Prometrium (Progesteron): Umfassende Patienteninformation für Österreich
Grundlegende Produktinformationen
| Wirkstoff | Progesteron (INN) |
|---|---|
| Handelsnamen in Österreich | Prometrium®, Utrogestan® |
| ATC-Code | G03DA04 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken | Kapseln: 100 mg & 200 mg (oral und vaginal); Zäpfchen: 100 mg; orale Suspension |
| Hersteller | BESINS Healthcare Germany GmbH, Capsugel Belgium NV |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig (ärztliches Rezept erforderlich) |
Wirkmechanismus
Einfach erklärt:
Progesteron ist ein natürliches weibliches Geschlechtshormon, das vor allem in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus sowie in der Schwangerschaft gebildet wird. Prometrium ergänzt dieses Hormon im Körper, gleicht einen Mangel aus, und hilft, die normale Funktionsweise der weiblichen Geschlechtsorgane zu unterstützen, z.B. bei Kinderwunsch, Hormonmangel oder in der Menopause.
Für Fachkreise:
Progesteron agiert durch Bindung an intrazelluläre Progesteronrezeptoren im Endometrium, Brustdrüsengewebe und ZNS. Es antagonisiert östrogeninduzierte Proliferationen des Endometriums, fördert sekretorische Transformation und bereitet das Gewebe auf eine mögliche Implantation vor.
Pharmakokinetik
- Resorption: Nach oraler Gabe rasche Aufnahme, maximale Plasmaspiegel innerhalb 2-3 Stunden. Vaginale Gabe führt zu lokal höheren Konzentrationen im Uterus.
- Verteilung: Hohe Plasmaproteinbindung, vorwiegend an Albumin und transcortin.
- Stoffwechsel: Metabolisierung in der Leber zu Pregnanediolen und deren glucuronierten Metaboliten.
- Ausscheidung: Über die Nieren, Halbwertszeit ca. 13–18 Stunden.
- Wirkdauer: Tägliche Einnahme empfohlen, da Progesteron nicht langlebig gespeichert wird.
Prometrium im Alltag: Anwendung & bewährte Praktiken
- Typische Dosierung:
- Zur Hormontherapie in der Menopause (zusammen mit Östrogen): 100–200 mg täglich, meist abends oral oder vaginal.
- Im Rahmen der assistierten Reproduktion (künstliche Befruchtung): 200–600 mg täglich, vaginal.
- Bei Lutealphasenunterstützung: 100–200 mg täglich, individuell angepasst.
- Wichtige Hinweise: Tabletten/Kapseln mit reichlich Wasser schlucken, möglichst zur gleichen Tageszeit einnehmen.
- Vaginale Anwendung: Kapsel direkt in die Scheide einführen, idealerweise abends vor dem Schlafengehen.
Österreichischer Alltagstipp:
Bei Unsicherheiten zur Dosis oder Anwendung wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin. Apotheken in Österreich beraten Sie individuell auch zum Umgang mit Applikatoren oder Hilfsmitteln.
Einnahme morgens vs. abends
- Abends: Viele Frauen berichten über eine bessere Verträglichkeit (z.B. weniger Schwindel oder Müdigkeit am Tag). Die abendliche Einnahme minimiert auch mögliche Nebenwirkungen wie Benommenheit.
- Regelmäßigkeit: Täglich zur selben Zeit erhöht die Wirksamkeit. Bei vaginaler Anwendung empfiehlt sich abends, da die Kapsel dann besser in der Scheide verbleibt.
- Verpasste Dosis: Vergessen Sie einmal eine Einnahme, holen Sie diese sobald möglich nach. Ist die nächste Einnahme bald fällig, lassen Sie die vergessene Dosis aus.
Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern — Auswirkung der Ernährung
- Orale Anwendung: Einnahme mit einer fetthaltigen Mahlzeit (oberösterreichisches Jausenbrot, Tiroler Speckbrot) erhöht die Aufnahme und Wirksamkeit von Progesteron deutlich.
- Nüchtern: Niedrigere und schwankende Plasmaspiegel. Nicht empfohlen.
- Empfehlung: Kapseln nach einer ausgewogenen Mahlzeit einnehmen.
Wechselwirkungen & wichtige Warnhinweise
| Interagierender Stoff/Bedingung | Beschreibung | Konsequenz/Tipp |
|---|---|---|
| Alkohol | Kann Schläfrigkeit oder Benommenheit verstärken | Alkoholkonsum möglichst vermeiden |
| CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin) | Reduzieren Progesteronspiegel | Arzt über alle Medikamente informieren |
| CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Grapefruit, Itraconazol) | Steigern Progesteronspiegel | Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme |
| Östrogene | Kombinierte Hormonersatztherapie | Strikte medizinische Überwachung |
| Blutdruckmedikamente (bestimmte Beta-Blocker) | Seltene Interaktionen möglich | Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks |
| Milchprodukte | Kein relevanter Einfluss auf Progesteron | Können normal konsumiert werden |
Zugelassene und Off-Label-Anwendungsgebiete
| Indikation | Zugelassen in Österreich | Bemerkung |
|---|---|---|
| Hormonersatztherapie in der Menopause | Ja | Kombiniert mit Östrogen |
| Lutealphasenunterstützung in IVF/ICSI-Zyklen | Ja | Meist vaginal |
| Zyklusstörungen (sekundäre Amenorrhö, Dysfunktionelle Blutungen) | Ja | Nach ärztlicher Anordnung |
| Vorgeschädigtes Endometrium/luteale Insuffizienz | Ja | Nach Diagnosestellung durch den Facharzt |
| Prävention habitueller Abort | Off-label | Wissenschaftlich unterstützt, aber individuell zu entscheiden |
| Vorzeitige Wehentätigkeit | Off-label | Nicht Standardtherapie, Einsatz nach individueller Risikoabwägung |
Dosierung nach Indikation und Patientengruppe
| Indikation/Patientengrupp | Dosis (oral) | Dosis (vaginal) | Dosis (ältere Patienten) |
|---|---|---|---|
| Menopause (HRT: Kombinationstherapie) | 100 mg abends oder 200 mg abends, über 12–14 Tage/Monat | 100–200 mg abends | Start mit niedrigerer Dosis empfohlen |
| Lutealphasenunterstützung in IVF | — | 200–600 mg täglich (aufgeteilt), meist vaginal | Standarddosis, individuelle Anpassung |
| Zyklusstörung/Amenorrhö | 200 mg abends, 10–14 Tage monatlich | — | Abhängig von Begleiterkrankungen |
| Pädiatrische Anwendung | Nach strenger ärztlicher Indikation, selten indiziert | Nur unter Facharztsupervision | — |
Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen
| Sehr häufig/Häufig (>1/10 / >1/100) | Gelegentlich (>1/1.000) | Selten/Sehr selten (<1/10.000) | Warnhinweise |
|---|---|---|---|
| Müdigkeit, Benommenheit Kopfschmerzen Brustspannen Magen-Darm-Beschwerden | Schmierblutungen Stimmungsschwankungen Wassereinlagerungen | Hautausschlag Gelbsucht Thromboembolien (sehr selten) |
|
Richtiger Umgang & Anwendungshinweise
- Medikamentenkapseln gut verschließen und kühl, aber nicht gefrieren.
- Vor Kindern und lichtgeschützt aufbewahren.
- Kein eigenmächtiges Absetzen oder Dosisänderung ohne Rücksprache mit Arzt/Ärztin!
- Bei Nebenwirkungen wie Schwindel oder Blutungen sofort den Arzt kontaktieren.
- Bei vaginaler Anwendung: Hände vor und nach dem Einführen gründlich waschen.
- Alteblister und Restmedikation in österreichischen Apotheken umweltgerecht entsorgen.
Alternativtherapien & Vergleich
- Dydrogesteron (Duphaston®): Ähnlich in der Anwendung, synthetisches Progestin, weniger Müdigkeit, teils andere Nebenwirkungen. In Österreich erstattungsfähig (NFZ).
- Medroxyprogesteron (Provera®): Breiteres Nebenwirkungsspektrum, günstiger, zur einmaligen oder sequentiellen Therapie.
- Norethisteron (Primolut-Nor®): Synthetisches Progestin, günstiger, seit Jahren als Periodenverschieber und bei Blutungsstörungen eingesetzt.
- Natürliche Progesteroncremes: Nicht verschreibungspflichtig, jedoch ungeprüfte Biosicherheit & Wirksamkeit; keine Empfehlung laut Leitlinien.
Vorteile von Prometrium®: Natürliches Hormon, geringeres Risiko für negative Stoffwechselwirkungen, in Österreich bewährt und sicher, auch für Kinderwunsch anerkannt.
Nachteile: Orale Form manchmal weniger stabil im Blut, häufiger Schläfrigkeit; teurer als synthetische Alternativen.
Rechtslage, Registrierung & Kosten in Österreich
- Zulassung: Registriert durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES), zugelassen für obige Anwendungsgebiete.
- Erstattung: Teilweise erstattungsfähig durch den österreichischen Hauptverband der Sozialversicherungsträger (vormals NFZ).
- Verschreibung: Verschreibungspflichtig, nur auf ärztliches Rezept erhältlich.
- Apothekenpflicht: Nur in lizenzierten österreichischen Apotheken erhältlich, auch über Online-Apotheken mit Rezept-Bestätigung.
- Preis: Orientierungswert (Stand 2024):
- Prometrium® 100 mg, 30 Kapseln: ca. 34,00 €
- Prometrium® 200 mg, 30 Kapseln: ca. 51,00 €
Neueste Forschung und Leitlinien (2022–2025)
- Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie & Geburtshilfe (OEGGG, 2023): Natürliches Progesteron als Mittel der Wahl für die Hormonersatztherapie bei Frauen mit Gebärmutter.
- Internationales Update (NICE 2022, ESHRE 2024): Progesteron bei Lutealphasendefizit und IVF gut verträglich, erhöhte Lebersorgfalt bei Langzeitanwendung.
- Neuere Studien zeigen kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei kurzfristiger Anwendung in der Menopausetherapie, aber fortlaufende ärztliche Kontrolle empfohlen.
- Bei assistierten Reproduktionen: Vaginale Progesteron-Gabe bevorzugt, da weniger systemische Nebenwirkungen (ESHRE Guideline, 2024).
Verfügbarkeit & Lieferung
| Paketgröße | Unverbindlicher Apothekenpreis | Lieferung nach Wien | Lieferung nach Graz | Lieferung nach Linz | Lieferung nach Innsbruck |
|---|---|---|---|---|---|
| 30 Kapseln (100 mg) | 34,00 € | 1 Werktag | 1-2 Werktage | 1 Werktag | 2 Werktage |
| 30 Kapseln (200 mg) | 51,00 € | 1 Werktag | 1-2 Werktage | 1 Werktag | 2 Werktage |
| 60 Kapseln (100 oder 200 mg) | 68,00 € bis 99,00 € | 2 Werktage | 2-3 Werktage | 2 Werktage | 3 Werktage |
Hinweis: Preise und Lieferzeiten können regional abweichen. Express-Lieferung auf Anfrage. Rezeptnachweis erforderlich!
FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen
- Wie lange muss ich Prometrium einnehmen?
Die Therapiedauer ist abhängig von Ihrer Diagnose. Bei Menopausetherapie häufig 12–14 Tage/Monat, bei Kinderwunsch meist bis Schwangerschaft bestätigt ist. Ihr behandelnder Arzt entscheidet individuell. - Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergesse?
Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein. Ist die nächste Einnahme bald fällig, lassen Sie die vergessene Dosis aus und setzen Sie wie gewohnt fort. Nicht doppelt dosieren. - Ist Prometrium während der Stillzeit erlaubt?
Die Anwendung in der Stillzeit ist nur nach strenger Risiko-Nutzen-Abwägung und ärztlicher Rücksprache gestattet. In der Regel wird von einer Anwendung während des Stillens abgeraten. - Kann ich Prometrium eigenständig absetzen?
Nein, Änderungen oder das Beenden der Therapie dürfen nur in Abstimmung mit Ärztin/Arzt erfolgen, um Komplikationen zu vermeiden! - Wirkt sich Prometrium auf die Fahrtüchtigkeit aus?
Ja, vor allem zu Therapiebeginn können Müdigkeit und Benommenheit auftreten. Achten Sie darauf, wie Sie auf das Medikament reagieren, bevor Sie aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

