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Artane (Trihexyphenidyl)

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Artane (Wirkstoff: Trihexyphenidyl) wird zur Behandlung von Bewegungsstörungen wie Parkinson oder bestimmten Nebenwirkungen anderer Medikamente eingesetzt. Es hilft, Muskelsteifigkeit, Zittern und unwillkürliche Bewegungen zu lindern. Die Behandlung erfolgt nach ärztlicher Verschreibung. Nehmen Sie Artane immer genau nach Anweisung des Arztes ein und melden Sie auftretende Nebenwirkungen Ihrem Arzt oder Apotheker. Bitte vermeiden Sie eigenständige Dosisänderungen.

Artane (Trihexyphenidyl): Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Trihexyphenidyl
Handelsnamen in Österreich Artane®, Parkidan®
ATC-Code N04AA01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten (2 mg, 5 mg), Tropfen (5 mg/ml)
Hersteller Pfizer Austria GmbH, Sanofi Aventis Austria GmbH
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (ärztliche Verschreibung gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Trihexyphenidyl, der Wirkstoff von Artane, gehört zur Wirkstoffgruppe der Anticholinergika. Die Substanz wirkt, indem sie die Wirkung eines Neurotransmitters namens Acetylcholin im Gehirn hemmt. Das Gleichgewicht zwischen Acetylcholin und Dopamin wird dadurch verbessert, was die typischen Beschwerden bei Parkinson-Krankheit wie Muskelsteifigkeit, Zittern und verlangsamte Bewegungen lindert.
Für Spezialist:innen: Selektive Blockade zentraler muskarinischer Acetylcholinrezeptoren (v. a. M1 und M2), Reduktion cholinerger Überaktivität im Striatum, geringe sondern periphere Wirkung, unausgeprägter Einfluss auf die Dopaminfreisetzung.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gute orale Bioverfügbarkeit, maximaler Plasmaspiegel nach etwa 1–2 Stunden.
  • Metabolismus: Ausgedehnte hepatische (Leber-)Metabolisierung. Geringer First-Pass-Effekt.
  • Elimination: Überwiegend renal (über den Urin), zu einem kleinen Teil biliär (Leber/Galle).
  • Wirkdauer: 6–12 Stunden, daher sind mehrfache Einnahmen pro Tag üblich.

Art der Anwendung & Alltagsgebrauch

Die Dosierung erfolgt individuell und sollte stets mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abgestimmt werden. In Österreich sind folgende Einnahmeempfehlungen üblich:

  • Tabletten oder Tropfen können mit etwas Wasser unzerkaut geschluckt werden.
  • Beginnen Sie meist mit einer niedrigen Dosis (z. B. 1 mg pro Tag), Steigerung um jeweils 2 mg in wöchentlichen Abständen nach Bedarf und Verträglichkeit.
  • Typische Erhaltungsdosis liegt zwischen 5–15 mg pro Tag, verteilt auf 2–3 Einzelgaben.
  • Bei Tropfen: genaue Dosierung mit beiliegender Pipette oder Tropfenzähler.

Die beste Wirkung zeigt sich bei regelmäßiger Einnahme. Bitte unterbrechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig.

Morgens vs. abends – Einnahmezeitpunkt

  • Morgen: Vorteilhaft, wenn morgendliche Steifigkeit/Zittern im Vordergrund steht.
  • Abend: Abends kann die Einnahme helfen, nächtlicher Muskelsteifigkeit entgegenzuwirken. Manche Patient:innen berichten jedoch über Schlafstörungen durch die Wirkung auf das zentrale Nervensystem.
  • Tipp: Halten Sie die Einnahmezeiten konstant. Teilen Sie die Tagesdosis – besonders bei höheren Dosierungen – auf 2-4 Einzelgaben auf.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.
  • Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen, um Magenbeschwerden zu vermeiden.
  • Die sehr fett- und zuckerreiche österreichische Kost kann die Verträglichkeit beeinflussen – beobachten Sie daher Ihre individuelle Reaktion.

Wechselwirkungen – Warnhinweise

Interaktion Vorsicht/Hinweis
Alkohol Verstärkung zentralnervöser Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit
Antidepressiva (trizyklisch, SSRI) Erhöhung anticholinerger Begleiterscheinungen
Antihistaminika der 1. Generation Verstärkung des Mundtrockenheits- und Schwindelrisikos
Levodopa/Amantadin Wirkungsverstärkung, ggf. Dosisanpassung notwendig
Leberenzyminduktoren (z. B. Carbamazepin) Reduzierte Wirksamkeit von Trihexyphenidyl möglich
Grapefruitsaft Keine bedeutsamen Interaktionen bekannt

Indikationen

Offizielle Indikationen (Österreich) Off-label-Einsatz/sonstige Anwendungen
M. Parkinson (idiopathisch, vaskulär und medikamenteninduziert) Dystonien, neuroleptikainduzierte extrapyramidale Nebenwirkungen*

* Off-label-Nutzung nur nach ärztlicher Bewertung; Verordnung und Kostenübernahme nach Einzelfallprüfung.

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Ältere Menschen Kinder/Jugendliche*
Parkinsonismus Anfang: 1 mg/Tag, Erhaltung: 5–15 mg/Tag Vorsicht, Start mit 0,5 mg/Tag, langsame Steigerung Nicht empfohlen, nur in Ausnahmefällen, max. 0,1 mg/kg KG/Tag
Extrapyramidale Symptome (EPS) 1–2 mg 1–3x täglich Beginn mit halber Erwachsenendosis Nicht zugelassen

* Die Anwendung bei Kindern ist im Regelfall kontraindiziert und bedarf strenger Abwägung.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufig: Mundtrockenheit, Benommenheit, Übelkeit, Verstopfung, verschwommenes Sehen, Harnverhalt.
  • Gelegentlich: Verwirrtheit, Tachykardie, allergische Reaktionen.
  • Selten: Halluzinationen, Gedächtnisstörungen, Delir, Hautausschlage.
  • Warnhinweise: Vorsicht bei grünem Star (Engwinkelglaukom), Prostatavergrößerung, schweren Herz-Kreislauferkrankungen.

Hinweise zur richtigen Anwendung

  • Regelmäßige Einnahme zu konstanten Zeiten fördert konstanten Wirkstoffspiegel.
  • Änderungen der Dosierung oder Unterbrechung nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Bei Auslandsreisen: Arzneimittelpass mitführen, Verfügbarkeit vorab prüfen.
  • Tragen Sie einen Notfallausweis (Parkinson, Medikation) bei sich.
  • Im Sommer: Erhöhte Hitzeempfindlichkeit beachten, ausreichend trinken.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Levodopa (verschiedene Kombinationen): Goldstandard, v. a. für ältere Patient:innen, erstattungsfähig durch NFZ, oft bessere Verträglichkeit. Allerdings mit Langzeitnebenwirkungen (Dyskinesien).
  • Amantadin: Weniger anticholinerge Nebenwirkungen, jedoch gelegentlich Unruhe, Ödeme.
  • Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol): Gut im Frühstadium, aber Schlafattacken und Impulskontrollstörungen möglich.
  • MAO-B-Hemmer (Selegilin, Rasagilin): Mäßige Wirkung auf Steifigkeit und Tremor, günstiges Nebenwirkungsprofil.

Vorteile von Trihexyphenidyl: Besonders bei dominantem Tremor und medikamenteninduzierten EPS.
Nachteile: Nebenwirkungen häufig bei älteren Menschen.

Rechtlicher Status & Kostenerstattung in Österreich

  • Trihexyphenidyl ist in Österreich verschreibungspflichtig (Rezept erforderlich).
  • Zulassung gemäß AGES-Medizinmarktaufsicht und Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK).
  • Verordnungs- und Kostenerstattung: Aufnahme in den Erstattungskodex (EKO) für ZNS-Erkrankungen; teilweise zuzahlungspflichtig je nach Kassenvertrag.
  • Gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz (AMG) apotheken- und verschreibungspflichtig.

Aktuelle Forschung & klinische Leitlinien (2022–2025)

Internationale und österreichische Leitlinien (DGNP, ÖGP) empfehlen Anticholinergika wie Trihexyphenidyl v. a. für junge Parkinson-Patient:innen mit ausgeprägtem Tremor oder bei extrapyramidalen Nebenwirkungen antipsychotischer Medikamente. Nach aktuellen Übersichtsarbeiten (Buhmann et al., J Neural Transm 2023; MDS-Evidence Update 2024) ist der Einsatz im höheren Alter wegen kognitiver Nebenwirkungen kritisch zu prüfen. Neuere Daten belegen eine günstige Wirkung bei einzelnen dystonen Syndromen, jedoch keine Überlegenheit gegenüber modernen Dopaminersatztherapien.

Verfügbarkeit und Lieferzeiten

Packungsgröße Preis (UVP, Stand 01/2024) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Salzburg Lieferzeit Linz
50 Tabletten zu 2 mg ca. € 29,00 24–36 h 24–48 h 24–48 h 24–48 h
100 Tabletten zu 5 mg ca. € 54,00 24–72 h 24–72 h 24–72 h 24–72 h
Trofen 5 mg/ml (100 ml) ca. € 44,00 24–48 h 24–48 h 24–48 h 24–48 h

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Muss ich Artane dauerhaft nehmen?
    Die Notwendigkeit einer Langzeiteinnahme hängt von Ihrer Grunderkrankung und Ihrer individuellen Symptomkontrolle ab. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Therapie regelmäßig überprüfen und ggf. anpassen.
  2. Was tue ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis möglichst zeitnah ein. Liegt die nächste Einnahme jedoch nahe, lassen Sie die vergessene Dosis aus; nehmen Sie auf keinen Fall eine doppelte Menge ein.
  3. Kann ich mit Artane Auto fahren?
    Trihexyphenidyl kann Schwindel, Benommenheit und Konzentrationsstörungen verursachen. Prüfen Sie, wie Sie das Medikament vertragen, bevor Sie aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.
  4. Darf ich während der Therapie Alkohol trinken?
    Alkohol kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Schwindel verstärken. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, ob und in welchem Umfang ein moderater Alkoholkonsum für Sie angemessen ist.
  5. Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln?
    Ja. Besonders Medikamente gegen Depressionen, Allergien und bestimmte Psychopharmaka können die Wirkung oder Nebenwirkungen von Artane beeinflussen. Geben Sie Ihrem Arzt eine vollständige Liste Ihrer Medikamente.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill