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Levocetirizine

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Levocetirizin ist ein modernes Antiallergikum, das hilft, Symptome bei Allergien wie Heuschnupfen oder Nesselausschlag zu lindern. Es wirkt, indem es die Wirkung von Histamin blockiert, das im Körper bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird. Dadurch werden Beschwerden wie Juckreiz, laufende Nase und tränende Augen reduziert. Levocetirizin kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern ab 6 Jahren angewendet werden.

Levocetirizin – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformation

Wirkstoff (INN) Levocetirizin
Handelsnamen in Österreich Xyzal®, Cetirizin Sandoz® (Levocetirizin), Levocetirizin ratiopharm® u.a.
ATC-Code R06AE09
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Filmtabletten (5 mg), Lösung zum Einnehmen (0,5 mg/ml), Tropfen (5 mg/ml)
Hersteller UCB Pharma, Sandoz GmbH, ratiopharm GmbH, Teva Pharma GmbH u.a.
Verschreibungsstatus in Österreich Rezeptfrei in Apotheken bis 5 mg/Tablette oder entsprechende Lösung; apothekenpflichtig.

Wirkmechanismus

Levocetirizin ist ein Antihistaminikum der zweiten Generation. Es blockiert gezielt den H1-Histaminrezeptor im Körper. Dadurch werden allergische Reaktionen wie Niesen, Juckreiz, laufende oder verstopfte Nase sowie tränende Augen verhindert. Im Gegensatz zu älteren Antihistaminika macht Levocetirizin selten müde, da es kaum die Blut-Hirn-Schranke überwindet.

Für Fachkreise: Levocetirizin ist das R-Enantiomer von Cetirizin, mit fünfmal höherer Affinität zum H1-Rezeptor, ohne signifikante muskarinische oder serotoninerges Wirken. Kein nennenswerter Einfluss auf QT-Intervall oder kardiale Leitfähigkeit.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Schnell und fast vollständig nach oraler Einnahme; maximale Plasmaspiegel nach ca. 0,9 h (Tabletten) bzw. 1 h (Lösung).
  • Metabolisierung: Nur geringer Anteil (<14%) wird in der Leber durch Oxidation metabolisiert (CYP3A4, CYP2C9), Hauptanteil unverändert ausgeschieden.
  • Elimination: Überwiegend renal (85,4%), teils hepatobiliär. Halbwertszeit ca. 7-10 Stunden, bei Kindern kürzer.
  • Wirkdauer: Klinische Wirksamkeit bis zu 24 Stunden, daher genügt meist 1x täglich Einnahme.

Anwendung im Alltag und praktische Hinweise

  • Typische Dosis: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahre: 1 Tablette (5 mg) 1x täglich.
  • Kinder 2-6 Jahre: 2,5 mg (halbe Tablette oder entsprechende Tropfen/Lösung) 1x täglich.
  • Besser immer zur gleichen Tageszeit einnehmen – oft am Abend empfohlen, aber auch morgens möglich (siehe unten).
  • Tabletten mit ausreichend Wasser schlucken, Tropfen/Lösung nach Dosierangabe abmessen.
  • Keine Zerkleinerung der Tablette nötig.
  • Dauer der Anwendung: Während der Zeit der Beschwerden (z.B. Pollenflug), Dauertherapie in Rücksprache mit Arzt.

Einnahme morgens oder abends?

  • Morgens: Vorteil bei starker Tagesmüdigkeit nach abendlicher Einnahme, rascher Wirkungseintritt.
  • Abends: Günstig bei nächtlichem Juckreiz oder allergischem Asthma; eventuell schlaffördernd, wenn sehr seltene Müdigkeit auftritt.
  • Wichtig: Regelmäßigkeit ist entscheidend für gleichbleibenden Schutz. Zeitpunkt möglichst beibehalten.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

  • Levocetirizin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Möglicherweise verzögert ein fettreiches Essen geringfügig die Aufnahme, klinisch jedoch kaum relevant.
  • Typisch Österreichische Mahlzeiten beeinflussen die Wirkung nicht nennenswert.
  • Tipp: Für Personen mit empfindlichem Magen kann die Einnahme nach dem Essen angenehmer sein.

Interaktionen – Warnhinweise

Wechselwirkender Stoff/Faktor Empfohlene Maßnahmen/Hinweis
Alkohol Kann zentrale Nebenwirkungen (z.B. Müdigkeit) verstärken; nur mäßig oder gar nicht konsumieren.
Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Opioide Können zudem die dämpfende Wirkung potenzieren.
Ritonavir, Ketoconazol (selten) Geringe Erhöhung von Levocetirizin-Spiegel möglich, klinisch meist unbedenklich.
Schwangerschaft/Stillzeit Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich, Anwendung nur nach ärztlicher Empfehlung.
Schwere Nierenfunktionsstörung Dosisanpassung oder Kontraindikation!

Indikationen – Offizielle und Off-Label-Anwendungen

Indikation Status Kurzbeschreibung
Allergische Rhinitis (saisonal/perennial) Offiziell Heuschnupfen und ganzjährige Allergien der Nasenschleimhaut
Chronische idiopathische Urtikaria Offiziell Chronischer Nesselausschlag unbekannter Ursache
Asthma bronchiale (adjunktiv) Off-Label Symptomatische Unterstützung (nach ärztlicher Entscheidung)
Tierhaarallergie, Hausstaubmilbenallergie Offiziell Symptomlinderung nach Exposition

Dosierungsempfehlungen nach Indikation

Patientengruppe Typische Anfangsdosis Maximale Tagesdosis Besondere Hinweise
Erwachsene/Jugendliche ab 12 J. 5 mg 1x täglich 5 mg Tabletten bevorzugt
Kinder 6-12 Jahre 5 mg 1x täglich 5 mg Tabletten möglich, oft Tropfen/Lösung
Kinder 2-6 Jahre 2,5 mg 1x täglich 2,5 mg Tropfen/Lösung empfohlen
Ältere Menschen 5 mg 1x täglich 5 mg Dosis ggf. reduzieren bei eingeschränkter Nierenfunktion
Schwere Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) Persönliche Anpassung! Persönliche Anpassung! Arzt konsultieren, da kontraindiziert möglich

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/häufig:
    • Müdigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit
    • Abgeschlagenheit, Schläfrigkeit (selten im Vergleich zu älteren Antihistaminika)
    • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen)
  • Gelegentlich:
    • Herzklopfen, Gewichtszunahme, Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Selten (<0,1%):
    • Anaphylaxie, Hautausschlag, Sehstörungen, Aggressivität, Depression
  • Warnhinweis: Bei Auftreten von schweren allergischen Reaktionen (Gesichtsschwellung, Atemnot) sofort ärztliche Hilfe suchen.
Häufige Nebenwirkung Schwere der Auswirkung Empfehlung
Müdigkeit, Schläfrigkeit Meist leicht, vorübergehend Gegebenenfalls Einnahmezeitpunkt wechseln
Kopfschmerzen Leicht bis mittel Flüssigkeit, Pause, ggf. Arzt bei anhaltenden Beschwerden
Mundtrockenheit Leicht Kaugummi, Wasser trinken
Hautausschlag Kann schwer sein Sofort Arzt aufsuchen

Richtige Anwendung – Tipps aus österreichischer Apothekenpraxis

  • Regelmäßig und zur selben Tageszeit einnehmen.
  • Auf Alkohol möglichst verzichten, besonders bei Tätigkeiten mit Unfallgefahr (z.B. Autofahren).
  • Nicht gemeinsam mit anderen Sedativa ohne ärztliche Rücksprache.
  • Packungsbeilage stets beachten und bei Unklarheiten Rücksprache mit Arzt oder Apotheker halten.
  • Bei Nierenproblemen Dosisanpassung nötig – immer mit Arzt abklären.
  • Blisterpackung trocken und bei Raumtemperatur lagern; Flüssigkeiten nach Anbruch begrenzt haltbar (siehe Etikett/Faltblatt).

Alternativen & Vergleich zu anderen Optionen (erstattungsfähig laut österreichischem Erstattungskodex, EKO)

  • Cetirizin: Ähnliches Wirkprofil, Möglichkeit geringfügig häufiger Müdigkeit. Preisgünstig, umfassende Erfahrung.
  • Loratadin/Desloratadin: Weniger Sedierung, auch bei bestimmten Patientengruppen bevorzugt einsetzbar.
  • Fexofenadin: Besonders geringe ZNS-Wirkung, kaum Wechselwirkungen, jedoch Aufzahlung möglich.
  • Nasale Steroide, Cromoglicinsäure (keine Antihistaminika): Bei schwerer allergischer Rhinitis, als Zusatz-Therapie geeignet.
  • Alle genannten Präparate sind erstattungsfähig nach EKO, Verschreibung/Beratung durch Fachpersonal.

Levocetirizin bietet Vorteile bei schnellerem Wirkungseintritt, niedriger Sedationsrate und guter Verträglichkeit.

Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung in Österreich

  • Levocetirizin ist in Österreich beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) zugelassen.
  • Der Vertrieb erfolgt rezeptfrei bis zur Konzentration 5 mg/Einzeldosis, Apothekenpflicht (Vorlage Ausweispflicht, kein Versand ins Ausland ohne ärztliches Rezept).
  • Die Erstattung erfolgt durch das österreichische Krankenversicherungssystem gemäß dem Erstattungskodex (EKO), bei Indikation nach ärztlicher Vorschrift, ggf. chefärztliche Bewilligung. Keine private Zusatzgebühr bei Bezugsberechtigung.
  • Originalpackungen und Generika erhältlich, Packungsgrößen i.d.R. 7, 20, 50 oder 100 Tabletten; flüssige Darreichung mit 100 ml/200 ml (je nach Hersteller).

Aktuelle Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Mehrere randomisierte Studien belegen anhaltende Wirksamkeit bei chronischer Urtikaria und saisonaler Rhinitis (vgl. Zuberbier T. et al., 2023; Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie [DGAKI], 2022; ARIA-Leitlinie 2023).
  • Empfehlung als First-Line-Medikament für allergische Beschwerden, auch bei Kindern.
  • Vorteilhafte Wirkung auf Lebensqualität und Schlafqualität bei Langzeitanwendung (siehe aktuelle Übersichtsarbeiten und Positionspapiere der ÖGAI).

Verfügbarkeit & Lieferung – Packungsgrößen, Richtpreise, Lieferzeiten

Packungsgröße Form Richtpreis (2024) Lieferzeit Wien Lieferzeit Linz Lieferzeit Graz Lieferzeit Salzburg
7 Tabletten Filmtabletten 5 mg ca. 7–10 € 24h 24-48h 24-48h 24-48h
20 Tabletten Filmtabletten 5 mg ca. 15-20 € 24h 24-48h 24-48h 24-48h
100 ml Lösung 5 mg/ml ca. 20-28 € 24-48h 48-72h 48-72h 48-72h

Kurzfristige Verfügbarkeit in nahezu allen österreichischen Apotheken; Online-Bestellung mit Selbstabholung oder Hauszustellung möglich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • 1. Darf ich Levocetirizin zusammen mit anderen Medikamenten einnehmen?
    Antwort: In der Regel ja, aber Kombinationen mit anderen Sedativa, Opioiden oder Antidepressiva sollten mit einem Arzt abgestimmt werden. Bei Unsicherheit fragen Sie immer Ihren Apotheker oder Arzt.
  • 2. Macht Levocetirizin müde?
    Antwort: Müdigkeit kommt seltener als bei anderen Antihistaminika vor, ist aber nicht ausgeschlossen – treten Symptome auf, nehmen Sie Levocetirizin abends ein und verzichten Sie auf Autofahren/Bedienen von Maschinen.
  • 3. Ist Levocetirizin für Kinder geeignet?
    Antwort: Ja, ab 2 Jahren gibt es zugelassene Flüssig-Dosierungen. Die Dosierung sollte altersgerecht angepasst und mit dem Kinderarzt abgesprochen werden.
  • 4. Muss ich Levocetirizin regelmäßig nehmen oder nur bei Bedarf?
    Antwort: Bei saisonalen Allergien ist eine tägliche Einnahme während der Allergensaison sinnvoll. Bei gelegentlichen Beschwerden genügt oft die bedarfsweise Einnahme.
  • 5. Ist Levocetirizin in Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?
    Antwort: Die Einnahme sollte nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung und Rücksprache mit Arzt erfolgen. Bisher gibt es keine Hinweise auf relevante Schädigungen, aber Datenlage begrenzt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke oder Ihren behandelnden Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill