Trazodon (Trazodonhydrochlorid) – Patienteninformation für Österreich
Grundlegende Produktinformationen
| Internationaler Freiname (INN) | Trazodon |
|---|---|
| Handelsnamen in Österreich | Trittico®, Trazodon HEXAL®, Trazodon Sandoz® ggf. weitere Generika |
| ATC-Code | N06AX05 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Wirkstärken | Filmtabletten, Retardtabletten (teilweise), Tropfen; 50 mg, 100 mg, 150 mg, 300 mg |
| Hersteller | Angelini Pharma Österreich, HEXAL, Sandoz u.a. |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig (Rx, apotheken- und verschreibungspflichtig) |
Wirkmechanismus
- Laienverständlich: Trazodon gehört zur Gruppe der Antidepressiva. Es beeinflusst bestimmte Botenstoffe (vor allem Serotonin) im Gehirn, die für Stimmung, Schlaf und Wohlbefinden wichtig sind. Durch die Erhöhung des Serotoninspiegels kann sich die Stimmung verbessern und das Einschlafen erleichtert werden.
- Für Fachkreise: Trazodon ist strukturell ein Triazolopyridin-Derivat, wirkt als Serotoninreuptake-Inhibitor (SRI) sowie als postsynaptischer 5-HT2A-Antagonist mit zusätzlich schwacher Alpha1-, H1- und M1-blockierender Wirkung. Die antidepressive und sedierende Wirkung beruht überwiegend auf der selektiven Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme sowie der Blockade von 5-HT2A-Rezeptoren.
Pharmakokinetik
- Resorption: Gute gastrointestinale Aufnahme (ca. 70–80%) nach oraler Gabe.
- Metabolisierung: Überwiegend hepatisch durch CYP3A4; aktiver Metabolit: m-Chlorophenylpiperazin (mCPP).
- Elimination: Hauptsächlich renal (Ausscheidung mit dem Urin); Eliminationshalbwertszeit 4–11 Stunden (Retard: bis 13 h).
- Wirkdauer: Depressive Symptome können nach einigen Tagen bis Wochen Wirkung zeigen; schlaffördernde Wirkung oft schon nach der ersten Einnahme erkennbar.
Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen
Trazodon wird in Österreich in erster Linie zur Behandlung von Depressionen, insbesondere mit ausgeprägten Schlafstörungen, verschrieben. Gelegentlich erfolgt auch die Anwendung außerhalb der Zulassung (Off-label), beispielsweise bei Angsterkrankungen oder Schlafstörungen ohne depressive Symptomatik. Die Dosierung und Einnahmedauer legt Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt individuell fest. Die Einnahme erfolgt vorzugsweise abends, kann aber nach Bedarf individuell angepasst werden.
- Typische Dosierungen: Meist wird mit 50–100 mg begonnen und innerhalb weniger Tage bis Wochen auf 150–300 mg pro Tag gesteigert.
- Tabletten mit niedriger Dosis eignen sich bei älteren Patient:innen oder bei einzelnen Schlafbedürfnissen.
- Längere Einnahmezeiten für stimmungsaufhellende Wirkung, kurzfristige Einnahme bei Schlafstörungen.
- Absetzen immer langsam ausschleichen, nicht abrupt beenden.
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt/Facharzt werden empfohlen.
Tabletteneinnahme: Morgens vs. Abends
- Abendliche Einnahme: Empfohlen, da Trazodon eine beruhigende Wirkung hat und den Schlaf fördert. Die Einnahme 30–60 Minuten vor dem Schlafengehen (besonders bei Schlafproblemen) optimiert die Wirkung und minimiert Tagesmüdigkeit.
- Morgendliche Einnahme: In Einzelfällen bei Patienten mit vorwiegend depressiven Symptomen ohne Schläfrigkeit beobachtet. Kann aber tagsüber zu verstärkter Müdigkeit oder Benommenheit führen – daher seltener empfohlen.
- Regelmäßigkeit: Tägliche Einnahme zu einer festen Zeit unterstützt gleichmäßige Wirkung und beugt Nebenwirkungen vor.
Einnahme mit oder ohne Nahrung (Österreichischer Kontext)
- Trazodon kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme nach dem Essen kann Magenbeschwerden vorbeugen und die Verträglichkeit verbessern, insbesondere bei empfindlichem Magen.
- Aufgrund der vielfältigen österreichischen Essgewohnheiten (z.B. abendliches Hauptgericht, deftige Speisen) ist es ratsam, Trazodon entweder zu einer kleinen Mahlzeit oder nach dem Abendessen einzunehmen.
- Bei Retardtabletten oder Tropfen immer die Packungsbeilage beachten.
Wechselwirkungen (Interaktionswarnungen)
| Interaktionspartner | Mögliche Wirkung / Empfehlung |
|---|---|
| Alkohol | Verstärkte Sedierung, Unfallgefahr! Kein Alkoholkonsum empfohlen. |
| Johanniskraut | Risiko für Serotoninsyndrom erhöht. |
| Bestimmte andere Antidepressiva (SSRIs, MAO-Hemmer) | Gefahr: Serotoninsyndrom, Vorsicht bei Kombinationsbehandlung. |
| Herzglykoside (z.B. Digoxin) | Plasmaspiegel kann steigen, regelmäßige Kontrolle notwendig. |
| Antihypertensiva (Blutdrucksenker) | Blutdruckabfall möglich, Dosisanpassung eventuell nötig. |
| Bestimmte Pilzmittel (CYP3A4-Hemmer, z.B. Ketoconazol) | Trazodon-Spiegel steigt, Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung. |
| Benzodiazepine und sedierende Medikamente | Verstärkte dämpfende (sedierende) Wirkung. |
- Tipp: Teilen Sie Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker stets mit, welche anderen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel Sie einnehmen.
Anwendungsgebiete (Indikationen)
| Indikation | Offiziell zugelassen (Österreich) | Off-Label |
|---|---|---|
| Depression (mit und ohne Schlafstörung) | ✔︎ | - |
| Schlaflosigkeit/Insomnie | - | ✔︎, teils |
| Angststörung/GAD | - | ✔︎ |
| Chronischer Juckreiz, Demenz-assoziierte Symptome | - | ✔︎ (nach individueller Verordnung) |
Dosierung nach Anwendungsgebiet
| Indikation | Erwachsene | Ältere Patienten | Kinder/Jugendliche |
|---|---|---|---|
| Depression | Beginn: 75–150 mg, Erhalt: 150–300 mg (max. 400 mg/Tag) | Beginn: 50 mg, Erhalt: 100–150 mg (vorsichtig steigern) | Nur nach individueller ärztlicher Entscheidung, Off-Label! (typ. 1–2 mg/kg) |
| Schlafstörung (Off-label) | 25–100 mg, abends | 25–50 mg, abends | Ärztliche Einzelfallentscheidung |
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
Wie bei allen Antidepressiva können auch bei Trazodon Nebenwirkungen auftreten. Das Risiko und die Art sind abhängig von Alter, Gesamtdosierung und individuellen Faktoren.
- Sehr häufig/Häufig (>1/10–1/100): Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck (vor allem beim Aufstehen), Schwächegefühl, Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Verstopfung).
- Gelegentlich (<1/100): Gewichtszunahme, Schweißausbrüche, verschwommenes Sehen, Palpitationen, Hautausschlag.
- Selten (<1/1000): Herzrhythmusstörungen, Priapismus (verlängerte, schmerzhafte Erektion; Notfall!), Leberfunktionsstörungen.
- Sehr selten: Krampfanfälle, schwere allergische Reaktionen.
Im Zweifel immer sofort ärztlichen Rat einholen, insbesondere bei ungewöhnlichen Symptomen oder Kreislaufproblemen!
Hinweise zur richtigen Anwendung (Apothekertipps, Alltagspraxis in Österreich)
- Medikament nie ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder selbständig die Dosis verändern.
- Bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente mögliche Wechselwirkungen mit Ihrer Apothekerin/Ihrem Arzt abklären.
- Trittico®-Retardtabletten nicht teilen/zerkleinern, wenn die Tablettenform dies nicht vorsieht, um Wirksamkeit und Retardierung zu sichern.
- Kinder/Jugendliche: Anwendung nur auf ausdrückliche ärztliche Anordnung (Off-Label).
- Fahrtüchtigkeit beachten: Zu Beginn oder bei Dosissteigerung kann die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein.
- Regelmäßig den Blutdruck kontrollieren – insbesondere bei Vorerkrankungen oder älteren Patienten.
Alternativen (Erstattete Alternativen durch die Österreichische Sozialversicherung/SV, Vergleich)
- SSRI-Antidepressiva (z.B. Sertralin, Escitalopram): Gut verträglich, weniger sedierend, nicht schlaffördernd.
- Mirtazapin: Auch schlaffördernd, stärker gewichtssteigernd, antihistaminerge Wirkung.
- Amitriptylin: Trizyklisches Antidepressivum, ebenfalls sedierend, aber mehr anticholinerge Nebenwirkungen.
- Agomelatin: Neuere Substanz, gut verträglich, ohne Tagesmüdigkeit, regelmäßige Leberkontrolle notwendig.
- Nicht medikamentöse Optionen: Psychotherapie (kassenärztlich erstattbar), Schlafhygiene-Programme, pflanzliche Präparate (valide Evidenz schwächer, ggf. nach Rücksprache).
Vorteile Trazodon: Gute Verträglichkeit bei älteren Menschen (wenig anticholinerge Effekte), schlaffördernd.
Nachteile: Tagesmüdigkeit, niedriger Blutdruck, selten Priapismus.
Rechtliche/Erstattungs-Informationen (Status Österreich)
- Zulassung: Österreichische Arzneimittelbehörde (BASG).
- Rezeptpflicht (Rx): Nur auf ärztliche Verschreibung.
- Kostenerstattung: Sozialversicherungsträger SV/ÖGK (volle oder teilweise Erstattung als Kassenmedikament, je nach Indikation und Produkt).
- Apothekenpflicht: Nur in öffentlichen Apotheken erhältlich.
Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)
- Österreichische, deutsche S3-Leitlinien (2022): Trazodon wird in der Behandlung der Depression insbesondere bei gleichzeitiger Insomnie empfohlen (DGPPN S3-Leitlinie Unipolare Depression).
- 2023, Meta-Analysen (Deutsch, international): Trazodon zeigt eine signifikante Verbesserung depressiver Symptome bei akzeptabler Verträglichkeit (vgl. Cipriani A, BMJ 2023).
- Nebenwirkungsprofil: Sedierung wird zunehmend zur gezielten Therapie von Schlafproblemen verwendet; Priapismus bleibt extrem selten (Publikationen: „J Clin Psychopharmacol“, 2023).
- Klinische Erfahrung Österreich: Besonders geschätzt bei Älteren oder Patienten mit komplexer Komorbidität (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen).
Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Preise (Stand 2024) sowie Lieferzeit nach Österreich
| PZN | Packungsgröße | Preis (UVP, €) | Versand: Wien | Versand: Graz | Versand: Linz | Versand: Innsbruck |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1458515 | 50 mg 100 Stk. | ca. 24,70 | 1 Tag | 2 Tage | 2 Tage | 2–3 Tage |
| 1458516 | 100 mg 30 Stk. | ca. 13,70 | 1 Tag | 2 Tage | 2 Tage | 2–3 Tage |
| 1423938 | 150 mg 60 Retardtabletten | ca. 32,90 | 1 Tag | 2 Tage | 2 Tage | 2–3 Tage |
Lieferzeiten können je nach Verfügbarkeit variieren. In der Regel sind zahlreiche Packungsgrößen kurzfristig in allen österreichischen Apotheken oder Onlineapotheken (medikamentenversand österreichischer Apotheken) erhältlich.
Häufige Fragen (FAQ)
- Wie lange dauert es, bis Trazodon wirkt?
Die beruhigende (schlaffördernde) Wirkung tritt meist schon nach 1–2 Tagen auf. Die stimmungsaufhellende, antidepressive Wirkung entfaltet sich in der Regel innerhalb von 2–4 Wochen regelmäßiger Einnahme. - Darf ich Trazodon zusammen mit Alkohol einnehmen?
Nein. Alkohol kann die sedierende Wirkung verstärken und das Risiko für Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit und Sturzgefahr erhöhen. Bitte verzichten Sie während der Behandlung auf Alkohol. - Muss ich die Tabletten immer zur gleichen Zeit einnehmen?
Eine gleichbleibende Einnahmezeit, vorzugsweise abends, wird empfohlen. Damit wird die Wirksamkeit verbessert und Nebenwirkungen minimiert. - Muss ich Trazodon einschleichen oder ausschleichen?
Ja. Insbesondere längere Behandlungen sollten langsam ausgeschlichen werden, um Absetzsymptome wie Unruhe oder Schlaflosigkeit zu vermeiden. - Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Holen Sie die Einnahme nicht nach, sondern setzen Sie die Medikation zum nächsten geplanten Zeitpunkt fort. Verdoppeln Sie niemals die Dosis!

