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Aciclovir

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Aciclovir ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Virusinfektionen, wie zum Beispiel Herpes simplex (Fieberblasen) und Gürtelrose. Es hilft, die Vermehrung der Viren zu stoppen und die Beschwerden zu lindern. Aciclovir kann als Tabletten, Creme oder Infusion angewendet werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet über die passende Form und Dosierung. Bitte nehmen Sie Aciclovir immer genau nach Anweisung ein.

Aciclovir: Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Aciclovir
Markennamen (Österreich) Zovirax®, Acic®, Generika verschiedener Anbieter
ATC-Code J05AB01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (200 mg, 400 mg, 800 mg), Creme (5 %), Suspension, Infusionslösung
Hersteller (AT) GlaxoSmithKline, Ratiopharm, Sandoz GmbH, Teva u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz

Wirkmechanismus

Aciclovir ist ein antivirales Medikament. Es hemmt selektiv die Vermehrung von Herpes-simplex- und Varizella-zoster-Viren. Es wird durch virale Enzyme in seine aktive Form (Aciclovir-Triphosphat) umgewandelt und blockiert in infizierten Zellen die virale DNA-Polymerase, was zur Hemmung der Virusreproduktion führt.

  • Laienverständnis: Aciclovir stoppt das Wachstum bestimmter Viren, indem es ihre „Bauanleitung“ blockiert.
  • Für Fachpersonal: Selektive Phosphorylierung durch virale Thymidinkinase, anschließende Integration in die virale DNA, wodurch die Kettenverlängerung beendet wird.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Oral: Bioverfügbarkeit ca. 15–30 %. Topisch: lokale Wirkung, geringe systemische Aufnahme.
  • Verteilung: Gute Gewebepenetration, auch ZNS-gängig.
  • Metabolismus: Gering (<10 %), Hauptausscheidung renal, als unverändertes Aciclovir.
  • Eliminationshalbwertszeit: durchschnittlich 2–3 Stunden (verlängert bei Niereninsuffizienz).
  • Dauer der Wirkung: Abhängig von Dosierung und Indikation, meist 5–10 Tage Therapiedauer.

Anwendung im Alltag & bewährte Praktiken

Aciclovir sollte so früh wie möglich nach ersten Symptomen eingenommen oder aufgetragen werden. Die Arzneiform (Tablette, Creme) richtet sich nach dem Krankheitsbild. Nach Tabletteneinnahme ist auf gute Flüssigkeitszufuhr zu achten. Bei Lippenherpes empfiehlt sich rasches Auftragen der Creme. Wichtig: Therapie nicht eigenmächtig vorzeitig beenden.

  • Typische Dosierungen für Erwachsene:
    • Lippenherpes: 5 x täglich 200 mg Tabletten oder 5 x täglich Creme für 5–10 Tage
    • Gürtelrose: 5 x täglich 800 mg Tabletten für 7–10 Tage
  • Kinder: Dosis abhängig vom Körpergewicht und der Indikation, bitte ärztliche Vorgaben beachten.
  • Ältere Patient:innen: Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion nötig. Regelmäßige ärztliche Kontrolle empfohlen.

Morgens vs. abends – Wann ist der beste Einnahmezeitpunkt?

  • Morgens: Vorteil bei Therapiebeginn infolge stabiler Tagesroutinen. Hilft, den Einnahmeplan konsequent einzuhalten.
  • Abends: Eher bei nächtlichen Symptomen sinnvoll.
  • Tipp: Wichtig ist die gleichmäßige Verteilung über den Tag (z. B. alle 4 Stunden für Tabletten). Ein Dosierungsplan hilft, Einnahmelücken zu vermeiden. Wecker oder Smartphone-Alarm kann unterstützen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Mit Nahrung: Magenverträglichkeit kann verbessert werden, insbesondere bei empfindlichem Magen.
  • Auf leeren Magen: Wird rascher aufgenommen, aber nicht zwingend erforderlich. Kein signifikanter Einfluss der üblichen österreichischen Ernährungsweise bekannt.
  • Empfehlung: So, wie es am besten vertragen wird. Viel trinken nicht vergessen!

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Interaktionspartner Möglicher Effekt Empfehlung
Probenecid Verlangsamte Aciclovir-Ausscheidung Klinisch meist unbedeutend, ggf. Dosisanpassung prüfen
Andere nephrotoxische Arzneimittel (z. B. Ciclosporin) Erhöhtes Risiko für Nierenschäden Nierenfunktion kontrollieren, ärztliche Rücksprache
Mycophenolat-Mofetil Wechselwirkungen auf Plasmaspiegel In der Regel keine Anpassung nötig, Überwachung empfehlenswert
Alkohol Keine direkte Interaktion, aber Belastung für das Immunsystem Maßvoll genießen, bei Nebenwirkungen meiden
Lebensmittel Keine relevanten Effekte Kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden

Indikationen (zulässig & Off-Label)

Indikation Offizielle Zulassung Off-Label
Herpes labialis (Lippenherpes) Ja -
Herpes genitalis Ja Prophylaxe insbesondere bei häufigen Rezidiven
Gürtelrose (Herpes zoster) Ja -
Windpocken (Varizella zoster) bei Risikogruppen Ja -
HSV-Enzephalitis Ja (Infusionslösung) -
Prophylaxe bei Immunsuppression Ja Besp. Dosierung/Schemata

Dosierung je nach Anwendungsgebiet

Klinische Indikation Erwachsene Kinder Ältere / Niereninsuffizienz
Herpes labialis 5× tgl. 200 mg p.o., 5–10 Tage
oder Creme 5× tgl.
entsprechend Körpergewicht, s. Fachinfo Dosisanpassung ggf. nötig
Herpes genitalis 5× tgl. 200–400 mg, 5–10 Tage oder prophylaktisch 2× tgl. 400 mg nach Anweisung, meist halbierte Erwachsenendosis Dosisreduktion bei eingeschränkter Nierenfunktion
Herpes zoster (Gürtelrose) 5× tgl. 800 mg, 7–10 Tage nur in Ausnahmefällen, Dosierung s. Fachinfo Dosisreduktion, engmaschig überwachen
Windpocken (Varizellen) bei Risikopersonen 5× tgl. 800 mg, 5 Tage entsprechend Gewicht, 4x/Tag 20 mg/kg, max. 800 mg/Einzeldosis Dosisreduktion

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/häufig (>1/10 und >1/100): Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Hautreaktionen (z. B. Juckreiz, Rötung nach Creme), lokale Reizung bei Infusionen.
  • Gelegentlich/selten (<1/1000): Nierenfunktionsstörung, neurologische Symptome (Verwirrtheit, Krämpfe, Schläfrigkeit), allergische Reaktionen, Haarausfall.
  • Warnhinweise: Rasch ärztliche Hilfe suchen bei allergischen Symptomen (Gesichtsschwellung, Atemnot), langanhaltende Beschwerden oder Blut im Urin.

Leitfaden für die richtige Anwendung (praktische Tipps für Österreich)

  • Therapiebeginn möglichst frühzeitig nach Auftreten erster Symptome.
  • Dauer und Dosierung wie ärztlich verordnet und vollständig abschließen – v. a. bei schweren Infektionen!
  • Genügend Flüssigkeit trinken, besonders bei Tablettentherapie (Nierenschutz!).
  • Händehygiene vor und nach dem Auftragen der Creme.
  • Keine Selbstbehandlung bei schwerem Verlauf, immungeschwächten Patient:innen oder Kindern ohne Rücksprache.
  • Bei Unsicherheit über Wechselwirkungen oder Symptome: Apotheken- oder ärztliche Beratung einholen.

Alternative Therapien (Vergleich, Erstattung, Vorteile/Nachteile)

  • Valaciclovir (prodrug, bessere orale Bioverfügbarkeit, 2x täglich; kostenintensiver)
  • Famciclovir (ähnliches Wirkspektrum, seltenere Einnahme; Kosten & Erstattungsstatus prüfen)
  • Topische Therapien (z. B. Penciclovir-Creme; nur bei milden/fokalen Erscheinungen geeignet)
  • Hausmittel sind oft wirkungslos und werden nicht empfohlen!
  • Erstattung durch OeGK: Aciclovir und Valaciclovir bei entsprechender Indikation, Famciclovir eingeschränkt.
Arzneistoff Vorteile Nachteile
Aciclovir Gut erprobt, kostengünstig, verschiedene Applikationsformen Häufigere Anwendungstermine
Valaciclovir Seltener erforderlich (2x täglich), bessere Aufnahme Höhere Kosten
Famciclovir Schnell wirksam, oft nur 2–3x täglich nötige Einnahme Kostspieliger, eingeschränkt erstattungsfähig

Rechtlicher, Zulassungs- & Erstattungsstatus in Österreich

  • Zulassung: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG, Österreich) überwacht alle Marktzulassungen.
  • Verschreibungspflicht: Rezeptpflichtig gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz.
  • Kosten/Erstattung: Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die OeGK (Österreichische Gesundheitskasse), BVAEB, SVS nach gültiger EKO. Generika bevorzugt. Tarif je nach Packungsgröße/Kasse.

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (2023) und die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie empfehlen weiterhin Aciclovir als Standard bei Herpes-simplex-Infektionen.
  • Ein Cochrane-Review (2022) bestätigt die Wirksamkeit und Sicherheit in der Akutbehandlung von Herpes-simplex–und Varizella-zoster-Infektionen.
  • Für COVID-19-assoziierte virale Reaktivierungen gelten besondere Protokolle; Aciclovir bleibt hier Mittel der Wahl.
  • Quelle: S2k-Leitlinie "Antivirale Therapie der Virusinfektionen" (AWMF-Register-Nr. 017-032, Stand 2023).

Verfügbarkeit & Lieferung

  • Packungsgrößen: Tabletten: 25er, 35er, 50er, 70er, 100er. Creme: 2 g, 5 g, 10 g. Suspension/Infusion nach Bedarf.
  • Apothekenpreis: Ab ca. 11 € für 25 Tabletten (Stand: Mai 2024, abhängig von Präparat/Apotheke/Region).
Stadt/Region Lieferzeit bei Online-Apotheken* Kombinierbare Packungen
Wien 24–48 Stunden 25, 50, 100 Tabletten, 5 g Creme
Graz 1–2 Werktage 35, 70 Tabletten, 10 g Creme
Innsbruck 1–3 Werktage 50, 100 Tabletten, 5 g, 10 g Creme
Linz, Salzburg, Klagenfurt 1–2 Werktage 25–70 Tabletten, 5/10 g Creme

*Abhängig von Verfügbarkeit, ggf. Expresslieferung mit Aufpreis.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Kann ich Aciclovir ohne Rezept kaufen?
    Nein, Aciclovir ist in ganz Österreich ausschließlich rezeptpflichtig erhältlich. Eine ärztliche Verordnung ist stets erforderlich.
  2. Darf ich die Behandlung nach Besserung der Symptome abbrechen?
    Es wird empfohlen, die Therapie wie verordnet vollständig durchzuführen, um einen Rückfall oder Resistenzbildung zu vermeiden.
  3. Kann ich während der Anwendung von Aciclovir Alkohol trinken?
    Moderate Mengen stellen grundsätzlich kein Problem dar, bei Nebenwirkungen sollte jedoch auf Alkohol verzichtet werden, da dieser das Immunsystem zusätzlich belasten kann.
  4. Hilft Aciclovir bei allen Arten von Viren?
    Nein, Aciclovir ist spezifisch für Herpesviren (Herpes simplex 1/2, Varizella-zoster). Gegen Grippe, Rhinoviren oder Coronaviren ist es wirkungslos.
  5. Beeinflusst Aciclovir die Empfängnisverhütung?
    Nein, es sind keine Wechselwirkungen mit hormonellen Verhütungsmethoden bekannt.

Für weiterführende Fragen oder bei Unsicherheiten kontaktieren Sie bitte Ihre Apotheke oder Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg, 400mg, 800mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill