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Olanzapine

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Olanzapin ist ein Medikament, das zur Behandlung von bestimmten psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt wird. Es hilft, Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder starke Stimmungsschwankungen zu lindern. Olanzapin wirkt auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn und wird in Tablettenform eingenommen. Die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt. Bitte nehmen Sie Olanzapin immer genau nach ärztlicher Anweisung ein.

Zyprexa® (Olanzapin): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Olanzapin
Österreichische Handelsnamen Zyprexa®, Olanzapin Accord®, Olanzapin Sandoz®, Olanzapin Teva®
ATC-Code N05AH03
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg), Schmelztabletten (5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg), Injektionslösung (10 mg als Zyprexa Velotab®)
Hersteller Eli Lilly, Sandoz, Teva, Accord
Rezeptstatus Verschreibungspflichtig (Rx)

Wirkmechanismus (Einfache & Fachliche Erklärung)

Laienverständliche Erklärung: Olanzapin wirkt im Gehirn, indem es bestimmte Botenstoffe (u.a. Dopamin, Serotonin) reguliert. Dadurch werden Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen und starke Unruhe gelindert.
Fachliche Erklärung: Olanzapin ist ein atypisches Antipsychotikum. Es blockiert vor allem Dopamin-D2- und Serotonin-5HT2A-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Dies bietet eine antipsychotische wie auch stimmungsstabilisierende Wirkung und resultiert in einer geringeren Häufigkeit motorischer Nebenwirkungen (EPS) im Vergleich zu klassischen Neuroleptika.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gut aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen, absolute Bioverfügbarkeit ca. 60-80 %. Maximale Blutkonzentration ~5–8 Stunden nach Einnahme.
  • Metabolisierung: Hepatisch (v.a. CYP1A2, CYP2D6; Glukuronidierung); aktiver Metabolit spielt klinisch kaum eine Rolle.
  • Elimination: Über Urin (57 %) und Stuhl (30 %) als Metaboliten.
  • Wirkdauer: Terminale Halbwertszeit 21–54 Stunden. Einmal tägliche Gabe ausreichend.

Anwendung & Gebrauch im Alltag (Österreichischer Kontext)

  • Übliche Dosis: Bei Erwachsenen meist 5–20 mg/Tag, je nach Indikation.
  • Einnahme: Tablette/Schmelztablette unzerkaut mit etwas Wasser, unabhängig von Mahlzeiten. Bei Injektionslösung: Anwendung durch medizinisches Personal.
  • Hinweis für Österreich: Vorrangig über Haus- oder Facharzt (Psychiatrie) verschrieben. Regelmäßige Therapieüberwachung durch behandelnde Praxis, Dokumentation im e-Medikationsakt empfohlen.
  • Empfohlene Begleitung: Teilnahme an psychosozialen Unterstützungsprogrammen, Ernährungsberatung zur Gewichtskontrolle (speziell österreichische Ernährungsgewohnheiten beachten).

Einnahme morgens oder abends? (Tipps zur Regelmäßigkeit)

  • Abendliche Einnahme empfohlen: Vorteil: Müdigkeit als häufige Nebenwirkung tritt nachts auf und wird so weniger wahrgenommen.
  • Morgendliche Einnahme: Möglich bei Patienten ohne starke Müdigkeit. Vorteil: Vereinfachte Tabletteneinnahme im Rahmen des Frühstücks.
  • Regelmäßigkeit: Einnahme immer zur gleichen Zeit, um gleichmäßigen Wirkspiegel zu sichern. Tageszeit in Absprache mit Arzt/Ärztin festlegen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung?

Olanzapin kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden; österreichische Essgewohnheiten (z.B. Hauptmahlzeit mittags, Abendbrot) haben keinen wesentlichen Einfluss auf Wirkung oder Nebenwirkungen. Tipp: Bei häufiger Magenunverträglichkeit Einnahme mit leichter Mahlzeit versuchen.

Interaktionen (Lebensmittel, Alkohol, Arzneimittel)

Interaktionspartner Bedeutung/Risikohinweis
Alkohol Verstärkte Beruhigung, Gefahr von Koordinationsstörungen – Kombination vermeiden!
Grapefruit(-saft) Könnte theoretisch CYP-Enzyme beeinflussen, ist aber für Olanzapin klinisch wenig relevant.
Rauchen Induziert CYP1A2 → kann den Plasmaspiegel senken. Rauchen/Haushaltsrauch beachten.
Carbamazepin (Epilepsie) Kann Metabolisierung von Olanzapin beschleunigen – Olanzapin-Wirkung kann abgeschwächt sein.
Andere ZNS-dämpfende Medikamente (Benzodiazepine, starke Schmerzmittel) Verstärkung von Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Verwirrtheit möglich.
Antihypertensive Medikamente Ortho­statische Hypotonie kann häufiger auftreten.

Indikationen (Zugelassen, Off-Label)

Indikation Zugelassen in Österreich? Bemerkung
Schizophrenie (akut & Erhaltung) Ja Hauptanwendung, Erst- und Rezidivtherapie
Bipolare Störungen (manische Episoden, Phasenprophylaxe) Ja Monotherapie oder Kombinationstherapie
Therapieresistente Depression (Zusatz-therapie) Off-Label Nur nach fachärztlicher Rücksprache
Demenzassoziierte Psychosen/Verhaltensstörungen Nein (Off-Label) Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung
Andere psychotische Störungen Je nach Einzelfall IDividuelle klinische Entscheidung

Dosierung gemäß klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Ältere Patienten Jugendliche (13–17 Jahre)
Schizophrenie Initial 10 mg/Tag, Steigerung auf 5–20 mg/Tag, individuell angepasst. Initialdosis 5 mg/Tag, vorsichtige Dosisanpassung. Meist 5–10 mg/Tag; Maximaldosis 20 mg/Tag, ärztliche Kontrolle notwendig.
Manie, Bipolare Störung Initial 10–15 mg/Tag, Erhaltungsdosis 5–20 mg. Gleiche Anpassung wie bei Schizophrenie. Nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (>10 %): Gewichtszunahme, Schläfrigkeit/Müdigkeit, erhöhter Appetit
  • Häufig (1–10 %): Erhöhte Blutzuckerwerte, erhöhte Blutfettwerte, Mundtrockenheit, Verstopfung, Schwindel
  • Gelegentlich (0,1–1 %): Leichtes Zittern, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Leberwertveränderungen, Bewegungsstörungen
  • Selten (<0,1 %): Krampfanfälle, schwere allergische Reaktionen, Malignes neuroleptisches Syndrom

Wichtige Warnhinweise:
– Risiko für Diabetes und metabolisches Syndrom erhöht – regelmäßige Gewichtskontrolle und Blutzuckermessungen erforderlich.
– Bei älteren Patienten mit Demenz besteht erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Mortalität.
– Plötzliche Absetzung vermeiden; ausschleichen unter ärztlicher Begleitung!

Hinweise für den richtigen Gebrauch – Apotheker- und Klinikempfehlungen

  • Therapie immer regelmäßig und in der vom behandelnden Arzt verordneten Dosierung durchführen.
  • Erste Erfolge nach einigen Tagen, aber maximale Wirkung oft erst nach 2–6 Wochen.
  • Mögliche Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder verlangsamte Verdauung bei Ihrer Apotheke oder Ärztin/Ihrem Arzt melden.
  • Regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen (Blutbild, Zucker-/Lipidstatus, Leberwerte).
  • Bei Reise oder Krankenhausaufenthalt stets Einnahmeplan vorlegen.
  • Eine vergessene Einnahme nie durch Doppeldosis kompensieren! Einfach fortsetzen, wie verschrieben.
  • Medikament außerhalb der Reichweite von Kindern und lichtgeschützt lagern (Raumtemperatur).

Alternative Therapieoptionen (in Österreich erstattungsfähig/NFZ)

  • Risperidon (Risperdal®): Vorteil: Tabletten- und Tropfenform, auch für Ältere gut geeignet; Nachteil: mehr motorische Nebenwirkungen bei höheren Dosen.
  • Quetiapin (Seroquel®): Vorteil: Weniger motorische Begleiterscheinungen, Einsatz auch zur Schlafstabilisierung; Nachteil: Sedation, Gewichtszunahme möglich.
  • Aripiprazol (Abilify®): Vorteil: Geringes Risiko für Gewichtszunahme, auch als Depotspritze; Nachteil: Erregung, Schlaflosigkeit möglich.
  • Clozapin (Leponex®): Vorteil: Sehr wirksam bei therapieresistenter Schizophrenie; Nachteil: Erhöhtes Risiko für Agranulozytose, engmaschige Blutbildkontrollen nötig.

Alle genannten Präparate werden unter bestimmten Voraussetzungen von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK – vormals NFZ) erstattet.

Rechtliche Situation, Zulassung & Erstattung in Österreich

  • Zulassung: Von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen.
  • Rezeptpflicht: Streng rezeptpflichtig nach §52 AMG; Abgabe in öffentlichen Apotheken nach ärztlicher Verschreibung und Eintragung ins e-Rezept-System.
  • Erstattung: Zyprexa® und generische Olanzapin-Präparate sind erstattungsfähig im Rahmen der grünen Box (sog. "Erstattungskodex"); der behandelnde Arzt entscheidet über die Indikation.
  • Verordnung: Nur durch Fachärzte für Psychiatrie oder Allgemeinmediziner nach entsprechender Anamnese und Indikationsstellung.

Aktuelle Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktuelle S3-Leitlinie „Schizophrenie“ (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, 2023) empfiehlt Olanzapin als ein wirksames Mittel der ersten Wahl, wobei auf die metabolischen Risiken und Gewichtszunahme besonders geachtet werden muss.
  • Studien der Europäischen Psychiatrischen Vereinigung (EPA 2024) bestätigen die Wirksamkeit von Olanzapin in der Rückfallprophylaxe und bei affektiven Störungen.
  • Neue Forschung (Lancet Psychiatry, 2023; AJP, 2024) zeigt weiterhin bessere Wirkung im Vergleich zu klassischen Neuroleptika, jedoch erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber kardiometabolischen Komplikationen notwendig.

Verfügbarkeit & Lieferung

Packungsgröße Typischer Apothekenpreis (EUR) Lieferzeit (Wien) Lieferzeit (Linz, Graz, Innsbruck)
28 Tabletten (10 mg) ca. 39–54 € Sofort bis 1 Tag 1–2 Tage
56 Tabletten (10 mg) ca. 75–99 € Sofort bis 1 Tag 1–2 Tage
14 Schmelztabletten (10 mg) ca. 22–32 € Sofort bis 1 Tag 1–2 Tage
Injektionslösung ca. 130–180 €/5 Durchstechflaschen 1–2 Tage 2–3 Tage

FAQ – Häufige Patientenfragen & Antworten

  • 1. Kann ich Olanzapin zusammen mit anderen Psychopharmaka einnehmen?
    Ja, aber immer nur nach ausdrücklicher ärztlicher Anordnung! Wechselwirkungen möglich, regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich.
  • 2. Muss ich meine Ernährung umstellen?
    Eine ausgewogene, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung ist empfehlenswert, um Gewichtszunahme zu vermeiden. Die Österreichische Gesundheitskasse bietet Ernährungskurse an.
  • 3. Wie lange muss ich Zyprexa® einnehmen?
    Die Behandlungsdauer ist individuell, meist jedoch mehrere Monate bis Jahre – nicht eigenständig absetzen! Änderungen nur nach Rücksprache.
  • 4. Ist Autofahren unter Olanzapin erlaubt?
    Sofern keine starke Müdigkeit/Aufmerksamkeitsstörung auftritt, ist das Führen von Fahrzeugen i.d.R. erlaubt. Insbesondere zu Beginn erhöhte Vorsicht!
  • 5. Ist Olanzapin sicher während der Schwangerschaft?
    Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Facharzt. Stillende sollten auf alternative Präparate zurückgreifen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2,5mg, 5mg, 7,5mg, 10mg, 15mg, 20mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill