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Chloramphenicol

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Chloramphenicol ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt wird, wie zum Beispiel bei Augen- oder Ohrinfektionen. Es wirkt, indem es das Wachstum der Bakterien stoppt. Bitte wenden Sie dieses Medikament genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin an. Informieren Sie medizinisches Fachpersonal, wenn Sie allergisch sind oder andere Medikamente einnehmen. Bei Fragen unterstützen wir Sie gerne.

Chloramphenicol: Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Chloramphenicol
Markennamen in Österreich Chloramphenicol Agepha®, Chloramphenicol WZF®, Chloramphenicol G.L. Pharma®
ATC-Code S01AA01 (als Augentropfen); J01BA01 (systemische Anwendung selten)
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Augentropfen: 0,5% (5 mg/ml), 1% (10 mg/ml)
  • Augensalbe: 1%
  • Oral (Kapseln, Suspensionen): nur Spezialanwendungen, beschränkt
Hersteller Agepha Pharma, G.L. Pharma, diverse internationale Generika-Anbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig in allen Darreichungsformen in Österreich

Wirkmechanismus von Chloramphenicol

Für Patient:innen (einfach erklärt): Chloramphenicol ist ein Antibiotikum, das Bakterien daran hindert, lebenswichtige Eiweiße zu bilden. Dadurch werden die Bakterien in ihrem Wachstum gestoppt und sterben ab.
Für Fachkreise: Chloramphenicol bindet reversibel an die bakterielle 50S Ribosomenuntereinheit und hemmt somit die Peptidyltransferaseaktivität. Dies blockiert die Proteinsynthese und wirkt bakteriostatisch, in hoher Konzentration auch bakterizid gegenüber manchen Keimen.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Systemisch nach oraler Aufnahme sehr gut, bei lokaler Anwendung (Augentropfen/-salbe) kaum systemische Aufnahme.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber durch Glucuronidation (Cytochrom P450).
  • Elimination: Über die Niere, zu 90% als inaktives Glucuronid.
  • Wirkdauer: Topische Anwendung (Auge): 4–6 Stunden; systemisch: bis zu 12 Stunden.

Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Typische Indikationen: Bakterielle Entzündungen am Auge, z. B. Konjunktivitis und Blepharitis.
  • Dosierung: Meist 1 Tropfen alle 2–6 Stunden; Salbe 2–4-mal täglich anwenden.
  • Handhabung: Vor und nach der Anwendung Hände waschen, die Spitze nicht am Auge oder der Haut berühren.
  • Therapiedauer: In der Regel 5–7 Tage, nach 48h ohne Besserung ärztliche Rücksprache.
  • Besonderheiten: Keine Kontaktlinsen während der Behandlung tragen.

Einnahme morgens vs. abends

  • Die regelmäßige Einnahme ist entscheidend – halten Sie die Intervalle möglichst gleichmäßig ein (z. B. alle 4-6 Stunden tagsüber).
  • Eine Einnahme abends kann sinnvoll sein, da nachts weniger Tränen produziert werden und das Medikament länger im Auge verbleibt.
  • Die letzte Anwendung am Abend bietet oft die optimale Wirkdauer.
  • Vergessen Sie eine Gabe? Holen Sie diese so bald wie möglich nach, außer es ist fast Zeit für die nächste Dosis.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Augentropfen/Salbe: Keine Relevanz, da die Gabe lokal am Auge erfolgt und Mahlzeiten keinen Einfluss nehmen.
  • Orale Darreichung (selten): Kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, um Magenreizungen zu vermeiden empfiehlt sich aber eine Einnahme zum Essen.
  • Hinweis: In Österreich typisch: Kein Einfluss durch gängige Ernährungsgewohnheiten wie das Frühstück mit Brot, Müsli oder Kaffee.

Interaktionswarnungen

Wechselwirkungspartner Bemerkung
Alkohol Keine bekannte relevante Wechselwirkung, aber Leberbelastung möglich.
Makrolide (z. B. Erythromycin) Verstärkte Nebenwirkungen durch gegenseitige Hemmung bei systemischer Gabe.
Antikoagulantien (z. B. Warfarin) Chloramphenicol kann die Wirkung verstärken – Kontrolle der Blutgerinnung empfehlenswert.
Phenobarbital, Phenytoin Serumspiegel können steigen – Nebenwirkungsrisiko erhöht.
Lebensmittel Kein relevanter Einfluss bei topischer Anwendung.

Indikationen

Indikation Status in Österreich Kommentar
Bakterielle Konjunktivitis (akut, unkompliziert) Zugelassen/Erstlinientherapie Häufigste Anwendung
Blepharitis (Lidrandentzündung) Zugelassen Meist in Kombination mit Hygienemaßnahmen
Bakterielle Infektion der Kornea (Keratitis) Off-Label/Reservemittel Nur nach mikrobiologischem Nachweis
Spezielle systemische Infektionen (Typhus, Meningitis) Sehr selten, streng überwacht Meist nach Resistenztestung

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosierung
Erwachsene Akute Konjunktivitis 1 Tropfen 4–6-mal täglich / Salbe 2–4-mal täglich
Kinder & Säuglinge (>2 Jahre) Akute Konjunktivitis Wie Erwachsene (Anpassung je nach Schweregrad und Körpergewicht)
Ältere Patienten Wie oben Anwendung wie Erwachsene, ggf. individuell anpassen (Leber-/Nierenfunktion prüfen)
Systemische Anwendung Komplizierte Infektionen Nur stationär, individuell dosiert, intensive Überwachung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig: Brennen, Stechen oder Reizungen im Auge, verschwommenes Sehen kurz nach der Anwendung.
  • Gelegentlich: Allergische Reaktionen (Rötung, Juckreiz), Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut.
  • Sehr selten (systemische Aufnahme): Knochenmarkdepression, Aplastische Anämie, „Grey-Baby-Syndrom” bei Neugeborenen.
  • Warnhinweis: Längere oder häufige Anwendungen können das Risiko von Unterdrückung des Knochenmarks erhöhen, daher nicht ohne Rücksprache länger anwenden.

Richtige Anwendung – Apotheken- und Klinik-Tipps für Österreich

  1. Kontaktlinsen vor der Gabe entfernen. Erst 24 Stunden nach Therapie-Ende wieder einsetzen!
  2. Tropfflasche steil halten und einen Tropfen in den Bindehautsack geben, nicht mit der Flaschenspitze das Auge berühren.
  3. Augenschließen & für 1 Minute leicht auf die Nasenwurzel drücken, um die Aufnahme zu verbessern und Nebenwirkungen zu reduzieren.
  4. Nach Anwendung Hände waschen, Flasche wieder gut verschließen.
  5. Augensalbe nur mit sauberem Finger oder Applikator anwenden.
  6. Nicht länger als verordnet anwenden!
  7. Bei Verschlechterung oder keinen Symptombesserung nach 48h Arzt/Klinik kontaktieren.

Alternative Therapieoptionen (NFZ-erstattete Präparate, Vergleich)

  • Azithromycin Augentropfen: Vorteil: Kürzere Anwendungsdauer, gut verträglich; Nachteil: teurer, nicht für alle Erreger geeignet.
  • Fusidinsäure: Vorteil: Einfache Anwendung, seltene Allergien; Nachteil: Nicht gegen alle Bakterien wirksam.
  • Tobramycin: Vorteil: Gute Wirksamkeit bei schweren bakteriellen Infektionen; Nachteil: Mögliche Resistenzentwicklung, darf nicht bei Allergie gegen Aminoglykoside eingesetzt werden.
  • Erythromycin: Vorteil: Gute Verträglichkeit, günstiger Preis; Nachteil: Zunehmende Resistenzen.

Rechtliche, Zulassungs- & Erstattungsinformation in Österreich

  • Zulassung (AGES, URPL): In Österreich zentral bei der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zugelassen.
  • Verschreibung: Rezeptpflichtig (Apothekenpflicht).
  • Erstattung: Je nach Indikation von der Krankenkasse (ÖGK, BVAEB, SVS, KFA) erstattungsfähig.
  • Rezeptgültigkeit: Gilt in allen österreichischen Apotheken.
  • Nicht für den rezeptfreien Erwerb geeignet!

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse & Leitlinien (2022–2025)

  • Die neue S2k-Leitlinie "Diagnostik und Therapie der bakteriellen Konjunktivitis" (2024, AWMF) empfiehlt Chloramphenicol als Erstlinientherapie bei unkomplizierten bakteriellen Bindehautentzündungen.
  • Studien aus Deutschland und Skandinavien (vgl. Kösters et al., Dtsch Ärztebl 2024; Mohr et al., JAMA Ophthalmol 2023) bestätigen die Sicherheit und Wirksamkeit bei lokaler Anwendung.
  • Ein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen ist bei Kurzzeitanwendung nicht beobachtet worden, Langzeitgabe bleibt jedoch kritisch und muss vermieden werden.
  • WHO List of Essential Medicines (2023): Chloramphenicol explizit als Basistherapie für bakterielle Augeninfektionen empfohlen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preis & Lieferzeiten in Österreich

Packungsgröße Indikativer Apothekenpreis (€) Durchschnittliche Lieferzeit in Großstädte
5 ml Augentropfen 6–8 € Wien: 0–1 Tag, Graz: 1 Tag, Linz: 1 Tag
10 ml Augentropfen 12–14 € Innsbruck: 1–2 Tage, Salzburg: 1 Tag
5 g Augensalbe ca. 7–10 € Klagenfurt, St. Pölten: 1–2 Tage

Online- und Vor-Ort-Apotheken versenden meist innerhalb von 1–2 Werktagen in ganz Österreich.

FAQ – Häufige Fragen zu Chloramphenicol

  1. Darf ich Chloramphenicol bei Kindern anwenden?
    Ja, ab 2 Jahren ist die Anwendung erlaubt, jedoch sollte die Dosierung und Dauer ärztlich festgelegt werden. Bei Säuglingen strikt nach ärztlicher Verordnung!
  2. Kann ich Kontaktlinsen während der Therapie tragen?
    Nein, während und mindestens 24 Stunden nach Abschluss der Behandlung keine Linsen verwenden, um weitere Reizungen oder Infektionen zu verhindern.
  3. Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
    Wenn nach 1–2 Tagen keine Besserung eintritt oder sich die Beschwerden verschlimmern (z. B. starke Schmerzen, Sehverschlechterung), sofort ärztlich abklären!
  4. Wie lagere ich Chloramphenicol?
    Bei Raumtemperatur (nicht über 25°C), nach Anbruch max. 4 Wochen verwenden und vor Licht schützen.
  5. Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?
    Bei Augentropfen/Salbe selten, bei systemischer Anwendung jedoch möglich. Teilen Sie Ihrem Arzt/Apotheker alle Medikamente mit, die Sie einnehmen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill