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Inderal (Propranolol)

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Inderal (Wirkstoff: Propranolol) ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Migräne und bestimmten Angsterkrankungen. Es gehört zur Gruppe der Betablocker und hilft, das Herz zu entlasten und den Blutdruck zu senken. Die Anwendung erfolgt nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Bitte beachten Sie, dass regelmäßige Kontrollen empfohlen werden und die Einnahme nicht plötzlich abgesetzt werden sollte.

Inderal® (Propranolol): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformation

Wirkstoff (INN) Propranolol
Markennamen in Österreich Inderal®, Dociton®, weitere Generika
ATC-Code C07AA05
Darreichungsformen und Stärken Tabletten: 10 mg, 40 mg, 80 mg, 160 mg
Retardkapseln: 80 mg, 160 mg
Lösung zum Einnehmen (seltener)
Injektionslösung (stationär, seltener)
Hersteller/Vertrieb AstraZeneca, diverse Generikahersteller (z.B. Sandoz, Teva)
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig in Österreich

Wirkmechanismus

Einfach erklärt:
Propranolol ist ein sogenannter β-Blocker. Das bedeutet: Es blockiert bestimmte Rezeptoren (β-Rezeptoren) im Körper, die normalerweise durch körpereigene Stresshormone wie Adrenalin aktiviert werden. Dadurch wird das Herz entlastet, Herzfrequenz und Blutdruck sinken und das Herz arbeitet insgesamt ruhiger.
Für Fachkreise:
Propranolol ist ein nicht-selektiver β-Adrenozeptorantagonist und wirkt sowohl am β1- (vor allem kardial) als auch am β2-Rezeptor (peripher, broncho-pulmonal). Seine negativ chronotropen, inotropen sowie dromotropen Effekte führen zur Reduktion des myokardialen Sauerstoffverbrauchs und Bluthochdrucks.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gut, aber mit ausgeprägtem First-Pass-Effekt (orale Bioverfügbarkeit ca. 25–35 %).
  • Metabolisierung: Leber (CYP2D6, CYP1A2, CYP2C19); aktive Metaboliten gebildet.
  • Ausscheidung: Überwiegend renal (als Metabolite und glucuronidiert).
  • Wirkdauer: 6–8 Stunden, Retardformen bis 12–24 Stunden.
  • Halbwertszeit: 3–6 Stunden (verlängert bei Leberinsuffizienz).

Anwendung im Alltag & Beste Praxis

Typische Dosierung: Individuell, abhängig vom Einsatzgebiet. Die Therapie sollte langsam eingeschlichen werden.
Anwendungshinweise: Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Retardkapseln nicht öffnen oder zerkauen.
Wichtige Hinweise im österreichischen Alltag: Ein gleichbleibender Einnahmezeitpunkt ist empfehlenswert. Bei sportlicher Aktivität ist besondere Vorsicht geboten (mögliche Leistungsbeeinträchtigung). Vergessen Sie nicht, Rezept und e-card bei Folgeverschreibungen in Ihrer Apotheke vorzulegen.

Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteil bei Bluthochdruck und Herzbeschwerden, da Sympathikusaktivität tagsüber höher ist. Erleichtert die Routine-Einnahme.
  • Abends: Kann nächtliche Symptome (z.B. Migräne) vorbeugen und Verträglichkeit verbessern (z.B. bei Müdigkeit).
  • Tipp: Eine Einnahme zur gleichen Tageszeit fördert die Therapietreue und vermeidet Blutdruckschwankungen.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit?

  • Die Wirkung tritt schneller auf nüchternen Magen ein, doch die Verträglichkeit kann mit einer kleinen Mahlzeit verbessert werden.
  • Der Fettgehalt der Mahlzeit (typisch österreichische Küche: Brot, Käse, Wurst, Eier) beeinflusst die Resorption nicht entscheidend, aber besonders große, fettreiche Mahlzeiten sollten vermieden werden.
  • Empfehlung: Wenn möglich, stets in ähnlicher Relation zur Mahlzeit einnehmen, um gleichmäßige Blutspiegel zu erreichen.

Interaktionswarnungen

Interaktionspartner Beschreibung Empfehlung
Alkohol Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken. Bei Alkoholkonsum erhöhtes Risiko für Schwindel. Vermeiden oder auf geringe Mengen beschränken.
Andere blutdrucksenkende Mittel Wirkungsverstärkung möglich bis zum Blutdruckabfall Kontrollierte Kombination, ggf. Dosisanpassung durch Arzt
Calciumkanalblocker (z. B. Verapamil, Diltiazem) Gefahr von Bradykardie, Herzrhythmusstörungen Kombination vermeiden
Insulin/Antidiabetika Könnte Warnsymptome bei Unterzuckerung maskieren Blutzucker häufiger kontrollieren
Asthma-/COPD-Mittel (β2-Agonisten) Gegenseitige Wirkungsabschwächung Möglichst nicht kombinieren

Indikationen

Indikation Zugelassen (Österreich) Off-label/nicht zugelassen
Hypertonie (Bluthochdruck) Ja
Koronare Herzkrankheit/Angina pectoris Ja
Herzrhythmusstörungen (Tachykardien, Vorhofflimmern) Ja
Migräneprophylaxe Ja
Essentieller Tremor Ja
Angstzustände (z.B. Lampenfieber) Ja (off-label)
Hyperthyreose (begleitend) Ja
Infantile Hämangiome (Säuglinge) Ja (unter strenger Überwachung)

Dosierung nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Patienten
Bluthochdruck 80–160 mg/Tag in 2 Dosen Individuell, ab 0.5–1 mg/kg/Tag (ärztl. Anweisung) Mit niedriger Dosis beginnen, engmaschige Kontrolle
Angina pectoris 80–320 mg/Tag in 2–3 Dosen - Wie Erwachsene, ggf. reduzierte Anfangsdosis
Migräneprophylaxe 80–160 mg/Tag in 1–2 Dosen 0.5–2 mg/kg/Tag (ärztl. Anweisung) Mit Vorsicht, auf Nebenwirkungen achten
Essentieller Tremor 80–160 mg/Tag - Bei Auftreten unerwünschter Wirkungen Dosisanpassung
Angst/Lampenfieber (off-label) 10–40 mg vor dem Ereignis - Besondere Vorsicht, Risiken abwägen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig (mehr als 1 von 10): Müdigkeit, Kältegefühl in Fingern/Zehenspitzen, Bradykardie, Schwindel
  • Gelegentlich (1 von 100): Schlafstörungen, Albträume, depressive Verstimmung, Kurzatmigkeit
  • Selten (1 von 1.000): Allergische Reaktionen, Hautausschlag, Asthmaanfälle, Leberfunktionsstörungen, Halluzinationen
  • Warnhinweise:
    • Nicht bei bekannter Asthmaerkrankung anwenden
    • Bei leichter Herzinsuffizienz nur unter strenger Überwachung
    • Therapiedauer und Dosis immer mit dem Arzt abstimmen

Hinweise zur richtigen Anwendung

  • Nie abrupt absetzen – Gefahr von Herzrhythmusstörungen oder Blutdruckanstieg.
  • Wenn eine Dosis vergessen wurde: Nicht doppelt einnehmen, sondern regulär weitermachen.
  • Regelmäßige Kontrollen (Blutdruck, Herzfrequenz) in der Ordination oder Apotheke durchführen lassen.
  • Bei Reisen: Immer ausreichenden Vorrat mitnehmen und auf internationale Verschreibungsbedingungen achten.
  • Bei Unklarheiten oder Nebenwirkungen: Apotheker/in oder Arzt/Ärztin konsultieren.

Alternative Therapieoptionen (NFZ-erstattete Medikamente)

  • Metoprolol (Beloc ZOK®, Generika): Selektiver β1-Blocker, bevorzugt bei Asthmatikern. Vorteil: geringeres Bronchospasmusrisiko. Nachteil: bei Stressbedingten Herzrhythmusstörungen weniger wirksam als Propranolol.
  • Bisoprolol (Concor®, Generika): Hochselektiv, günstiges Nebenwirkungsprofil, einmal tägliche Einnahme möglich.
  • Atenolol: Langwirksam, ebenfalls β1-selektiv, selten ZNS-Nebenwirkungen, aber weniger zur Migräneprophylaxe geeignet.
  • Calciumkanalblocker (Amlodipin, Verapamil): Bei Unverträglichkeit/Funktionsstörung des bronchialen Systems geeignet.

Regulatorischer Status & Erstattung in Österreich

  • Zulassung: Durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES-Medizinmarktaufsicht).
  • Verschreibungspflicht: Ja (ärztliches Rezept erforderlich).
  • Erstattung: Propranolol (Inderal® und Generika) ist im Erstattungskodex des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (früher: NFZ) gelistet und wird bei medizinischer Indikation von den Sozialversicherungen übernommen.

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Laut aktueller Leitlinien der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (2023) wird Propranolol insbesondere bei Migräneprophylaxe und essentiellen Tremor empfohlen.
  • Für die Therapie infantiler Hämangiome ist laut europäischer Konsensgruppe (Arch Dis Child. 2023; 108(12): 1102–1109) die orale Gabe von Propranolol der Goldstandard, jedoch nur unter Fachärztlicher Überwachung.
  • Die S2k-Leitlinie "Therapie der arteriellen Hypertonie" (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Juli 2024) listet Propranolol vorwiegend als Reservemedikament.

Verfügbarkeit & Lieferung

Packsungsgröße Preisspanne (Stand 2024) Lieferzeit nach Stadt
30 Tabletten (40 mg) ca. 11–14 € Wien: 1 Werktag
Graz/Linz/Salzburg: 1–2 Werktage
Innsbruck/Klagenfurt: 2–3 Werktage
Versandapotheken: 1–3 Werktage
100 Tabletten (40 mg) ca. 28–35 € S. o.
Retardkapseln (80 mg, 100 Stück) ca. 47–56 € S. o.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  1. Kann ich Inderal® mit anderen Blutdruckmitteln kombinieren?
    Ja, dies ist sogar häufig sinnvoll. Die Kombination sollte jedoch immer ärztlich abgestimmt und regelmäßig kontrolliert werden. Besonders mit anderen β-Blockern oder Calciumantagonisten ist Vorsicht geboten.
  2. Darf ich unter Propranolol Autofahren?
    In der Regel ja. Zu Beginn der Behandlung oder bei Dosisänderungen können Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Bei Unsicherheit warten Sie ab, bis Sie sich sicher fühlen, bevor Sie ein Fahrzeug führen.
  3. Was ist zu tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die Dosis nicht nach, sondern setzen Sie die Einnahme zur nächsten geplanten Zeit fort. Niemals die doppelte Menge einnehmen!
  4. Beeinflusst Propranolol mein Gewicht?
    Eine Gewichtszunahme ist möglich, meist jedoch gering. Am wichtigsten bleiben eine ausgewogene Ernährung (z. B. österreichische Hausmannskost mit viel Gemüse, wenig Salz und Fett) und regelmäßige Bewegung.
  5. Ist ein Umstieg auf einen anderen β-Blocker jederzeit möglich?
    Ein Umstieg kann sinnvoll sein, sollte aber nie eigenständig, sondern immer unter ärztlicher Anleitung erfolgen. Die β-Blocker unterscheiden sich in Wirkung und Nebenprofile.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 20mg, 40mg, 80mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill