Phenergan (Promethazin): Umfassende Patienteninformation für Österreich
Basisinformationen zum Produkt
| Wirkstoff (INN) | Promethazin |
|---|---|
| Markenname in Österreich | Phenergan® |
| ATC-Code | R06AD02 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken | Tabletten (10 mg, 25 mg), Sirup (5 mg/5 ml), Injektionslösung (25 mg/ml) |
| Hersteller | Sanofi-Aventis, diverse Generika-Hersteller |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig in Österreich |
Wirkmechanismus
Promethazin gehört zur Gruppe der Phenothiazin-Antihistaminika. Es blockiert in erster Linie Histamin-H1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch allergische Symptome gelindert werden. Zusätzlich hat es beruhigende (sedierende) und antiemetische Effekte. Für medizinisches Fachpersonal: Promethazin wirkt auch antagonistisch an muskarinergen, dopaminergen und serotonergen Rezeptoren, was seine vielseitigen Anwendungen erklärt.
Pharmakokinetik
- Resorption: Rasche und vollständige Aufnahme nach oraler Gabe. Wirkeintritt meist nach 20–60 Minuten.
- Metabolisierung: Umfangreiche Lebermetabolisierung (CYP2D6). Bildung von inaktiven Metaboliten.
- Elimination: Hauptsächlich renal; Teilweise biliär.
- Wirkdauer: 4–12 Stunden, je nach Dosis und Patient.
Anwendung im Alltag und bewährte Praxis
Phenergan wird häufig zur Linderung von Allergiesymptomen, als Schlafmittel, zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen (z.B. bei Reisekrankheit), sowie als Beruhigungsmittel vor medizinischen Eingriffen eingesetzt. Die Dosierung sollte individuell, stets nach ärztlicher Rücksprache, erfolgen. In Österreich ist es üblich, bei Allergien die niedrigstmögliche effektiv wirksame Dosis anzuwenden. Für Menschen mit Heuschnupfen oder typischen Lebensmittelallergien (z.B. gegen Haselnuss, Sellerie), kann Promethazin symptomorientiert eingenommen werden.
Morgendliche vs. abendliche Einnahme
- Morgens: Kann zu Tagesmüdigkeit führen; wird nur bei speziellen Indikationen empfohlen (z.B. akute Urtikaria).
- Abends: Wird bevorzugt, vor allem als Schlafmittel oder zur Linderung nächtlicher Symptome. Fördert den Schlaf und minimiert Beeinträchtigungen am Tag.
- Tipp: Tägliche Einnahme möglichst zur gleichen Zeit, um die Wirksamkeit zu verbessern.
Einnahme mit oder ohne Nahrung
Phenergan kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Wirkung ist meist gleich, egal ob auf nüchternen Magen oder nach einer typischen österreichischen Mahlzeit (z.B. mit Brot, Milchprodukten oder Gemüse). Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen, um Magenbeschwerden zu vermeiden.
Warnhinweise zu Wechselwirkungen
| Wechselwirkender Stoff | Empfehlung |
|---|---|
| Alkohol | Verstärkte Sedierung – Kein Alkoholkonsum! |
| Andere ZNS-dämpfende Mittel (z.B. Schlafmittel, Opiate) | Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen (Atemdepression, starke Müdigkeit) |
| MAO-Hemmer | Nicht gemeinsam anwenden – Gefahr von schweren Nebenwirkungen |
| Anticholinergika (z.B. einige Parkinsonmittel, Antidepressiva) | Verstärkung anticholinerger Effekte wie Mundtrockenheit, Sehstörungen |
| Typische Speisen/Getränke | Keine besonderen Interaktionen mit österreichischer Ernährung bekannt |
Indikationen (offiziell & off-label)
| Indikation | Zulassung | Off-Label |
|---|---|---|
| Allergische Erkrankungen (z.B. Heuschnupfen, Urtikaria) | ✔ | |
| Übelkeit/Erbrechen (einschließlich Reisekrankheit) | ✔ | |
| Schlafstörungen, Prämedikation | ✔ | |
| Akute Migräne | ✔ | |
| Juckende Dermatosen | ✔ |
Dosierung nach Indikation und Patientengruppe
| Indikation / Patientengruppe | Erwachsene | Kinder (ab 2 Jahren) | Ältere Menschen |
|---|---|---|---|
| Allergien | 10–25 mg abends oder 2–3 × täglich | 0,1 mg/kg Körpergewicht (max. 25 mg/Tag) | Reduzierte Dosis, ärztliche Überwachung |
| Schlafstörungen | 25–50 mg 1 Stunde vor dem Schlafengehen | 0,1–0,5 mg/kg nachts (nach Absprache) | Geringere Anfangsdosis |
| Übelkeit/Erbrechen | 10–25 mg alle 4–6 Stunden bei Bedarf | 0,5 mg/kg alle 4–6 Stunden | Mit Vorsicht und ggf. reduzierter Dosis |
Hinweis: Säuglinge dürfen Promethazin nicht erhalten – Gefahr von Atemdepression!
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Müdigkeit, Benommenheit, trockener Mund
- Häufig: Schwindel, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Magen-Darm-Beschwerden
- Gelegentlich: Hypotonie, Herzrhythmusstörungen, Verstopfung, Harnverhalt
- Selten: Allergische Reaktionen, Krampfanfälle, Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome)
- Warnhinweise:
- Nicht für Kinder unter 2 Jahren
- Bei älteren Patienten erhöhte Sturzgefahr
- Vorsicht bei Leber- oder Nierenfunktionsstörung
- Keine Kombination mit Alkohol
- Vorsicht im Straßenverkehr/Beruf mit Maschinen
Anleitung zur richtigen Anwendung (Apotheker- und Klinik-Tipps)
- Tabletten mit ausreichend Wasser schlucken, nicht zerkauen.
- Nach Möglichkeit abends einnehmen, vor allem bei Auftreten von Müdigkeit.
- Die empfohlene Dosierung nicht überschreiten.
- Bei ungewöhnlichen Nebenwirkungen sofort Arzt oder Apotheker informieren.
- Keine Einnahme zusammen mit Alkohol.
- Vor längerem Gebrauch Rücksprache mit dem Arzt halten, insbesondere bei älteren Patienten oder Vorerkrankungen.
- Über den Fortschritt und die Verträglichkeit ev. ein eigenes Tagebuch führen.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten (vergütet von der ÖGK)
- Loratadin (nicht sedierendes Antihistaminikum) – Vorteile: weniger Müdigkeit, Nachteile: ggf. weniger wirksam bei schwerem Juckreiz
- Cetirizin – Vorteile: ebenfalls weniger sedierend, Nachteile: gelegentlich Müdigkeit
- Azelastin-Nasenspray – Vorteile: schnelle Wirkung vor Ort, wenig systemische Effekte, Nachteile: nur für nasale Beschwerden
- Dimetinden – ähnliche Wirkweise, geringer sedierender Effekt
- Für schwere allergische Reaktionen: Kortikosteroidtabletten, Nur bei ärztlicher Verordnung!
Alle genannten Alternativen sind in Österreich bei entsprechender Indikation Kassenleistung.
Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung in Österreich
- Zulassung: Durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)
- Verschreibungspflicht: Ja (rezeptpflichtig, Kategorie III Arzneimittelgesetz)
- Erstattung: In begründeten Fällen von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) erstattungsfähig
- Pflegeheime & Krankenhäuser: Häufig Lagerpräparat
- Identitätsprüfung bei Abgabe: Ja, Vorlage eines gültigen Rezeptes erforderlich
Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)
- Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) betonen die Rolle sedierender Antihistaminika bei schweren nächtlichen Beschwerden oder unzureichender Wirksamkeit moderner Präparate (2023).
- EMA empfiehlt weiterhin eine zurückhaltende Anwendung bei Kindern und älteren Menschen wegen des Risikos zentralnervöser Nebenwirkungen (Safety Update 2024).
- Eine systematische Übersichtsarbeit (Deutsches Ärzteblatt, 2023) hebt die Wirksamkeit von Promethazin bei akuter Übelkeit und als Schlafhilfe hervor, betont aber das Sturzrisiko bei älteren Erwachsenen.
Verfügbarkeit & Lieferung in Österreich
| Packungsgröße | Inhalt | Apothekenpreis (indikat.) | Lieferzeit nach Wien | Lieferzeit nach Graz | Lieferzeit nach Innsbruck |
|---|---|---|---|---|---|
| Kleinstpackung | 20 Tabletten (25 mg) | ca. 14–18 € | k.A. / 1–2 Tage | 1–2 Tage | 2–3 Tage |
| Standardpackung | 50 Tabletten (25 mg) | ca. 29–36 € | 1 Tag | 1–2 Tage | 2–3 Tage |
| Sirup | 100 ml (5 mg/5 ml) | ca. 12–15 € | 1 Tag | 1–2 Tage | 2–3 Tage |
Alle Preise sind Richtwerte ohne Gewähr. Informationen zur Verfügbarkeit erhalten Sie direkt in Ihrer Apotheke.
FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen
- Kann ich mit Phenergan Auto fahren?
Promethazin kann die Reaktionsfähigkeit stark beeinträchtigen. Fahren Sie nach der Einnahme kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen. - Wie lange darf ich Phenergan ohne ärztliche Kontrolle einnehmen?
Ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt sollten Sie Phenergan nicht länger als wenige Tage am Stück anwenden. - Was mache ich bei einer vergessenen Dosis?
Lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein. Setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort. - Ist Phenergan für Kinder geeignet?
Nur nach ärztlicher Verordnung. Für Kinder unter 2 Jahren ist Phenergan kontraindiziert! - Muss ich mein Rezept bei der Bestellung online vorlegen?
Ja, da Phenergan rezeptpflichtig ist, muss ein gültiges Arzt-Rezept bei einer Online-Apotheke eingereicht werden.

