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Macrobid (Nitrofurantoin monohydrate)

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Macrobid enthält den Wirkstoff Nitrofurantoin und wird zur Behandlung von Harnwegsinfektionen (Blasenentzündungen) eingesetzt. Das Arzneimittel wirkt, indem es das Wachstum von Bakterien hemmt. Macrobid wird meist über mehrere Tage eingenommen, wie vom Arzt verordnet. Während der Behandlung sollten Sie viel trinken. Bitte informieren Sie Ihren Arzt über andere Medikamente und bestehende Krankheiten, bevor Sie Macrobid einnehmen.

Macrobid® (Nitrofurantoin-Monohydrat) – Patienteninformation für Österreich

1. Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Nitrofurantoin-Monohydrat
Handelsnamen in Österreich Macrobid®, Furadantin®, Nitrofurantoin Generika
ATC-Code J01XE01
Verfügbare Darreichungsformen und Wirkstärken Kapseln 100 mg, Tabletten 50 mg & 100 mg (je nach Hersteller)
Hersteller / Vertrieb Verschiedene, u.a. Mylan, Teva, Sandoz, Orion Pharma
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig nach österreichischem Arzneimittelgesetz)

2. Wirkmechanismus

Für Patient:innen:

Macrobid® bekämpft bakterielle Infektionen, indem es das Wachstum der Bakterien hemmt und sie abtötet. Es wirkt gezielt in den Harnwegen, daher ist es besonders zur Behandlung von unkomplizierten Harnwegsinfektionen geeignet.

Für Fachkreise:

Nitrofurantoin wirkt bakteriostatisch und bakterizid, hauptsächlich durch Hemmung der bakteriellen Enzyme zur DNA-, RNA- und Zellwandsynthese. Der Wirkstoff wird durch bakterielle Reduktase enzymatisch aktiviert und wirkt bevorzugt gegen gramnegative und grampositive Harnwegspathogene, einschließlich E. coli.

3. Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme schnelle und nahezu vollständige Aufnahme, insbesondere wenn zu Mahlzeiten eingenommen.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber, geringe systemische Verfügbarkeit.
  • Ausscheidung: Überwiegend renal (mit dem Harn), hohe Konzentration im Urin.
  • Wirkungsdauer: Wirkdauer ca. 6 Stunden – deshalb Einnahme im 12-Stunden-Rhythmus empfohlen.

4. Anwendung im Alltag & Best Practice (Österreichischer Kontext)

  • Typische Dosierung Erwachsene: 2-mal täglich 100 mg Kapseln, vorzugsweise morgens und abends.
  • Nehmen Sie das Arzneimittel mit ausreichend Wasser ein.
  • Die Einnahme zu den Mahlzeiten wird empfohlen, um die Verträglichkeit zu erhöhen und Übelkeit zu vermeiden.
  • Die Therapiedauer beträgt in der Regel 5 bis 7 Tage. Nehmen Sie das Antibiotikum immer so lange wie vom Arzt verordnet.
  • Verpassen Sie keine Dosis, um die Bakterien effektiv zu bekämpfen.
  • In Österreich ist Nitrofurantoin das Leitlinien-Medikament bei unkomplizierten Blasenentzündungen, bevorzugt vor Fluorchinolonen und Cotrimoxazol.

5. Einnahme morgens vs. abends – Tipps zur Regelmäßigkeit

  • Die Einnahme sollte alle 12 Stunden erfolgen (z. B. um 8 und 20 Uhr), um einen gleichmäßigen Wirkspiegel zu gewährleisten.
  • Eine Einnahme morgens und abends passt gut zum österreichischen Tagesrhythmus (Frühstück, Abendessen).
  • Das Medikament kann den Urin dunkel verfärben – dies ist harmlos.
  • Sollte eine Dosis vergessen werden, holen Sie sie baldmöglichst nach (nicht zwei Dosen auf einmal einnehmen).

6. Einnahme mit oder ohne Nahrung – Einfluss der Ernährung (Österreichische Essgewohnheiten)

  • Die Einnahme zu einer Mahlzeit (z.B. Frühstück, Abendessen) wird dringend empfohlen, um Magenbeschwerden vorzubeugen.
  • Fettreiche und ballaststoffreiche Nahrung (österreichische Hausmannskost, z.B. Brot, Milchprodukte, Fleisch) verbessert die Verträglichkeit.
  • Auf leeren Magen ist das Risiko für Übelkeit erhöht.
  • Starke Säurebildner (z.B. große Mengen Kaffee, Fruchtsäfte) sollten während der Einnahme reduziert werden.

7. Wechselwirkungen (Interaktionen)

Kombination Risiko / Hinweis
Antazida mit Magnesiumsilicat Hemmt Nitrofurantoin-Aufnahme
Probenecid, Sulfinpyrazon Erhöhung der Plasmaspiegel, Risiko für Nebenwirkungen
Chinolon-Antibiotika Verringerte Wirksamkeit bei gleichzeitiger Einnahme
Alkohol Keine bekannten direkten Interaktionen, bei Fieber/Infekt besser meiden
Lebensmittel Einnahme mit Nahrung empfohlen, um Nebenwirkungen zu vermindern

8. Indikationen

Indikation Status Kurzinfo
Unkomplizierte Zystitis (Blasenentzündung) bei Frauen Zugelassen (offiziell) Standardtherapie in der Hausarztpraxis und Gynäkologie
Rezidivprophylaxe bei Harnwegsinfekten Off-Label Individuell ärztlich bewertet, selten länger als 6 Monate
Harnwegsinfektionen bei Männern Off-Label Nicht primäre Wahl, da unzureichende Gewebepenetration bei Prostatitis

9. Dosierung je nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder (über 6 Jahre) Ältere Menschen
Akute unkomplizierte Zystitis 2x 100 mg für 5–7 Tage 5–7 mg/kg KG/Tag in 2 Dosen (max. 100 mg 2x tgl.) 2x 100 mg, Anpassung bei Nierenfunktionseinschränkung
Rezidivprophylaxe 50–100 mg abends, max. 6 Monate Selten; individuelle Entscheidung Mit Vorsicht, eingeschränkte Empfehlung

10. Sicherheitsprofil / Nebenwirkungen

Macrobid® ist in der Kurzzeitanwendung meist gut verträglich. Bei längerer Einnahme oder bestimmten Risikogruppen (ältere Menschen, eingeschränkte Nierenfunktion) sollte die Anwendung sorgfältig überwacht werden.

Häufige Nebenwirkungen (>1%) Seltene Nebenwirkungen (<0,1%) Warnhinweise
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz), Lungenfibrose, periphere Neuropathie, Leberentzündung Bei Atemnot, Gelbsucht, Taubheitsgefühl sofort Arzt aufsuchen. Blutbild- und Nierenkontrolle bei Langzeitgabe!

11. Hinweise zur richtigen Anwendung – Praktische Tipps für Patient:innen in Österreich

  • Tabletten oder Kapseln unzerkaut mit einem Glas Wasser einnehmen.
  • Die Einnahme zu Mahlzeiten schützt den Magen.
  • Während einer Antibiotikatherapie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (1,5–2 Liter/Tag, wenn medizinisch nicht anders empfohlen).
  • Alkohol reduziert nicht die Wirkung, dennoch sollte bei allgemeinem Unwohlsein verzichtet werden.
  • Antibiotika immer wie verordnet zu Ende nehmen – auch wenn die Beschwerden vorher verschwunden sind!
  • Zum Schutz der Darmflora kann nach Rücksprache ein Probiotikum genutzt werden.
  • Bei chronischer Niereninsuffizienz Rücksprache mit dem Arzt halten (ggf. Dosisanpassung oder Alternative wählen).

12. Alternativen zur Behandlung von Harnwegsinfektionen

  • Fosfomycin-Trometamol (Monuril®): Einzeldosis, sehr gut verträglich, hohe Akzeptanz, ebenfalls erstattungsfähig (NFZ).
  • Trimethoprim-Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol): Nur bei nachgewiesener Empfindlichkeit, zunehmende Resistenzraten.
  • Pivmecillinam: In Österreich weniger gebräuchlich, v.a. bei Allergien verfügbar.
  • Fluorchinolone: Reservemittel, aufgrund Resistenz und Nebenwirkungen weniger empfohlen.
  • Empfohlene Alternativen sind in Österreich durch die Krankenkassen (wie die Österreichische Gesundheitskasse/ÖGK) erstattungsfähig.

13. Gesetzliche, regulatorische und Erstattungsinformationen (AT-Kontext)

  • Registriert bei der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) und zugelassen gemäß Österreichischem Arzneimittelgesetz.
  • Verfügbar auf Rezept in öffentlichen Apotheken.
  • Kostenübernahme durch alle Pflichtkrankenkassen (ÖGK, BVAEB, SVS u.a.) bei entsprechender Indikation.
  • Kein OTC-Verkauf möglich.
  • Verordnungsfähigkeit durch Haus- oder Fachärzt:innen, Rezepte bis zu 12 Monate gültig (abhängig von Indikation).

14. Neueste Studien und aktuelle Leitlinien (2022–2025)

  • Laut der österreichischen, deutschen und europäischen Leitlinien (DGU 2023, EAU 2024) ist Nitrofurantoin das Mittel der ersten Wahl bei unkomplizierter Zystitis.
  • Neue Studien (z.B. Gagyor I. et al., BMJ 2024; Falk L. et al., Dtsch Arztebl 2023) zeigen weiterhin eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit bei Kurzzeitanwendung.
  • Die Nebenwirkungsrate ist bei Kurzzeitanwendung niedrig, bei Langzeitgabe steigt das Risiko pulmonaler und neurologischer Komplikationen; regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen.
  • Keine relevante Resistenzentwicklung bei E. coli in Österreich in den letzten Jahren.

15. Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten (Österreichische Apotheken, Richtpreise)

Packungsgröße Inhalt Ungefährer Apothekenpreis* Lieferzeit (AT-Großstädte)
Klein 14 Kapseln (7 Tage Therapie) ca. 16–22 € Wien, Graz, Linz: <24h
Salzburg, Innsbruck: 1–2 Tage
Mittel 28 Kapseln ca. 32–40 € Wien, Graz, Linz: <24h
Salzburg, Innsbruck: 1–2 Tage

*Preise können lokal leicht abweichen; Erstattung durch die Krankenkasse möglich, ggf. geringe Rezeptgebühr.

16. FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  • Wie schnell wirkt Macrobid®?
    In der Regel tritt eine Besserung der Symptome (Brennen, Harndrang) schon innerhalb von 24–48 Stunden ein. Die Behandlung sollte aber unbedingt wie verordnet beendet werden.
  • Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
    Jedoch besteht keine direkte Wechselwirkung mit Alkohol. Bei fieberhaften Infekten und zum Schutz des Immunsystems ist Alkohol trotzdem nicht empfohlen.
  • Was muss ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis sobald wie möglich ein, aber niemals die doppelte Menge! Setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort.
  • Kann ich Macrobid® auch in der Schwangerschaft einnehmen?
    Nitrofurantoin ist bis zur 36. Schwangerschaftswoche nach ärztlicher Rücksprache möglich; im letzten Schwangerschaftsmonat wird es nicht empfohlen.
  • Verfärbt sich mein Urin? Ist das gefährlich?
    Ja, eine Braunfärbung des Urins unter der Therapie ist häufig und ungefährlich.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

50mg, 100mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill