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Arimidex (Anastrozole)

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Arimidex (Anastrozol) ist ein Medikament, das zur Behandlung von hormonabhängigem Brustkrebs bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Bildung des Hormons Östrogen im Körper verringert, das das Tumorwachstum fördern kann. Ihr Arzt entscheidet, ob Arimidex für Sie geeignet ist. Die Einnahme erfolgt einmal täglich als Tablette. Bitte besprechen Sie Fragen oder mögliche Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Arimidex (Anastrozol): Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN)Anastrozol
Handelsnamen (Österreich)Arimidex®, Anastrozol Accord®, Anastrozole HEXAL®, Anastrozol Sandoz®
ATC-CodeL02BG03
Verfügbare Darreichungsformen & StärkenFilmtabletten, 1 mg
HerstellerAstraZeneca AB (Original), diverse Generikaanbieter
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (ärztliche Verschreibung erforderlich)

Wirkmechanismus

Für Patienten einfach erklärt:
Anastrozol gehört zur Gruppe der sogenannten Aromatasehemmer. Es hemmt ein Enzym namens Aromatase, das zur Produktion von Östrogen beiträgt. Durch die Hemmung dieses Enzyms wird die Menge an Östrogen im Körper gesenkt. Das ist besonders wichtig bei bestimmten Brustkrebsarten, da manche Tumore zum Wachstum Östrogen benötigen.

Für Fachkreise:
Anastrozol ist ein potenter und selektiver nicht-steroidaler Aromatasehemmer der dritten Generation. Es bindet reversibel an das Aromataseenzym und verhindert so die Umwandlung von Androgenen zu Östrogenen im peripheren Gewebe, wodurch der Östrogenspiegel im Blut um über 80% sinken kann. Dies ist zentral bei der Behandlung hormonrezeptor-positiver Mammakarzinome nach der Menopause.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Anastrozol wird nach oraler Gabe rasch und nahezu vollständig resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen nach ca. 2 Stunden.
  • Verteilung: Geringe Proteinbindung (~40%).
  • Metabolisierung: Überwiegend hepatisch durch N-Dealkylierung, Hydroxylierung und Glucuronidierung.
  • Ausscheidung: Über Urin und Stuhl, überwiegend als Metabolite.
  • Halbwertszeit: ca. 40 bis 50 Stunden – daher genügt i.d.R. 1 Tablette täglich.
  • Dauer der Wirkung: Kontinuierliche Östrogensuppression bei täglicher Einnahme.

Anwendung im Alltag & Best Practices

Die Einnahme von Anastrozol erfolgt in der Regel einmal täglich als Tablette. Es empfiehlt sich, die Tablette immer zur gleichen Tageszeit einzunehmen. Viele Patientinnen bevorzugen die Einnahme morgens, um einen einheitlichen Rhythmus beizubehalten. Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Leitungswasser) eingenommen werden. Die Dauer der Therapie variiert je nach klinischem Bild, beträgt aber meist 5 Jahre.

  • Bei vergessener Einnahme: Nicht die doppelte Dosis einnehmen, sondern am nächsten Tag wie gewohnt fortsetzen.
  • Tablette nicht teilen oder zerkleinern.
  • Regelmäßige Kontrolltermine im Krebszentrum bzw. bei Ihrer Onkologin/Ihrem Onkologen einhalten.

Einnahme morgens oder abends?

  • Morgens: Vorteil für Personen mit gut strukturiertem Tagesablauf; Risiko, die Einnahme zu vergessen, ist geringer.
  • Abends: Bei Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Schläfrigkeit kann eine abendliche Einnahme bevorzugt werden.
  • Tipp: Wählen Sie die Tageszeit, die am besten zu Ihren Gewohnheiten passt, um die regelmäßige Einnahme zu erleichtern. Ein fester Tagesrhythmus reduziert die Gefahr von Einnahmefehlern.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit?

Anastrozol kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Aufnahme im Körper wird durch Nahrungsmittel nicht beeinflusst. Für Patientinnen in Österreich können bewährte Essgewohnheiten (typisches Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot) ohne Änderungen beibehalten werden. Empfohlen wird die Einnahme mit Wasser, vor allem bei trockener Mundschleimhaut.

  • Lebensmittel wie Milch, Joghurt oder Käse beeinträchtigen die Wirkung nicht.

Wechselwirkungen

Interagierender StoffHinweis
Östrogenpräparate (wie Hormontherapiepflaster, Vaginalcremes)Reduzieren die Wirkung von Anastrozol und sollten nicht gleichzeitig verwendet werden.
TamoxifenVerringert die Konzentration von Anastrozol – gleichzeitige Anwendung vermeiden!
Medikamente, die die Leberenzyme beeinflussen (z. B. Rifampicin)Können den Abbau von Anastrozol beschleunigen und die Wirksamkeit verringern.
AlkoholKein direkter Einfluss; dennoch wird empfohlen, Alkohol nur in Maßen zu konsumieren.
Andere ArzneimittelSprechen Sie mit Ihrem Apotheker/Ihrer Apothekerin oder der betreuenden Ärztin/dem betreuenden Arzt vor Einnahme weiterer Präparate.

Indikationen

Indikation Status Kurzer Hinweis
Hormonrezeptor-positiver, postmenopausaler Brustkrebs (Frühstadium und fortgeschritten) Zugelassen Hauptindikation gemäß österreichischer Leitlinien
Prävention von Wiederauftreten des Brustkrebses (Adjuvante Therapie) Zugelassen Standardbehandlung nach Primärbehandlung
Off-Label: Fertilitätsstimulation, selten bei gynäkologischen Tumoren Off-Label Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch Spezialisten

Dosierungsempfehlungen

Indikation/PatientengruppeEmpfohlene DosisBesonderheiten
Erwachsene (postmenopausale Frauen)1 mg Tablette 1x täglichUnabhängig von der Tageszeit, nicht teilen
Ältere Patientinnen (>65 Jahre)1 mg Tablette 1x täglichKeine Dosisanpassung erforderlich
Kinder/JugendlicheKeine ZulassungNur in Spezialfällen Off-Label und unter strengster Kontrolle
Patientinnen mit Leber- oder NiereninsuffizienzIn der Regel keine Dosisanpassung; Überwachung empfohlen

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Anastrozol Nebenwirkungen haben. Viele Patientinnen vertragen das Medikament jedoch gut. Sollten unerwartete Beschwerden auftreten, wenden Sie sich bitte frühzeitig an Ihr Betreuungsteam.

Kategorie Häufigkeit Beispiele
Sehr häufig ≥1/10 Hitzewallungen, Gelenkschmerzen, Schwächegefühl, Knochenschmerzen, Übelkeit
Häufig ≥1/100 bis <1/10 Knochendichteverlust (Osteoporose), Hautausschlag, Haarausfall, Depressionen
Gelegentlich ≥1/1.000 bis <1/100 Leberfunktionsstörungen, erhöhte Cholesterinwerte, Scheidentrockenheit
Selten ≥1/10.000 bis <1/1.000 Allergische Reaktionen, Angioödem, Urtikaria
  • Knochenbrüche/Osteoporose: Bitte regelmäßige Knochendichte-Messungen durchführen lassen.
  • Herz-Kreislauf-Risiko: Blutdruck und Cholesterin regelmäßig prüfen.
  • Psychische Nebenwirkungen: Offen mit Ärztin/Arzt besprechen.

Hinweise zur richtigen Anwendung

  • Arimidex immer genau nach ärztlicher Anweisung einnehmen.
  • Einnahme täglich zur gleichen Zeit erleichtert die Regelmäßigkeit.
  • Keine Tabletten auslassen, Therapie nie eigenständig unterbrechen.
  • Bei Nebenwirkungen nicht eigenmächtig absetzen, sondern Rücksprache mit dem Behandlungsteam halten.
  • Unterstützende Maßnahmen wie Knochendichtemessungen, Calcium- und ausreichend Vitamin-D-Zufuhr beachten (insbesondere bei osteoporosegefährdeten Patientinnen nach österreichischer Kost und Lebensweise).
  • Regelmäßiger Kontakt mit Onkologie/Apotheke wird dringend empfohlen.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Tamoxifen (NFZ erstattungsfähig): Hormontherapie, insbesondere bei prämenopausalen Frauen; häufig mehr Nebenwirkungen bzgl. Thromboserisiko, aber bewährt.
  • Letrozol und Exemestan (alle Österreich erstattungsfähig): Ebenfalls Aromatasehemmer der dritten Generation, vergleichbare Wirksamkeit bei leicht unterschiedlichem Nebenwirkungsprofil.
  • Fulvestrant: Spezielle Monotherapie für fortgeschrittene oder metastasierte Fälle, meist bei Unwirksamkeit anderer Präparate.
ArzneimittelVorteileNachteile
Anastrozol (Arimidex) Sehr effektiv bei postmenopausalen Frauen, günstiges Nebenwirkungsprofil Nur bei Östrogenrezeptor-positivem Krebs, Osteoporoserisiko
Letrozol Ähnlich wirksam, einmal tägliche Einnahme Muskel- und Gelenkbeschwerden häufiger
Exemestan Oft wirksam nach Versagen anderer Hemmer Gering erhöhte Rate an gastrointestinalen Nebenwirkungen
Tamoxifen Für prämenopausale Frauen, langjährige Erfahrung Höheres Risiko für Thrombosen, Endometriumkarzinome

Rechtlicher, Zulassungs- und Erstattungsstatus in Österreich

RegulierungsstelleAGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)
ZulassungZentral in Österreich zugelassen für diagnostizierte hormonabhängige Brustkrebserkrankungen bei postmenopausalen Frauen
ErstattungErstattungsfähig durch die Sozialversicherung (ÖGK, BVAEB, SVS) gemäß aktueller „Erstattungsfähigkeitsliste“ des nationalen Fonds (NFZ)
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig, nur auf ärztliche Anweisung

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Die S3-Leitlinie „Mammakarzinom“ (Deutsche Krebsgesellschaft, 2023) sowie die Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigen weiterhin den Stellenwert von Anastrozol als Standardtherapie bei hormonrezeptor-positiven Mammakarzinomen nach der Menopause.
  • Aktuelle Studien empfehlen ggf. eine längere Therapiedauer (bis zu 10 Jahre) bei Hochrisikopatientinnen.
  • Französisch-deutsche Registerstudien weisen auf ein langanhaltend stabiles Nebenwirkungsprofil hin. Die Vorsorge in Form von Knochendichtemessungen wird besonders betont.
  • Quellen: Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), DKG S3-Leitlinie, ESMO Clinical Practice Guidelines 2023, AGES Arzneispezialitätenregister.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Preise (Stand Frühling 2024)

Packungsgröße Inhalt Preis (UVP)
Kleinpackung 28 Tabletten à 1 mg ca. € 67
Großpackung 98 Tabletten à 1 mg ca. € 215

Lieferzeiten in Österreichischen Städten (bei Online-Bestellung, Stand 2024):

Stadt Reguläre Lieferung Express-Lieferung
Wien 1–2 Werktage Same-Day / 24 Stunden
Graz, Linz 2 Werktage 24–48 Stunden
Salzburg, Innsbruck 2–3 Werktage Nach Absprache
Klagenfurt, Villach 3 Werktage Nach Absprache

Vorrätig in allen Apotheken. Rezeptausstellung und Online-Abwicklung möglich. Zahlung via e-card, Privat- oder Kassenrezept.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Was passiert, wenn ich eine Tablette vergesse?
    Nehmen Sie nicht die doppelte Menge beim nächsten Mal. Setzen Sie die Einnahme einfach wie gewohnt am Folgetag fort.
  2. Muss ich während der Einnahme auf meine Ernährung besonders achten?
    Es sind keine speziellen Ernährungsvorschriften nötig. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit genügend Calcium und Vitamin D, um dem Osteoporoserisiko vorzubeugen.
  3. Wie lange muss ich Arimidex einnehmen?
    Üblicherweise beträgt die Standardtherapiedauer 5 Jahre. In speziellen Fällen kann eine Verlängerung sinnvoll sein – darüber entscheidet Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt individuell.
  4. Kann ich Arimidex mit anderen Medikamenten kombinieren?
    Setzen Sie bitte Ihre/n Arzt/Ärztin oder Apotheker/-in über alle sonstigen eingenommenen Medikamente in Kenntnis. Einige Medikamente können die Wirksamkeit beeinflussen.
  5. Wie kontrolliere ich mögliche Nebenwirkungen?
    Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (insbesondere Knochendichtemessungen) und Mitteilung an Ihr medizinisches Team bei neuen Symptomen tragen Sie aktiv zu Ihrer Sicherheit bei.

Diese Information ersetzt nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem medizinischen Betreuungsteam. Bei Fragen wenden Sie sich jederzeit an Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt oder an die Apotheke Ihres Vertrauens!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

1mg

Paket: No selection

14 pill, 28 pill, 42 pill, 56 pill