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Efavirenz

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Efavirenz ist ein Medikament zur Behandlung von HIV-Infektionen. Es gehört zur Gruppe der antiretroviralen Arzneimittel und hilft, die Vermehrung des HI-Virus im Körper zu hemmen. Efavirenz wird meist in Kombination mit anderen HIV-Medikamenten eingenommen. Die regelmäßige Anwendung unterstützt das Immunsystem und trägt dazu bei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern. Bitte nehmen Sie Efavirenz immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein.

Efavirenz: Umfassende Informationen für Patienten in Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN)Efavirenz
Österreichische HandelsnamenSustiva®, Stocrin®
ATC-CodeJ05AG03
Verfügbare Darreichungsformen und StärkenFilmtabletten (200 mg, 600 mg), Kapseln (50 mg, 100 mg, 200 mg)
Zulassungsinhaber / Hersteller (AT)Merck Sharp & Dohme GmbH, Mylan, Hexal GmbH
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (Apothekenpflicht gemäß § 1 AMG)

Wirkmechanismus

Für Patienten erklärt: Efavirenz gehört zur Gruppe der sogenannten „nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren“ (NNRTIs). Das Medikament stoppt die Vermehrung des HIV-Virus, indem es ein für das Virus lebensnotwendiges Enzym (Reverse Transkriptase) blockiert. Dadurch kann sich das Virus nicht weiter ausbreiten, und das Fortschreiten der HIV-Infektion wird gebremst.
Für Fachkreise: Efavirenz bindet allosterisch an die Reverse Transkriptase des HIV-1 und inhibiert enzymatische Aktivität, indem es Konformationsänderungen verursacht. Es wirkt spezifisch gegen HIV-1, während HIV-2 eine geringere Empfindlichkeit zeigt. Efavirenz hat keine Aktivität gegen zelluläre DNA-Polymerasen α, β, γ und δ.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasche Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt (Bioverfügbarkeit ca. 40-45%).
  • Metabolisierung: Vor allem in der Leber (CYP2B6 und CYP3A4).
  • Elimination: Hauptsächlich über Urin und Stuhl.
  • Halbwertszeit: Ca. 40–55 Stunden; daher genügt eine Einzeldosis täglich.
  • Wirkdauer: Wirkt kontinuierlich bei täglicher Einnahme.

Anwendung im Alltag: Einnahme, Dosierung und bewährte Vorgehensweisen

  • Standarddosierung Erwachsene: 600 mg einmal täglich, häufig abends vor dem Schlafengehen.
  • Kinderdosierung: Anpassung nach Körpergewicht, üblicherweise 14–19 mg/kg täglich (max. 600 mg).
  • Anwendung: Tabletten ohne Zerkauen mit etwas Wasser einnehmen.
  • Dauer: Langfristige Einnahme ist erforderlich – HIV-Therapie ist meist lebenslang.
  • Typische Begleittherapie: Kombination mit weiteren antiretroviralen Arzneimitteln (z.B. Emtricitabin, Tenofovir).

Dosierung: Morgens oder abends? Vorteile, Nachteile und Tipps

  • Abendliche Einnahme: Wird bevorzugt, weil zentralnervöse Nebenwirkungen (Schwindel, Schlafstörungen) insbesondere nachts weniger belasten.
  • Morgendliche Einnahme: Kann erwogen werden, wenn der Patient abends starke Nebenwirkungen erfährt.
  • Regelmäßigkeit: Die tägliche Einnahme zur gleichen Uhrzeit erhöht die Wirksamkeit und verringert das Risiko der Virusresistenz.
  • Tipp: Einnahmeerinnerungen (z. B. App oder Wecker) eignen sich zur Verbesserung der Therapietreue.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit? Hinweise zur Nahrungsaufnahme in Österreich

  • Empfohlen: Einnahme auf nüchternen Magen – mindestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit und 1 Stunde vor der nächsten Mahlzeit.
  • Hintergrund: Fettreiche Nahrung erhöht die Efavirenz-Blutspiegel und dadurch das Risiko für Nebenwirkungen (z. B. Schwindel, Psychosen).
  • Praktische Tipps: Abendliche Einnahme nach dem Abendessen mit etwas Abstand. Beliebte österreichische Speisen wie Gulasch, Käseplatte oder Schnitzel enthalten oft viel Fett – daher möglichst Abstand zur Tabletteneinnahme halten.

Warnhinweise zu Interaktionen

Interagierender StoffArt der WechselwirkungEmpfohlene Maßnahme
AlkoholVerstärkung zentralnervöser NebenwirkungenReduzierter oder kein Alkoholkonsum
JohanniskrautVerminderte Wirksamkeit von EfavirenzVermeiden
Warfarin, Rifampicin, AntiepileptikaBeeinflussung des Efavirenz-SpiegelsDosisanpassungen durch Arzt erforderlich
Orale KontrazeptivaAbgeschwächte WirkungZusätzliche Verhütungsmethoden verwenden
Antazida mit Magnesium/AluminiumEventuell verminderte AufnahmeMindestens 2 Stunden Abstand einhalten

Indikationen gemäß österreichischer Zulassung und Off-Label-Anwendung

IndikationOffiziell zugelassenOff-Label
Kombinationstherapie der HIV-1-Infektion
Postexpositionsprophylaxe (PEP), als Teil einer Kombination

Dosierung nach klinischer Indikation

PatientengruppeEmpfohlene Tagesdosis
Erwachsene & Jugendliche (ab 40 kg)600 mg 1× täglich
Kinder (3–<18 Jahre, <40 kg)14–19 mg/kg, max. 600 mg 1× täglich
Ältere PatientenWie Erwachsene, ggf. sorgfältige Überwachung bei Leberfunktionsstörung
LeberinsuffizienzVorsicht, Dosisanpassung nach Laborwerten

Sicherheitsprofil: Nebenwirkungen und Warnhinweise

HäufigkeitBeispiele
Sehr häufig (≥10%)Schwindel, Schlafstörungen, Albträume, Konzentrationsstörungen, Ausschlag
Häufig (1–10%)Müdigkeit, Kopfschmerzen, Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Übelkeit
Gelegentlich (0,1–1%)Leberfunktionsstörungen, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Halluzinationen
Selten (<0,1%)Psychosen, schwere Allergien, Pankreatitis
Warnhinweise
  • Nie ohne ärztliche Rücksprache absetzen
  • Suizidrisiko erhöht, insbesondere bei vorhandener psychiatrischer Erkrankung – sofort ärztlichen Kontakt bei auffälligen Gedanken
  • Leberwerte und Haut regelmäßig kontrollieren lassen

Hinweise zur richtigen Anwendung

  • Tabletten unzerkaut und mit einem Glas Wasser einnehmen
  • Regelmäßige Einnahme ist entscheidend für Therapieerfolg: Nicht mehr als 12 Stunden nach geplantem Zeitpunkt nachholen!
  • Nie eigenmächtig die Dosierung ändern
  • Verpasste Dosis möglichst bald nachholen, falls der nächste Einnahmezeitpunkt nicht unmittelbar bevorsteht
  • Sicherstellen, dass stets ausreichend Vorrat vorhanden ist (z. B. in Urlaubsdestinationen)
  • Bei akuten Nebenwirkungen direkten Kontakt zu behandelndem Arzt oder Apothekenteam
  • Für Schwangere: Efavirenz darf im 1. Trimenon der Schwangerschaft nur nach strenger ärztlicher Prüfung angewendet werden

Alternativen – Vergleichstherapien, Erstattungsfähigkeit

In Österreich von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) erstattete Alternativen sind:
  • Nevirapin (NNRTI, ähnlich wirksam, aber anderes Nebenwirkungsprofil)
  • Rilpivirin (NNRTI der neueren Generation, weniger psychiatrische Nebenwirkungen)
  • Integrase-Inhibitoren (wie Dolutegravir oder Bictegravir – oft besser verträglich und erste Wahl in aktuellen Leitlinien)
WirkstoffVorteileNachteile
EfavirenzBewährte, langjährige Erfahrung; günstiger PreisPsychiatrische NW, Wirkverlust bei Resistenzen
RilpivirinWeniger zentrale NebenwirkungenNur für Patienten mit niedriger Viruslast geeignet
DolutegravirSehr hohe Wirksamkeit, wenige NWTeurer, mögliche Wechselwirkungen
NevirapinAlternative bei UnverträglichkeitHöheres Risiko für Leberschäden

Rechtlicher Status, Zulassung und Kosten in Österreich

  • Zulassung: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), CE-zertifiziert
  • Erstattung: Von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) als Sachleistung erstattungsfähig
  • Verschreibung: Streng rezeptpflichtig nach §1ff. AMG; Verschreibung nur durch Ärzt/innen mit HIV-Therapieerfahrung
  • Abgabe in der Apotheke: Persönliche Übergabe nach Vorlage eines ärztlichen Rezepts
  • Herstellerpreis: Variiert je nach Anbieter; Sandoz und Hexal bieten Generika von Efavirenz an

Aktuelle Studien & klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Die aktuellen Leitlinien der Deutschen und Österreichischen AIDS-Gesellschaft (DAIG/ÖAG) empfehlen Efavirenz als Alternative, nicht als Erstlinienpräparat, besonders aufgrund des Nebenwirkungsprofils.
  • Neue Studien (CROI 2023, Lancet HIV 2022) zeigen vergleichbare Resistenzraten mit Integrase-Inhibitoren, aber mehr zentrale Nebenwirkungen unter Efavirenz. (S. Günthard et al., DAIG-Leitlinie HIV 2023)
  • Für Schwangere wird der Einsatz von Efavirenz im 1. Trimenon weiterhin kritisch diskutiert. (Krause et al., Geburtshilfe Frauenheilkd. 2022)

Verfügbarkeit und Lieferdetails

PaketgrößeStückApothekenpreis (ca.)
200 mg30 Tablettenca. € 90 (Erstattung möglich)
600 mg30 Tablettenca. € 190 (Erstattung möglich)

Lieferzeiten (Stand 2024):

StadtVerfügbarkeit in Apotheken
WienMeist lagernd; Express-Lieferung innerhalb 3 Stunden
Graz, Linz, SalzburgStandardlieferung 1 Werktag
Innsbruck, KlagenfurtBis zu 2 Werktage
Ländlicher RaumBis zu 3 Werktage, abhängig vom Großhandel

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  • Wie lange muss ich Efavirenz einnehmen?
    In der Regel lebenslang. Ein Absetzen oder Unterbrechen darf nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen, da sonst Resistenzen entstehen können.
  • Was mache ich, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
    Holen Sie die vergessene Dosis nach, sobald Sie sich erinnern, aber niemals zwei Dosen gleichzeitig. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt kurz bevor, lassen Sie die vergessene Dosis aus.
  • Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?
    Am Anfang erleben viele Patienten leichte Nebenwirkungen wie Schlafstörungen oder Schwindel. Diese klingen oft innerhalb weniger Wochen ab. Bei schweren oder anhaltenden Beschwerden informieren Sie bitte Ihren Arzt.
  • Kann Efavirenz mit anderen Medikamenten eingenommen werden?
    Nicht immer. Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker über alle Medikamente, die Sie einnehmen, auch pflanzliche Präparate wie Johanniskraut.
  • Ist Efavirenz während der Schwangerschaft sicher?
    Im 1. Trimenon nur nach strenger Indikationsstellung; im weiteren Verlauf ggf. möglich – bitte unbedingt Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem Arzt halten.

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei Ihrem HIV-Behandler, in österreichischen spezialisierten HIV-Ambulanzen oder direkt in Ihrer Apotheke.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg, 600mg

Paket: No selection

10 pill, 20 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill