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Aralen (Chloroquine)

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Aralen (Chloroquin) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria eingesetzt wird. Es wird auch bei bestimmten Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis verwendet. Die Anwendung erfolgt in Tablettenform und sollte immer nach Anweisung Ihres Arztes erfolgen. Bitte informieren Sie Ihren Arzt über bestehende Vorerkrankungen oder wenn Sie andere Medikamente einnehmen, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Aralen® (Chloroquin) – Umfassender Patientenratgeber für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Chloroquin
Österreichische Handelsnamen Aralen®, Chloroquin-dura®, generische Präparate
ATC-Code P01BA01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten (250 mg, 500 mg), Sirup (50 mg/5 ml, v.a. für Kinder), selten Infusionslösung
Hersteller Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (ärztliche Verschreibung erforderlich)

Wirkungsweise (Mechanismus)

Für Patient:innen: Chloroquin verhindert das Wachstum bestimmter Krankheitserreger, allen voran Malaria-Parasiten, indem es die für deren Überleben notwendige Aufnahme und Verarbeitung von sogenannten „Hämstoffen“ stört.

Für Fachkreise: Chloroquin wirkt primär durch Erhöhung des intravakuolären pH-Wertes in Plasmodium-Erythrozyten-Stadien sowie Hemmung der Häm-Polymerase bei Malaria. Zusätzlich besitzt es immunmodulatorische Effekte, die bei autoimmunen Erkrankungen zum Tragen kommen.

Pharmakokinetik – Aufnahme und Ausscheidung

  • Absorption: Sehr gute Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt (Bioverfügbarkeit 75–90 %).
  • Verteilung: Weitreichende Verteilung im Körpergewebe, vor allem in Leber, Milz, Niere und Lunge.
  • Metabolismus: Leber (Cytochrom-P450-abhängig), Hauptmetabolit Desethylchloroquin.
  • Ausscheidung: Primär renal (Niere), teils biliär (Leber); Elimination halbwertszeit: 1–2 Monate.
  • Wirkdauer: Langanhaltend; regelmäßige Einnahme führt zu wirksamer Spiegelbildung.

Einsatz im Alltag & Anwendungstipps in Österreich

  1. Typische Dosierung: Meist einmal täglich (Dosierung variiert je nach Indikation – siehe Tabelle unten).
  2. Einnahme: Unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, möglichst zur selben Tageszeit.
  3. Wichtige Hinweise: Kurmäßige Einnahme unterbricht ggf. Reise- oder Schwangerschaftsprophylaxe – Dosisänderungen nur nach ärztlicher Rücksprache!
  4. Klinikpraxis in Österreich: Kontrolluntersuchungen (v.a. Augen, Blutbild, Leberwerte) sind in vorgeschriebenen Abständen verpflichtend. Bei Kindern exakte Dosierung nach Körpergewicht (mg/kg).

Morgens vs. abends – Was ist günstiger?

  • Morgens: Bessere Verträglichkeit für den Magen-Darm-Trakt.
  • Abends: Manche Patienten bevorzugen Abendgabe, um Nebenwirkungen während des Schlafs zu erleben.
  • Tipp: Entscheidend ist die Regelmäßigkeit! Nehmen Sie das Präparat möglichst stets zur gleichen Zeit, unabhängig von der Tageszeit.
  • Bei Problemen (z. B. Magenbeschwerden) Rücksprache mit Ärzt:in oder Apotheker:in halten und ggf. Einnahmezeit anpassen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung – Empfehlungen für Österreich

  • Die Einnahme mit einer kleinen Mahlzeit oder Milch minimiert Magenbeschwerden.
  • Eine typische „österreichische Jause“, ein Brot oder Joghurt, ist geeignet.
  • Auf sehr fettige oder schwere Speisen sollte direkt vor Einnahme verzichtet werden.
  • Wenn Sie nüchtern einnehmen müssen (z. B. im Krankenhaus), ist dies meist gut verträglich; etwaige Beschwerden bitte melden.

Interaktionen (Wechselwirkungen) – Was ist zu beachten?

Wechselwirkungspartner Beschreibung Empfehlung
Alkohol Erhöht das Risiko für Leberschäden und verstärkt Nebenwirkungen (Schwindel, Übelkeit). Vermeiden oder stark einschränken.
Antazida (Magnesium-/Aluminiumhaltig) Verschlechterte Aufnahme von Chloroquin. Mindestens 2 Std. Abstand.
Andere Antimalariamittel Verstärkte Nebenwirkungsgefahr (v.a. Augen, Herz). Nur nach Rücksprache kombinieren.
Bestimmte Antibiotika (z. B. Makrolide) Arrhythmiegefahr erhöht (QT-Verlängerung). Kardiologische Kontrolle nötig.
Johanniskraut Beschleunigt Abbau von Chloroquin. Nicht gemeinsam anwenden.
Ciclosporin Serumspiegel kann ansteigen → Nebeneffekte möglich. Serumspiegelkontrolle empfohlen.

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Status
Malaria (Prophylaxe & Therapie) Zugelassen (erste Wahl nur, wo geringe Resistenzen vorliegen)
Lupus erythematodes Zugelassen
Rheumatoide Arthritis Zugelassen (meist als Reservemedikation)
Chronische kutane Porphyrien Off-Label, nach individueller Rücksprache
Virusinfektionen (z. B. COVID‑19) Nicht mehr empfohlen (gemäß EMA- und AGES-Beschluss)

Dosierung nach Indikation & Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Malaria Prophylaxe 1x wöchentlich 300 mg bis 400 mg 5 mg/kg 1x wöchentlich (max. 300 mg) wie Erwachsene, ggf. Dosisreduktion
Malaria Therapie (akut) Tag 1: 600 mg, nach 6–8 h 300 mg; Tag 2 u. 3: je 300 mg 10 mg/kg, dann 5 mg/kg nach 6 h, dann 5 mg/kg an Tag 2 und 3 Dosis wie Erwachsene, Überwachung!
Lupus erythematodes / Rheumatoide Arthritis 250–500 mg/Tag 5 mg/kg oder nach Rücksprache mit Facharzt Individuelle Dosisanpassung, engmaschige Kontrolle

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufigkeit Typische Nebenwirkungen Besondere Warnhinweise
Sehr häufig Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall Mahlzeitgerechte Einnahme empfohlen
Gelegentlich Hautausschlag, Kopfschmerzen, Juckreiz, Haarausfall Hautarzt konsultieren bei Anhalten der Beschwerden
Selten Sehstörungen, Netzhautschäden (Retinopathie), Herzrhythmusstörungen Regelmäßige augenärztliche Kontrolle, EKG bei Herzrisiko
Sehr selten Blutbildveränderungen, psychische Störungen, Krampfanfälle Ärztliche Überwachung zwingend

Empfehlungen zur sicheren Anwendung

  1. Immer gemäß ärztlicher Verschreibung anwenden.
  2. Keine eigenständige Dosisentscheidung oder Therapiedauerverlängerung!
  3. Regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt:
    • Augenuntersuchung: Mindestens 1x pro Jahr
    • Blutbild, Leber- und Nierenwerte: Turnusgemäß
  4. Symptome wie Sehstörungen oder dunkler Urin bitte sofort melden.
  5. Arzneimittel außerhalb der Reichweite von Kindern und vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.
  6. Reiseimpfberatung durch Tropeninstitut vor Langzeitreisen erwägen.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (kostenmäßig berücksichtigt, Erstattungen der österreichischen Kasse/n)

  • Für Malaria:
    • Mefloquin (Lariam®): Gute Wirksamkeit, jedoch mehr psychiatrische Nebenwirkungen; nach Verschreibung, teils erstattungsfähig je Infektionsgebiet.
    • Atovaquon/Proguanil (Malarone®): Höhere Kosten, besseres Sicherheitsprofil, gute Erstattung durch die Sozialversicherung (SV).
    • Doxycyclin: Günstig, für Erwachsene praktikabel, aber nicht für Schwangere/Kinder geeignet.
  • Für Lupus/Rheuma:
    • Hydroxychloroquin (Quensyl®, generisch): Bevorzugt eingesetzt, bessere Verträglichkeit; von der SV erstattungsfähig.
    • Synthetische DMARDs (Methotrexat, Leflunomid): In Österreich etablierte Standardtherapie bei schwerem Verlauf, vollständig erstattungsfähig.
    • Biologika (z. B. Adalimumab): Für schwere Fälle, hohe Kosten, gute Erstattung nach Antrag.

Rechtlicher Rahmen und Kostenerstattung in Österreich

  • Zulassung: Zentrale europäische Zulassung durch EMA; zusätzliche Überwachung durch AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).
  • Verschreibungsstatus: Nur gegen Rezept erhältlich.
  • Erstattung: Teilweise im „Erstattungskodex“ der Sozialversicherung (SV) gelistet, nach Indikation und Bewilligung.
  • Abgabe: In Apotheken vor Ort sowie versandfähigen österreichischen Versandapotheken.

Neueste Forschung & klinische Empfehlung (2022–2025)

  • Für Malaria weiterhin relevante Option bei bekannten sensiblen Plasmodium-stämmen. Bei Resistenzen ist Atovaquon/Proguanil bevorzugt (siehe WHO, AGES, 2023).
  • Zur langfristigen Therapie beim systemischen Lupus erythematodes weiterhin etabliert (vgl. ÖGR-Leitlinie 2023).
  • Aktuelle Studien bestätigen keinen Vorteil für COVID-19; daher keine Therapieempfehlung (N Engl J Med, 2022; AGES-MedNox-Update 2024).
  • Neue Ansätze zur Kombinationstherapie in Erprobung, jedoch bislang keine Änderung der Anwendungsempfehlung laut Stand AGES, Juni 2024.

Verfügbarkeit, Verpackungsgrößen & Preis, Lieferzeiten in Österreich

Packungsgröße Tablettenanzahl Unverbindlicher Apothekenpreis (€) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Innsbruck
Klein 20 ca. 23,00 24 h 24-48 h 48 h
Mittel 50 ca. 52,00 24 h 24-48 h 48 h
Groß 100 ca. 89,00 24 h 24-48 h 48 h

Preise und Lieferzeiten orientieren sich an Durchschnittswerten (Apotheke/Versand). Für Sondergrößen oder Expressversand bitte direkt anfragen.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Aralen® (Chloroquin)

  1. Kann ich Aralen® dauerhaft einnehmen?
    Ja, sofern die Einnahme medizinisch begründet ist (z. B. Lupus, Rheuma). Wichtig sind regelmäßige Kontrollen (Augen, Blutbild), um seltene Spätfolgen früh zu erkennen.
  2. Muss ich während der Einnahme bestimmte Lebensmittel meiden?
    Nein, aber nehmen Sie die Tablette vorzugsweise mit leichter Kost ein. Alkohol sollte vermieden werden. Wechselwirkungen mit gängigen österreichischen Nahrungsmitteln sind kaum bekannt.
  3. Kann ich Aralen® im Urlaub weiternehmen?
    Ja. Sichern Sie eine ausreichende Menge vor Abreise. Bewahren Sie die Tabletten stets originalverpackt und lichtgeschützt auf. Lassen Sie sich für internationale Reisen ggf. ein ärztliches Attest ausstellen.
  4. Was muss ich bei anderen Medikamenten beachten?
    Prüfen Sie immer vorab mit Ärzt:in oder Apotheke mögliche Wechselwirkungen, besonders bei Herz- und Immunsuppressivatherapie.
  5. Welcher Unterschied besteht zwischen Chloroquin und Hydroxychloroquin?
    Hydroxychloroquin (Quensyl®) wirkt ähnlich, ist aber meist noch besser verträglich und wird bei Autoimmunerkrankungen bevorzugt verschrieben.

Für weitere Informationen stehen Ihnen Ihr:e Apotheker:in oder behandelnde:r Arzt/Ärztin gerne zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill