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Lamisil (Terbinafine)

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Lamisil (Terbinafin) ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut, Haare und Nägel. Es wirkt, indem es das Wachstum der Pilze stoppt. Lamisil ist als Tabletten und Creme erhältlich. Die Behandlung kann mehrere Wochen dauern, je nach Art der Infektion. Bitte wenden Sie Lamisil nur wie vom Arzt oder Apotheker empfohlen an und informieren Sie diesen über andere Medikamente oder Vorerkrankungen.

Lamisil® (Terbinafin) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Terbinafin
Handelsnamen in Österreich Lamisil®, Terbinafin Generika
ATC-Code D01BA02
Verfügbare Darreichungsformen Tabletten (250 mg), Creme (1 %), Spray (1 %), Gel (1 %)
Hersteller in Österreich Novartis, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Tabletten: Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig)
Cremes/Sprays: Apothekenpflichtig, nicht rezeptpflichtig

Wirkmechanismus von Terbinafin

Für Laien: Terbinafin wirkt gezielt gegen Pilze, indem es deren Zellwände schädigt, sodass die Pilze absterben und sich nicht weiter ausbreiten können. Das hilft besonders bei Pilzinfektionen der Haut, Nägel oder Kopfhaut.

Für Fachkreise: Terbinafin hemmt selektiv die Squalenepoxidase in der Ergosterolbiosynthese, führt zu toxischer Squalenakkumulation und Defizit an Ergosterol in der Zellmembran. Wirkt fungizid gegen Dermatophyten, Schimmel und einige Hefen.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme werden ca. 70 % aufgenommen, die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 40 % (First-Pass-Effekt).
  • Verteilung: Gute Penetration in Haut, Nägel und Haare; Bindung an Plasmaproteine ca. 99 %.
  • Metabolisierung: In der Leber zu inaktiven Metaboliten, überwiegend durch CYP-Enzyme (CYP2C9, 1A2, 3A4, 2C8, 2C19).
  • Elimination: Hauptsächlich renal, teilweise fäkal. Elimination < 1 % unverändert.
  • Wirkdauer: Erhöhte Konzentration im Zielgewebe teils mehrere Wochen nach Therapieende.
  • Halbwertszeit: 17 - 36 Stunden (terminal), Akkumulation möglich bei längerer Anwendung.

Anwendung im Alltag und praktische Hinweise

  • Erwachsene (Nagelpilz, Hautpilz): 1 Tablette (250 mg) täglich, meist 2–6 Wochen (Haut), 6–12 Wochen (Nägel).
  • Kinder: Nur nach ärztlicher Rücksprache, Dosierung nach Körpergewicht.
  • Ältere Patienten: Keine generelle Dosisanpassung, aber bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion Vorsicht geboten.
  • Lokaltherapie: Creme, Gel oder Spray 1 bis 2-mal täglich auf die betroffenen Stellen auftragen, je nach Indikation 1–4 Wochen.

Es ist wichtig, die genaue Anwendungsdauer einzuhalten, auch wenn die Symptome bereits vor Behandlungsende verschwinden.

Morgens oder abends einnehmen?

Terbinafin kann morgens oder abends eingenommen werden. Wichtig ist die tägliche Regelmäßigkeit, um eine gleichmäßige Wirkstoffkonzentration im Körper zu sichern. Einige Patienten bevorzugen den Morgen, da gelegentliche Nebenwirkungen wie Übelkeit seltener stören. Bei Magenunverträglichkeit hilft die Einnahme nach einer Mahlzeit.

  • Vorteile morgens: Bessere Verträglichkeit, weniger Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten am Abend.
  • Vorteile abends: Günstig bei Tagesrhythmus oder Einnahme anderer Tabletten morgens.
  • Tipp: Immer ungefähr zur selben Zeit einnehmen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Terbinafin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Aufnahme wird durch Nahrung geringfügig erhöht. Wer einen empfindlichen Magen hat, kann das Arzneimittel zusammen mit einer Mahlzeit zu sich nehmen, um Übelkeit zu vermeiden.

