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Ciprofloxacin (Ciprofloxacin hydrochloride)

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Ciprofloxacin ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum der Bakterien hemmt. Ihr Arzt verschreibt Ciprofloxacin zum Beispiel bei Harnwegsinfektionen, Atemwegsinfektionen oder bestimmten Hautinfektionen. Nehmen Sie das Medikament genau nach Anweisung Ihres Arztes ein und beenden Sie die Behandlung nicht vorzeitig, um einen Behandlungserfolg sicherzustellen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr Apothekenteam.

Ciprofloxacin (Ciprofloxacin-hydrochlorid): Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

  • Wirkstoff (Internationaler Freiname, INN): Ciprofloxacin
  • Handelsnamen in Österreich: Ciprobay®, Ciprofloxacin Genericon®, Cipro®
  • ATC-Code: J01MA02 (Fluorchinolon-Antibiotikum)
  • Verfügbare Darreichungsformen und Stärken:
    • Filmtabletten: 250 mg, 500 mg, 750 mg
    • Infusionslösung: 200 mg/100 ml, 400 mg/200 ml
    • Orale Suspension (selten)
    • Augen-/Ohrentropfen (nur für bestimmte Indikationen)
  • Hersteller (Auszug): Bayer Austria, Genericon Pharma, Accord Healthcare, Sandoz
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich)

Wirkmechanismus von Ciprofloxacin

Ciprofloxacin gehört zur Klasse der Fluorchinolone und wirkt bakterizid, d. h. es tötet Bakterien ab. Es hemmt gezielt die bakteriellen Enzyme DNA-Gyrase und Topoisomerase IV, die für die Vervielfältigung und Reparatur der bakteriellen DNA notwendig sind. Dadurch wird die Bakterienvermehrung gestoppt.
Für medizinisches Fachpersonal: Die Hemmung der DNA-Gyrase (bei gramnegativen) und der Topoisomerase IV (insbesondere bei grampositiven Pathogenen) führt zur Störung der DNA-Supercoiling-Prozesse, was zur bakteriellen Zelllyse und letztlich zum Zelltod führt.

Pharmakokinetik: Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung

Absorption Schnell und gut nach oraler Einnahme, Bioverfügbarkeit ca. 70%; maximale Plasmakonzentration nach 1–2 Stunden
Verteilung Gute Gewebegängigkeit: Hohe Konzentrationen u.a. in Niere, Lunge, Prostata, Gallenblase, weniger im ZNS
Metabolisierung Teilweise hepatisch (Leber); hauptsächliche Wirkung als Muttersubstanz
Ausscheidung Über Urin (ca. 40–50% unverändert), teilweise über Stuhl/Galle
Wirkdauer Eliminationshalbwertszeit: 4–5 Stunden (verlängert bei Niereninsuffizienz)

Anwendung im Alltag & bewährte Verhaltensweisen

  • Typische Dosierung: 2x täglich 250–750 mg, abhängig von Infektionsart und Schweregrad
  • Einnahme: Ganze Tablette mit ausreichend Wasser schlucken; Tabletten nicht zerkauen!
  • Dauer der Therapie: Meist 3–21 Tage je nach Infektion; Therapie stets zu Ende führen!
  • Wichtiger Hinweis: Antibiotika nie eigenmächtig absetzen oder dosieren
  • Besonderheit im deutsch-österreichischen Kontext: Rücksprache mit dem Hausarzt oder der Versorgungspraxis bei Unsicherheiten; nicht mit Milch oder Milchprodukten einnehmen (siehe weiter unten)
  • Nicht anwenden bei: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (außer bei bestimmten schweren Infektionen), Schwangerschaft, Stillzeit, bei bekannter Chinolon-Unverträglichkeit

Einnahme morgens oder abends?

  • Vorteile morgendlicher Einnahme: Reduziert das Risiko von Schlafstörungen, falls Nebenwirkungen auftreten
  • Vorteile abendlicher Einnahme: Praktisch bei Berufstätigen und für die Einhaltung eines festen Einnahmeintervalls (z. B. 12-Stunden-Abstand)
  • Empfehlung: Regelmäßige Einnahmezeiten einhalten, egal ob morgens oder abends; stets so, wie vom Arzt empfohlen
  • Tipp: Erinnerung im Handy oder Medikamentenplan hilft, die Einnahme nicht zu vergessen

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Mit oder ohne Nahrung: Ciprofloxacin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Wichtige Ausnahme: Milch und Milchprodukte (Joghurt, Käse, Buttermilch, Quark), Calciumhaltige Getränke, Nahrungsergänzungsmittel und Antazida können die Wirkung beeinträchtigen. Abstand von mindestens 2 Stunden vor/nach der Einnahme!
  • Österreichische Ernährung: Das typisch zentraleuropäische Frühstück (Brot, Müsli, Milchprodukte) und Mittagessen (Käse, Milch) macht eine genaue Abstimmung nötig.
  • Tipp: Am besten vor dem Frühstück oder vor dem Abendessen mit Wasser einnehmen.

Interaktionswarnungen

Interagierender Stoff Empfohlene Vorsichtsmaßnahme
Nahrungsmittel mit Calcium, Magnesium, Eisen, Zink (Milchprodukte, Mineralpräparate) Mindestens 2 Stunden Abstand halten; riskieren sonst Wirkstoffverlust
Antazida (gegen Sodbrennen) Wie oben; keine gleichzeitige Einnahme
Koffein (z. B. Kaffee, Cola) Verzögerter Koffeinabbau; Pulsrasen und Unruhe möglich
Antikoagulantien z. B. Warfarin Verstärkte Blutungsgefahr; INR engmaschig kontrollieren
Theophyllin Gefahr erhöhter Theophyllinspiegel; Dosisanpassung möglich
Psychopharmaka (z. B. Clozapin) Blutspiegelüberwachung empfohlen
Alkohol Kann Nebenwirkungen wie Schwindel und Magenbeschwerden verstärken; auf maßvollen Konsum achten

Indikationen

Indikation Status
Harnwegsinfektionen (kompliziert/unkompliziert) Zugelassen
Atemwegsinfektionen (z. B. bakterielle Bronchitis, Pneumonie) Zugelassen (bei nachgewiesener Empfindlichkeit)
Infektionen der Haut und Weichteile Zugelassen
Knochengelenksinfektionen Zugelassen
Gastrointestinale Infektionen (z. B. bakterielle Durchfallerkrankungen) Zugelassen
Anthrax (Milzbrand), Prophylaxe nach Kontakt Zugelassen
Gonorrhoe (Tripper) Off-label (bei Resistenztest geeignet)
Prophylaxe bei neutropenischen Patienten Off-label

Dosierungen bei verschiedenen Indikationen

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche* Ältere Patienten
Unkomplizierte Harnwegsinfektion 2x 250 mg/Tag (3–7 Tage) Ggf. 10–20 mg/kg/Tag (bei schweren Infektionen) Start mit niedriger Dosis und engmaschige Überwachung
Schwere Infektion (z. B. Pyelonephritis, Sepsis) 2x 500–750 mg/Tag (7–14 Tage) Nur nach spezieller Indikation! Angepasste Dosis aufgrund Nierenfunktion
Bakterielle Pneumonie 2x 500–750 mg/Tag (7–14 Tage) Sehr sorgfältige Indikationsstellung Nierenfunktion prüfen!
Knochen-/Gelenkinfektionen 2x 500–750 mg/Tag (über mehrere Wochen) Nur im Ausnahmefall Anpassung ggf. erforderlich

* Kinder dürfen Ciprofloxacin nur bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen oder auf ausdrückliche Empfehlung eines Spezialisten erhalten.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥1/10): Übelkeit, Durchfall
  • Häufig (≥1/100, <1/10): Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Hautausschlag, Schlaflosigkeit, Nervosität, Schwindel
  • Gelegentlich: Pilzinfektionen, Leberfunktionsstörungen, Photosensibilität (Sonnenbrandgefahr), Sehnenentzündungen/-risse (v. a. Achillesferse bei Älteren, Kortison-Patienten)
  • Selten: Allergische Reaktionen (z. B. Schwellungen, Atemnot), psychiatrische Nebenwirkungen (Angst, Depression, psychotische Reaktionen), Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung), Neuropathien (Taubheitsgefühle, Kribbeln)
  • Warnhinweis: Bei plötzlichen Muskelschmerzen, Sehnenbeschwerden, Hautreaktionen oder neurologischen Symptomen sofort ärztliche Hilfe suchen!

Richtige Anwendung: Hinweise aus der Apotheke und dem ärztlichen Alltag

  • Verordnung nur bei klarer medizinischer Indikation und nach Antibiogramm/Empfindlichkeitstest
  • Therapiedauer immer abschließen, auch wenn die Beschwerden abgeklungen sind
  • Ausreichend trinken (Gefahr von Nierenkristallen und Harntraktreizungen)
  • Tageszeit, Einnahmeabstand und Essenszeiten beachten (siehe oben)
  • Lichtschutz: Direkte Sonnenexposition meiden, Sonnenschutz verwenden
  • Fahr- & Maschinenuntüchtigkeit bei Nebenwirkungen (Schwindel, veränderte Reaktionsfähigkeit)
  • Medikationsplan führen, besonders bei mehreren Arzneien
  • Regelmäßige Kontrollbesuche beim Hausarzt: Blutbild, Nieren-/Leberwerte bei längerem Einsatz
  • Im Verdachtsfall auf Nebenwirkungen rasch Rücksprache in der Arztpraxis oder Apotheke

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Erstattung durch österreichische Sozialversicherung, pros & cons)

  • Nitrofurantoin (vor allem bei unkomplizierten Harnwegsinfekten; meist erste Wahl, geringere Nebenwirkungsrate)
  • Fosfomycin (Einmalbehandlung, bei unkomplizierten Harnwegsinfekten; hohe Akzeptanz, gut verträglich)
  • Amoxicillin/Clavulansäure (breiteres Wirkungsspektrum, jedoch Resistenzlage beachten)
  • Cephalosporine (z. B. Cefuroxim; bei Allergie oder Unverträglichkeit geeignet)
  • Trimethoprim/Sulfamethoxazol (bei bekannter Empfindlichkeit, jedoch Risiko für Allergien)
  • Vergleich: Fluorchinolone (wie Ciprofloxacin) werden meist zweiten Linie empfohlen – Gefahr ernster Nebenwirkungen, Resistenzentwicklungen, strenge Indikationsstellung!

Rechtliche, Zulassungs- und Erstattungsdetails in Österreich

Kriterien Details
Zulassung Bei der Österreichischen Arzneimittelagentur (AGES MEA) registriert; nach EU-Richtlinien
Sozialversicherung (Erstattungsstatus) Erstattungsfähig (begründete Indikation, strenge Diagnostik gemäß EBM und österr. Sozialgesetzgebung)
Verschreibungspflicht Nur auf Kassen- oder Privat-Rezept; Abgabe ausschließlich in Apotheken
Regelmäßige Aktualisierung Rote-Hand-Brief 2019 & aktuelle europäischen Sicherheitsbewertungen zu Nebenwirkungen/Indikationen
Schutz vor Missbrauch Nur gezielte Abgabe nach ärztlicher Diagnose; strenge Dokumentationspflicht für Ärzte/Apotheken

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Fluorchinolon-Richtlinien: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und das deutsche BfArM empfehlen Ciprofloxacin nur noch bei fehlenden Alternativen oder schwerwiegenden Infektionen (z. B. Pyelonephritis, Anthrax-Exposition), da das Risiko schwerer Nebenwirkungen überwiegt (siehe: EMA/763040/2018, aktualisiert 2022/2023).
  • Empfohlenes Vorgehen bei Harnwegsinfekten: Nach aktuellen Empfehlungen der Österreichischen und Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (2023) sollte Ciprofloxacin nur bei nachgewiesener Resistenzlage und als 2. oder 3. Wahl verschrieben werden.
  • Internationale Studien: Neue Daten aus 2023–2024 bestätigen das erhöhte Nebenwirkungsrisiko für Sehnenrupturen, Aortenaneurysmen und psychiatrische Reaktionen (siehe: The Lancet Infectious Diseases, 2024; Österreichische Ärztezeitung – Fortbildung 2023).
  • Stiko-Hinweis (Deutschland/Österreich): Für Kinder/Jugendliche NUR bei strenger Indikation unter spezialärztlicher Kontrolle.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise & Versand

Packungsgröße Inhalt Unverbindlicher Richtpreis (Stand 2024) Lieferzeit (Wien, Salzburg, Graz, Linz, Innsbruck)
Klein 10 Tabletten à 250 mg ca. 14–18 € Wien: 1 Tag; Graz: 1–2 Tage; Linz: 1 Tag; Salzburg: 1–2 Tage; Innsbruck: 2 Tage
Mittel 14 Tabletten à 500 mg ca. 20–25 € wie oben
Groß 20 Tabletten à 750 mg ca. 30–35 € wie oben
Infusionslösung 5 Flaschen à 200 mg/100 ml ca. 45–60 € wie oben

FAQs: Häufige Patientenfragen zu Ciprofloxacin

  • F: Kann ich während der Ciprofloxacin-Einnahme Milchprodukte konsumieren?
    A: Nur mit Abstand! Milchprodukte und calciumhaltige Speisen/Getränke sollten mindestens zwei Stunden vor oder nach der Einnahme konsumiert werden, da sie die Wirksamkeit reduzieren.
  • F: Darf ich während der Therapie Alkohol trinken?
    A: In maßvoller Menge ja; Alkohol kann jedoch Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden oder Schwindel verstärken. Bei Symptomen besser ganz vermeiden.
  • F: Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
    A: Sobald wie möglich nachholen, aber nicht doppelt dosieren! Beim Wiederholen öfter vergessen den Arzt informieren.
  • F: Kann ich Ciprofloxacin auch zur Vorbeugung nehmen?
    A: Nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung und strenger Indikation, etwa nach Kontakt mit Milzbrand oder bei bestimmten Hochrisiko-Situationen!
  • F: Ist Ciprofloxacin für Kinder geeignet?
    A: Grundsätzlich nicht zur Routinebehandlung bei Kindern/Jugendlichen; nur bei lebensbedrohlichen Infektionen nach Empfehlung des Spezialisten.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill