Claritin (Loratadin) – Umfassende Patienteninformation für Österreich
Grundlegende Produktinformationen
| Wirkstoff (INN) | Loratadin |
|---|---|
| Handelsnamen (Österreich) | Claritin®, Lorano® |
| ATC-Code | R06AX13 |
| Verfügbare Darreichungsformen & Stärken | Tabletten (10 mg), Sirup (1 mg/ml), Schmelztabletten (10 mg) |
| Hersteller | Bayer Austria, ratiopharm, Hexal, Sandoz u.a. |
| Verschreibungsstatus | Rezeptfrei (Apothekenpflichtig) |
Wirkungsweise (Mechanismus)
Claritin enthält Loratadin, einen sogenannten Antihistaminikum der zweiten Generation. Für Patient:innen erklärt: Loratadin blockiert gezielt die Wirkung von Histamin – einem körpereigenen Botenstoff, der bei Allergien Juckreiz, Niesen, Schwellungen und tränende Augen auslöst. Für Fachkreise: Loratadin ist ein selektiver, peripherer H1-Rezeptorantagonist, der kaum die Blut-Hirn-Schranke passiert und daher nur selten Müdigkeit hervorruft.
Pharmakokinetik
- Absorption (Aufnahme): Nach oraler Einnahme rasche Resorption im Dünndarm; erste Wirkung meist nach 1 Stunde.
- Metabolisierung: Verstoffwechselung in der Leber zu Desloratadin (aktiver Metabolit) mittels Cytochrom P450.
- Ausscheidung: Über Nieren und Galle ausgeschieden, Halbwertszeit ca. 8 - 12 Stunden, Wirkdauer bis zu 24 Stunden.
- Besonderheiten: Keine wesentliche Kumulation bei täglicher Einnahme, gut geeignet für Dauertherapie.
Anwendung im Alltag & bewährte Praktiken
Die gängige Dosierung für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren beträgt 1 Tablette (10 mg) täglich. Kinder von 2 bis 12 Jahren erhalten alters- und gewichtsbasiert die für sie empfohlene Dosis, meist als Sirup. Einnahme möglichst zur gleichen Tageszeit, mit oder ohne Mahlzeit. In Österreich besonders beliebt zur Linderung von Heuschnupfen, Hausstauballergien und allergisch bedingtem Juckreiz. Sport, Arbeit und Alltagstätigkeiten können in der Regel wie gewohnt durchgeführt werden, da Claritin kaum Müdigkeit verursacht.
Morgendliche vs. abendliche Einnahme
- Morgens: Vorteilhaft, um tagsüber symptomfrei zu bleiben; gute Wahl bei Pollenflug oder Berufstätigkeit.
- Abends: Sinnvoll, wenn Symptome vor allem nachts auftreten (z. B. Hausstaubmilbenallergie); hilft, ruhig durchzuschlafen.
- Tipp: Wichtig ist die regelmäßige Einnahme zum gleichen Zeitpunkt, um konstante Wirkstoffspiegel zu sichern.
Einnahme zu den Mahlzeiten
Claritin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Eine typische österreichische Ernährung (z. B. Frühstück mit Gebäck oder Hauptmahlzeiten mit Fleisch und Gemüse) beeinflusst die Wirkung nicht maßgeblich. Bei empfindlichem Magen empfiehlt es sich, die Tablette nach dem Essen einzunehmen.
Wechselwirkungen (Interaktionen)
| Interaktionspartner | Empfehlung |
|---|---|
| Alkohol | Keine zentrale Wirkungserhöhung; dennoch ist Alkohol zu meiden bei individueller Unverträglichkeit. |
| Antimykotika (z. B. Ketoconazol) | Kann zu Loratadin-Spiegelerhöhung führen – Vorsicht bei Lebererkrankung! |
| Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin) | Kann Loratadinspiegel geringfügig erhöhen – meist klinisch unbedeutend. |
| Leberenzyminduktoren (z. B. Rifampicin, Phenytoin) | Wirkungsabschwächung von Loratadin möglich. |
| Grapefruitsaft | Kann Loratadinspiegel erhöhen – deshalb in großen Mengen vermeiden. |
Indikationen
| Klinisch zugelassene Anwendungsgebiete | Off-label-Use |
|---|---|
| Allergische Rhinitis (z. B. Heuschnupfen), Chronische idiopathische Urtikaria (Nesselsucht mit Juckreiz) | Andere allergische Dermatosen, Pruritus bei atopischer Dermatitis (nach ärztl. Rücksprache) |
Dosierung je Indikation und Patient:innengruppe
| Indikation | Alter/Gewicht | Dosis |
|---|---|---|
| Allergische Rhinitis, Urtikaria | Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren | 1 × 10 mg täglich |
| Kinder 2–12 Jahre (≥ 30 kg) | 1 × 10 mg täglich | |
| Kinder 2–12 Jahre (< 30 kg) | 1 × 5 mg (5 ml Sirup) täglich | |
| Ältere Patient:innen | Keine Dosisanpassung notwendig, falls keine Leber- oder Nierenerkrankung vorliegt | |
| Leber- oder Niereninsuffizienz | Start mit 10 mg jeden zweiten Tag (ärztliche Überwachung) |
Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen
- Sehr häufig/Häufig (>1/100): Kopfschmerzen, Benommenheit, Mundtrockenheit, Müdigkeit (seltener als bei älteren Antihistaminika)
- Gelegentlich (1/1.000 bis 1/100): Appetitsteigerung, Übelkeit, Hautausschlag
- Selten/Rar (<1/1.000): Allergische Hautreaktionen, Herzklopfen, Leberfunktionsstörungen, Haarausfall
- Warnhinweise: Patient:innen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Loratadin oder Hilfsstoffe, sowie schwere Leberfunktionsstörung, sollten auf die Anwendung verzichten.
Richtige Anwendung – Praktische Tipps
- Täglich zur gleichen Zeit einnehmen (zur besseren Erinnerung am besten morgens).
- Tabletten mit ausreichend Wasser schlucken.
- Sirup gut schütteln, Dosierhilfe verwenden.
- Bei versehentlicher Überdosierung (z. B. mehrere Tabletten) Arzt oder Vergiftungszentrale (Notruf 01 406 43 43) kontaktieren.
- Bei chronisch auftretenden Allergien Einnahme während der beschwerdeträchtigen Zeiträume (z. B. während der Pollensaison), nicht länger als nötig.
In österreichischen Apotheken erhalten Sie eine persönliche Beratung über weitere Medikamente oder pflanzliche Präparate zur Allergiebehandlung.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten
- Cetirizin (z. B. Zyrtec®): Ähnliche Wirkung, ebenfalls rezeptfrei, aber häufiger Müdigkeit.
- Desloratadin (Aerius®): Rezeptfrei, weiterentwickelter Wirkstoff, geringes Nebenwirkungsprofil.
- Fexofenadin (Telfast®): Nicht sedierendes Antihistaminikum, besonders bei starker Belastung bevorzugt.
- Levocetirizin: Verschreibungspflichtig für spezielle Fälle; stärker, aber öfter Müdigkeit.
- Pflanzliche Präparate: Schwarzkümmelöl, Nasenspülungen – unterstützend, v. a. bei leichter Symptomatik.
Diese Wirkstoffe sind teils auf Kassenrezept (ÖGK, BVAEB, SVS) erstattungsfähig, insbesondere bei chronischer Erkrankung. Rücksprache mit Hausarzt oder Allergologe wird empfohlen.
Rechtlicher Status & Erstattung in Österreich
- Vertriebszulassung: Durch die österreichische, EU-weit harmonisierte Zulassungsstelle (BASG/AGES).
- Kassenleistung: Bei dokumentierter Allergie/Befund in bestimmten Fällen refundierbar (ÖGK, BVAEB, SVS); Antrag durch Facharzt möglich.
- Apothekenpflicht: Verkauf nur in Apotheken, aber ohne Rezept (OTC).
- Registrierung: Claritin unterliegt regelmäßiger Überprüfung nach AMG (Arzneimittelgesetz).
Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)
- Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sowie internationale Leitlinien (EAACI 2023) empfehlen weiterhin nicht-sedierende Antihistaminika der 2. Generation (wie Loratadin) als Mittel erster Wahl bei allergischer Rhinitis und Urtikaria.
- Ein Update der ARIA-Leitlinie (2023) betont die bessere Lebensqualität unter täglicher Loratadinanwendung während der Pollenflugzeit.
- Neue Studien zeigen eine gute Verträglichkeit – auch bei längerer Anwendung; Interaktionen und kardiovaskuläre Risiken bleiben sehr selten (Metaanalyse JACI, 2024).
Zitierte Literatur: EAACI Guidelines 2023, ARIA Update 2023, Deutsche Ärzteblatt 2024, JACI 2024.
Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Typischer Apotheken-Preis (€) | Lieferzeit Wien | Lieferzeit Graz | Lieferzeit Linz | Lieferzeit Salzburg |
|---|---|---|---|---|---|
| 10 Tabletten (10 mg) | 5–8 € | sofort/verfügbar | 1–2 Tage | 1–2 Tage | 1–2 Tage |
| 20 Tabletten (10 mg) | 8–13 € | sofort/verfügbar | 1–2 Tage | 1–2 Tage | 1–2 Tage |
| 60 Tabletten (10 mg, Vorteilspackung) | 16–24 € | 1–2 Tage | 2–3 Tage | 2–3 Tage | 2–3 Tage |
| Sirup (100 ml, 1 mg/ml) | 6–11 € | 1 Tag | 1–2 Tage | 1–2 Tage | 1–2 Tage |
Alle Angaben zu Preisen und Lieferzeiten sind unverbindlich und können je nach Apotheke und Region variieren.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
- Wie lange kann ich Claritin ohne Rücksprache mit dem Arzt anwenden?
In der Regel eignet sich Claritin zur Behandlung akuter Allergiesymptome über mehrere Wochen. Bei ungeklärten Beschwerden oder längerer Anwendung >2 Monate sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. - Macht Loratadin müde?
Im Gegensatz zu älteren Antihistaminika verursacht Loratadin nur sehr selten Müdigkeit. Bei ungewöhnlicher Schläfrigkeit Dosiszeitpunkt anpassen oder auf anderes Präparat umsteigen. - Darf ich mit Claritin Auto fahren?
Ja, da die Verkehrstüchtigkeit normalerweise nicht beeinflusst wird. Im Einzelfall bei starker Müdigkeit jedoch auf das Fahren verzichten. - Kann ich Claritin zusammen mit anderen Medikamenten einnehmen?
In den meisten Fällen ja. Beachten Sie aber Wechselwirkungen, insbesondere mit bestimmten Antibiotika oder Antimykotika (siehe oben). Im Zweifel immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen. - Darf ich während der Schwangerschaft oder Stillzeit Claritin einnehmen?
Loratadin darf nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.
Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke oder Ihren behandelnden Arzt/Ärztin. Diese Beschreibung ersetzt nicht die individuelle pharmazeutische Beratung.

