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Flunarizine

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Flunarizin ist ein Arzneimittel, das zur Vorbeugung von Migräneanfällen eingesetzt wird. Es hilft, die Häufigkeit und Stärke von Kopfschmerzen zu verringern. Flunarizin wirkt, indem es die Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn reguliert. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und sollte immer genau nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihr Apotheken- oder Ärzteteam.

Flunarizin – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff Flunarizin (INN)
Handelsnamen (AT) Sibelium®, Flunarizin Generika (je nach Anbieter)
ATC-Code N07CA03
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten 5 mg, 10 mg
Hersteller Janssen-Cilag, diverse Generika-Hersteller
Verschreibungsstatus (AT) Verschreibungspflichtig, Rezeptpflicht (Apothekenpflicht gemäß § 7 Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Flunarizin ist ein sogenannter Kalziumkanalblocker. Er verhindert, dass bestimmte Kalziumkanäle in den Zellen des Gehirns und der Blutgefäße geöffnet werden. Dadurch stabilisiert er die Durchblutung im Gehirn und verhindert Übererregung von Nervenzellen. Das hilft insbesondere bei der Vorbeugung von Migräneattacken und bestimmten Schwindelformen. Für medizinisches Fachpersonal ist wichtig: Flunarizin blockiert spannungsabhängige Kalziumkanäle (T- und L-Typ), hemmt die neuronale Übererregbarkeit und gleicht vaskuläre Dysbalancen aus.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Gut resorbiert nach oraler Einnahme (<15% Bioverfügbarkeit).
  • