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Olumiant (Baricitinib)

€879.27

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Olumiant enthält den Wirkstoff Baricitinib und wird zur Behandlung von Erwachsenen mit bestimmten Entzündungs­erkrankungen wie rheumatoider Arthritis eingesetzt. Es hilft, Entzündungen und Schmerzen zu lindern, indem es bestimmte Enzyme im Körper hemmt. Die Anwendung erfolgt in Tablettenform und sollte immer nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Bei Fragen oder Unsicherheiten erläutert Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker gerne die richtige Anwendung und mögliche Nebenwirkungen.

Olumiant® (Baricitinib) – Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Arzneimittel

Wirkstoff (INN)Baricitinib
Handelsname in ÖsterreichOlumiant®
ATC-CodeL04AA37
Verfügbare Darreichungsformen & StärkenFilmtabletten zu 2 mg und 4 mg
HerstellerEli Lilly Nederland B.V., Österreichische Vertrieb: Eli Lilly Ges.m.b.H.
VerschreibungsstatusVerschreibungspflichtig (Rezeptpflicht, „Rx“)

Wirkmechanismus

Baricitinib ist ein selektiver Januskinase-(JAK)-Inhibitor: Es blockiert gezielt JAK1 und JAK2-Enzyme in Immunzellen. Dadurch werden Entzündungsprozesse abgeschwächt, indem die Signalübertragung von entzündungsfördernden Zytokinen unterbrochen wird.

  • Für Laien erklärt: Olumiant vermindert Entzündungen im Körper, indem es bestimmte Signalwege im Immunsystem „ausschaltet“.
  • Für Fachkreise: Als oral aktiver, reversibler JAK1/JAK2-Inhibitor unterbricht Baricitinib die Signaltransduktion inflammatorischer Zytokine (u.a. IL-6, IFN-γ), und hemmt so Entzündungsreaktionen bei autoimmunen und autoentzündlichen Erkrankungen.

Pharmakokinetik (Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung, Wirkdauer)

  • Resorption: Rasche Aufnahme nach oraler Einnahme. Maximale Plasmakonzentration nach ca. 1–2 Stunden.
  • Bioverfügbarkeit: Etwa 80–90 % der Dosis gelangen in den Blutkreislauf.
  • Metabolisierung: Gering (ca. 10 %) – Baricitinib wird hauptsächlich unverändert ausgeschieden.
  • Ausscheidung: Über die Nieren (ca. 75 % unverändert im Urin, 20 % aus dem Stuhl).
  • Halbwertszeit: Rund 12 Stunden. Regelmäßige Einnahme ist wichtig.

Alltag und Einnahme: Anwendungstipps & österreichische Besonderheiten

Typische Dosierung: Meist 4 mg 1x täglich als Tablette, je nach Indikation und Patient. Bei Nierenfunktionsstörung oder bestimmten Risikofaktoren kann die Dosis auf 2 mg täglich reduziert werden.
Einnahme:

  • Tablette im Ganzen mit Wasser schlucken
  • Jeden Tag zur selben Tageszeit einnehmen
  • Nicht zerbrechen oder kauen
Österreichische Besonderheiten: Es ist üblich, die Tablette morgens einzunehmen, sofern nicht anders verordnet. Begleitende Ernährung (z. B. klassisches Frühstück, Brötchen, Müsli) beeinflusst die Wirksamkeit kaum.

Einnahme: Morgens oder abends?

  • Morgens: Viele Patienten bevorzugen die morgendliche Einnahme, was Routine erleichtert und mögliche Nebenwirkungen (wie Müdigkeit) früher erfahrbar macht.
  • Abends: Für einzelne Patienten mit morgendlichen Magenproblemen oder Schläfrigkeit empfiehlt sich ggf. die abendliche Einnahme.
  • Tipp: Die regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit wirkt am zuverlässigsten!

Einnahme zu oder unabhängig von Mahlzeiten?

  • Baricitinib kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Nahrungsmittel (z. B. österreichische Kost wie Brot, Semmeln, Hülsenfrüchte) beeinflussen die Resorption praktisch nicht messbar.
  • Alkohol: Geringe Mengen gelten als unproblematisch, exzessiver Konsum wird nicht empfohlen.

Wechselwirkungen (Interaktionen)

InteraktionspartnerEmpfehlung/Wirkung
Starke CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol)Anstieg der Baricitinib-Spiegel möglich: Arztkontakt empfohlen
Probenecid (Gichtmittel)Vorsicht! Plasmaspiegel steigt; ggf. Dosisreduktion
Immunsuppressiva (z. B. Methotrexat, Ciclosporin)Immunsystem kann weiter geschwächt werden – engmaschige Kontrolle nötig
Lebendimpfstoffe (z. B. MMR, Polio oral)Keine gleichzeitige Anwendung!
Nahrungsmittel, AlkoholKeine relevanten Interaktionen bei normalem Verzehr

Indikationen in Österreich

IndikationZulassungsstatusHinweise
Rheumatoide Arthritis (RA), ErwachseneOffiziell zugelassen (EMA, BASG)Bei unzureichendem Ansprechen auf ≥1 DMARD
Atopische Dermatitis (Neurodermitis), ErwachseneOffiziell zugelassenAb mittlerer Ausprägung, nach Versagen anderer Therapien
Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), ErwachseneZugelassen seit 2023Bei schwerem Verlauf
COVID-19 (hospitalisierte Patienten mit Sauerstoffbedarf)Zulassung in SondersituationenIn Kombination mit Remdesivir (adjuvante Therapie)
Juvenile idiopathische Arthritis (JIA)Off-LabelNur in spezialisierten Zentren

Dosierung nach Indikation und Patientengruppen

IndikationErwachseneKinder/JugendlicheÄltere (>65 Jahre)
Rheumatoide Arthritis4 mg täglich; ggf. 2 mg bei Niereninsuffizienz/RisikoKeine ZulassungIn der Regel wie Erwachsene, aber engmaschige Kontrollen
Atopische Dermatitis4 mg täglich; ggf. Dosisanpassung ab 2 mgAb 12 Jahren: 4 mg/2 mg, je nach Körpergewicht/VerträglichkeitSiehe Erwachsene
Alopecia areata4 mg täglich für mind. 6 MonateKeine ZulassungNach individueller Einschätzung
COVID-194 mg täglich bis max. 14 TageOff-LabelDosisreduktion bei Nierenfunktionsstörung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen erhöhte Cholesterinwerte, Übelkeit, Kopfschmerzen, Infekte der oberen Atemwege und gelegentlich Herpes-zoster-Reaktivierung („Gürtelrose“).

KategorieHäufigkeitMögliche Reaktionen
Sehr häufig/ häufig>1:10/ >1:100Harnwegsinfekt, erhöhter Blutdruck, Blutfettveränderung, Kopfschmerzen
Gelegentlich>1:1.000Herpes Zoster, Thrombose, allergische Reaktionen
Selten<1:10.000schwere Infektionen (z.B. Tuberkulose), Malignome (sehr selten)
  • Warnhinweise: Vor Beginn sollte eine Infektionsabklärung (Tuberkulose, Hepatitis) erfolgen.
  • Blutbildkontrollen (Leukozyten, Thrombozyten, Leberwerte) in regelmäßigen Abständen empfohlen.
  • Bei Anzeichen von Fieber, anhaltender Atemnot oder blauen Flecken sofort ärztlich/pflegerisch Rücksprache halten.

Hinweise zur sicheren und richtigen Anwendung (Tipps von Apotheken und Kliniken in Österreich)

  • Tablette nicht teilen, kauen oder zerdrücken
  • Täglich zur gleichen Tageszeit einnehmen (Gewohnheitsbildung!)
  • Regelmäßige Blutabnahmen vereinbaren und Risikofaktoren mit dem Arzt besprechen
  • Lebendimpfungen während und kurz vor der Therapie vermeiden
  • Vor geplanten Operationen mit ärztlichem Personal Rücksprache halten
  • Schwangerschaft/Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

Alternative Therapieoptionen (mit Vergleich, Erstattung durch NFZ)

  • csDMARDs (z. B. Methotrexat, Leflunomid): Österreichweit Standard in der Erstlinientherapie von RA; breiterstattungspflichtig laut österr. Sozialversicherung, günstiger, jedoch langsam wirksam.
  • Biologika (z. B. Adalimumab, Etanercept, Tocilizumab): Hochwirksam, meist Injektionspräparate, Erstattung nach §8 EKO, oft weniger Infektionsrisiko, aber teurer.
  • Andere JAK-Inhibitoren (Tofacitinib, Upadacitinib): Orale Alternative, mit ähnlichem Nutzen- und Nebenwirkungsprofil.
  • Glukokortikoide: Nur zur Kurzzeittherapie empfohlen – bekannte Nebenwirkungen.

Rechtslage, Registrierung und Erstattungsstatus in Österreich

  • Zulassung: Österreichische Zulassung durch BASG und EMA – aktuelle Fachinformation stets konsultieren.
  • Rezeptpflicht: Abgabe im Rahmen einer ärztlichen Verordnung in Apotheken.
  • Erstattung: Aufnahme in den Erstattungskodex (EKO) für zugelassene Indikationen, aber Genehmigung durch die Krankenversicherung kann je nach Situation und Indikation erforderlich sein.

Aktuelle Studienlage und Leitlinien (2022–2025)

  • Die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie empfiehlt Baricitinib ab Versagen klassischer csDMARDs als orale Zweitlinientherapie für RA (Empfehlungsgrad 1b; Stand 2023).
  • Leitlinie DGIM und DGRh (2023): JAK-Inhibitoren werden allen Biologika gleichgestellt, aber bei älteren Patienten mit Risikofaktoren (z.B. kardiovaskuläre Erkrankung) zurückhaltende Anwendung.
  • Neue Zulassungsstudien 2022–2024 legen die Sicherheit in atopischer Dermatitis und Alopecia areata nahe, und bestätigen eine signifikante klinische Remission bei diesen Indikationen (Reich et al. JAMA Dermatol 2023).
  • COVID-19: Baricitinib wird laut international konsentierten Empfehlungen (WHO, Stand 2024) als Option für hospitalisierte, intensivpflichtige Patienten mit schwerem Verlauf geführt.

Verfügbarkeit und Lieferung

PackungsgrößeStärkePreis (indikativ, Stand 06/2024)Lieferzeit (Wien)Lieferzeit (Graz)Lieferzeit (Innsbruck)
28 Tabletten2 mgca. 1.120 €sofort bis 24 h24–48 h24–72 h
28 Tabletten4 mgca. 2.120 €sofort bis 24 h24–48 h24–72 h

Erhältlich in (Online-)Apotheken und Krankenhausapotheken. Lieferung nach Hause oder Abholung vor Ort. Für Preisanpassungen, Versicherungserstattung und aktuelle Verfügbarkeit kontaktieren Sie Ihre Apotheke.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie lange muss ich Olumiant einnehmen?
    Die Behandlung ist meist langfristig. Die Therapiedauer richtet sich nach Indikation und Ansprechrate. Eine eigenständige Beendigung ist nicht empfohlen.
  2. Darf ich unter Olumiant geimpft werden?
    Totimpfstoffe sind erlaubt und empfohlen. Lebendimpfstoffe sind während und bis 4 Wochen nach Therapieende zu vermeiden.
  3. Was mache ich bei einer vergessenen Tablette?
    Die vergessene Dosis so bald wie möglich nachholen, sofern nicht fast die nächste Einnahmezeit erreicht ist. Keine doppelte Dosis einnehmen.
  4. Darf ich Olumiant mit anderen Medikamenten kombinieren?
    Viele Begleitmedikamente sind möglich, aber Wechselwirkungen u.a. mit anderen Immunsuppressiva und bestimmten Gichtmitteln sind zu beachten. Fragen Sie Ihren Arzt/Apotheker.
  5. Wie merke ich Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten?
    Typisch sind Infektzeichen (Fieber, Halsschmerzen), Hautausschlag oder ungewöhnliche Müdigkeit. Bei Unklarheiten schnell Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal halten.

Diese Information ersetzt nicht das ärztliche Gespräch oder die Beratung durch Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker. Für individuelle Empfehlungen kontaktieren Sie Ihr Therapieteam!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

4mg

Paket: No selection

7 pill, 14 pill, 28 pill