In Österreich empfiehlt sich die Einnahme nach dem Frühstück oder Mittagessen, falls Sie traditionell warme Mahlzeiten bevorzugen. Im Falle von Magenbeschwerden, meiden Sie sehr fettreiche oder scharfe Speisen gleichzeitig mit Terbinafin.

Wechselwirkungen

Beteiligte Substanz oder Faktor Interaktion/Empfehlung
Alkohol Verstärkte Leberbelastung möglich – Alkohol während der Einnahme reduzieren/vermeiden.
Rifampicin (Antibiotikum) Kann Wirksamkeit von Terbinafin senken.
Cimetidin Kann Terbinafinwirkung erhöhen (Nebenwirkungen↑)
Antikonvulsiva, Antidepressiva, Betablocker Überwiegend bedenkenlos, aber individuelle Rücksprache nötig.
Johanniskraut (pflanzlich) Könnte Wirkung von Terbinafin beeinträchtigen
Andere Leber-belastende Medikamente Kombination möglichst vermeiden, Kontrolle der Leberwerte erforderlich
Milchprodukte, Kaffee, Schwarztee Keine relevanten Interaktionen

Indikationen

Indikation Zulassungsstatus in Österreich
Dermatophyteninfektionen der Haut (Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea pedis/„Fußpilz“) Zugelassen
Onychomykose (Nagelpilz) Zugelassen
Pityriasis versicolor Off-label, geringe Evidenz
Hefepilzinfektionen (z. B. Candida bei Intertrigo) Off-label

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder Ältere
Tinea pedis (Fußpilz) 250 mg/Tag, 2–6 Wochen 5–10 mg/kg, max. 250 mg/Tag, 2–6 Wochen Wie Erwachsene, evtl. Überwachung
Onychomykose 250 mg/Tag, 6–12 Wochen (Finger), bis 24 Wochen (Zehen) Nur nach Rücksprache, sehr seltene Indikation Wie Erwachsene
Lokaltherapie 1–2× täglich, 1–4 Wochen Wie Erwachsene, ggf. niedrigere Konzentration Wie Erwachsene

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispiele
Sehr häufig / Häufig Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen), Hautausschlag, Appetitlosigkeit, Geschmackveränderungen
Gelegentlich Leberfunktionsstörung, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen
Selten Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Blutbildveränderungen, Leberversagen
Warnhinweise Bei Gelbsucht, dunklem Urin, starker Müdigkeit: Therapie sofort beenden und Arzt informieren.
Regelmäßige Leberwertkontrolle bei Langzeiteinnahme empfohlen.

Richtige Anwendung – Apotheken- und Kliniktipps (Österreich)

  • Therapietreue: Einnahme/Anwendung nicht vorzeitig beenden, auch wenn Besserung eintritt.
  • Händehygiene: Nach dem Auftragen der Creme immer Hände waschen.
  • Fußpflege: Baumwollsocken tragen, Socken täglich wechseln (bei Fußpilz).
  • Körperpflege: Handtücher getrennt verwenden, Kleidung regelmäßig wechseln/bei 60°C waschen.
  • Leberwerte: Bei längerer Anwendung (> 4 Wochen) mindestens einmal ärztlich kontrollieren.
  • Sonnenexposition: Haut nach Lamisil-Creme-Gebrauch vor Sonne schützen.

Therapiealternativen (mit Erstattung durch die Österreichische Gesundheitskasse – ÖGK)

  • Itraconazol (z.B. Sempera®): Vergleichbare Wirkung auf Onychomykose oder tiefe Dermatophyteninfektionen. Vorteil: Breiteres Spektrum. Nachteil: Mehr Wechselwirkungen, möglicher Einfluss auf Herzrhythmus.
  • Fluconazol (z.B. Diflucan®): Alternativ bei Hefepilzen. Vorteil: Einmalwöchentliche Dosierung möglich. Nachteil: Weniger wirksam gegen Dermatophyten.
  • Topische Azole (Clotrimazol, Miconazol, Econazol): Gut für Hautinfektionen, oft ohne Rezept. Vorteil: Gute Verträglichkeit, lokal anwendbar. Nachteil: Meist längere Therapiedauer als mit Terbinafin.
  • Griseofulvin: Selten eingesetzt, in Österreich kaum noch genutzt (nur spez. Indikationen).

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Österreich (Stand 2024)

  • Zulassung: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) / AGES MEA.
  • Verschreibung: Tabletten nur auf Rezept von Ärzt:innen. Lokale Präparate (Cremes, Spray) apothekenpflichtig, ohne Rezept erhältlich.
  • Erstattung: Lamisil-Tabletten und Generika bei bestimmten Indikationen (z.B. Onychomykose, schwere Tinea) von der ÖGK erstattungsfähig (gelbe Box / E-Medikation).
  • Pharma-Preisbindung: Verbindliche Arzneimittelpreise (apothekenüblich).

Neueste Studien und Richtlinien (2022–2025)

  • Empfehlung S2K-Leitlinie Dermatophytosen (2023, Deutsche Dermatologische Gesellschaft): Terbinafin bleibt Mittel der Wahl für Onychomykose und Tinea-Befall (Einmalgabe täglich bevorzugt).
    Literatur: Abeck D, et al. Leitlinie Dermatophyteninfektionen, AWMF 013/082, 2023.
  • EURO Mycosis Study (2024): 80 % Heilungsraten bei Zehennagelpilz mit Terbinafin nach 12 Wochen, geringe Rückfallquote bei vollständigem Therapiezyklus.
  • Warnungen EMA/BASG: Leberschädigungen sehr selten, aber ernst; regelmäßige Laborkontrolle empfohlen (EMA-Ref: EMEA/H/A-33/1468).

Verfügbarkeit & Lieferung

Packungsgröße Anzahl Tabletten Cremes/Spray (g/ml) Apothekenpreis in AT 2024 (UVP) Lieferung Wien Lieferung Graz Lieferung Innsbruck
Klein 14 15/15 ab 32 € (Tab.), ab 11 € (Creme/Spray) 6–24 h 12–48 h 12–48 h
Mittel 28 30/30 ab 53 € (Tab.), ab 18 € (Creme/Spray) 6–24 h 12–48 h 12–48 h
Groß 56 60/60 ab 89 € (Tab.), ab 30 € (Creme/Spray) 6–24 h 12–48 h 12–48 h

Häufig gestellte Patientenfragen (FAQ)

  • Wie lange muss ich Lamisil nehmen?
    Die Einnahmedauer richtet sich nach Indikation: Bei Nagelpilz meist zwischen 6 und 12 (selten 24) Wochen, bei Hautinfektionen meist 2–6 Wochen. Bitte niemals vorzeitig abbrechen!
  • Was passiert, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Tablette so bald wie möglich nach. Ist es fast Zeit für die nächste Dosis, nehmen Sie nicht die doppelte Menge. Setzen Sie die Therapie im gewohnten Rhythmus fort.
  • Muss ich begleitend Leberwerte kontrollieren lassen?
    Vor allem bei längerfristiger Anwendung (>4 Wochen) oder bei Vorerkrankungen empfiehlt sich mindestens eine Kontrolle der Leberwerte beim Hausarzt/Ihrer Hausärztin.
  • Kann ich während der Behandlung Sport treiben und schwimmen?
    Ja, Bewegung ist möglich. Achten Sie bei Fußpilz jedoch darauf, im Schwimmbad Badeschlappen zu tragen und nach dem Sport die Füße gut zu trocknen, um eine Rückkehr der Infektion zu verhindern.
  • Darf ich Lamisil während der Schwangerschaft/Stillzeit anwenden?
    Lamisil sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden (Tabletten meist kontraindiziert, Cremes mit ärztlicher Beratung).

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg

Paket: No selection

10 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill