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Cefuroxime

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Cefuroxim ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung bakterieller Infektionen wie Atemwegs-, Harnwegs-, Haut- und Ohrinfektionen eingesetzt wird. Es hilft, die Bakterien im Körper zu bekämpfen und die Beschwerden zu lindern. Die Einnahme erfolgt nach ärztlicher Anweisung, meistens als Tablette oder Saft. Bitte nehmen Sie Cefuroxim immer so ein, wie vom Arzt oder der Ärztin verschrieben.

Cefuroxim – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Cefuroxim
ATC-Code J01DC02
In Österreich bekannte Handelsnamen Elobact®, Zinnat®, Cefuroxim ratiopharm®, Cefuroxim Sandoz®, u.a.
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten (250 mg, 500 mg), Suspension zum Einnehmen (125 mg/5 ml, 250 mg/5 ml), Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung (750 mg, 1500 mg)
Hersteller GlaxoSmithKline, Sandoz, ratiopharm, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich)

Wirkmechanismus

Cefuroxim ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine (2. Generation). Es wirkt, indem es die Synthese der bakteriellen Zellwand hemmt. In einfachen Worten: Bakterien benötigen eine feste Zellwand zum Überleben. Cefuroxim blockiert ein wichtiges Enzym (Transpeptidase), das für den Aufbau dieser Zellwand notwendig ist. Dadurch werden die Bakterien geschwächt und schließlich abgetötet („bakterizid“).
Für medizinische Fachkreise: Cefuroxim bindet kovalent an Penicillin-bindende Proteine (PBP), hemmt die Quervernetzung von Peptidoglycan und führt so zum Zelltod grampositiver und gramnegativer Bakterien. Es ist stabil gegenüber vielen β-Laktamasen.

Pharmakokinetik – Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung, Wirkdauer

  • Resorption: Nach oraler Gabe wird Cefuroxim als Axetil-Prodrug aufgenommen und im Körper zu aktivem Cefuroxim umgewandelt. Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 40–50 %. Die Einnahme mit Nahrung steigert die Aufnahme.
  • Verteilung: Gute Gewebeverteilung, einschließlich Atemwege, Mittelohr, Haut, Knochen, Gelenke und Harnwege. Passiert Plazenta und geht in geringen Mengen in Muttermilch über.
  • Metabolisierung: Kaum Metabolisierung. Zentraler Metabolisierungsschritt: Umwandlung des Axetil-Esters in aktives Cefuroxim im Darm und in der Leber.
  • Ausscheidung: Überwiegend renal (unverändert über die Nieren). Halbwertszeit ca. 1–1,5 Stunden (verlängert bei Niereninsuffizienz).
  • Wirkdauer: Übliche Dosierungsintervalle: 12 Stunden (2x täglich). Elimination nach 24–36 Stunden fast vollständig.

Anwendung im Alltag & Best Practice (Österreichischer Kontext)

Cefuroximtabletten oder -suspension wird meist über 5–10 Tage eingenommen, abhängig von der Infektion.
Typische Dosierungsempfehlungen (Erwachsene): 2x täglich 250–500 mg oral. Die exakte Dosis bestimmt Ihr Arzt.
Anwendung: Tablette unzerkaut mit einem Glas Wasser einnehmen.
Suspension: Die Flasche vor Gebrauch gut schütteln, die vorgeschriebene Menge mit dem Messlöffel abmessen.
Besondere Hinweise für Österreich:

  • Beachten Sie die ärztliche Verordnung genau und nehmen Sie das Medikament immer bis zum Ende der Verordnung ein, auch wenn die Beschwerden bereits verschwunden sind.
  • Lagern Sie die Suspension nach dem Anrühren im Kühlschrank (<8°C), Tabletten bei Zimmertemperatur (<25°C).
  • Achten Sie auf pünktliche Einnahmezeiten – ein erfahrener österreichischer Apotheker kann Sie bei der Organisation unterstützen.

Morgens oder abends einnehmen? Vorteile, Nachteile & Tipps zur Regelmäßigkeit

Cefuroxim sollte alle 12 Stunden eingenommen werden, am besten morgens und abends zur gleichen Uhrzeit. Vorteil: Ein regelmäßiger Abstand optimiert die Wirksamkeit und reduziert das Risiko von Nebenwirkungen oder Resistenzentwicklung. Es ist nicht entscheidend, ob Sie mit der ersten Dosis am Morgen oder Abend beginnen – entscheidend ist die Einhaltung des Dosierplans.
Tipp: Richten Sie die Einnahmezeiten nach Ihrem Tagesablauf ein (z.B. Frühstück und Abendessen). Nutzen Sie eine Erinnerungsapp oder dosierte Medikamentenboxen.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern? Auswirkungen österreichischer Ernährungsgewohnheiten

Tabletten und Suspension: Diese sollten zu oder unmittelbar nach einer Mahlzeit eingenommen werden, da die Aufnahme durch Nahrung deutlich verbessert wird. Österreichische Ernährungsgewohnheiten (reichhaltiges Frühstück/mittags warme Mahlzeit) bieten sich an, die Tabletten mit Hauptmahlzeiten zu kombinieren. Milchprodukte in üblichen Mengen beeinflussen Cefuroxim nicht nachteilig.

Interaktionshinweise (Nahrungsmittel, Alkohol, Arzneimittel)

Wechselwirkungspartner Hinweis
Alkohol Kein Antabus-Effekt. Mäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt Cefuroxim nicht, sollte aber bei gleichzeitigem Infekt reduziert werden.
Antazida/Protonenpumpenhemmer Kann die Aufnahme von Cefuroxim vermindern – Tabletten im Abstand von 2h zu säurebindenden Mitteln einnehmen.
Diuretika wie Furosemid Erhöhtes Risiko für Nierenschäden, ärztliche Überwachung empfohlen.
Orale Kontrazeptiva Seltene Abschwächung der Wirkung durch Antibiotika–zusätzliche Verhütung während und 7 Tage nach Einnahme empfohlen.
Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Phenprocoumon) Verstärkte Blutungsneigung – INR-Überwachung empfohlen.

Indikationen (zugelassene & Off-Label)

Indikation Zugelassen in Österreich Off-Label
Akute bakterielle Atemwegsinfekte (z.B. Bronchitis, Pneumonie) -
Akute Mittelohrentzündung (Otitis media) -
Tonsillitis, Pharyngitis -
Sinusitis -
Harnwegsinfektionen (unkompliziert) -
Lyme-Borreliose (Stadium I und II) -
Infektionen von Haut und Weichteilen -
Andere bakterielle Infektionen (nach Erregernachweis) -

Dosierung nach klinischer Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene (oral) Kinder (oral) Ältere Patienten
Atemwegsinfekte 2x täglich 250–500 mg 10 mg/kg KG, max. 250 mg 2x täglich Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz
Harnwegsinfekte 2x täglich 125–250 mg 10 mg/kg KG, max. 125 mg 2x täglich Siehe Erwachsene
Lyme-Borreliose 2x täglich 500 mg (14–21 Tage) 15 mg/kg KG, max. 250 mg 2x täglich (14–21 Tage) Wie Erwachsene
Haut-/Weichteilinfektionen 2x täglich 250–500 mg Siehe Atemwegsinfekte Abhängig von Nierenfunktion

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥1/10): Weicher Stuhl, Durchfall
  • Häufig (1/10–1/100): Übelkeit, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Erbrechen
  • Gelegentlich (1/100–1/1.000): Juckreiz, reversible Leberwertveränderungen
  • Selten (1/1.000–1/10.000): Pseudomembranöse Kolitis, allergische Reaktionen, Nierenschädigung, Blutbildveränderungen
  • Sehr selten (<1/10.000): Stevens-Johnson-Syndrom, schwere Leberfunktionsstörungen, anaphylaktischer Schock

Besondere Vorsicht bei bekannter Penicillinallergie! Patient:innen mit Nierenerkrankungen oder Immunsuppression benötigen besondere Überwachung.

Hinweise zur richtigen Anwendung (Pharmazeutische & klinische Beratung)

  • Nehmen Sie Cefuroxim konsequent so lange, wie vom Arzt empfohlen, auch wenn die Symptome nachlassen.
  • Setzen Sie keine Dosis aus! Falls vergessen: Nächste reguläre Einnahme fortführen, nicht doppelt nehmen.
  • Lagern Sie Suspensionen immer im Kühlschrank und entsorgen Sie sie spätestens 10 Tage nach Anmischen.
  • Klären Sie Unverträglichkeiten oder Kreuzallergien gegen Beta-Laktam-Antibiotika vorab mit Arzt & Apotheker ab.
  • Informieren Sie Ihr Behandlungsteam über alle weiteren Medikamente und Vorerkrankungen.
  • Kinder: Dosierhilfen (Messlöffel/Becher) nutzen und Anwendung überwachen.
  • Bei Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion (Atemnot, Schwellungen, starker Ausschlag) sofort notärztliche Hilfe rufen.

Alternativen (Erstattung durch ÖGK/NFZ), Vergleich und Übersicht

  • Amoxicillin(-Clavulansäure): Primär bei Atemwegs- und Harnwegsinfektionen. Günstig, breites Wirkspektrum. Mögliches Allergierisiko höher als bei Cefuroxim.
  • Makrolide (Azithromycin, Clarithromycin): Alternative bei Penicillinallergikern. Gute Verträglichkeit, aber Resistenzen zunehmend.
  • Doxycyclin: Besonders bei Atemwegsinfekten und Borreliose (Lyme-Krankheit). Günstig, aber nicht für Schwangere/Kinder. Empfindlich gegenüber Sonnenlicht.
  • Cefpodoxim: Vergleichbares Cephalosporin; ähnliche Anwendung wie Cefuroxim. Erstattungsfähig, ggf. bessere Aufnahme.
  • Fosfomycin: Einmalgabe bei Harnwegsinfekten möglich. Nur für bestimmte Indikationen geeignet.

Die Auswahl erfolgt individuell nach Verträglichkeit, Erregerspektrum und ärztlicher Empfehlung. Alle genannten Präparate sind in Österreich erstattungsfähig (ÖGK, BVAEB, SVS, KFA).

Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung (Österreich)

  • Recht: Zugelassen durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG, AGES Medizinmarktaufsicht).
  • Rezeptpflicht: Nur mit gültiger ärztlicher Verschreibung!
  • Erstattung: Aufnahme in die Erstattungsliste des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (EKO) – Standardantibiotikum, von der gesetzlichen Sozialversicherung erstattungsfähig.
  • Import/Verfügbarkeit: Regelmäßig österreichweit vorrätig. Apotheken können bei kurzfristigen Lieferengpässen in elektronischen Systemen Alternativen vorschlagen/anfordern.

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Cefuroxim bleibt gemäß den „Österreichischen Antibiotika-Empfehlungen“ (AGES, Österreichische Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin) ein Medikament erster Wahl für viele unkomplizierte Infektionen, insbesondere, wenn Penicilline nicht eingesetzt werden können.
  • Aufgrund wachsender Resistenzraten und der Förderung des rationalen Antibiotikagebrauchs wird betont, Cefuroxim gezielt nach Resistenzlage/Vorgeschichte einzusetzen (Siehe: „Antibiotika-Leitfaden Österreich 2024“).
  • Für Lyme-Borreliose empfehlen EU-Leitlinien weiterhin Cefuroxim als orale Erstlinientherapie.

Quellen: AGES Medizinmarktaufsicht, ECDC/EARS-Net Surveillance Reports 2024, Österreichischer Antibiotika-Leitfaden 2024, ESCMID Guidelines 2023/2024.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preis & Lieferzeiten (Österreich)

Packungsgröße Form Richtpreis (unverbindlich, €) Typische Lieferzeit (AT-Hauptstadt/Region)
10, 14, 20, 24, 30 Tabletten 250 mg bzw. 500 mg Tabletten ab 13–28 EUR Wien, Graz, Linz: 1 Werktag
Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt: 1–2 Werktage
50/70 ml Suspension zum Einnehmen ab 20 EUR Österreichweit: 1–2 Werktage
1, 5, 10 Durchstechflaschen 750/1500 mg Injektionspulver ab 7 EUR pro Flasche Regionale Apotheken: auf Bestellung, Klinikbedarf meist vorrätig

Häufig gestellte Patientenfragen (FAQ)

  1. Kann ich unter Cefuroxim Alkohol trinken?
    In mäßigen Mengen besteht keine direkte Wechselwirkung. Während einer akuten Infektion ist Alkohol generell zu meiden, um die Immunabwehr nicht zu schwächen.
  2. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die nächste reguläre Dosis in gewohnter Stärke ein, sobald Sie sich erinnern. Niemals eine doppelte Dosis einnehmen!
  3. Muss ich das Medikament mit dem Essen einnehmen?
    Ja, bitte nehmen Sie Tabletten und Suspension vorzugsweise zu oder kurz nach einer Mahlzeit ein – das unterstützt die Aufnahme.
  4. Darf ich mein Kind mit Cefuroxim behandeln?
    Ja, sofern der Arzt dies verordnet hat. Es gibt altersgerechte Dosierungen und kindgerechte Suspensionen. Die Dosierung muss genau gemäß ärztlicher Anweisung erfolgen.
  5. Kann ich Cefuroxim verwenden, wenn ich allergisch auf Penicillin reagiere?
    Bei bekannter schwerer Penicillinallergie darf Cefuroxim nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung zum Einsatz kommen, da Kreuzallergien möglich sind.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

12 pill, 24 pill, 32 pill, 36 pill, 60 pill, 92 pill