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Tofranil (Imipramine)

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Tofranil (Imipramin) ist ein Medikament zur Behandlung von Depressionen und bestimmten Angststörungen. Es kann auch zur Therapie von nächtlichem Einnässen bei Kindern angewendet werden. Tofranil wirkt, indem es das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn wiederherstellt. Die Einnahme sollte genau nach Anweisung des Arztes erfolgen. Mögliche Nebenwirkungen, wie Mundtrockenheit oder Schläfrigkeit, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Tofranil® (Imipramin) – Umfassende Produktbeschreibung

Grundinformationen zum Arzneimittel

WirkstoffImipramin (INN)
Handelsnamen in ÖsterreichTofranil®, Imipramin Generika
ATC-CodeN06AA02
Darbietungsformen und StärkenFilmtabletten 10 mg, 25 mg, 50 mg; Retardtabletten 75 mg, Tropfen (10 mg/ml)
HerstellerNovartis Pharma, diverse Generika-Hersteller
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (Apothekenpflicht laut österreichischem Arzneimittelgesetz)

Tofranil® ist in Österreich ein bewährtes trizyklisches Antidepressivum zur Behandlung depressiver Erkrankungen und weiterer medizinischer Anwendungsgebiete. Das Arzneimittel wird nur auf ärztliche Verschreibung abgegeben.

Wirkmechanismus (Laien- und Fachinformation)

Für Patient:innen:
Imipramin wirkt, indem es die Konzentration von Botenstoffen (Noradrenalin und Serotonin) im Gehirn erhöht. Diese chemischen Stoffe beeinflussen Stimmung, Antrieb, Schlaf und allgemeines Wohlbefinden positiv.

Für Fachkreise:
Imipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das unspezifisch die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin hemmt (Reuptake-Inhibitor). Zusätzlich wirkt es antagonistisch an muskarinischen, alpha-adrenergen, histaminergen und serotonergen Rezeptoren.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Rasche Aufnahme nach oraler Einnahme, maximale Plasmaspiegel nach 2–6 Stunden.
  • Metabolismus: Lebermetabolisierung (CYP2D6, teils auch CYP3A4); Hauptmetabolit Desipramin (wirksam).
  • Elimination: Ausscheidung überwiegend renal (über die Nieren); Eliminationshalbwertszeit 11–25 Stunden (Imipramin selbst), bis zu 60 Stunden (Desipramin).
  • Dauer der Wirkung: Wirkungseintritt meist nach 1–2 Wochen, klinisch relevantes Ansprechen häufig nach 2–4 Wochen.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

Die Einnahme von Tofranil® erfolgt meist ein- bis zweimal täglich. Beginnen Sie grundsätzlich mit der niedrigsten Dosierung und steigern Sie die Dosis langsam gemäß ärztlicher Anordnung. Für österreichische Patient:innen ist es wichtig, Regelmäßigkeit und Einnahmezeitpunkte einzuhalten, um optimale Wirkung und Verträglichkeit sicherzustellen. Abrupte Therapieabbrüche vermeiden – bei Behandlungsende ist ein Ausschleichen empfohlen.

Morgendliche versus abendliche Einnahme

  • Morgens: Vorteilhaft bei antriebsarmen Depressionen, kann aber zu erhöhter Wachheit führen. Geeignet, wenn Müdigkeit tagsüber vermieden werden soll.
  • Abends: Gute Wahl bei Unruhe oder Schlafstörungen, da Tofranil sedierend wirken kann. Häufige Empfehlung: Hauptdosis abends einnehmen.
  • Tipp: Einnahme stets zur gleichen Tageszeit, ggf. auf eigene Tagesstruktur und Verträglichkeit abstimmen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Tofranil® kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden. Bei empfindlichem Magen kann eine Einnahme zu/nach den Mahlzeiten helfen, Übelkeit zu vermeiden. Typische österreichische Essgewohnheiten haben keinen relevanten Einfluss auf die Wirksamkeit. Alkohol sollte gemieden werden (siehe Interaktionen).

Interaktionswarnungen

InteraktionspartnerRisiko / Empfehlung
Alkohol Wirkungsverstärkung von Sedierung/Beeinträchtigung; Alkohol vermeiden.
Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) Gegenanzeigen aufgrund lebensbedrohlicher Wechselwirkungen (serotonerges Syndrom, Hypertonie).
Andere Antidepressiva u. Psychopharmaka Verstärkte Nebenwirkungen, Risiko für Serotoninsyndrom – ärztliche Überwachung!
Blutdrucksenker (z. B. Clonidin, Guanethidin) Abschwächung der Wirkung möglich.
Johanniskraut Verstärkt metabolische Interaktionen, Wirkungsschwankungen.
Antihistaminika, Anticholinergika Verstärkte anticholinerge Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Herzrasen, Verwirrung.
Grapefruitsaft Kann Stoffwechsel beeinflussen – Genuss einschränken/ärztlich abklären.

Indikationen (zugelassene und Off-Label-Anwendungen)

IndikationZugelassenOff-Label*
Depressive Störungen (Erwachsene)Ja
Therapieresistente DepressionJa
Enuresis nocturna (Bettnässen, Kinder)Ja (nur Kinder ab 5 J.)
Angst- und PanikstörungenJa
Chronische Schmerzen (Neuropathie, Spannungskopfschmerz)Ja
ADHSJa (nur Spezialisten, Off-Label)

* Off-Label-Anwendungen erfolgen ausschließlich auf individueller ärztlicher Verordnung und nach Nutzen-Risiko-Abwägung.

Dosierung gemäß klinischer Indikation

Indikation / Patient:innengruppeInitialdosisErhaltungsdosisMaximaldosis
Erwachsene (Depression) 25–50 mg/Tag 75–150 mg/Tag (aufgeteilt) 200 mg/Tag
Senior:innen (>65 J.) 10–25 mg/Tag 50–100 mg/Tag (langsam steigern) 100 mg/Tag
Kinder (Enuresis nocturna, >5 Jahre) 10 mg vor dem Schlafengehen 10–25 mg/Tag 50 mg/Tag (<12 J.); 75 mg/Tag (>12 J.)

Die individuelle Dosierung erfolgt durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt unter Berücksichtigung des Krankheitsbilds, Alters sowie Begleiterkrankungen.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

HäufigkeitMögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (≥1/10) Mundtrockenheit, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Schwindelgefühl, vermehrtes Schwitzen
Häufig (≥1/100–<1/10) Obstipation, Blutdruckabfall, Zittern, Kopfschmerzen, Sehstörungen
Gelegentlich (≥1/1.000–<1/100) Herzrhythmusstörungen, Harnverhalten, Verwirrtheitszustände
Selten (<1/1.000) Krampfanfälle, allergische Hautreaktionen, Leberfunktionsstörungen
  • Warnhinweis: Risiko für Suizidalität, speziell zu Beginn der Therapie und bei Jugendlichen!
  • Bei starken Nebenwirkungen oder Unwohlsein sofort ärztlichen Rat einholen.

Richtlinien zur richtigen Anwendung – Tipps für Patient:innen

  1. Nehmen Sie Tofranil regelmäßig, möglichst immer zur gleichen Tageszeit.
  2. Vermeiden Sie abruptes Absetzen; Dosisreduktion erfolgt schrittweise und nach ärztlicher Anweisung.
  3. Kombination mit Alkohol vermeiden!
  4. Informieren Sie Apotheker oder Ärztin über alle zeitgleich eingenommenen Arzneimittel.
  5. Fahren Sie erst wieder aktiv Auto, wenn Sie sicher sind, wie das Medikament auf Sie wirkt (Beeinträchtigung möglich).
  6. Blutdruck- und Pulsüberwachung sind ratsam – gerade bei älteren Patient:innen.
  7. Lassen Sie regelmäßige Kontrolltermine und gegebenenfalls Blutuntersuchungen wahrnehmen.
  8. Bei Fragen jederzeit Apotheken- und Ärztin/Arzt-Service nutzen.

Alternative Therapieoptionen (zugelassen / Kassenleistung in Österreich)

  • SSRIs (z. B. Sertralin, Escitalopram): Erstlinientherapie bei Depression/anxietät, meist besser verträglich (weniger anticholinerge Effekte).
  • SNRIs (z. B. Venlafaxin, Duloxetin): Alternative bei nicht ausreichender Wirksamkeit von SSRIs.
  • Andere Trizyklika (z. B. Amitriptylin): Ähnliche Wirkmechanismen, anerkannte Wirksamkeit, höhere Sedierung.
  • Mirtazapin: Gut wirksam bei Depression mit Schlafstörungen, etwas stärkerer Einfluss auf Gewicht.
  • Trazodon: Besonders bei Depressionen mit Schlafstörungen und geringer Suizidalität.

Vorteile von Imipramin: Bewährte Wirkung, besonders bei therapieresistenten Depressionen.
Nachteile gegenüber modernen Antidepressiva: Erhöhte Nebenwirkungsrate (anticholinerge, kardiale Effekte), Vergiftungsrisiko bei Überdosierung.

Rechtliche, Registrierungs- und Erstattungsinformationen (Stand 2024, Österreich)

  • Zulassung: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES – Österreichische Arzneimittelbehörde)
  • Rezeptpflicht: Ja, Abgabe nur mittels gültigem Rezept möglich
  • Kassenleistung: Ja, bei Vorliegen der zugelassenen Indikationen (z. B. Depression, Enuresis nocturna); Erstattung durch österreichische Krankenversicherung (inkl. SVS, ÖGK, BVAEB möglich)
  • Arzneispezialitätenregister: Eintrag Imipramin, diverse Hersteller
  • Besondere Vorschriften: Off-Label-Nutzung und Kinder-/Jugendtherapie nur durch Fachärzt:innen

Neueste Forschung & klinische Empfehlungen (2022 – 2025)

  • Internationale Studien (z. B. "Deutsche S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression", 2022) empfehlen Trizyklika wie Imipramin weiterhin als Mittel der 2. Wahl – insbesondere bei schweren und therapieresistenten Formen.
  • Erhöhtes Monitoring bei Älteren, da Risiken für kardiale Nebenwirkungen bestehen (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, 2023).
  • Offizielle Empfehlung: Bei Kindern nur in speziellen Situationen (z. B. Enuresis nocturna), nicht als Standard-Antidepressivum (ÖGPP, 2023).
  • Deutliche Überlegenheit moderner SSRI bei leichter bis mittelschwerer Depression hinsichtlich Verträglichkeit und Suizidprävention.

Verfügbarkeit & Lieferung (Packungsgrößen, Preise, Lieferung in Österreich)

PackungsgrößeInhaltRichtpreis (Stand 03/2024)*Lieferzeit (Wien)Lieferzeit (Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck)
Klein30 Tabletten / Tropfenflasche (20 ml)ca. €13,–1 Werktag1–2 Werktage
Standard50 Tabletten / Tropfenflasche (40 ml)ca. €20,–1 Werktag1–2 Werktage
Groß100 Tablettenca. €33,–1 Werktag1–3 Werktage

* Preisschwankungen je nach Hersteller und Apotheke möglich. Lieferung ab Vorlage des gültigen Rezeptes.

FAQ – Häufig gestellte Fragen von Patient:innen

Wie lange dauert es, bis Tofranil wirkt?

Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt meist nach 1–2 Wochen spürbar ein, das volle Wirkspektrum entfaltet sich nach etwa 2–4 Wochen. Bleibt die Wirkung aus, wenden Sie sich an Ihre behandelnde Ärztin/Ihren Arzt.

Kann ich Tofranil mit anderen Antidepressiva kombinieren?

Imipramin sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache mit anderen Antidepressiva kombiniert werden. Es besteht ein Risiko von Wechselwirkungen und Nebenwirkungen (z. B. Serotonin-Syndrom).

Muss ich auf bestimmte Lebensmittel verzichten?

Generell nicht. Grapefruitsaft kann selten den Arzneistoffspiegel erhöhen, sollte deshalb nur gelegentlich konsumiert werden. Alkohol wird nicht empfohlen.

Kann Tofranil abhängig machen?

Imipramin ist nicht suchterzeugend, aber ein plötzlicher Therapieabbruch kann zu Absetzerscheinungen führen (z. B. Unruhe, Schlafstörungen). Daher immer ausschleichen!

Darf ich mit Tofranil Auto fahren?

Vor allem zu Therapiebeginn sowie bei erhöhter Müdigkeit oder Schwindelgefühl ist Vorsicht geboten. Klären Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ab, ob das sichere Führen von Fahrzeugen möglich ist.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 75mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill