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Prograf (Tacrolimus)

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Prograf (Tacrolimus) ist ein Medikament, das das Immunsystem unterdrückt. Es wird hauptsächlich nach Organtransplantationen eingesetzt, um eine Abstoßung des neuen Organs zu verhindern. Ihr Arzt passt die Dosierung individuell an. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Befolgen Sie bitte sorgfältig die Anweisungen Ihres Arztes und informieren Sie ihn über alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen.

Prograf (Tacrolimus) – Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Tacrolimus
Handelsnamen in Österreich Prograf®, Advagraf®, Tacrolimus Generika
ATC-Code L04AD02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Hartkapseln (0,5 mg, 1 mg, 5 mg), Retardkapseln (0,5 mg, 1 mg, 3 mg, 5 mg), Infusionslösung (0,5 mg/ml), Salbe (verschiedene Stärken für dermatologische Anwendung)
Hersteller Astellas Pharma Europe B.V., Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (ärztliche Verschreibung erforderlich)

Wirkmechanismus (Laien & Fachkreise)

Für Patienten erklärt: Tacrolimus ist ein immunsuppressives Arzneimittel, das Ihr Immunsystem „runterschaltet“, damit Ihr Körper nach einer Organtransplantation das neue Organ nicht abstößt.

Für Fachkreise: Tacrolimus bindet an das zytosolische FKBP-12, hemmt die Kalzineurin-Phosphatase und verhindert so die Transkription von IL-2 und anderen Zytokinen; es blockiert dadurch die Aktivierung von T-Lymphozyten.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Gabe rasche, aber variable Aufnahme. Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 20–25%. Nahrungsaufnahme kann die Aufnahme verzögern und vermindern.
  • Metabolisierung: Wirkt hauptsächlich in der Leber durch Cytochrom-P450-Enzyme (CYP3A4; CYP3A5) und wird zu inaktiven Metaboliten umgewandelt.
  • Ausscheidung: Hauptsächlich über die Galle; weniger als 1% als unveränderte Substanz im Urin.
  • Wirkdauer: Etwa 12–16 Stunden bei normalen Kapseln; bis zu 24 Stunden bei Retardpräparaten.

Anwendung im Alltag & Best Practices

  1. Nehmen Sie Tacrolimus immer genau wie vom Arzt verordnet ein – Veränderungen niemals eigenmächtig vornehmen.
  2. Typische Startdosen für Erwachsene nach Organtransplantation liegen bei 0,1–0,3 mg/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteilt in 2 Einzeldosen (Prograf) oder als Einzeldosis (Advagraf).
  3. Kapseln sollten unzerkaut mit Wasser eingenommen werden.
  4. Verwenden Sie nach Möglichkeit stets die gleiche Tageszeit.
  5. Regelmäßige Blutkontrollen sind notwendig, um die richtige Dosierung zu prüfen.

Morgens oder abends einnehmen? Tipps zur Regelmäßigkeit

  • Bei normalen Kapseln (Prograf): 2-mal täglich, vorzugsweise morgens und abends im 12-Stunden-Abstand.
  • Retardkapseln (Advagraf): 1-mal täglich, vorzugsweise morgens.
  • Wichtig: Versuchen Sie, die Einnahme nicht zu vergessen. Nutzen Sie Erinnerungen, Medikamentenboxen, oder Apps!
  • Vorteile der morgendlichen Einnahme: leichtere Kontrolle, geringeres Vergessen.
  • Keine Einnahme nach einer vergessenen Dosis doppelt!

Mit oder ohne Nahrung? Einfluss der Mahlzeiten und österreichische Ernährung

Tacrolimus sollte immer mit oder ohne Nahrung eingenommen werden – aber möglichst immer auf die gleiche Weise. Besonders fette oder schwere Mahlzeiten (z.B. üppiges Frühstück mit Gebäck, Käse oder Wurst) können die Aufnahme hemmen oder verzögern. In Österreich empfiehlt sich daher, das Medikament entweder immer nüchtern (mind. 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen) oder immer nach einer leichten Mahlzeit einzunehmen. Wichtig: Grapefruitsaft kann zu gefährlichen Wechselwirkungen führen und ist unbedingt zu vermeiden!

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Substanz/Kategorie Mögliche Auswirkung Beispiel
Lebensmittel Erhöhte Werte, veränderte Aufnahme Grapefruit, Pomelo
Alkohol Leberbelastung, Unverträglichkeit möglich Wein, Bier
Antibiotika Erhöhte oder verminderte Tacrolimus-Konzentration Clarithromycin, Rifampicin
Antimykotika Erhöhte Tacrolimus-Konzentration Ketoconazol, Fluconazol
Antiepileptika Verminderte Wirksamkeit Carbamazepin, Phenytoin
Kräuterpräparate Verminderte Blutspiegel Johanniskraut
Anderes Immunsuppressivum Erhöhtes Infektions-/Nebenwirkungsrisiko Cyclosporin

Bitte informieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker über alle Medikamente, die Sie einnehmen!

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Offizielle Indikation Kurzbeschreibung
Prophylaxe der Organabstoßung Nach Nieren-, Leber-, Herztransplantation
Therapie der akuten Abstoßung Bei laufender immunsuppressiver Therapie
Off-Label-Indikation Kurzbeschreibung
Autoimmunhepatitis Behandlung nicht ansprechender Fälle
Dermatologische Erkrankungen Atopische Dermatitis (als Salbe), Lichen planus
Andere Spezialindikationen z.B. schweres nephrotisches Syndrom, Colitis ulcerosa (nur nach Rücksprache mit Spezialzentren)

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

IndikationErwachseneKinderÄltere Menschen
Nierentransplantation 0,2-0,3 mg/kg/Tag, in 2 Dosen (Prograf) oder 1 Dosis (Advagraf) 0,3 mg/kg/Tag Gleiche Dosierung, aber engmaschigere Blutspiegelkontrolle
Lebertransplantation 0,1-0,2 mg/kg/Tag 0,2-0,3 mg/kg/Tag Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung
Herztransplantation 0,075-0,2 mg/kg/Tag 0,2-0,3 mg/kg/Tag Siehe Erwachsene
Dermatologische Anwendung (Salbe) Kleine Menge 1–2x täglich auftragen Je nach Körpergewicht Individuell

Die Dosis wird stets individuell angepasst, basierend auf Ihrem Körpergewicht, Blutspiegel und Verträglichkeit. Regelmäßige Kontrollbesuche sind unerlässlich!

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

KategorieHäufigkeitBeispiele
Sehr häufig (≥1/10) Kopfschmerzen, Zittern, Übelkeit, erhöhter Blutzucker, Schlaflosigkeit, Infektionen
Häufig (≥1/100 bis <1/10) Nierenfunktionsstörung, Bluthochdruck, Durchfall, Verwirrtheit, Schwindel, Krämpfe
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) Herzrhythmusstörungen, Leberwerterhöhung, Sehstörungen
Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000) Allergische Reaktionen, Krebserkrankungen (z.B. Hautkrebs, Lymphome), Diabetes mellitus
Warnhinweise Regelmäßige Blutbild-, Nieren-, und Leberkontrollen notwendig; Schutz vor Sonne/UV-Strahlen empfohlen; Impfungen bitte mit dem Arzt abstimmen!

Praktische Hinweise zur sicheren Anwendung

  • Lagern Sie Prograf/Tacrolimus im Originalblister, trocken und lichtgeschützt unter 25°C.
  • Verlieren Sie möglichst nie Ihr Rezept! Sie benötigen stets ein gültiges Rezept zur Abgabe in der Apotheke.
  • Vermeiden Sie drastische Ernährungsumstellungen oder Diäten ohne Rücksprache mit dem Arzt.
  • Bei Anzeichen von Infektionen legen Sie Ihren Arztbesuch nicht auf die lange Bank.
  • UV-Schutz ist essentiell: Tragen Sie Sonnencreme und bedeckende Kleidung im Sommer, da Ihr Hautkrebsrisiko erhöht ist.

Alternative Therapieoptionen (kostenerstattungsfähig durch ÖGK, SVS, BVAEB)

  • Cyclosporin: Ähnlicher Wirkmechanismus; seit langem bewährt, aber mit eigenen Risiken (z.B. Zahnfleischwucherung, erhöhter Blutdruck).
  • Mycophenolat-Mofetil (CellCept): Oft Kombinationspartner – weniger nephrotoxisch, günstigeres Nebenwirkungsprofil.
  • Azathioprin: Besonders bei manchen Autoimmunerkrankungen genutzt – aber mehrere Wochen bis Wirkungseintritt.
  • mTOR-Inhibitoren (Sirolimus, Everolimus): Alternative bei Unverträglichkeiten, geringeres Krebsrisiko, jedoch andere Nebenwirkungen (u.a. Störungen der Wundheilung).

Bedenken Sie: Die Auswahl der immunsuppressiven Therapie ist individuell und wird von Ihrem Transplantationszentrum/Arzt festgelegt.

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung in Österreich

  • Zulassungsstatus: Zugelassen durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES, Österreichische Arzneimittelregistrierungsdatenbank).
  • Verschreibungspflicht: Ja, Apothekenabgabe nur mit Rezept.
  • Kassenleistung/Erstattung: Kostenerstattung durch die österreichischen Sozialversicherungen für zugelassene Indikationen gegeben (Erstattung im „gelben Bereich“, Deckung durch ÖGK, SVS, BVAEB).
  • Apothekenpflicht: Nur in Apotheken erhältlich.

Neueste Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Laut der aktuellen S3-Leitlinie zur Immunsuppression nach Transplantation (DGfN, 2023) bleiben Tacrolimus-Präparate deutlich bevorzugt, insbesondere wegen besserer Organüberlebensraten und geringerer akuter Abstoßung.
  • Neue klinische Studien zeigen, dass Retardformulierungen (z.B. Advagraf) die Therapietreue und Langzeitergebnisse verbessern können (Brennan et al.: N Engl J Med, 2024).
  • Im Bereich der dermatologischen Anwendung unterstreichen jüngste Studien die Wirksamkeit und sichere Anwendung der Tacrolimus-Salbe bei atopischer Dermatitis („Eczema“), auch für Kinder unter strenger Kontrolle (Krakowski et al., 2024, JAMA Dermatology).
  • Praktische Tools zur Bestimmung des individuellen Tacrolimus-Metabolismus werden zunehmend empfohlen (Pharmakogenetik, z. B. CYP3A5-Genotypisierung).

Verfügbarkeit & Lieferung in Österreich

PZNPackungsgrößeForm/StärkeApothekenpreis (Richtwert, €)*
368412950 Kapseln1 mgab 240 €
3684135100 Kapseln1 mg (Retard)ab 420 €
241805330 Kapseln0,5 mgab 122 €
179117460 g Tube0,1% Salbeab 84 €

*Preise Stand Mai 2024, können regional variieren

StadtLieferzeit (Apotheken)
Wiensofort / 1 Werktag
Graz1 Werktag
Innsbruck1–2 Werktage
Linz, Salzburg, Klagenfurt1 Werktag

Beratung zur Rezeptvorbestellung und Verfügbarkeit erhalten Sie direkt in Ihrer österreichischen Apotheke. Viele Apotheken bieten einen (Online-)Vorbestellservice an.

FAQ – Ihre häufigsten Fragen

  1. Was kann passieren, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Nehmen Sie keinesfalls eine doppelte Dosis ein. Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie es merken (außer die nächste reguläre Einnahme steht schon bevor). Sprechen Sie bei mehrfachem Vergessen mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt!
  2. Darf ich in der Sonne baden?
    Unter Tacrolimus ist die Haut empfindlicher für UV-Strahlung. Nutzen Sie immer hohen Sonnenschutz und bedeckende Kleidung – großzügige Sonnenbäder oder Solarium sind nicht empfehlenswert.
  3. Wie lange muss ich Tacrolimus nach einer Transplantation einnehmen?
    In den meisten Fällen lebenslang, um Ihr neues Organ dauerhaft zu schützen. Nach individueller Rücksprache kann die Dosis reduziert oder angepasst werden.
  4. Wie kann ich Wechselwirkungen vermeiden?
    Informieren Sie Ihren Arzt/Apotheker stets über alle Medikamente und Nahrungsergänzungen – insbesondere bei Antibiotika, Antimykotika und pflanzlichen Präparaten (z. B. Johanniskraut)!
  5. Wie erkenne ich eine Nebenwirkung – und was tue ich dann?
    Mögliche Zeichen sind Zittern, Kopfschmerzen, häufigere Infektionen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Hautveränderungen. Wenden Sie sich direkt an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Transplantationsambulanz, wenn Sie Auffälligkeiten bemerken.

Hinweis: Jeder Therapieverlauf ist individuell. Bei Fragen stehen Ihnen Ihr Arzt, Ihre Fachambulanz und Ihre österreichische Apotheke beratend zur Seite!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

0,5mg, 1mg, 5mg

Paket: No selection

10 pill, 20 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill