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Inderal La (Propranolol)

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-17%
Inderal LA enthält den Wirkstoff Propranolol und gehört zur Gruppe der Betablocker. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt. Inderal LA hilft, Herz und Kreislauf zu entlasten und das Risiko von Herzproblemen zu senken. Nehmen Sie dieses Medikament genau nach Anweisung Ihres Arztes ein und wenden Sie sich bei Fragen an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Inderal LA (Propranolol): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Propranololhydrochlorid
Handelsnamen (Österreich) Inderal LA®, Dociton®, Propanolol dura®
ATC-Code C07AA05
Erhältliche Darreichungsformen & Stärken Retardkapseln (Long-Acting/LA) zu 80 mg und 160 mg, Tabletten zu 10 mg und 40 mg
Hersteller (Österreich) AstraZeneca, Sandoz, STADA
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Rx), Abgabe ausschließlich in Apotheken

Wirkmechanismus

Einfach erklärt: Propranolol wirkt als sogenannter "Beta-Blocker". Das Medikament blockiert die Wirkung bestimmter Stresshormone, wie Adrenalin, auf das Herz-Kreislauf-System. Dadurch sinken Herzfrequenz, Blutdruck und die Belastung des Herzens. Häufig wird es zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder zur Migräneprophylaxe eingesetzt.

Für Fachpersonal: Propranolol ist ein nicht-selektiver Beta-Adrenozeptorantagonist (β1/β2-Blocker). Er senkt die myokardiale Kontraktionskraft sowie die AV-Überleitungsgeschwindigkeit und hemmt die reninvermittelte Kreislaufregulation. Die lipophile Struktur ermöglicht eine ZNS-gängige Wirkung.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Einnahme rasch, jedoch durch First-Pass-Effekt werden lediglich 15–23% systemisch verfügbar.
  • Metabolisierung: Hepatisch über CYP2D6, CYP1A2, CYP2C19. Zahlreiche Metaboliten.
  • Ausscheidung: Vorwiegend renal (Urin), teilweise über die Galle (Faeces).
  • Wirkdauer: Retard-Formen ermöglichen eine 24-Stunden-Wirkung. Halbwertszeit ca. 3–6 Stunden (Tablette), 8–12 Stunden (Retardkapsel).

Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Typische Dosierung: Für Erwachsene meist 80-240 mg/Tag (Retardkapseln: 1 × täglich), individuell angepasst.
  • Wie einnehmen: Kapseln/Tabl. unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Am besten stets zur selben Uhrzeit.
  • Österreichischer Kontext: Im österreichischen Gesundheitssystem erfolgt die Ersteinstellung häufig durch Kardiolog:innen oder Neurolog:innen in Zusammenarbeit mit Hausärzt:innen und Apotheken. Auf Serientauglichkeit, Blutdruckkontrolle und Nebenwirkungen achten!

Dosierung morgens vs. abends

  • Am Morgen: Vorteilhaft bei Hypertonie mit erhöhten Frühwerten. Gute Alltagsintegration.
  • Am Abend: Kann bei stark nächtlichen Blutdruckanstiegen oder Migräne prophylaktisch sinnvoll sein. Achtung: Müdigkeit als Nebenwirkung.
  • Tipp: Immer zur gleichen Tageszeit einnehmen. Bei Unklarheiten individuelle Beratung in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis!

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern

  • Mit Essen: Verzögert die Aufnahme etwas, kann aber die Magenverträglichkeit verbessern.
  • Nüchtern: Schnellere Wirkung, teilweise stärkere Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit).
  • Österreichische Ernährungsgewohnheiten: Die Einnahme während oder nach einer leichten Mahlzeit (z. B. Müsli, Vollkornbrot) ist empfehlenswert und unterstützt die Verträglichkeit.

Interaktionswarnungen

Interaktionspartner Beschreibung/Risiko Empfehlung
Alkohol Verstärkte Blutdrucksenkung, Gefahr von Schwindel Alkoholkonsum begrenzen
Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil, Diltiazem) Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen und AV-Block Überwachung, ggf. Alternative erwägen
Insulin/orale Antidiabetika Maskierung von Hypoglykämie-Symptomen Blutzuckerkontrolle verstärken
NSAID (Diclofenac, Ibuprofen) Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung Kombination vermeiden oder überwachen
MAO-Hemmer/Antidepressiva Veränderung des Propranololspiegels möglich Enge ärztliche Kontrolle
Rauchen Reduzierte Wirksamkeit durch Enzyminduktion Rauchverzicht empfehlenswert

Indikationen

Klassisch zugelassene Indikationen (Österreich) Off-Label-Anwendung*
  • Arterielle Hypertonie
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Funktionelle Herzbeschwerden (Palpitationen)
  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen
  • Thyreotoxische Krise
  • Zur Prophylaxe von Migräne
  • Phäochromozytom (adjunktiv mit Alpha-Blockern)
  • Angststörungen (z. B. Leistungsangst, Prüfungsangst)
  • Infantile Hämangiome (pädiatrisch, Spezialfall)
  • Essentieller Tremor

* Off-Label-Anwendungen nur nach ärztlicher Verordnung und Evaluierung.

Dosierung nach Indikation (Erwachsene, Kinder, Ältere)

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Patienten
Hypertonie 80-160 mg/Tag (Retard), Einmalgabe Abhängig vom Körpergewicht, meist 1 mg/kg 2× täglich Initial niedriger dosieren (z. B. 40 mg/Tag), langsam auftitrieren
Migräneprophylaxe 80-160 mg/Tag (Retard, Einmalgabe) 10-20 mg 2–3× täglich Wie Erwachsene, ggf. niedrigere Startdosis
Tachykarde Arrhythmien 10–40 mg 3–4× täglich (Tablette) 0,5–1 mg/kg 3× täglich Wie Erwachsene, individuelle Anpassung nötig
Essentieller Tremor 80–160 mg/Tag Meist nicht empfohlen Wie Erwachsene, sorgfältiges Monitoring

Hinweis: Dosierungsanpassungen bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung erforderlich.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufig (≥1/100, <1/10): Müdigkeit, Schwindel, Bradykardie, Durchblutungsstörungen, gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit.
  • Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100): Schlafstörungen, Albträume, depressive Verstimmungen, Impotenz.
  • Selten (<1/1.000): Bronchospasmus (vor allem bei Asthmatikern!), allergische Reaktionen, Leberfunktionsstörungen.
  • Warnhinweise: Anwendung bei Asthma bronchiale, peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen und AV-Block nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Richtige Anwendung & Tipps vom Apotheken-Team

  • Einnahme immer zur gleichen Tageszeit, am besten morgens oder abends.
  • Nie abrupt absetzen – erhöht das Risiko von Herzproblemen!
  • Blutdruck und Puls regelmäßig kontrollieren – gerne in Ihrer Apotheke oder beim Hausarzt.
  • Bei Nebenwirkungen, Unsicherheit oder neu auftretenden Symptomen sofort ärztlichen Rat einholen.
  • Reisen: Ausreichend Vorrat einplanen und aktuellen Medikationsplan mitführen.

Fragen Sie Ihr Apothekenteam nach möglichen Wechselwirkungen und melden Sie unerwünschte Arzneimittelwirkungen an das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).

Alternativen – andere von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) erstattete Therapieoptionen

  • Atenolol (z.B. Tenormin®): Selektiver Beta-Blocker, geringere ZNS-Nebenwirkungen, weniger geeignet zur Migräneprophylaxe.
  • Metoprolol (z.B. Beloc ZOK®): Selektivität für Beta-1, bessere Verträglichkeit bei Asthmatikern, ähnliche Indikationen wie Propranolol.
  • Bisoprolol (z.B. Concor®): Sehr selektiv, Vorteile bei Herzinsuffizienz, weniger ZNS-Wirkung.
  • Nichtmedikamentöse Ansätze: Lebensstiländerung (Ernährung, Bewegung), bei Migräne auch Entspannungstechniken.

Vergleich: Propranolol hat den Vorteil vielfältiger Einsatzmöglichkeiten, ist aber für Asthmatiker weniger geeignet. Selektive Beta-Blocker sind sicherer bei Lungenproblemen, aber weniger wirksam bei Migräneprophylaxe.

Rechtlicher Status, Registrierung & Kostenerstattung in Österreich

  • Gesetzliche Grundlagen: Zulassung und Registrierung durch das BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen) und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).
  • Abgabe: Verschreibungspflichtig (Rezept von Arzt oder Facharzt erforderlich).
  • Kostenerstattung: Propranolol ist in der „Erstattungsliste“ der ÖGK gelistet, Zuzahlung abhängig vom Rezepttyp und Packungsgröße.
  • Apothekenpflicht: Nur in öffentlichen und Krankenhausapotheken erhältlich. Import und Versand über Online-Apotheken nach österreichischem Recht zulässig.

Aktuelle Studienlage und Leitlinien (2022–2025)

  • Migräneprophylaxe: Leitlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und der Österr. Gesellschaft für Neurologie bestätigen Propranolol als Mittel der ersten Wahl bei erwachsenen Patient:innen (Leitlinien 2022, 2024).
  • Bluthochdruck: Laut europäischer Leitlinie (ESC/ESH 2023) bei bestimmten Komorbiditäten bevorzugt, aber nicht mehr generell als Erstlinientherapie.
  • Kindermedizin: Propranolol bleibt Standardtherapie bei infantilen Hämangiomen (EMA/CHMP 2022).
  • Metaanalysen: Moderne Metaanalysen (z.B. Schlüter et al., 2023, Dtsch Arztebl Int) belegen Nutzen bei Angststörungen (z.B. sozialer Phobie) sowie guter Risiko/Nutzen-Quotient bei sorgfältiger Überwachung.

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße Unverbindlicher Apothekenverkaufspreis
(Stand: Q2/2024, €)
Lieferzeit (Großstädte & Online)
30 Retardkapseln Inderal LA 80 mg ab ca. 17,90 € 1 Werktag (Wien, Graz, Linz), 2–3 Tage (Online-Versand/Region)
100 Tabletten 40 mg ab ca. 24,50 € 1-2 Werktage (Apothekenvorbestellung)
50 Tabletten 10 mg ab ca. 14,50 € 1-3 Werktage (bundesweit/Online)

Bitte beachten Sie: Die Preise und Lieferzeiten sind abhängig von der Apotheke und können regional variieren.

FAQ – Häufige Fragen von Patienten

  • Kann ich Inderal LA einfach absetzen, wenn meine Beschwerden verschwunden sind?
    Nein. Plötzlicher Entzug kann zu schweren Herzrhythmusstörungen und akutem Blutdruckanstieg führen. Änderungen der Medikation immer mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt absprechen.
  • Ist Propranolol für Menschen mit Asthma geeignet?
    Bei Asthma bronchiale sollte Propranolol nicht verwendet werden, da es zu gefährlichen Bronchospasmen führen kann. Alternativen können Beta-1-selektive Blocker sein (nur nach ärztlicher Rücksprache).
  • Darf ich Alkohol während der Therapie trinken?
    In geringen Mengen ja, aber Alkohol kann den blutdrucksenkenden Effekt verstärken und das Risiko für Schwindel erhöhen. Am besten mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt abstimmen.
  • Gibt es Unterschiede zwischen Markenvarianten?
    Die Wirkstoffe sind identisch, Hilfsstoffe (Trägerstoffe) können jedoch variieren und individuell zu unterschiedlicher Verträglichkeit führen.
  • Kann Propranolol Wechselwirkungen mit pflanzlichen Mitteln (z. B. Johanniskraut) zeigen?
    Ja, insbesondere über den Leberstoffwechsel (Enzyminduktion). Sprechen Sie vor Kombination immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Hinweis: Diese Patienteninformation ersetzt nicht das ärztliche Gespräch. Bei Fragen wenden Sie sich jederzeit an Ihr Apothekenteam oder Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt. Weitere Produktinformationen, auch zu Nebenwirkungen, erhalten Sie im Beipackzettel (Gebrauchsinformation).

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

40mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill