Empfehlungen aus der Apotheke

  • Tabletten nicht zerkauen oder teilen, sondern ganz mit Wasser schlucken.
  • Die gesamte verordnete Therapiedauer einhalten, auch wenn die Beschwerden vorzeitig verschwinden.
  • Keinen Alkohol, auch keine alkoholfreien Produkte mit Spuren von Ethanol, während der Behandlung und ≥ 48 Stunden nach Absetzen trinken.
  • Bei Tropfen, Infusionen oder Salben immer hygienisch arbeiten und bei Unsicherheiten in der Apotheke/Rat bei Ärzt:innen einholen.
  • Bei sichtbaren Nebenwirkungen sofort den behandelnden Arzt/die Ärztin informieren.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (erstattungsfähig durch die österreichische Sozialversicherung)

  • Clindamycin (oral, topisch): Wirksam gegen Anaerobier, v.a. bei Unverträglichkeit gegenüber Metronidazol; Nachteil: C. difficile-Infektionen möglich.
  • Vancomycin (oral): Bei Clostridioides-difficile-Infektionen zweite Wahl, teuer, aber wirksam.
  • Tinidazol: Ähnliches Wirkspektrum, längere Halbwertszeit, weniger gut dokumentiert.
  • Fosfomycin, Fidaxomicin: Spezialsituationen/GI-Infektionen, teurer.
  • Zusätzliche nichtmedikamentöse Strategien: Probiotika bei GI-Anwendungen begleitend empfohlen.

Die Wahl eines alternativen Antibiotikums sollte stets ärztlich erfolgen und hängt von der individuellen Infektion, Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten und Antibiogramm ab.

Rechtliche, regulatorische und Kostenerstattungs-Aspekte in Österreich

  • Zulassung: Metronidazol ist in Österreich durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) und die AGES (Medizinmarktaufsicht) zugelassen.
  • Kostenerstattung: Wird im Regelfall bei medizinischer Indikation von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und anderen gesetzlichen Versicherungen (SVS, BVAEB, etc.) übernommen.
  • Rezeptpflicht: Alle Anwendungen sind verschreibungspflichtig.
  • Packungen und Preise (unverbindlich, Stand 2024):
    • Flagyl® 20 Tabletten (400 mg): ca. 11–17 €
    • Generika günstiger, topische Formen ab 12 €
    • Infusion (500 mg/100 ml): ca. 28–35 €

Neueste Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Laut der aktuellen S3-Leitlinie der ÖGGH (2023) bleibt Metronidazol Mittel der ersten Wahl bei bakterieller Vaginose und Anaerobier-Infektionen.
  • Wachsende Bedeutung bei C.-difficile-Infektionen, jedoch Rückzug als First-Line wegen besserer Alternativen (vancomycin, fidaxomicin).
  • Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Infektiologie (ÖGGIN) empfiehlt kurze Therapiedauern, um Resistenzentwicklungen vorzubeugen.

Quellen: ÖGGH S3-Leitlinie (2023), AWMF-Leitlinien, ECDC Recommendation 2024, Fachinformation Flagyl® (Sanofi, 2023)

Verfügbarkeit, Lieferung und Preise (Österreich, Stand 2024)

Verpackungsgröße Typische Anwendung Preis (ca.) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Salzburg Lieferung (ländl. Apotheken)
20 Tabletten (400 mg) 1 Therapiezyklus oral 11–17 € sofort abholbar 1 Werktag 1–2 Werktage 2–3 Werktage
30 g Creme 0,75 % Rosazea 12–18 € sofort 1 Werktag 1–2 Werktage 2–3 Werktage
Infusionslösung Krankenhaus/ambulant 28–35 € lagernd 1–2 Tage 1–2 Tage individuell

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Metronidazol

  • 1. Darf ich während der Einnahme von Metronidazol Alkohol trinken?
    Nein! Alkohol jeglicher Art, auch versteckt in Speisen/Medikamenten, kann mit Metronidazol schwere Reaktionen auslösen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautrötung). Bis mindestens 48 Stunden nach der letzten Dosis meiden!
  • 2. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die vergessene Einnahme so bald wie möglich nach, falls der nächste Einnahmezeitpunkt noch mehr als 6 Stunden entfernt ist. Niemals die doppelte Dosis einnehmen!
  • 3. Wie lange dauert eine typische Metronidazol-Therapie?
    Je nach Infektion meist 5–10 Tage. Bei Rosazea oder chronischen Infektionen kann die Anwendung über mehrere Wochen erfolgen, immer nach ärztlicher Kontrolle.
  • 4. Kann ich Metronidazol bei Unverträglichkeiten (z.B. Lactoseintoleranz, Gluten) nehmen?
    Die meisten Metronidazol-Tabletten sind lactosefrei und glutenfrei; prüfen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie in der Apotheke nach, da dies je nach Hersteller variiert.
  • 5. Ist Metronidazol in der Schwangerschaft erlaubt?
    Metronidazol darf in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden, am ehesten ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Stillen nur nach Rücksprache!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg, 400mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill