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Anastrozole

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Anastrozol ist ein Arzneimittel, das häufig zur Behandlung von Brustkrebs bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Produktion des Hormons Östrogen im Körper verringert, welches das Tumorwachstum beeinflussen kann. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob Anastrozol für Sie geeignet ist. Bitte nehmen Sie das Medikament genau nach ärztlicher Anweisung ein.

Anastrozol – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformation

Internationaler Freiname (INN) Anastrozol
Handelsnamen in Österreich Arimidex®, Anastrozol 1A Pharma®, Anastrozole Accord®, Anastrozol ratiopharm®
ATC-Code L02BG03
Darreichungsformen, Stärken Filmtabletten à 1 mg
Hersteller / Inverkehrbringer AstraZeneca, Sandoz, Accord Healthcare, ratiopharm
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (ärztliche Verordnung notwendig)

Wirkmechanismus

Für Patienten verständlich:
Anastrozol gehört zu den sogenannten Aromatasehemmern. Das Medikament blockiert die Aromatase, ein Enzym, das in den Wechseljahren die Umwandlung von Androgenen (männliche Hormone) in Östrogen ermöglicht. Dadurch wird die körpereigene Produktion von Östrogen gesenkt – ein wichtiger Schritt bei hormonabhängigem Brustkrebs, da viele Tumore durch Östrogen zum Wachsen angeregt werden.

Für Fachpersonal:
Anastrozol ist ein selektiver, nicht-steroidaler Aromataseinhibitor, der die Östrogenbildung in Fett-, Muskel- und Hautzellen blockiert, indem er die Umwandlung von Androstendion und Testosteron zu Estron und Estradiol verhindert. Es hemmt so das Tumorwachstum bei Östrogenrezeptor-positivem Mammakarzinom postmenopausaler Frauen.

Pharmakokinetik (Wirkverlauf im Körper)

  • Absorption: Rasch und vollständig nach oraler Einnahme (ca. 83–85 % Bioverfügbarkeit)
  • Metabolisierung: Über die Leber (CYP3A4, CYP2C8/9), Umwandlung in inaktive Metaboliten
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal, ca. 60 % mit dem Urin (davon nur etwa 10 % als Muttersubstanz)
  • Halbwertszeit: Ca. 40–50 Stunden – daher reicht eine einmal tägliche Einnahme aus
  • Maximale Plasmakonzentration: 2 Stunden nach Einnahme erreichbar

Anwendung im Alltag und optimale Einnahmepraxis

  • Standarddosierung: 1 mg Tablette einmal täglich, vorzugsweise stets zur selben Tageszeit
  • Die Tablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit schlucken
  • Dem Therapieplan Ihres behandelnden Arztes folgen; nicht eigenmächtig ändern oder absetzen
  • Im Regelfall ist keine Dosisanpassung bei älteren Menschen notwendig
  • Keine spezielle Vorgabe zu Mahlzeiten, siehe dazu Abschnitt 'Einnahme mit oder ohne Nahrung'

In Österreich ist Anastrozol besonders bei Frauen nach der Menopause mit Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs ein wichtiges Medikament. Männer oder prämenopausale Frauen erhalten es nur nach strenger ärztlicher Indikation.

Dosierung morgens vs. abends – Tipps zur Einnahme

  • Es gibt keinen relevanten Unterschied zwischen Einnahme am Morgen oder Abend.
  • Empfohlen wird die Einnahme zu einer festen Tageszeit, um die Regelmäßigkeit zu fördern (z. B. morgens mit dem Kaffee oder abends vor dem Schlafengehen).
  • Falls Nebenwirkungen wie Müdigkeit dominieren, kann die Einnahme am Abend helfen.
  • Tipp: Erinnerungs-App oder Tablettendose kann helfen, die tägliche Einnahme zuverlässig einzuhalten.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Anastrozol kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • In Studien gab es keine signifikanten Unterschiede bei Aufnahme und Wirksamkeit.
  • Bei Magenbeschwerden empfiehlt sich die Einnahme nach einer kleinen Mahlzeit – dies ist besonders bei der traditionellen österreichischen Kost (reichhaltiges Frühstück oder deftiger Mittagssnack) oft angenehmer.

Wichtige Wechselwirkungen

InteraktionspartnerEmpfohlene Maßnahme
Östrogenhaltige Präparate (z. B. Hormontherapie) Können die Wirkung von Anastrozol aufheben – Kombination vermeiden!
Tamoxifen Wirkt antagonistisch – darf nicht gleichzeitig angewendet werden
CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Johanniskraut) Können Plasmaspiegel senken – Kontrolle/Anpassung empfohlen
CYP3A4-Hemmer (z. B. Verapamil, Cimetidin) Keine klinisch relevante Interaktion beschrieben
Lebensmittel/Alkohol Alkohol in kleinen Mengen erlaubt, übermäßiger Konsum und Grapefruitsaft meiden

Indikationen (Zugelassene und Off-label-Anwendungen)

IndikationStatusBemerkung
Adjuvante Therapie des Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms nach der Menopause Zugelassen Standard in Österreich gemäß EBM-Richtlinien
Therapie des fortgeschrittenen Brustkrebses postmenopausal Zugelassen Erst- oder Zweitlinienbehandlung
Prämenopausale Brustkrebspatientinnen Off-Label Nur in Kombination mit ovarieller Suppression
Männlicher Brustkrebs Off-Label Nur nach individueller Nutzen/Risiko-Bewertung
Ovulationsinduktion (Fruchtbarkeitssteigerung) Off-Label Nur nach Spezialisten-Empfehlung
Pubertas praecox, Gynäkomastie (bei Kindern) Off-Label Sehr selten, streng ärztlich kontrolliert

Empfohlene Dosierungen – Übersicht

Indikation Erwachsene Ältere Kinder
Adjuvante/fortgeschrittene Brustkrebserkrankung 1 mg 1x täglich 1 mg 1x täglich nicht empfohlen
Off-Label-Anwendungen 1 mg 1x täglich (individuell) 1 mg 1x täglich Nur nach Spezialverordnung (Gynäkomastie: 0,5–1 mg/Tag max.)

Die Dauer der Behandlung wird durch Ihren behandelnden Onkologen individuell festgelegt und kann bis zu 5 Jahre oder länger betragen.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Sehr häufig / Häufig (>1/10–1/100)Gelegentlich / Selten (<1/1000)
  • Hitzewallungen
  • Gelenkschmerzen/Steifheit, Arthralgie
  • Vaginale Trockenheit
  • Hautausschlag
  • Übelkeit
  • Schwäche, Müdigkeit
  • Osteoporose/Frakturen
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Leberfunktionsstörungen, Hepatitis
  • Überempfindlichkeitsreaktionen, Angioödem
  • Carpaltunnelsyndrom
  • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Blutgerinnungsstörungen (sehr selten)

Warnhinweise: Bei Anzeichen von schweren Hautreaktionen, plötzlicher Atemnot, Schwellungen (Gesicht, Zunge, Rachen) oder Gelbfärbung der Haut/der Augen bitte umgehend medizinische Hilfe suchen.

Richtlinien für die fachgerechte Anwendung (Tipps für Österreich)

  • Regelmäßige Kontrolle der Knochendichte, vor allem bei Osteoporose-Risikopatientinnen – Vitamin D und Calcium können empfohlen werden
  • Blutfettwerte regelmäßig ärztlich überprüfen lassen
  • Bei anhaltenden Gelenkschmerzen oder Muskelschwäche Rücksprache mit Ihrem Arzt!
  • Unzureichende Wirksamkeit? Einnahmezeiten und mögliche Präparatewechsel mit dem Behandlungsteam besprechen
  • Medikament außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Die Entsorgung nicht mehr benötigter Tabletten über Apothekenrückgabestellen

Alternative Behandlungsoptionen (erstattungsfähige Medikamente in Österreich, Vergleich)

Wirkstoff Handelsnamen Österreich Wirkmechanismus Hauptvorteile Nachteile
Letrozol Femara®, Letrocur® Aromatasehemmer Sehr ähnlich zu Anastrozol, erste Wahl bei Unverträglichkeit Vergleichbare Nebenwirkungen; Kosten ähnlich
Exemestan Aromasin® Steroide Aromataseinhibitor Andere chemische Klasse, Alternative bei Resistenz gegen Anastrozol/Letrozol Arthralgien, gelegentlich mehr Magen-Darm-Beschwerden
Tamoxifen Nolvadex®, Tamoxifen-ratiopharm® Selektiver Östrogenrezeptormodulator Vor allem prämenopausal nützlich, anderes Nebenwirkungsprofil Mehr Risiko für Thrombosen, Endometriumkarzinom

Alle oben genannten Alternativen sind in Österreich über das „Erstattungskodex“ (EKO) gelistet und werden bei medizinischer Notwendigkeit durch die Sozialversicherung (ÖGK, SVS, BVAEB) erstattet.

Rechtlicher, regulatorischer und erstattungsrechtlicher Status in Österreich

  • Zulassung: Über die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES); EU-weit durch EMA-zentrale Zulassung
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig, Abgabe ausschließlich in Apotheken
  • Erstattung: Eingeschränkt erstattungsfähig je nach Indikation (z.B. EKO für Brustkrebstherapie)
  • Verordnungsweise: Spezielles ONK-Formular durch behandelnde Onkolog*innen erforderlich
  • Hersteller-Informationen, Arzneimittelsicherheit: Regelmäßige Pharmakovigilanz, aktuelle Sicherheitsdatenblätter über AGES/EMA erhältlich

Aktuelle Studien und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • AGO-Leitlinien 2024 (Brustkrebs): Anastrozol als Standard-Aromatasehemmer bei postmenopausalen Frauen empfohlen, Behandlungsdauer 5–10 Jahre möglich, individuelle Anpassung je nach Rezidivrisiko
  • St. Gallen International Breast Cancer Conference 2023: Bestätigung der Wirksamkeit, Diskussion der Kombination mit CDK4/6-Hemmern bei fortgeschrittenem Brustkrebs
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) 2023: Langzeitdaten bestätigen Nutzen, Knochenschutzmaßnahmen empfohlen
  • Literatur: Ballinger TJ et al. (2023): „Long-term efficacy and safety of anastrozole in early breast cancer - a 10-year follow-up“; Schmid P, et al. (2024): „Aromatase Inhibitors in Adjuvant Setting – Update“ in Der Gynäkologe

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße Stück pro Packung Kassenpreis (Indikation: Brustkrebs, Stand 2024)* Übliche Lieferzeit (Apotheke vor Ort)
Klein 14, 28 Stk. ca. €18–35 innerhalb von 1 Werktag
Standard 56 Stk. ca. €65 sofort verfügbar
Groß 90, 100 Stk. ca. €110–125 1–2 Werktage

*Preise können je nach Hersteller, Abgabepreis und Sozialversicherung leicht variieren. Lieferung in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck üblicherweise am selben oder nächsten Tag bei rechtzeitiger Bestellung.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  • Wie lange muss ich Anastrozol einnehmen?
    Meistens wird eine Einnahmedauer von mindestens 5 Jahren empfohlen. Bei erhöhtem Rückfallrisiko kann die Therapie auf bis zu 10 Jahre ausgedehnt werden. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr Arzt bespricht individuell das optimale Behandlungsschema mit Ihnen.
  • Darf ich während der Behandlung mit Anastrozol Alkohol trinken?
    Gelegentlicher, geringer Alkoholkonsum ist erlaubt. Übermäßiges Trinken sollte gemieden werden, da Leber und Stoffwechsel bereits durch das Medikament beansprucht werden können.
  • Was ist zu tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Tablette so bald wie möglich ein. Wenn der nächste Einnahmezeitpunkt bereits sehr nahe ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie das Medikament regulär weiter ein. Niemals die doppelte Dosis einnehmen!
  • Was sind Warnzeichen, bei denen ich sofort einen Arzt aufsuchen sollte?
    Bei plötzlichen Atemnot, Schwellungen im Gesicht/Hals, Hautausschlag oder Gelbfärbung der Augen/Haut sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
  • Beeinflusst Anastrozol meine Fruchtbarkeit?
    Da Anastrozol den Östrogenspiegel deutlich reduziert, ist die Fruchtbarkeit bei Frauen in der Regel beeinträchtigt. Es wird nicht bei Frauen mit Kinderwunsch eingesetzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

1mg

Paket: No selection

14 pill, 28 pill, 42 pill, 56 pill