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Spiriva (Tiotropium Bromide)

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Spiriva mit dem Wirkstoff Tiotropiumbromid ist ein Medikament zur Behandlung von chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma. Es erleichtert das Atmen, indem es die Atemwege erweitert und die Lungenfunktion verbessert. Die Anwendung erfolgt meist einmal täglich über einen Inhalator. Spiriva kann helfen, Atemnot zu verringern und die Lebensqualität zu steigern. Bitte wenden Sie das Medikament wie vom Arzt vorgeschrieben an.

Spiriva® (Tiotropiumbromid) – Umfassende Produktbeschreibung für Patientinnen und Patienten in Österreich

Grundlagen und Produktinformationen

Wirkstoff (INN)Tiotropiumbromid
Handelsnamen in ÖsterreichSpiriva®, Spiriva® Respimat®, Spiriva® HandiHaler®
ATC-CodeR03BB04
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Inhalationspulver (HandiHaler®): 18 Mikrogramm pro Kapsel
  • Inhalationslösung (Respimat®): 2,5 Mikrogramm pro Sprühstoß
HerstellerBoehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, Wien
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (Rx)

Wirkmechanismus

Für PatientInnen leicht erklärt:
Spiriva® enthält den Wirkstoff Tiotropiumbromid, der hilft, Ihre Atemwege zu erweitern. Dadurch kann die Luft besser ein- und ausströmen, sodass das Atmen leichter fällt – besonders bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma.

Für medizinische Fachkreise ausgeführt:
Tiotropiumbromid ist ein langwirksamer, kompetitiver Muskarinrezeptor-Antagonist (LAMA), der selektiv an die M3-Rezeptoren der glatten Atemwegsmuskulatur bindet und deren Aktivierung blockiert. Das führt zu einer Hemmung der bronchokonstriktiven Wirkung von Acetylcholin und verursacht eine bronchodilatatorische Wirkung über 24 Stunden.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach Inhalation gelangen etwa 19% (HandiHaler®) bzw. 33% (Respimat®) des Wirkstoffs in die Lunge.
  • Verteilung und Metabolismus: Begrenzte systemische Verfügbarkeit, der größte Teil wird unverändert renal ausgeschieden; geringer First-Pass-Effekt über Cytochrom P450 (CYP2D6 und CYP3A4).
  • Elimination: 74% wird mit dem Urin ausgeschieden (v. a. unveränderte Substanz).
  • Wirkdauer: ≥ 24 Stunden, geeignet für einmal tägliche Anwendung.

Anwendung im Alltag & Tipps zur Praxis

  • Typische Dosierung Erwachsene: 1 Inhalation täglich zur gleichen Tageszeit
  • HandiHaler®: 1 Kapsel in das Inhalationsgerät geben, tief und langsam einatmen
  • Respimat®: 2 Sprühstöße einmal täglich inhalieren
  • Nach der Inhalation empfiehlt es sich, den Mund mit Wasser auszuspülen, um Mundtrockenheit und Pilzbefall vorzubeugen.
  • Geräte regelmäßig gemäß Gebrauchsanweisung reinigen.
  • Nur auf ärztliche Anweisung Dosis oder Zeitpunkt ändern.

Morgens oder abends – Was ist besser?

Spiriva® kann morgens oder abends inhaliert werden – wichtig ist die konsequente tägliche Anwendung zur gleichen Uhrzeit, um den vollen Schutz zu gewährleisten. Morgendliche Anwendung ist in Österreich besonders beliebt, da sie in die Tagesroutine (z. B. nach dem Frühstück) eingebaut werden kann; dies verringert die Vergesslichkeit und unterstützt eine bessere Symptomkontrolle tagsüber.

  • Morgens: Vorteile sind Routine, bessere Tageskontrolle; Nachteil könnte Müdigkeit am Morgen bei schwerer COPD sein.
  • Abends: Gelegentlich sinnvoll, wenn nächtliche Atemnot dominiert; Routine besonders wichtig!

Einnahme zu oder unabhängig von Mahlzeiten (Ernährungs-Kontext Österreich)

Spiriva® wird inhaliert und nicht geschluckt, daher beeinflussen typische österreichische Mahlzeiten (Frühstück, Jause, Mittagessen) die Wirkung nicht. Es spielt keine Rolle, ob das Arzneimittel mit vollem oder leerem Magen angewandt wird.

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Tiotropiumbromid ist meist sicher, aber bestimmte Wechselwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen sollten beachtet werden:

Interaktionspartner Bedeutung Empfehlung
Anticholinerge Medikamente (z. B. Atropin, Ipratropium) Risiko für verstärkte Nebenwirkungen, z. B. Mundtrockenheit, Harnverhalt Kombination vermeiden oder engmaschig überwachen
Alkohol Keine bekannte klinisch relevante Wechselwirkung Kein besonderer Hinweis erforderlich, jedoch generell Alkohol meiden bei Lungenerkrankungen
Nahrungsmittel Keine Kann jederzeit unabhängig von Mahlzeiten angewendet werden
Betablocker, ACE-Hemmer Keine pharmakodynamischen Wechselwirkungen, aber Symptomüberwachung ratsam Regelmäßige Kontrolle, insb. bei multimorbiden Patienten

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Indikation Status
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Zugelassen
Asthma bronchiale (ab dem 18. Lebensjahr; Respimat® auch ab 6 Jahren als Zusatztherapie) Zugelassen
Off-Label: Mukoviszidose, bronchiolitis-ähnliche Zustände Off-Label (ärztliche Einzelfallbewertung notwendig)

Dosierung gemäß klinischer Indikation

Indikation/Patientengruppe Spiriva® HandiHaler® Spiriva® Respimat®
Erwachsene (COPD) 1 Kapsel (18 µg) 1x täglich 2 Hübe (je 2,5 µg) 1x täglich
Erwachsene (Asthma) Off-Label 2 Hübe (je 2,5 µg) 1x täglich
Kinder (6–17 Jahre, Asthma) Nicht zugelassen 2 Hübe (je 2,5 µg) 1x täglich (ab 6 Jahren, Zusatztherapie)
Ältere Patienten (>65 Jahre) Wie oben, keine Dosisanpassung erforderlich Wie oben, keine Dosisanpassung erforderlich

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/Häufig: Mundtrockenheit, Rachenreizung, Heiserkeit, Husten, Kopfschmerzen
  • Gelegentlich: Schnupfen, Dysphagie, Sodbrennen, Pilzinfektionen im Mund (oraler Soor)
  • Selten: Harnverhalt, Überempfindlichkeitsreaktionen, Hautausschlag, erhöhter Augeninnendruck (bei versehentlichem Augenkontakt)
  • Warnhinweise: Ungeeignet bei Überempfindlichkeit gegenüber Tiotropium oder Hilfsstoffen, Glaukom, progredienten Prostatabeschwerden.

Anwendungshinweise & praktische Tipps aus der Apotheke/Österreichischer Praxis

  • Zunächst korrekte Inhalationstechnik von Apotheken- oder Medizinpersonal zeigen lassen.
  • Geräte (HandiHaler, Respimat) regelmäßig gründlich reinigen.
  • Kapseln nur mit HandiHaler® inhalieren, nicht schlucken!
  • Mund nach Inhalation immer mit Wasser ausspülen.
  • Gerät immer trocken und außer Reichweite von Kindern lagern.
  • Bei Unsicherheit: Hausärztin/Hausarzt oder Apotheke konsultieren.
  • Bei gleichzeitigen Impfungen (z. B. Influenza, COVID-19): keine Wartezeit erforderlich.

Therapiealternativen (Erstattung durch Österreichische Gesundheitskasse, ÖGK)

  • Alternativen:
    • Aclidiniumbromid (Eklira®, Bretaris®): Auch LAMA, ähnlich effektiv, meist 2x täglich
    • Glycopyrroniumbromid (Seebri®): LAMA, 1x täglich, vergleichbare Wirkung
    • Umeclidiniumbromid (Incruse®): Neuere LAMA-Option, 1x täglich
    • Kombinationspräparate: LAMA/LABA oder LAMA/LABA/ICS (z. B. Trixeo®, Trelegy®) können bevorzugt sein bei unzureichender Monotherapie
  • Vorteile/ Nachteile: Unterschiede bestehen v.a. in der Dosierfrequenz, Handhabung und ggf. Nebenwirkungen. Alle genannten Alternativen werden von der ÖGK erstattet.

Rechtlicher Status und Kostenerstattung in Österreich

  • Spiriva® ist bei der AGES (Österr. Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zugelassen.
  • Verschreibungspflichtig – Verordnung durch Kassenärztin/Kassenarzt oder Fachärztin/Facharzt erforderlich.
  • Standardmäßig auf dem Erstattungskodex der ÖGK (T-Liste); vollständige Kostenübernahme bei Vorliegen einer medizinischen Indikation.
  • Apothekenpflichtig (Abgabe nur in Apotheken).

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • GOLD-Leitlinie 2023: Spiriva bleibt ein zentraler Bestandteil der COPD-Therapie, insbesondere in der Erhaltungstherapie und Exazerbationsprävention.
  • Deutsche Atemwegsgesellschaft (2024): Empfehlung als Add-on-Therapie bei Asthma bronchiale, wenn ICS/LABA allein nicht ausreichen.
  • Österreichische Leitlinien: Spiriva ist Mittel der ersten Wahl für symptomatische COPD und als Zusatz bei unkontrolliertem Asthma.
  • Aktuelle Publikationen (2023/2024): Bestätigen Sicherheit, günstiges kardiovaskuläres Profil und gute Wirksamkeit auch bei älteren Patienten.

Verfügbarkeit & Lieferung (Beispielpreise & Lieferzeiten Österreich)

Päckchengröße Unverbindlicher Apothekenpreis* (€) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz
30 Kapseln (HandiHaler®) ca. 65–75 s.o.* – 1 Tag 1–2 Tage 1–2 Tage
60 Hübe (Respimat®) ca. 78–85 1 Tag 1–2 Tage 1–2 Tage

*Apothekenpreise können regional variieren. Mit Kassenrezept erfolgt voller Kostenersatz über die Sozialversicherung.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Wie lange muss ich Spiriva® nehmen?
    Spiriva® ist für die Langzeitbehandlung gedacht. Die Anwendung sollte regelmäßig und nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Eine plötzliche Absetzung kann zu einer Verschlechterung der Symptome führen.
  2. Was mache ich, wenn ich die Inhalation einmal vergessen habe?
    Holen Sie die Anwendung nicht nach, sondern setzen Sie die Behandlung zum nächsten geplanten Zeitpunkt fort. Nicht doppelt dosieren!
  3. Darf ich Spiriva® auch bei anderen Erkrankungen nehmen?
    Spiriva® ist primär für COPD und (bestimmte Formen von) Asthma zugelassen. Bei anderen Erkrankungen sollte der Einsatz immer sorgfältig mit der Ärztin/dem Arzt besprochen werden.
  4. Kann ich Spiriva® während einer Erkältung oder Grippe weiter verwenden?
    Ja, die Behandlung sollte fortgesetzt werden. Bei Unsicherheit oder Verschlechterung der Symptome suchen Sie ärztlichen Rat.
  5. Brauche ich ein neues Rezept für Folgepackungen?
    Ja, Spiriva® ist verschreibungspflichtig. Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt oder Lungenfacharzt kann Folgerezepte ausstellen.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihr Apothekenteam oder Ihre betreuende Ärztin/Ihren Arzt. Spiriva® – für den Atem, für Ihre Lebensqualität.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

9mcg

Paket: No selection

1 inhaler, 3 inhaler, 6 inhaler