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Hydroxyzine

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Hydroxyzin ist ein Medikament, das zur Behandlung von Angstzuständen, allergischen Reaktionen und Juckreiz eingesetzt wird. Es wirkt beruhigend, mindert Stressgefühl und hilft, entspannter zu schlafen. Häufig wird Hydroxyzin auch bei Hautausschlägen oder Nesselsucht verschrieben. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Müdigkeit und Mundtrockenheit. Bitte nehmen Sie Hydroxyzin nur nach ärztlicher Anweisung und sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Arzt.

Hydroxyzin – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Hydroxyzin
Handelsnamen in Österreich Atarax®, Hydroxyzin Generika, Ucerax®
ATC-Code N05BB01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (10 mg, 25 mg), Sirup (2 mg/ml), Tropfen (10 mg/ml)
Hersteller UCB Pharma, Generika-Anbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (in Österreich nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich)

Wirkmechanismus

Erläuterung in einfachen Worten: Hydroxyzin gehört zur Gruppe der Antihistaminika ersten Generation. Es blockiert die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Histamin, der bei Allergien, Juckreiz und Angstzuständen eine wichtige Rolle spielt. Dadurch werden Allergiesymptome, Juckreiz und Unruhezustände gelindert.

Für Spezialisten:
Hydroxyzin wirkt als Antagonist an H1-Histaminrezeptoren, besitzt zusätzlich anticholinerge, antiserotoninerge und milde anxiolytische Eigenschaften. Über die Hemmung zentraler H1-Rezeptoren zeigt es sedierende Effekte.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasch aus dem Gastrointestinaltrakt, maximale Plasmaspiegel nach 2–3 Stunden.
  • Verteilung: Gute Gewebeverteilung, passiert Blut-Hirn-Schranke.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch (Cytochrom P450, insbesondere CYP3A4 und CYP2D6); Hauptmetabolit: Cetirizin.
  • Ausscheidung: Vorwiegend renal; etwa 0,8–1% unverändert im Urin.
  • Wirkdauer: Ca. 4–6 Stunden, sedierende Effekte können bis 24 Stunden anhalten.

Anwendung im Alltag & Best Practices (Österreichischer Kontext)

  • Typische Dosierung Erwachsene: 25–50 mg vor dem Schlafengehen, maximal 100 mg/Tag, je nach Indikation.
  • Kinder (über 6 Jahre): Dosierung meist 1 mg/kg Körpergewicht pro Tag, verteilt auf 2–3 Einnahmen.
  • Hydroxyzin wird entweder als Tablette, Tropfen oder Sirup angewendet. Die Einnahme sollte stets gemäß ärztlicher Verordnung erfolgen.
  • Bei älteren Patienten ist eine geringere Anfangsdosis ratsam (z. B. 12,5 mg), da das Sturzrisiko erhöht ist (siehe Dosistabelle weiter unten).

Die Einnahme am Abend ist bei Schlafstörungen und Unruhe meist vorteilhaft (siehe nächster Abschnitt).

Einnahme morgens vs. abends – Vorteile/Nachteile, Tipps zur Regelmäßigkeit

  • Morgens: Kann tagsüber zu Müdigkeit führen; für Allergien tagsüber eventuell sinnvoll, aber Vorsicht bei Autofahrern und Bedienung von Maschinen!
  • Abends: Beruhigende Wirkung unterstützt das Einschlafen, Nebenwirkungen wie Müdigkeit stören weniger.
  • Tipp: Einnahme möglichst zur gleichen Tageszeit; Tabletten nicht teilen, wenn es die Galenik nicht erlaubt.

Einnahme zu oder unabhängig von Mahlzeiten

Hydroxyzin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Für Menschen mit empfindlichem Magen empfiehlt sich jedoch die Einnahme nach dem Essen. In der österreichischen Alltagskost (z. B. mit schweren Speisen wie Schnitzel oder deftigen Gerichten) kann eine Einnahme nach dem Essen Magenbeschwerden entgegenwirken.

  • Keine relevante Beeinflussung durch Nahrungsmittel
  • Alkohol vermeiden!

Interaktionswarnungen

Wechselwirkender Stoff Risiko Empfehlung
Alkohol verstärkte ZNS-Dämpfung vermeiden!
Zentrale Dämpfende (Benzodiazepine etc.) verstärkte Müdigkeit nur nach ärztlicher Rücksprache kombinieren
Anticholinerge Medikamente Risiko Harnverhalt, Mundtrockenheit, Obstipation Vorsicht, ggf. Dosisanpassung
CYP3A4/CYP2D6-Inhibitoren (z. B. Fluoxetin, Erythromycin) erhöhte Hydroxyzin-Spiegel Dosisanpassung möglich, ärztlich klären
Makrolid-Antibiotika, Antipsychotika (QT-Zeit-Verlängerung) erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen Regelmäßiges EKG empfohlen

Indikationen (offiziell & off-label)

Indikation Status (Österreich)
Symptomatische Behandlung von Angst- und Spannungszuständen offiziell zugelassen
Präoperative Prämedikation offiziell zugelassen
Behandlung von Juckreiz (Pruritus) bei Allergien und Hauterkrankungen offiziell zugelassen
Schlafstörungen/Unruhe bei Kindern off-label, sollte individuell abgewogen werden
Chronische Urtikaria häufig als Zusatzoption (off-label)
Alkoholentzugssyndrom nicht zugelassen, gelegentliche Anwendung

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder ab 6 Jahren Ältere Patienten (>65 Jahre)
Angstzustände, Unruhe 25–50 mg/Tag verteilt, max. 100 mg/Tag Gestaffelt bis 1 mg/kg KG/Tag 12,5–25 mg/Tag, langsam erhöhen
Juckreiz (Pruritus) 25–50 mg/Tag abends, ggf. aufteilen 0,5–1 mg/kg KG/Tag 12,5–25 mg/Tag
Prämedikation 50–100 mg ca. 1 Stunde vor Eingriff 0,75–1 mg/kg KG etwa 1 Stunde vor Eingriff Nicht empfohlen oder reduzierte Dosis

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
  • Müdigkeit, Benommenheit
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Appetitsteigerung
Gelegentliche/seltene Nebenwirkungen:
  • Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)
  • Harnverhalt, Obstipation, Sehstörungen
  • Verwirrtheit, insbesondere bei älteren Patienten
  • Allergische Reaktionen (Ausschlag, Juckreiz)
Warnhinweise:
  • Für Patienten mit Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung) oder schwerer Leber- bzw. Niereninsuffizienz nicht geeignet
  • Nicht bei Kindern unter 6 Jahren ohne medizinische Rücksprache
  • Strikte Alkoholabstinenz während der Behandlung

Ratschläge zur richtigen Anwendung (pharmazeutische Beratung, österreichischer Alltag)

  • Medikament gemäß ärztlicher Anweisung einnehmen, Dosierung nicht eigenmächtig ändern.
  • Bei ersten Anzeichen von Herzproblemen (z. B. Herzrasen, Schwindel) sofort Arzt aufsuchen.
  • Bei langanhaltender Einnahme regelmäßige Kontrolluntersuchungen (EKG, Leber- und Nierenwerte) einplanen.
  • Medikament außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Stehen Sie langsam aus dem Bett auf und achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Kreislaufprobleme zu vermeiden.
  • Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt über alle weiteren Medikamente, die Sie einnehmen.
  • Alkohol und Autofahren meiden!

Alternative Therapieoptionen (erstattungsfähige Mittel in Österreich; Übersicht)

Wirkstoff Anwendungsgebiet Vorteile Nachteile
Loratadin, Cetirizin Allergien, Juckreiz kaum sedierend, einmal tägliche Gabe Wirken nicht bei Angst/Unruhe
Diazepam, Oxazepam (Benzodiazepine) Angst, Unruhe, Schlafstörungen starke anxiolytische Wirkung Abhängigkeitsrisiko, Rezeptpflicht, nicht für lange Einnahme
Melatonin (rezeptfrei) Schlafstörungen Physiologische Schlafregulation, sicher Wirkung bei schweren Schlafstörungen begrenzt
Doxepin (niedrig dosiert) Juckreiz, Schlafstörungen wirkt schlafanstoßend, antiallergisch Anticholinerge Nebenwirkungen, Rezeptpflicht

Rechtliche, Zulassungs- & Erstattungsinformationen (Österreich)

  • Zulassung in Österreich (BASG – Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen)
  • Rezeptpflichtig – ärztliche Verschreibung erforderlich
  • Erstattung durch öffentliche Krankenkassen (z. B. Österreichische Gesundheitskasse, ÖGK) bei entsprechender Indikation
  • Im "Erstattungskodex" (EKO) gelistet – Rückerstattung der Kosten in vielen Fällen möglich
  • Nur legal in Apotheken erhältlich

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Die ÖGP (Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik) empfiehlt Hydroxyzin weiterhin als Reserve-Anxiolytikum – bevorzugt bei kurzfristigen, situativ bedingten Angstzuständen (Leitlinie 2023).
  • Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie empfiehlt Hydroxyzin bei therapieresistentem Pruritus und als Zusatz beim atopischen Ekzem (AWMF-Leitlinie, Update 2024).
  • Warnung vor längerer Anwendung bei älteren Patienten wegen Sturzgefahr und kognitiver Einschränkungen (Beers-Kriterien, PRISCUS-Liste).
  • Kardiovaskuläre Sicherheit: Mehrere Studien belegen ein geringes, aber relevantes Risiko für QT-Zeit-Verlängerung - daher regelmäßige EKG-Kontrollen bei Langzeitanwendung empfohlen (z. B. "Hydroxyzine and Cardiac Safety", European Heart Journal 2024).

Verfügbarkeit & Lieferung

Paketgröße Unverbindlicher Apothekenpreis (EUR) Beliebte Form
20 Tabletten 25 mg ca. 8,50 € Tablette
50 Tabletten 25 mg ca. 17,00 € Tablette
Sirup (100 ml; 2 mg/ml) ca. 12,90 € Sirup (Kinder)
Tropfen (25 ml; 10 mg/ml) ca. 9,50 € Tropfen
Stadt Lieferdauer (nach Bestellung in der Apotheke, Werktage)
Wien 0–2
Graz 1–3
Linz 1–2
Salzburg 1–2
Innsbruck 2–3
Klagenfurt 2–4

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Kann ich Hydroxyzin selbstständig absetzen?
    Hydroxyzin sollte nicht abrupt abgesetzt werden, insbesondere bei längerer Einnahme oder hoher Dosierung. Sprechen Sie vor dem Absetzen immer mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt – es könnte ein Ausschleichen notwendig sein.
  2. Darf ich unter Hydroxyzin Auto fahren?
    Hydroxyzin kann die Reaktionsfähigkeit und das Konzentrationsvermögen deutlich beeinträchtigen – Fahren Sie daher auf keinen Fall Auto oder bedienen Sie Maschinen, solange Sie das Medikament einnehmen und sich müde/betrunken fühlen.
  3. Ist Hydroxyzin bei Kindern sicher?
    Hydroxyzin darf bei Kindern ab 6 Jahren unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Für jüngere Kinder ist es nur in Ausnahmefällen und nach individueller Nutzen-Risiko-Bewertung geeignet.
  4. Was soll ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die Vergessene Dosis nicht nach; nehmen Sie die nächste reguläre Dosis zur üblichen Zeit. Niemals die doppelte Menge einnehmen!
  5. Wie lange darf Hydroxyzin maximal eingenommen werden?
    Die Anwendung sollte grundsätzlich möglichst kurz und nur so lange wie medizinisch notwendig erfolgen (in der Regel Tage bis wenige Wochen), um das Risiko von Nebenwirkungen (insbesondere bei älteren Patienten) zu minimieren.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 25mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill