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Escitalopram

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Escitalopram ist ein modernes Antidepressivum, das zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Es hilft, das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn zu verbessern und so Stimmung und Wohlbefinden zu stabilisieren. Die Behandlung sollte immer nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Häufige Nebenwirkungen können unter anderem Müdigkeit oder Magenbeschwerden sein. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Escitalopram – Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformation

Internationaler Freiname (INN): Escitalopram
Handelsnamen in Österreich: Lexapro®, Cipralex®, Escitalopram Heumann®, Escitalopram Sandoz®, u.a.
ATC-Code: N06AB10
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken: Filmtabletten 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg; Tropfen zum Einnehmen
Hersteller (Auswahl): Lundbeck, Sandoz, Heumann, diverse Generikafirmen
Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig

Wirkmechanismus

Für Laien: Escitalopram gehört zur Gruppe der „selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer“ (SSRI). Es erhöht das Serotonin im Gehirn – ein Botenstoff, der die Stimmung positiv beeinflusst. Dadurch können Symptome wie Niedergeschlagenheit, Angstgefühle und Antriebslosigkeit zurückgehen.

Für Fachkreise: Escitalopram hemmt selektiv und hochaffin die Wiederaufnahme von Serotonin (5-HT) an der präsynaptischen Membran. Die resultierende Erhöhung von Serotonin im synaptischen Spalt verstärkt serotonerge Neurotransmission ohne nennenswerte Wirkung auf noradrenerge oder dopaminerge Systeme.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Schnelle und nahezu vollständige Resorption nach oraler Gabe; maximale Plasmaspiegel innerhalb von 4 Stunden.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch über CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4 zu inaktiven Metaboliten.
  • Elimination: 12–20 Stunden Halbwertszeit; Ausscheidung überwiegend renal, geringer Anteil biliär.
  • Dauer der Wirkung: Effekt nach 1–2 Wochen, stabile Wirkung meist nach 3–4 Wochen.

Anwendung im Alltag & Hinweise für Patient:innen (Österreich-Kontext)

  • Tabletten mit etwas Wasser morgens oder abends, immer zur selben Tageszeit, einnehmen.
  • Anfangsdosis meist 10 mg täglich, ggf. Steigerung auf maximal 20 mg täglich durch ärztliche Anordnung.
  • Tropfen: Dosierung nach ärztlicher Verordnung; genaue Abmessung mit beiliegender Pipette.
  • Der Behandlungserfolg zeigt sich oft erst nach 2–4 Wochen. Nicht vorzeitig abbrechen!
  • Beim Absetzen schrittweise Reduktion unter ärztlicher Anleitung, um Absetzsymptome zu vermeiden.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Morgens: Vorteilhaft bei Patienten, die unter Müdigkeit durch das Präparat leiden oder falls Konzentrationssteigerung gewünscht.
  • Abends: Empfehlenswert bei Schlaflosigkeit oder Unruhe durch das Medikament.
  • Tipp: Die Einnahmezeit sollte konsequent beibehalten werden; bei Unsicherheiten Rücksprache mit Ihrem/r Ärzt:in oder Apotheker:in.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Escitalopram kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Tipp für Österreich: Zur besseren Verträglichkeit bei sensiblen Magen empfiehlt sich, die Tablette nach dem Frühstück zu nehmen. Typische österreichische Kost inkl. Brot, Joghurt oder ein kleiner Imbiss sind unproblematisch.
  • Bei Einnahme auf nüchternen Magen mögliche Übelkeit zu Beginn der Behandlung.

Wechselwirkungen/Warnhinweise

Kategorie Interaktion Empfehlung
Nahrungsmittel Grapefruit, Johanniskraut Johanniskraut vermeiden – Gefahr verstärkter Nebenwirkungen; Grapefruit kann Enzyme hemmen: Rücksprache!
Alkohol Verstärkte ZNS-Dämpfung (Schwindel, Reaktionsschwäche) Vermeidung empfohlen oder nur in sehr geringem Maß konsumieren
Andere Arzneimittel MAO-Hemmer, andere Antidepressiva, Blutverdünner (z.B. Marcoumar), NSAR, Lithium, Tramadol Kombination mit MAO-Hemmern streng kontraindiziert! Erhöhtes Risiko für Blutungen und Serotoninsyndrom mit o.g. Wirkstoffen.
Antibiotika, Antiepileptika CYP2D6/3A4-verändernde Wirkstoffe möglich Dosisanpassung unter ärztlicher Kontrolle!

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Offizielle Zulassung Off-Label-Anwendungen
  • Depressive Episoden (Major Depression)
  • Generalisierte Angststörung
  • Panikstörung mit/ohne Agoraphobie
  • Soziale Phobie
  • Zwangsstörung (OCD)
  • Premenstruelle dysphorische Störung
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Chronische neuropathische Schmerzen (nur nach ärztlicher Abwägung)
  • Essstörungen (selten, individualisiert)

Dosierung nach Indikation & Patientengruppe

Indikation Erwachsene Jugendliche (≥12 Jahre) Ältere Patienten (≥65)
Depression 10–20 mg/Tag 10 mg/Tag (max. 20 mg) 5–10 mg/Tag
Generalisierte Angststörung 10 mg/Tag (max. 20 mg) 10 mg/Tag 5–10 mg/Tag
Panikstörung 5 mg, Erhöhung nach 1 Woche auf 10 mg/Tag möglich (max. 20 mg) 10 mg/Tag 5 mg, Erhöhung auf 10 mg/Tag falls verträglich
Zwangsstörung, soziale Phobie 10–20 mg/Tag 10 mg/Tag 5–10 mg/Tag

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Die meisten Nebenwirkungen treten zu Beginn der Therapie auf und klingen oft innerhalb weniger Tage oder Wochen ab.

Kategorie Häufige Nebenwirkungen Gelegentlich/Selten Warnhinweise
Gastrointestinal Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Appetitveränderung Erbrechen, Geschmacksstörungen Starke Magenbeschwerden ärztlich abklären
Psyche/ZNS Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen Verwirrtheit, Halluzinationen Bei Suizidgedanken sofort Hilfe suchen!
Sexualität Libidoverlust, Ejakulationsstörungen, verzögerter Orgasmus Erektile Dysfunktion Rücksprache mit Arzt/Ärztin, ggf. Dosisanpassung
Kreislauf Herzrasen, Blutdruckschwankungen QT-Verlängerung, orthostatische Hypotonie EKG-Kontrolle bei Risikopatienten empfohlen
Sonstige Schwitzen, Gewichtszunahme/-abnahme, Zittern Hautausschlag, allergische Reaktion Sofortarzt bei Schwellungen, Atemnot, Nesselsucht

Richtige Anwendung – Praxistipps

  • Tabletten/Tropfen immer regelmäßig zur gleichen Uhrzeit einnehmen.
  • Die Therapie nicht abrupt abbrechen, sondern Rücksprache mit dem/der Ärzt:in halten.
  • Günstig ist die zeitgleiche Einnahme zu Alltagsroutinen (z.B. Frühstück/Zähneputzen).
  • Kinder und Jugendliche: Einnahme und Verlauf engmaschig überwachen lassen!
  • Längere Strategien sollten gemeinsam mit Behandlungsteam und ggfs. Psychotherapie abgestimmt sein.

Alternativen zu Escitalopram (erstattungsfähig in Österreich)

  1. Citalopram: Ähnlicher Wirkmechanismus, ggf. breiteres Wirkspektrum; leicht mehr QT-Verlängerung.
  2. Sertralin: SSRI mit günstigerem Nebenwirkungsprofil bei Angststörungen.
  3. Fluoxetin: SSRI mit aktiverem Antrieb, manchmal wach machend.
  4. Amitryptilin, Duloxetin: Wirksam auch bei Schmerzstörungen, aber mehr Wechselwirkungen/Nebenwirkungen.
  5. Psychotherapie: Besonders empfohlen, oft in Kombination mit Medikation.

Ihr/e behandelnde/r Ärzt:in wird mit Ihnen gemeinsam die beste Option wählen, wobei die Erstattungsfähigkeit durch das Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung (NFZ) berücksichtigt wird.

Gesetzlicher Status & Erstattung in Österreich

  • Escitalopram ist in Österreich voll verschreibungspflichtig.
  • Zulassung über die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES/URPL)
  • Erstattung für zugelassene Indikationen durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK, vormals NFZ).
  • PZN (Pharmazentralnummer) auf Rezept nötig; Patient:innenbeteiligung laut Sozialversicherungstarif.

Neueste Forschung & Leitlinien (Stand 2022–2025)

  • Laut S3-Leitlinie „Unipolare Depression“ & „Angststörungen“ (AWMF, 2022) bleibt Escitalopram ein Mittel der ersten Wahl – sowohl für die Initialbehandlung als auch bei längerem Verlauf.
  • Randomisierte kontrollierte Studien (z. B. Cipriani et al., Lancet 2018; DGPPN 2023) zeigen eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit gegenüber anderen Antidepressiva.
  • Therapieresistenz: Kombination mit Psychotherapie oder Umstellung auf Alternativpräparate je nach Verlauf empfohlen.
  • Bei älteren Menschen und Patienten mit Herzrisiken Dosierung und Monitoring besonders sorgfältig!

Verfügbarkeit & Lieferzeit (Österreich)

PZN Packungsgröße Inhalt Indikativer Preis (EUR, Stand 2024)* Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Innsbruck
1234567 Klein 14 Tabletten à 10 mg ca. 12,00 i.d.R. lagernd 1 Werktag 1–2 Werktage
1234568 Mittel 28 Tabletten à 10 mg ca. 20,50 i.d.R. lagernd 1 Werktag 1–2 Werktage
1234570 Groß 98 Tabletten à 10 mg ca. 68,00 1–2 Werktage 2 Werktage 2–3 Werktage

*Preise können regional und abhängig von der Bezugsart leicht variieren. Erstattung durch Sozialversicherung möglich.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Wie lange dauert es, bis Escitalopram wirkt?
    Die Wirkung beginnt meist innerhalb von 1–2 Wochen. Eine spürbare Verbesserung kann manchmal erst nach 3–4 Wochen auftreten.
  2. Darf ich Escitalopram mit anderen Medikamenten einnehmen?
    Besprechen Sie neue Medikamente immer mit Ihrem/r Arzt/Ärztin oder Apotheker/in, da zahlreiche Wechselwirkungen auftreten können (z.B. mit anderen Antidepressiva, Schmerzmitteln oder Blutverdünnern).
  3. Was kann ich tun, wenn ich eine Dosis vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein. Liegt die nächste Dosis bereits an, lassen Sie die vergessene einfach aus – niemals doppelt einnehmen.
  4. Kann ich mit Escitalopram Alkohol trinken?
    Alkohol sollte gemieden werden, da er die beruhigende Wirkung verstärken kann und das Nebenwirkungsrisiko erhöht.
  5. Ist Escitalopram in der Schwangerschaft oder Stillzeit erlaubt?
    Sprechen Sie unbedingt mit Ihrer/m Arzt/Ärztin. In besonderen Situationen kann Escitalopram vorsichtig erwogen, muss aber individuell abgewogen werden.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen kein ärztliches Beratungsgespräch. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder das pharmazeutische Fachpersonal Ihrer Apotheke.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg, 20mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill