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Dexone (Dexamethasone)

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Dexone enthält den Wirkstoff Dexamethason, ein Kortikosteroid, das Entzündungen im Körper hemmt. Es wird zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Allergien, Asthma, rheumatische Beschwerden oder Hauterkrankungen eingesetzt. Dexone sollte nur nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Bitte halten Sie sich genau an die Dosierung und wenden Sie sich bei Fragen oder Nebenwirkungen an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Dexone (Dexamethason): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Internationaler Freiname (INN) Dexamethason
Handelsnamen in Österreich Dexone, Fortecortin, Dexamethason Ebewe, Dexamethason-ratiopharm u. a.
ATC-Code H02AB02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (0,5 mg, 2 mg, 4 mg, 8 mg), Injektions-/Infusionslösungen, Augentropfen, Suspension
Hersteller Bristol Myers Squibb, Ebewe Pharma, ratiopharm, Sandoz u. a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Apothekenpflichtig, §§ 130, 131 AMG)

Wirkmechanismus von Dexamethason

Einfach erklärt: Dexamethason ist ein sogenanntes Glukokortikoid, also ein synthetisches Cortisonpräparat. Es wirkt entzündungshemmend, immunsuppressiv und abschwellend, indem es die Überreaktion des Immunsystems bei verschiedensten Erkrankungen hemmt und Schwellungen oder Schmerzen vermindert.

Für Spezialisten: Dexamethason bindet an intrazelluläre Glukokortikoid-Rezeptoren, moduliert die Transkription antientzündlicher und immunsuppressiver Gene über das GRE (glucocorticoid response element), hemmt die Expression von Prostaglandinen, Interleukinen und TNF-α. Es stabilisiert außerdem die Lysosomenmembran und verringert die Migration von Leukozyten.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme rasch und nahezu vollständig aus dem Darm aufgenommen.
  • Maximale Plasmaspiegel: 1–2 Stunden nach Einnahme.
  • Plasmaproteinbindung: 70–80 % (hauptsächlich an Albumin)
  • Metabolismus: Leber (CYP3A4)
  • Elimination: Über Niere (Urinausscheidung als inaktive Metaboliten); geringe Mengen unverändert.
  • Wirkdauer: 24–72 Stunden; biologische Halbwertszeit: 36–54 Stunden.

Anwendung im Alltag & Best-Practice-Tipps (Deutschland/Österreich-Kontext)

  • Übliche Dosierung: Individuell nach Indikation: Erwachsene meist 0,5–10 mg/Tag, Initialdosen bis 40 mg möglich. Langsame Dosisreduktion zur Vermeidung von Nebenwirkungen oder Entzugssymptomen im Langzeitgebrauch.
  • Wichtige Hinweise: Morgens einnehmen (chronobiologische Anpassung), Tablette unzerkaut mit ausreichend Wasser. Im Krankenhaus ggf. intravenös unter ärztlicher Kontrolle.
  • Typische Behandlungsdauer: Kurzfristig (akute Schübe) bis langfristig (chronisch-entzündliche Erkrankungen, Dosistitration beachten).
  • Langzeitbehandlung: Regelmäßige Blutdruck-, Blutzucker-, Knochen- und Augen-Kontrollen; Vitamin-D- und Kalziumreiche, ausgewogene Ernährung (z. B. Milchprodukte, grünes Gemüse).

Einnahme: Morgens vs. Abends

  • Morgens: Besser verträglich, weniger Störung der körpereigenen Cortisolausschüttung, geringeres Risiko für Schlafstörungen.
  • Abends: Kann nötig sein bei bestimmten Erkrankungen oder Dosierschemata, aber häufiger Nebenwirkungen wie Insomnie und Unruhe.
  • Tipp: Patientenspezifische Anpassung durch Arzt möglich – jedoch konsequent feste Einnahmezeit täglich beibehalten!

Einnahme zu/nach den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Die Einnahme sollte idealerweise mit oder nach einer Mahlzeit erfolgen, um Magenreizungen zu vermeiden. Besonders bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach dem Frühstück oder Mittagessen.
  • Österreichische Essgewohnheiten: Integrieren Sie die Einnahme einfach z. B. ins Frühstück oder Mittagessen – mit Vollkornbrot, Joghurt, Salat oder Obst, um den Magen zu schützen.

Wichtige Wechselwirkungen

InteraktionspartnerBeispielsubstanzenBedeutung
Lebensmittel Alkohol, Grapefruitsaft Kann Nebenwirkungen (Magen, Leber) verstärken
Arzneimittel Antikoagulanzien, NSAR, Insulin, Diuretika, Antidepressiva, Antiepileptika, HIV-Präparate Wechselwirkungen möglich (z. B. Blutungsrisiko, Hyperglykämie, Wirkverluste)
Impfstoffe Lebendimpfstoffe Infektionsrisiko erhöht – Impfung ggf. verschieben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Zulassung (offiziell)Off-Label/Erweiterter Gebrauch
  • Allergische Erkrankungen (Asthma, schwere allergische Reaktionen)
  • Akute und chronische Entzündungen (Rheuma, Kollagenosen, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Ödeme (z. B. Hirnödem bei Tumor)
  • Hormonelle Ersatztherapie bei NNR-Insuffizienz
  • Schwere Hautkrankheiten
  • Onkologie (begleitend bei Chemotherapie, Antiemese)
  • COVID-19-bezogene Hospitalisationen (schwere Verläufe, Stand 2024)
  • Multiple Sklerose Schubtherapie
  • Krebs-bedingte Übelkeit (off-label-Dosierungen)
  • Vor einer Organtransplantation

Dosierung nach klinischen Indikationen

IndikationErwachseneKinderÄltere Patienten
Asthma bronchiale, schwer 6–16 mg/Tag, für mehrere Tage 0,1–0,2 mg/kg KG/Tag Mit Vorsicht niedrig dosieren, Kontrolle!
Rheumatische Erkrankungen 0,75–9 mg/Tag, je nach Schwere 0,02–0,1 mg/kg KG/Tag Ggf. Dosisanpassung, Osteoporoseprophylaxe bedenken
Hirnödem Initial 10–16 mg, dann 4 mg alle 6 h 0,1–0,4 mg/kg KG/Tag, nach Klinik Sorgfältige Überwachung notwendig
Antiemese (bei Chemotherapie) 8–32 mg/Tag, zeitlich begrenzt Off-label: nach Protokoll Strenge Indikationsstellung
COVID-19 schwer 6 mg/Tag i.v./oral, bis zu 10 Tage 0,15 mg/kg KG/Tag (max. 6 mg) Wie Erwachsene, individuelle Risikoabwägung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Durch die starke Wirkung können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, besonders bei längerer Anwendung oder hohen Dosen:

Sehr häufig/Häufig Gelegentlich Selten/Sehr selten Warnhinweise
  • Erhöhter Blutzucker/Diabetes
  • Osteoporose, Muskelschwäche
  • Wassereinlagerungen/Bluthochdruck
  • Gewichtszunahme, Appetitsteigerung
  • Stimmungsschwankungen (Euphorie/Depression)
  • Akne, Hautveränderungen
  • Verzögerte Wundheilung
  • Infektanfälligkeit
  • Augenerkrankungen (z. B. Katarakt, erhöhter Augendruck)
  • Menstruationsstörungen
  • Nebennierenrindeninsuffizienz nach abruptem Absetzen
  • Pankreatitis
  • Herzinsuffizienz
  • Psychosen
  • Nie abrupt absetzen!
  • Bei Fieber, Atemnot, Schmerzen: sofort ärztlichen Rat einholen.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen ratsam.

Richtige Anwendung: Tipps aus Apotheke und Arztpraxis für Österreich

  • Dexone immer nach ärztlicher Anweisung einnehmen – keine Selbstmedikation!
  • Nicht plötzlich absetzen, besonders bei Dauereinnahme (Stufenschema – ärztlich begleiten lassen).
  • Regelmäßig Knochengesundheit, Augeninnendruck und Blutzucker überprüfen lassen.
  • Grippeschutzimpfung erwägen (idealerweise vor Therapiebeginn, Totimpfstoffe bevorzugen).
  • Beim Auftreten von Infekten oder ungewöhnlichen Symptomen sofort an Arzt oder Apotheker wenden.
  • Reiseapotheke anpassen – Impfpass, Notfallkarte (Steroid-Ausweis) mitführen, insbesondere bei Fernreisen.

Therapeutische Alternativen (erstattungsfähig in Österreich/NFZ)

  • Prednisolon/Prednison: Geringere Glukokortikoid-Potenz, aber breites Anwendungsspektrum (z. B. Prednisolon Sandoz, Prednison Streuli). Vorteil: schnellere Eliminierung. Nachteil: häufiger Einnahme nötig.
  • Methylprednisolon: Verwandtes Präparat mit besonderem Einsatz z. B. in der Schubtherapie bei MS oder zur Stoßtherapie. Vergleichbare Nebenwirkungen.
  • Budesonid: Lokal wirksames Glukokortikoid, v. a. bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Asthma bronchiale.
  • Biologika: (Adalimumab, Infliximab, Tocilizumab) für bestimmte Autoimmun-/Entzündungserkrankungen, deutlich gezielter, aber teurer und parenteral verabreicht.

Kurzüberblick: Dexone eignet sich besonders, wenn eine starke, systemische Wirkung erforderlich ist. Lokale oder weniger potente Alternativen bevorzugen, falls möglich. Entscheidung immer individuell mit Arzt oder Ärztin!

Rechtlicher Status, Registrierung und Kostenerstattung (Österreich)

  • Dexone ist in Österreich durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) registriert und zugelassen.
  • Die Kosten werden je nach Indikation und Rezeptur von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) bzw. anderen Kassen erstattet, insbesondere bei chronischen Erkrankungen nach § 133 ASVG.
  • Rezeptpflichtig (Arztverordnung erforderlich), Abgabe nur durch öffentliche Apotheke vor Ort oder Versandapotheke gemäß österreichischem Apothekenrecht.
  • Arzneimittelregisternummer (PZN) finden Sie auf der Verpackung und in der E-Medikation.

Aktuelle Forschung und klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • COVID-19: S3-Leitlinie (AWMF 2022/2023, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie) empfiehlt Dexamethason bei hospitalisierten Patient:innen mit Sauerstoffbedarf.
  • Autoimmunerkrankungen: Neueste Arbeiten (EULAR/ÖGR 2024) betonen Nutzen und Risiken der Glukokortikoide, fordern jedoch strikte Dosisminimierung.
  • Onkologie: Dexamethason bleibt Goldstandard in der Antiemese bei bestimmten Chemotherapien. (Deutsche Krebsgesellschaft 2023/24)
  • Literaturhinweis: Empfehlungen, z. B. Onkopedia, Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie, EULAR – abrufbar unter www.rheumatologie.at.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Kosten in Österreich

PackungsgrößeTablettenzahl/FläschchenIndikativer Preis (EUR)*Zustellungszeit WienSalzburgGrazLinz
Dexone 0,5 mg tbl. 30 ca. 12,50 € 24 Std 48 Std 24–48 Std 48 Std
Dexamethason 4 mg tbl. 20 ca. 14,80 € 24 Std 36 Std 24–36 Std 36 Std
Fortecortin 4 mg/ml Injektionslösung 5 x 1 ml ca. 32,90 € 24 Std 36 Std 24–36 Std 36 Std

*Preise sind Richtwerte (Juni 2024), abhängig von regionalen Apothekenpreisen und Erstattung.

FAQ – Häufige Fragen zu Dexone (Dexamethason)

  1. Kann ich Dexone einfach absetzen, wenn ich mich besser fühle?
    Nein – ein plötzliches Absetzen kann zu schweren Komplikationen (z. B. Nebenniereninsuffizienz, Entzugssymptome) führen. Die Dosis muss immer schrittweise reduziert und ärztlich kontrolliert werden, besonders nach längerer oder hochdosierter Anwendung.
  2. Kann ich während der Dexone-Therapie Alkohol trinken?
    Alkohol sollte möglichst vermieden werden, da er das Risiko für Magenbeschwerden und Leberschäden sowie für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten erhöhen kann.
  3. Was mache ich, wenn ich die Einnahme einer Dosis vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie daran denken. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt jedoch nahe, lassen Sie die vergessene Dosis aus und führen Sie die Einnahme zum nächsten regulären Zeitpunkt fort. Niemals die doppelte Dosis einnehmen!
  4. Muss ich während/nach der Behandlung besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten?
    Ja, beispielweise erhöhte Infektgefahr, regelmäßige medizinische Kontrollen, Osteoporoseprophylaxe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausgewogene, kalziumreiche Ernährung (z. B. Milch, grünes Gemüse, Nüsse).
  5. Darf ich Dexone in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch Ihren behandelnden Arzt! Glukokortikoide dürfen in der Schwangerschaft ausschließlich bei klarer Indikation und niedrigster wirksamer Dosis verabreicht werden.

Für weitere Informationen oder eine individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke vor Ort oder den behandelnden Arzt. Aktuelle Informationen zu diesem Arzneimittel finden Sie außerdem auf der Webseite des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

0.5mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill