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Levlen (Ethinyl estradiol / Levonorgestrel)

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Levlen ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das die Wirkstoffe Ethinylestradiol und Levonorgestrel enthält. Es wird zur sicheren Schwangerschaftsverhütung eingesetzt. Levlen ist einfach anzuwenden und hilft, den Monatszyklus zu regulieren. Wie bei allen Verhütungsmitteln können Nebenwirkungen auftreten. Vor der Anwendung sollte eine Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen, um die individuelle Eignung und Sicherheit zu gewährleisten.

Levlen (Ethinylestradiol / Levonorgestrel): Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff Ethinylestradiol / Levonorgestrel (Kombination eines synthetischen Estrogens und eines synthetischen Gestagens)
Handelsnamen in Österreich Levlen®, Levomin®, Microgynon®, Monostep®, Stediril®
ATC-Code G03AA07
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Filmtabletten: 0,03 mg Ethinylestradiol / 0,15 mg Levonorgestrel pro Tablette
Hersteller Bayer Austria GmbH, Gedeon Richter, Teva GmbH u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Apothekenpflicht, Abgabe nur mit gültigem ärztlichen Rezept)

Wirkmechanismus

Allgemein verständlich: Levlen gehört zur Gruppe der kombinierten oralen Kontrazeptiva („Antibabypille“). Es enthält zwei Hormone, die dem weiblichen Körper helfen, einen regelmäßigen Zyklus zu steuern und eine Schwangerschaft zu verhindern. Levlen unterdrückt den Eisprung (Ovulation), verdickt den Schleim im Gebärmutterhals (erschewert das Eindringen von Spermien) und verändert die Gebärmutterschleimhaut (Einnistung wird verhindert).

Für Fachpersonal: Ethinylestradiol (ein Estrogen) und Levonorgestrel (ein Gestagen) hemmen in synergistischer Weise die Sekretion von FSH und LH aus der Hypophyse durch negativen Rückkopplungsmechanismus, unterdrücken damit die Ovulation und beeinflussen zusätzlich die Konsistenz des Zervixschleims sowie die Endometriumproliferation.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Schnell und nahezu vollständig nach oraler Gabe; Bioverfügbarkeit ca. 40–45% (Ethinylestradiol) und ca. 100% (Levonorgestrel).
  • Metabolismus: Vor allem hepatisch durch CYP3A4 und andere Isoenzyme.
  • Elimination: Hauptsächlich renale und fäkale Ausscheidung der Metaboliten.
  • Halbwertszeit: Ethinylestradiol ca. 12–36 Stunden; Levonorgestrel ca. 24 Stunden.
  • Wirkdauer: Schutz vor Schwangerschaft besteht bei regelmäßiger Einnahme 24 Stunden täglich.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

Die übliche Dosierung für Levlen beträgt eine Tablette täglich, möglichst zur gleichen Tageszeit, über 21 aufeinanderfolgende Tage, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause (oder 7 Tagen Placebotabletten bei bestimmten Produkten). Die Einnahme sollte jeweils mit der nächsten Monatsblutung begonnen werden, vorzugsweise am ersten Zyklustag.

  1. Jede Tablette mit etwas Wasser unzerkaut einnehmen.
  2. Falls Sie eine Einnahme vergessen, ist die Tablette möglichst rasch nachzunehmen (Details siehe Packungsbeilage oder ärztliche Anweisung).
  3. Empfohlen wird, die Tablette täglich zur gleichen Uhrzeit einzunehmen, um die Wirksamkeit zu sichern und die Gewöhnung zu erleichtern.

Hinweis: In Österreich ist die Beratung in Apotheken und durch Gynäkolog:innen ein essentieller Bestandteil der Kontrazeptivabgabe. Bitte lassen Sie sich vor der ersten Verschreibung ausführlich beraten!

Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteil: Vermindertes Risiko, die Einnahme zu vergessen, da sie in die morgendliche Routine integriert werden kann. Nachteil: Bei Durchfall/Erbrechen am Vormittag kann die Aufnahme gestört werden.
  • Abends: Vorteil: Für Berufstätige oder Schüler:innen oft praktisch. Nachteil: Möglicherweise höheres Risiko, eine Einnahme aus Müdigkeit zu vergessen.
  • Tipp: Unabhängig von der Tageszeit ist die Regelmäßigkeit entscheidend; ein täglicher Handy-Erinnerungsalarm kann hilfreich sein.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Die Wirksamkeit von Levlen wird durch Mahlzeiten nicht signifikant beeinflusst. Für empfindliche Mägen kann die Einnahme zu einer Mahlzeit (z. B. Frühstück oder Abendessen, orientiert an der typisch österreichischen Ernährungsweise) empfehlenswert sein, um Magenbeschwerden zu vermeiden.

  • Mit Essen: Geringeres Risiko von Übelkeit, bessere Verträglichkeit bei empfindlichem Magen.
  • Nüchtern: Ebenfalls möglich, bei den meisten Patientinnen ohne Nachteil.

Wechselwirkungen

Wirkstoff/Produkt Mögliche Auswirkung Empfehlung
Rifampicin, Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin) Abschwächung der kontrazeptiven Wirkung Alternative Verhütungsmethoden während & bis 28 Tage nach Anwendung
Bestimmte HIV-/Hepatitis-Medikamente Verminderte sichere Wirkung Konsultation der Gynäkologin/des Gynäkologen unerlässlich
Johanniskraut (Hypericum perforatum) Erhöhtes Risiko für Verhütungsversagen Auf Alternativen ausweichen
Alkohol Kein bekannter Einfluss auf die Wirkung Maßvoller Konsum empfohlen
Grapefruitsaft Möglicher Anstieg des Estrogenspiegels Große Mengen vermeiden

Indikationen

Indikation Zulassungsstatus
Hormonale Kontrazeption (Schwangerschaftsverhütung) Offiziell zugelassen
Zyklusregulation (primäre Dysmenorrhoe, Ovulationshemmung) Off-label, aber häufig klinisch verwendet
Endometriose, Aknetherapie Off-label, nach individueller ärztlicher Abwägung

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Adoleszente (ab 14 Jahre) Seniorinnen (> 50 Jahre*)
Kontrazeption 1 Tablette täglich, 21 Tage Einnahme, 7 Tage Pause Entsprechend Erwachsene, erst nach abgeschlossener Pubertät In der Regel nicht empfohlen, siehe Hinweise
Zyklusregulation 1 Tablette täglich, Schema individuell anpassen Wie Erwachsene nach ärztlicher Bewertung Nur selten angewendet

*Bei Patientinnen in der Perimenopause ist die Anwendung wegen erhöhtem Thromboserisiko individuell zu prüfen.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig / häufig (>1/10 bzw. >1/100): Brustspannen/-schmerzen, Übelkeit, Kopfschmerz, depressive Verstimmung, Gewichtsschwankungen, Durchbruch-/Zwischenblutungen, Akneverschlechterung
  • Gelegentlich (1/1.000–1/100): Libidoveränderungen, Migräne, Erbrechen, Hautausschlag
  • Selten / sehr selten (<1/1.000): Thromboembolien (Venenthrombose, Lungenembolie), anaphylaktische Reaktionen, schwere Leberschäden, Gallenstau
  • Warnhinweise: Raucherinnen über 35 Jahren, Patientinnen mit Übergewicht, Bluthochdruck, Thromboseneigung, bestimmten gerinnungshemmenden Therapien oder bekannten Lebererkrankungen benötigen eine besondere Risikoabschätzung!

Anwendungs- & Beratungstipps für Österreich

  1. Vor der ersten Anwendung ausführliche Beratung in der Apotheke oder gynäkologischen Praxis – insbesondere zur persönlichen Risikoeinschätzung und Wechselwirkungen mit traditionell verbreiteten pflanzlichen Präparaten in Österreich.
  2. Tabletten regelmäßig einnehmen, bei Vergesslichkeit einen festen Zeitpunkt wählen und digitale Erinnerungen nutzen.
  3. Im Falle von Durchfall, Erbrechen oder interagierenden Medikamenten (siehe oben) zusätzlich mechanische Verhütungsmethoden (Kondom) verwenden.
  4. Jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung ist Pflicht für alle Anwenderinnen hormoneller Kontrazeptiva in Österreich.
  5. Eigenmedikation oder Weitergabe an Dritte ist nicht gestattet. Levlen fällt unter das Rezeptpflichtgesetz und ist der individuellen Patientin nach ärztlicher Kontrolle zuzuteilen.

Alternativen (in Österreich erstattungsfähig, Kurzüberblick)

Präparat Wirkstoff(e) Pros Cons Erstattungsstatus (ÖGK/NFZ)
Yasmin®, Yaz® Ethinylestradiol/Drospirenon Gewichtsstabilität, geringeres Akne-Risiko Höheres Thromboembolierisiko Z.T. erstattet
Valette® Ethinylestradiol/Dienogest Gute Zykluskontrolle, auch bei Akne indiziert Mögliche Stimmungsschwankungen Ja
Minipille (z. B. Cerazette®) Desogestrel allein Für Raucherinnen und ältere Patientinnen geeignet Strenges Einnahmeschema, häufigere Zwischenblutungen Ja
Kupferspirale Keine Hormone Langzeitverhütung, keine hormonellen Nebenwirkungen Stärkere Monatsblutungen möglich Teilweise erstattbar

Rechtlicher Status, Registrierung, Kostenerstattung (Österreich)

  • Levlen ist in Österreich als verschreibungspflichtiges Arzneimittel registriert (Zulassung durch BASG – Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen)
  • Die Abgabe darf nur nach Vorlage eines Rezeptes in öffentlichen Apotheken erfolgen
  • Für bestimmte Altergruppen oder soziale Indikationen ist eine Teilkostenerstattung durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) oder NFZ nach Einzelfallentscheidung möglich
  • Das Medikament unterliegt der Apotheken- und Rezeptpflicht gemäß Arzneimittelgesetz (AMG)

Aktuelle Forschung & klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) (Stand 2023): Kombinierte orale Kontrazeptiva sollten primär nach persönlichem Risikoprofil, Alter, Begleiterkrankungen und Lebensstil gewählt werden.
  • Studie der Medizinischen Universität Wien (2022): Kein erhöhtes Gesamtrisiko für venöse Thromboembolien im Vergleich zu anderen kombinierten Präparaten, aber höhere Rate im Vergleich zur Nichtnutzung oraler Kontrazeptiva.
  • Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie und AWMF-Leitlinie (2023): Die Langzeitanwendung moderner Pillenpräparate ist bei gesunden, nichtrauchenden Frauen unter 35 Jahren als sicher zu bewerten.
  • Quellen: OEGGG Leitlinie "Empfängnisverhütung" 2023, AWMF S3-Leitlinie Nr. 015/075 (2023), MedUni Wien Frauenklinik Peer Reviewed Publications 2022–2024.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten

Packungsgröße UVP (Stand 2024) Erstattung Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz Lieferzeit Salzburg
21 Tabletten ca. 15–18 € Teilweise 1 Tag 1–2 Tage 1 Tag 1–2 Tage
63 Tabletten (3x21) ca. 40–48 € Teilweise 1 Tag 1–2 Tage 1 Tag 1–2 Tage

Hinweis: Lieferung bei Online-Medikamentenbestellung grundsätzlich innerhalb Österreichs möglich, dazu ist jedoch stets eine gültige Verschreibung erforderlich.

FAQ – Häufige Patientenfragen

1. Was mache ich, wenn ich eine Tablette vergessen habe?

Nehmen Sie die vergessene Tablette so bald wie möglich nach. Liegt die Einnahme mehr als 12 Stunden zurück, nutzen Sie zusätzlich mechanische Verhütungsmittel für die nächsten 7 Tage und beachten Sie die Informationen für spezifische Fehler im Beipackzettel.

2. Kann ich Levlen auch bei Akne oder Zyklusstörungen verwenden?

Ja, nach individueller ärztlicher Bewertung kann Levlen auch zur Behandlung von Akne oder zur Zyklusregulation verschrieben werden. Dies gilt als off-label-Anwendung und setzt einen ärztlichen Entscheid voraus.

3. Beeinträchtigt Levlen mein Gewicht oder meine Stimmung?

Gewichtsschwankungen und Stimmungslabilität können auftreten, sind jedoch bei den heutigen Präparaten seltener geworden. Sollten sich solche Nebenwirkungen einstellen, besprechen Sie dies bitte mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen.

4. Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten für Raucherinnen?

Raucherinnen – insbesondere über 35 Jahren – weisen ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko bei der Anwendung der Pille auf. Alternative kontrazeptive Maßnahmen sollten in Erwägung gezogen werden.

5. Ist Levlen für Jugendliche geeignet?

Nach abgeschlossener Pubertät (in der Regel ab dem 14.–16. Lebensjahr) kann Levlen ärztlich verschrieben werden. Ein ausführliches Aufklärungsgespräch ist hierbei besonders wichtig.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

0.03/0.15mg

Paket: No selection

63 pill, 126 pill, 189 pill, 252 pill