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Provigil (Modafinil)

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Provigil (Wirkstoff: Modafinil) wird zur Behandlung von starker Tagesschläfrigkeit bei Erwachsenen eingesetzt, zum Beispiel bei Narkolepsie oder Schlafapnoe. Das Medikament hilft, die Wachheit zu steigern und das Einschlafrisiko zu verringern. Provigil wird meist morgens eingenommen. Die Tabletten sollten nur nach ärztlicher Anweisung verwendet werden. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Provigil® (Modafinil) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Modafinil
Handelsnamen in Österreich Provigil®, Modafinil Accord®, Modafinil Neuraxpharm®
ATC-Code N06BA07
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten zu 100 mg und 200 mg Modafinil
Hersteller Cephalon Inc. (Teil von Teva Pharmaceuticals), Accord Healthcare, neuraxpharm
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflicht gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz; Suchtgift- und Psychotropengesetz beachten)

Wirkmechanismus (Erläutert für Patienten und Fachkreise)

Für Patienten: Modafinil wirkt stimulierend und fördert die Wachheit. Es beeinflusst bestimmte Botenstoffe im Gehirn, ohne die klassischen Nebenwirkungen anderer Stimulanzien wie z. B. Amphetamine. Vor allem bei starker Müdigkeit (Narkolepsie, Schlafapnoe) hilft es, tagsüber konzentriert und wach zu bleiben.

Für Spezialisten: Modafinil erhöht peripher und zentral die Extrazellulärkonzentrationen von Dopamin durch Hemmung des Dopamintransports und moduliert zusätzlich Noradrenalin, Histamin und Orexin. Es gilt als selektiver, atypischer Stimulans mit geringem Missbrauchspotenzial.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme rasche und nahezu vollständige Aufnahme, maximale Plasmakonzentration nach 2–4 Stunden.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber (CYP3A4, CYP2C19, CYP2C9, CYP1A2).
  • Eliminierung: Überwiegend renal, zu einem kleinen Teil biliär (Stuhl/Urin).
  • Halbwertszeit: Ca. 12-15 Stunden, Unterschiede je nach genetischem Stoffwechseltyp.
  • Dauer der Wirkung: Etwa 12 Stunden, daher meist einmalige Gabe am Morgen empfohlen.

Anwendung im Alltag & Best Practices in Österreich

Typische Dosierung: Erwachsene nehmen in der Regel morgens einmal täglich 200 mg Modafinil ein, entweder als Einzeldosis oder aufgeteilt auf zwei Dosen, jeweils 100 mg morgens und mittags. Für Kinder und Jugendliche ist Modafinil in Österreich nicht zugelassen. Für ältere Menschen (>65 Jahre) kann eine geringere Anfangsdosis angezeigt sein (meist 100 mg morgens), insbesondere bei eingeschränkter Leberfunktion.

  1. Tablette morgens einnehmen, möglichst zur gleichen Zeit.
  2. Feste Einnahmeroutine schafft Verlässlichkeit im Alltag.
  3. Konsultieren Sie Ihren Arzt vor jeder Dosiserhöhung oder -senkung!
  4. Kindersicher aufbewahren, da Missbrauchsgefahr besteht.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgens: Maximale Wirksamkeit während des Tages – Schlaf wird nachts kaum beeinflusst.
  • Abends: Wird nicht empfohlen, da Modafinil den Einschlafprozess erschweren kann.
  • Tipp: Bei Spätschicht kann mittäglicher Einnahmezeitpunkt sinnvoll sein – individuelle Anpassung nach Absprache mit der Fachärztin/dem Facharzt!

Einnahme mit oder ohne Nahrung (Österreichische Ernährungsgewohnheiten)

  • Kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Typische österreichische Frühstücke (z. B. Semmel mit Butter, Kaffee) beeinflussen die Wirkung kaum.
  • Schwere, fettreiche Mahlzeiten können die Aufnahme verzögern – empfiehlt sich nur bei empfindlichem Magen.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Substanz/Lebensmittel Mögliche Wechselwirkung
Alkohol Kann zentrale Nebenwirkungen verstärken: Benommenheit, Verwirrtheit
Orale Kontrazeptiva („Pille“) Wirkungsabschwächung möglich; zusätzliche Verhütung empfohlen
Antikoagulantien (z. B. Marcoumar, Warfarin) Veränderte Blutgerinnung möglich – engmaschige Überwachung
Antidepressiva/Antiepileptika Spiegelveränderungen beider Medikamente
Johanniskraut (pflanzlich) Reduzierte Wirksamkeit von Modafinil durch Enzyminduktion
MAO-Hemmer, andere Psychostimulanzien Risiko für Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen erhöht

Zugelassene und Off-Label-Indikationen

Indikation Status in Österreich Bemerkung
Narkolepsie (Tagesschläfrigkeit) Zugelassen Erste Wahl bei ausgeprägter Müdigkeit
Schlafapnoe-Syndrom (OSA) mit persistierender Tagesschläfrigkeit Zugelassen Nur, wenn CPAP/Beatmung nicht ausreichend wirksam
Schichtarbeit-assoziierte Schlafstörung (SWSD) Zugelassen Nur bei nachgewiesener, relevanter Tagesschläfrigkeit
ADHS/Depression/Multiple Sklerose-Fatigue Off-Label Nicht offiziell zugelassen, Einsatz nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation/Patientengruppe Empfohlene Anfangsdosis Maximale Tagesdosis Besonderheiten
Erwachsene, Narkolepsie 200 mg morgens 400 mg (aufgeteilt auf 2 × 200mg) Einzeldosis vorzugsweise morgens, ggf. aufteilen
Schlafapnoe 200 mg morgens 400 mg Nur zusätzlich zu Primärbehandlung
Schichtarbeitsassoziierte Schlafstörungen 200 mg vor Arbeitsbeginn Vor jeder Nachtschicht, individuell anpassbar
Ältere Menschen (>65 Jahre) 100 mg morgens 300 mg Dosisanpassung aufgrund verlangsamtem Metabolismus
Kinder & Jugendliche In Österreich nicht zugelassen

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufig
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schlafstörungen (Insomnie)
  • Nervosität, Angst
  • Mundtrockenheit
Gelegentlich
  • Schwindel, Benommenheit
  • Durchfall, Verstopfung
  • Bluthochdruck
  • Appetitminderung
Selten
  • Exanthem, Hautausschlag (inkl. schwerer Formen wie Stevens-Johnson-Syndrom)
  • Lebertoxizität
  • Suizidgedanken (bei psychiatrischen Vorerkrankungen)
Warnung Bei Hautreaktionen, psychischen Veränderungen oder Anzeichen einer Allergie sofort ärztliche Hilfe suchen!

Richtige Anwendung – Tipps aus der Apotheke für Österreich

  • Tablette unzerkaut mit Wasser, nicht mit Grapefruit(saft) einnehmen.
  • Keine eigenständige Dosiserhöhung!
  • Regelmäßiger Arztbesuch zur Überwachung (Leberwerte, Blutdruck, psychische Symptomatik).
  • Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Antibabypille – Kondom o. ä. als zusätzliche Maßnahme empfohlen.
  • Tabletten nicht als „Leistungssteigerer“ zweckentfremden – Missbrauchsgefahr!
  • Im Urlaub gilt: Mitnahme der ärztlichen Bescheinigung wegen Suchtgifteintrag, v. a. für das EU-Ausland!

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (österreichische Kassenempfehlungen)

  • Methylphenidat (z. B. Concerta®, Medikinet®): Wirkt kürzer, steigert die Wachheit, wird von der Sozialversicherung häufig übernommen, v.a. bei ADHS.
  • Solriamfetol (Sunosi®): Ähnliches Wirkprofil, wirkt stärker an Dopamin-/Noradrenalin-Transportern, ebenfalls für Narkolepsie und Schlafapnoe zugelassen.
  • Natürliche Maßnahmen: Schlafhygiene, Anpassung des Lebensstils, Verhaltenstherapie, ggf. Schlafmasken/CPAP bei OSA.
  • Koffein: Bei milder Symptomatik bedingt hilfreich; jedoch rasch abnehmende Wirkung

Vorteile Modafinil: Weniger klassische Stimulanz-Nebenwirkungen, längere Wirkung, geringeres Abhängigkeitspotenzial.
Nachteile: Teilweise keine Kostenübernahme bei Schlafapnoe, Rezeptpflicht/Suchtgift-Status.

Rechtliche, Zulassungs- & Erstattungsinformationen (Österreich)

  • Zulassung: Registrierung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).
  • Erstattung: Kostenübernahme durch die Sozialversicherung je nach Indikation (v. a. Narkolepsie).
    Bei anderen Indikationen ist ein chefärztlicher Antrag nötig, keine Routinekostenübernahme im Off-Label-Use.
  • Verschreibungspflicht: Rezeptpflichtig! Eintragung ins Suchtgiftregister bei Dauerverschreibung erforderlich.
  • Besonderheiten bei Auslandsreisen: Ärztliche Bescheinigung mitführen, Formular nach Suchtmittelverkehrsordnung ("Schengen-Bescheinigung") bei Reisen innerhalb des EWR/EU.

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) 2023: Modafinil bleibt Mittel der Wahl für Narkolepsie, v. a. im Vergleich zu neuen Substanzen (z. B. Solriamfetol) weiterhin Standard.
  • DPG/ESRS 2024 Empfehlungen: Individualisierte Behandlungswahl; Modafinil als Primärsubstanz, Solriamfetol und Pitolisant als Alternativen (bei Unverträglichkeiten oder Ineffizienz).
  • Internationale Studien: Bestätigen günstiges Nebenwirkungsprofil und anhaltende Wirksamkeit im Langzeitverlauf (z. B. Thorpy MJ et al., Sleep 2023; Scammell TE, Nat Rev Dis Primers 2022).
  • Hinweis: Off-Label-Anwendungen wie bei „Fatigue“ (Multiple Sklerose) werden weiterhin erforscht, bisher keine ausreichende Nachweisstärke für Routineanwendung.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferoptionen in Österreich

Packungsgröße Anzahl Tabletten Preis (Richtwert, €) Lieferzeit Wien Graz Innsbruck Salzburg
Klein 20 × 100 mg ca. 52–58 € 1 Tag 1–2 Tage 2–3 Tage 2 Tage
Mittel 30 × 200 mg ca. 90–100 € 1 Tag 1–2 Tage 2 Tage 1–2 Tage
Groß 60 × 100 mg ca. 140–165 € 1–2 Tage 2 Tage 2–4 Tage 2–3 Tage
  • Die tatsächlichen Preise und Lieferzeiten können je nach Apotheke und Region abweichen.
  • Alle Apotheken, die an den österreichischen Apothekenverbund angeschlossen sind, können Modafinil mit Rezept beschaffen.

Häufige Patientenfragen (FAQ)

  1. Kann ich mit Modafinil Auto fahren oder Maschinen bedienen?
    Ja, viele Patient:innen bleiben unter Modafinil sogar wacher. Allerdings können in der Anfangsphase oder bei zu hoher Dosierung Schwindel, Benommenheit oder Schlaflosigkeit auftreten. Im Zweifelsfall Anwendung zunächst unter Alltagsbeobachtung, dann entscheiden.
  2. Können Jugendliche Modafinil bekommen?
    In Österreich ist Modafinil erst ab 18 Jahren zugelassen; für Kinder und Jugendliche ist die Anwendung nicht vorgesehen und erfolgt nur im Einzelfall bei speziellen Indikationen nach strenger ärztlicher Aufsicht (Off-Label).
  3. Darf ich Modafinil dauerhaft einnehmen?
    Bei gut eingestellter Indikation und regelmäßigen Arztkontrollen spricht nichts gegen eine Langzeittherapie – beachten Sie aber mögliche Nebenwirkungen und Rezeptpflicht samt regelmäßigen Verlaufskontrollen.
  4. Was passiert, wenn ich die Einnahme vergesse?
    Die vergessene Dosis nicht nachholen/verzweifeln, sondern am nächsten Tag wie gewohnt fortsetzen. Keine doppelten Dosen!
  5. Ist eine Kostenübernahme durch meine Kasse gesichert?
    Für Narkolepsie und ausgewählte Fälle der Schlafapnoe ist die Erstattung durch die österreichische Sozialversicherung (SV) in der Regel gegeben. Bei anderen Diagnosen empfiehlt es sich, vor Therapiebeginn mit Kasse und Arzt Rücksprache zu halten.

Weitere Fragen? Ihr behandelnder Arzt/Ihre Apothekerin in Österreich berät Sie gerne, ob Modafinil für Sie geeignet ist und welche Alternativen es gibt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mg, 200mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill