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Naltrexone (Naltrexone hydrochloride)

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Naltrexon (Naltrexonhydrochlorid) ist ein Arzneimittel, das zur Unterstützung bei der Entwöhnung von Alkohol oder Opioiden eingesetzt wird. Es blockiert die Wirkung dieser Substanzen im Gehirn und hilft so, Rückfälle zu verhindern. Naltrexon wird meist als Tablette eingenommen und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Vor Beginn der Therapie ist ein ausführliches Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt wichtig.

Naltrexon (Naltrexonhydrochlorid) – Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Naltrexonhydrochlorid
Österreichische Handelsnamen Adepend®, Naltrexon Accord®, Naltrexone Zentiva®
ATC-Code N07BB04
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten: 50 mg (Standarddosierung für Erwachsene)
Hersteller Orion Pharma GmbH, Accord Healthcare GmbH, Zentiva Pharma GmbH
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (ärztliche Verschreibung erforderlich)

Wirkmechanismus

Für Patienten: Naltrexon wirkt, indem es bestimmte Rezeptoren im Gehirn (die sogenannten Opiatrezeptoren) blockiert. Dadurch verhindert es die typischen „Belohnungseffekte“, die beim Konsum von Alkohol oder Opioiden (wie z.B. Heroin, Morphin) auftreten. Das bedeutet, dass Sie weniger Lust bzw. kein „High“ mehr spüren, wenn Sie Alkohol trinken oder Opioide einnehmen.

Für Fachkreise: Naltrexon ist ein kompetitiver Opioidrezeptor-Antagonist mit hoher Affinität zu den µ-Opioidrezeptoren, schwächere Wirkung an κ- und δ-Rezeptoren. Die Blockade dieser Rezeptoren unterbricht das mesolimbisch dopaminerge Belohnungssystem, welches bei Alkohol- und Opiatkonsum aktiviert wird.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Einnahme wird Naltrexon schnell resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wird meist nach 1 Stunde erreicht.
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch durch Dehydrogenase (zu 6-β-Naltrexol, pharmakologisch aktiv).
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal (<70 % im Urin), ein geringer Teil über die Faeces.
  • Halbwertszeit: Etwa 4-13 Stunden für Naltrexon, 13-20 Stunden für den aktiven Metaboliten.
  • Wirkdauer: Blockade der Opioidrezeptoren für 24–72 Stunden nach Einnahme einer Standarddosis.

Anwendung im Alltag und typische Dosierung

Naltrexon wird einmal täglich oral eingenommen, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit. In Österreich ist es besonders in der Rückfallprophylaxe bei Alkoholabhängigkeit etabliert und kann nach erfolgreicher Entgiftung bei Opioidabhängigkeit eingesetzt werden. Eine ärztliche Betreuung ist erforderlich, um Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten.

Typische Dosierung für Erwachsene: 50 mg einmal täglich.
Die Tablette sollte unzerkaut mit etwas Wasser eingenommen werden.

Wichtige Hinweise:

  • Vor Beginn der Therapie muss die Entgiftung abgeschlossen sein (mindestens 7–10 Tage opiatfrei).
  • Ein Naloxon-Provokationstest kann den Opiatstatus bestätigen.
  • Die Wirkung hält auch bei vergessener Einzeldosis bis zu 1–2 Tage an, regelmäßige Einnahme ist jedoch sehr wichtig für den Behandlungserfolg.

Einnahme am Morgen oder Abend

  • Einnahme am Morgen: Wird meist bevorzugt, um die Einhaltung zu erleichtern und mögliche Schlafstörungen (seltenes Nebenwirkungsrisiko) zu vermeiden.
  • Einnahme am Abend: Kann sinnvoll sein, wenn dadurch die regelmäßige Einnahme besser in den Alltag integriert werden kann.
  • Tipp: Egal zu welcher Tageszeit – wichtig ist die tägliche Regelmäßigkeit, möglichst immer zur gleichen Zeit. Ein Wecker am Smartphone kann helfen, die Einnahme nicht zu vergessen.

Mit oder ohne Nahrung?

Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Ein voller Magen kann jedoch Magenbeschwerden vorbeugen – dies ist besonders bei typisch österreichischen, fett- oder schwer verdaulichen Speisen nützlich. Alkoholhaltige Speisen und Getränke sollten, sofern nicht ausdrücklich von Ihrem Arzt erlaubt, vermieden werden.

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Wechselwirkender Stoff/Gruppe Mögliche Wechselwirkung Empfehlung
Opioid-Analgetika (Morphin, Codein, Oxycodon, etc.) Verminderte/aufgehobene Wirkung der Schmerzmittel; Entzugssymptome möglich Vermeiden; Arzt informieren, alternative Analgesie wählen
Leber-schädigende Medikamente (z.B. Isoniazid, Methotrexat) Erhöhtes Risiko für Leberschäden Regelmäßige Leberwertkontrollen
Antidepressiva und Antipsychotika Keine bekannten relevanten Wechselwirkungen Individuell unter ärztlicher Kontrolle
Alkohol Keine direkte Interaktion, aber die Wirkung von Naltrexon soll helfen, das Alkoholtrinken zu verringern/abzubrechen; Auf Alkohol möglichst verzichten

Indikationen

Offizielle Indikationen (Österreich-Behörden) Off-label-Anwendungen
  • Alkoholabhängigkeit (Rückfallprophylaxe)
  • Opioidabhängigkeit (nach Entgiftung zum Erhalt der Abstinenz; nur unter ärztlicher Kontrolle)
  • Pathologisches Spielen (Glücksspielsucht; selten)
  • Binge-Eating-Störung (Erfahrungen aus klinischen Studien; nur nach ärztlichem Ermessen)

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Ältere Patienten Kinder/Jugendliche
Alkoholabhängigkeit 50 mg/Tag Anfangsdosis 25 mg/Tag, langsam Steigerung Nicht empfohlen (<18 Jahre); keine ausreichenden Daten
Opioidabhängigkeit 50 mg/Tag (nach Entgiftung) Anfangsdosis reduzieren, Leberfunktion engmaschig überwachen Nicht empfohlen (<18 Jahre)
Off-label (z.B. Binge Eating) 25–50 mg/Tag (Einzeltiterung durch Facharzt notwendig) Vorsicht, möglichst niedrige Dosis Nur im Einzelfall durch Spezialisten

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Sehr häufig >1/10 Häufig 1/100–1/10 Gelegentlich 1/1.000–1/100 Selten 1/10.000–1/1.000 Warnhinweise
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Kopfweh
  • Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Erhöhte Leberwerte
  • Verstopfung/Durchfall
  • Angstgefühle, Stimmungsschwankungen
  • Leberentzündung
  • Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz)
  • Sehstörungen
  • Leberfunktion regelmäßig prüfen (v.a. bei Vorschädigung)
  • Nicht bei akuter Hepatitis/Leberinsuffizienz anwenden!
  • Sofort Arzt bei Gelbfärbung der Haut/Skleren, dunklem Urin, starkem Juckreiz verständigen!

Empfehlungen für die richtige Anwendung

  • Tablette vorzugsweise morgens, täglich zur gleichen Zeit.
  • Wenn Sie eine Einnahme vergessen, NICHT die doppelte Menge einnehmen – normal am nächsten Tag weiterführen.
  • Keinen Alkohol oder Opioide während der Behandlung konsumieren.
  • Vor und während der Therapie regelmäßige Leberwerte-Kontrolle!
  • Bei Schmerzen mit Opioiden (z.B. nach Unfall oder Operation) frühzeitig behandelndes Personal informieren.
  • Tablette immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
  • Entsorgen Sie abgelaufene Tabletten in der Apotheke (nicht im Hausmüll).

Alternative Therapieoptionen in Österreich

Wirkstoff/Darreichung Kurzbeschreibung Erstattung (ÖGK/NFZ) Vorteile Nachteile
Acamprosat (Aotal®) Calcium-Acamprosat, v.a. zur Rückfallprävention bei Alkoholabhängigkeit Ja Gute Verträglichkeit; keine Leberbelastung 3x täglich Einnahme; Wirkungseintritt langsam
Disulfiram (Antabus®) Stört Alkoholabbau, „Abschreckungseffekt“ bei Alkoholaufnahme Ja Einmal täglich; seit Jahrzehnten etabliert Strenge Alkoholabstinenz notwendig, starke Nebenwirkungen möglich
Buprenorphin/Naloxon (Suboxone®) Substitutionsbehandlung bei Opioidabhängigkeit Ja Reduziert Entzugserscheinungen Vergleich zu Naltrexon: keine vollständige Blockade, sondern agonistische Wirkung
Methadon Substitutionsbehandlung Opioidabhängigkeit Ja Klinisch flexibel einsetzbar Abhängigkeitspotenzial, regelmäßige Kontrolle nötig

Rechtlicher Status und Kostenerstattung in Österreich

  • Naltrexon ist in Österreich vollständig als rezeptpflichtiges Arzneimittel gelistet.
  • In das Arzneimittelregister "Arzneispezialitätenregister (BASG)" aufgenommen, zugelassen für die o.g. Indikationen.
  • Kostenerstattung durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bzw. Krankenfürsorgeanstalten (über den Fonds für Heilmittel – NFZ). Der Antrag auf Erstattung erfolgt meist automatisch über das e-card System nach ärztlicher Verschreibung.
  • Abgabe und Beratung in öffentlichen Apotheken durch ausgebildete Fachkräfte gemäß Apothekengesetz und Suchtmittelrecht (SMG §15).

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktuellen S3-Leitlinien „Alkoholkonsumstörungen“ (AWMF, DDAT 2022) empfehlen Naltrexon weiterhin als Erstwahl für Rückfallprophylaxe, bevorzugt bei ausgeprägtem Craving.
  • Neueste Publikationen (Dtsch Arztebl Int 2023; Lancet Psychiatry 2024) bestätigen Wirksamkeit und Sicherheit, jedoch sollte die Leberfunktion regelmäßig überwacht werden.
  • Im Bereich Off-Label-Einsatz (Binge Eating, Spielstörung) laufen derzeit mehrere multizentrische Studien v.a. in Skandinavien und Deutschland – endgültige Ergebnisse stehen noch aus.
  • Deutsche und österreichische Suchtleitlinien betonen den Nutzen in Kombination mit psychotherapeutischen Maßnahmen („doppelte Schiene“).

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten pro Packung Ungefähre Apothekenverkaufspreise (Stand 2024) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz/Innsbruck
Kleine Packung 14 ca. 35–45 € sofort – 24h 24–48h 24–48h
Standardpackung 28 ca. 65–85 € sofort – 24h 24–48h 24–48h
Großpackung 98 ca. 220–250 € 1–2 Werktage 1–3 Werktage 1–3 Werktage

Hinweis: Die genannten Preise sind Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten richten sich nach Erstattung und individueller Zuzahlung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  • Wie lange muss ich Naltrexon einnehmen?
    Die Behandlungsdauer ist individuell verschieden. Meist wird eine Einnahme von mindestens 3–6 Monaten empfohlen. Ihr Arzt entscheidet über die optimale Dauer in Rücksprache mit Ihnen.
  • Kann ich während der Behandlung Schmerzmittel nehmen?
    Sie sollten keine opioidhaltigen Schmerzmittel (Codein, Morphin, Tramadol etc.) einnehmen, da diese unwirksam sein können und schwere Entzugserscheinungen verursachen. Teilen Sie Ihrem Arzt immer mit, dass Sie Naltrexon einnehmen.
  • Vertrage ich das Medikament auch bei empfindlicher Leber?
    Bei bekannten Leberproblemen muss die Behandlung ärztlich engmaschig überwacht werden. Bei akuter Hepatitis oder dekompensierter Leberzirrhose darf Naltrexon nicht angewendet werden.
  • Kann Naltrexon süchtig machen oder zu einer Abhängigkeit führen?
    Nein. Naltrexon hat keinerlei Suchtpotenzial und wirkt auch nicht „berauschend“.
  • Kann ich mit Naltrexon wieder „normal“ Alkohol trinken?
    Das Ziel der Behandlung ist ein alkoholfreier oder deutlich reduzierter Konsum. Trinken Sie weiterhin regelmäßig größere Mengen Alkohol, kann auch Naltrexon nicht schützen! Die Motivation zur Abstinenz bleibt entscheidend.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

50mg

Paket: No selection

10 pill, 20 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill