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Campral (Acamprosate)

€52.83

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Campral (Acamprosat) wird zur Unterstützung beim Alkoholentzug eingesetzt. Es hilft, das Verlangen nach Alkohol zu verringern und Rückfälle zu vermeiden. Campral wirkt im Gehirn und unterstützt die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts nach längerem Alkoholkonsum. Das Medikament wird meist dreimal täglich mit Wasser eingenommen. Bitte verwenden Sie Campral nur nach ärztlicher Anweisung und sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen.

Campral (Acamprosat) – Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Acamprosat (Acamprosatum Calcium)
Handelsname in Österreich Campral®
ATC-Code N07BB03
Erhältliche Darreichungsformen und Wirkstärken Filmtabletten zu 333 mg
Hersteller Merck Serono Europe Ltd., diverse Generikaanbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Apothekenpflicht nach § 135 AMG)

Wie wirkt Campral? (Wirkmechanismus)

Für alle verständlich: Campral enthält den Wirkstoff Acamprosat, der zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit eingesetzt wird. Acamprosat hilft dem Gehirn, das durch längeren Alkoholkonsum aus dem Gleichgewicht geraten ist, sein normales chemisches Gleichgewicht wiederherzustellen. Dadurch wird das Verlangen nach Alkohol (Craving) verringert und die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls in den Alkoholkonsum gesenkt.

Für Fachkreise: Acamprosat wirkt als Glutamat- und GABA-Modulator. Es stabilisiert die neurochemische Balance zwischen exzitatorischen (Glutamat) und inhibitorischen (GABA) Neurotransmittern. Nach chronischer Alkoholexposition wird insbesondere die exzitatorische Glutamatfunktion erhöht – Acamprosat hemmt diese und unterstützt so die Reduktion von Entzugssymptomen und Craving.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Geringe orale Bioverfügbarkeit (ca. 11 % bei Erwachsenen). Nahrungsaufnahme kann die Aufnahme verzögern und vermindern.
  • Verstoffwechselung: Acamprosat wird kaum metabolisiert (unveränderte Ausscheidung)
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal (über die Nieren); Ausscheidung innerhalb von ca. 30 Stunden
  • Wirkdauer: Mit konstanter Einnahme (3 x täglich) wird ein stabiler Plasmaspiegel erreicht

Alltagsgebrauch und bewährte Einnahmeempfehlungen

  • Typische Dosierung: Erwachsene: 6 Tabletten zu je 333 mg, verteilt auf 3 Einnahmen täglich (je 2 Tabletten morgens, mittags und abends). Die Einnahme beginnt möglichst kurz nach dem Alkoholverzicht.
  • Wie anwenden? Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Wasser eingenommen. Möglichst zu den Mahlzeiten zur besseren Verträglichkeit, aber auch unabhängig davon möglich.
  • Besonderheiten in Österreich: Campral ist fester Bestandteil leitliniengerechter Rückfallprophylaxe für Alkoholabhängige. Eine begleitende psychosoziale Betreuung wird dringend empfohlen!

Dosis morgens vs. abends

  • Vorteile morgendlicher Einnahme: Geringeres Vergessen; Beginn mit Tagesstruktur
  • Abendliche Einnahme: Da Acamprosat nicht sedierend wirkt, keine schlafstörenden Effekte. Der Einnahmezeitpunkt ist flexibel, entscheidend ist Regelmäßigkeit.
  • Tipp: Gewöhnen Sie sich ein festes Einnahmeritual an Ihren Tagesablauf an (z.B. gemeinsam mit den Mahlzeiten oder täglich zur gleichen Uhrzeit).

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Empfehlung: Einnahme zu den Mahlzeiten verbessert Verträglichkeit (Magen).
  • Wirkung der Mahlzeiten: Nahrungsaufnahme kann die Aufnahme verlangsamen, aber die Wirksamkeit insgesamt nicht mindern.
  • Hinweis für Österreich: In der typischen Ernährung (reichhaltiges Frühstück, warmes Mittagessen, Jause) kann die Einnahme zu den Hauptmahlzeiten unkompliziert integriert werden.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktionsquelle Mögliche Auswirkung/Erläuterung
Alkohol Gleichzeitiger Alkoholkonsum wird nicht empfohlen. Campral soll das Verlangen nach Alkohol reduzieren – die gleichzeitige Anwendung ist nicht sinnvoll und birgt Rückfallgefahr.
Nahrungsmittel Kaum relevant; kann unabhängig von der Nahrung eingenommen werden, bevorzugt aber mit Essen zur besseren Magenverträglichkeit.
Sonstige Arzneimittel Keine bedeutsamen Wechselwirkungen bekannt, aber bei gleichzeitiger Einnahme nephrotoxischer Präparate (z.B. bestimmte Schmerzmittel, Antibiotika) Vorsicht wegen Nierenausscheidung.
Calciumpräparate Zusätzliche Calciumaufnahme verändert den Campralspiegel nicht relevant.
Lebererkrankungen Acamprosat ist auch bei Leberfunktionseinschränkung anwendbar (fast keine Verstoffwechselung in der Leber).

Indikationen / Off-Label-Einsatz

Indikation Status Bemerkung
Aufrechterhaltung der Abstinenz bei Alkoholabhängigkeit Zugelassen Kernanwendung gemäß österreichischer Therapieempfehlung
Andere Suchtstörungen (z. B. Kokain, Cannabis) Off-Label Vereinzelt in Studien untersucht, keine Zulassung oder etablierte Anwendung
Behandlung von Alkoholentzugssymptomen Nicht zugelassen Für akuten Entzug nicht wirksam

Dosierung abhängig von der Indikation

Patientengruppe Standarddosis Hinweise
Erwachsene über 60 kg 2 Tabletten (2 × 333 mg) 3 × täglich – insgesamt 1.998 mg/Tag Tagesdosis auf drei Einnahmen verteilen
Erwachsene unter 60 kg 2 Tabletten morgens, 1 mittags, 1 abends (insgesamt 1.332 mg/Tag) Individuell anpassen
Kinder/Jugendliche Keine Anwendung empfohlen Campral ist für diese Altersgruppe nicht zugelassen
Ältere Patienten Siehe Erwachsene; ggf. Dosisreduktion bei eingeschränkter Nierenfunktion Regelmäßige Laborkontrollen empfohlen
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Individuelle Anpassung; kontraindiziert bei schwerer Einschränkung (Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min) Absprache mit behandelndem Arzt

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥1/10): Durchfall
  • Häufig (≥1/100, <1/10):
    • Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen)
    • Juckreiz, Hautausschlag
    • Kopfschmerzen, Schlafstörungen
    • Muskelschmerzen
    • Libidoveränderungen
  • Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100): Depressionen, Angstgefühle, Gewichtsveränderungen, Veränderung des Geschmacksempfindens
  • Selten (<1/1.000): Überempfindlichkeitsreaktionen, Angioödeme
  • Warnhinweise: Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion (Atemnot, Schwellung, starker Hautausschlag) sofort ärztlichen Rat einholen.

Praktische Tipps für die Anwendung in Österreich

  • Führen Sie ein Tagebuch über Stimmung und Konsumverlangen
  • Nutzen Sie die strukturierten Programme der österreichischen Suchthilfe (z. B. P.A.S.S., Pro mente, Caritas)
  • Beginnen Sie die Behandlung möglichst unmittelbar nach dem Alkoholstopp
  • Bei regelmäßigen Arztbesuchen Blutwerte insbesondere Nierenfunktion kontrollieren lassen
  • Bei Nebenwirkungen frühzeitig Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker

Alternative Therapieoptionen (Erstattet von der ÖGK/NFZ)

  • Disulfiram (Antabus®):
    • Vorteile: Einmalige tägliche Einnahme, langjährig etabliert
    • Nachteile: Verträgt sich nicht mit Alkohol (unverträgliche Reaktionen), Leberüberwachung notwendig
  • Naltrexon (Naltrexon-ratiopharm® u. a.):
    • Vorteile: Wirkt sowohl gegen Craving als auch für Rückfallprävention bei Alkohol- und Opiatabhängigkeit
    • Nachteile: Gelegentlich Übelkeit, lebertoxisch möglich
  • Baclofen (Lioresal®, Off-Label-Einsatz):
    • Vorteile: Anticraving-Option insbesondere bei Kontraindikationen gegenüber anderen Präparaten
    • Nachteile: Off-Label-Gebrauch, zentralnervöse Nebenwirkungen möglich
  • Alle genannten Medikamente sind erstattungsfähig und rezeptpflichtig. Begleitende Psychotherapie und soziale Unterstützung sind wichtiger Bestandteil jeder Suchtbehandlung.

Rechtliche, Zulassungs- und Erstattungsinformationen für Österreich

  • Zulassung: Campral ist in Österreich durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) zugelassen.
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (§ 135 AMG), keine Suchtgiftverordnung erforderlich.
  • Erstattungsstatus: Aufnahme in die Erstattungsliste des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger (vormals: Hauptverband/NFZ); vollständige Kostenübernahme bei Indikation Alkoholrückfall-Prophylaxe.
  • Registrierung: Österreichisches Arzneispezialitätenregister (ÖAZR), AMG-konform.

Neueste Forschung & Klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Die S3-Leitlinie "Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen" (AWMF-Registernr. 076-001, zuletzt aktualisiert 2023) empfiehlt Acamprosat als Mittel der ersten Wahl zur Rückfallprophylaxe nach Entzug.
  • Klinische Metaanalysen der Jahre 2022/2023 (z. B. European Addiction Research, Cochrane Database) bestätigen die Überlegenheit von Acamprosat in Abstinenzquote und Rückfallrate ggü. Placebo.
  • Österreichische Zentren berichten in Praxisregistern weiterhin eine gute Verträglichkeit, insbesondere bei Patienten mit leichten bis moderaten Komorbiditäten.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten

Packungsgröße Tablettenanzahl Indikativer UVP (2024) [€] Verfügbarkeit/Lieferzeit*
60er Packung 60 ca. 31,50 Alle Apotheken AT; Standard am selben Tag abholbereit
180er Packung 180 ca. 77,80 Bestellung meist nicht notwendig, Wien/Graz/Linz: Lieferung i. d. R. am Folgetag
360er Packung 360 ca. 132,00 Großpackung; Versandapotheken 2–3 Werktage österreichweit

*Angaben vorbehaltlich regionaler Abweichungen und tagesaktueller Lagerstände. Preise gelten für Juni 2024, inkl. MwSt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Campral bei längerer Anwendung sicher?
Ja, Campral kann auch über viele Monate sicher eingesetzt werden. Die wichtigste Nebenwirkung ist leichter Durchfall, der meist zu Behandlungsbeginn auftritt und oft spontan rückläufig ist.
Wie lange sollte die Einnahme mindestens erfolgen?
Empfohlen wird eine Behandlungsdauer von mindestens 6 Monaten, oft auch bis zu 1 Jahr. Der genaue Zeitraum richtet sich nach individueller Abstinenzentwicklung und ärztlicher Beratung.
Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
Nein. Die Kombination ist nicht sinnvoll und erhöht das Rückfallrisiko. Ziel ist die vollständige Alkoholabstinenz. Im Falle eines Rückfalls wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Selbsthilfegruppe.
Beeinträchtigt Acamprosat die Fahrtüchtigkeit?
Normalerweise nicht. Dazu führen weder Sedierung noch Konzentrationsstörungen. Sollten Sie ungewöhnliche Nebenwirkungen wie Schwindel verspüren, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Muss die Nierenfunktion kontrolliert werden?
Ja, insbesondere bei älteren Patienten und bei Vorerkrankungen sollte die Nierenfunktion regelmäßig überprüft werden.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

333mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill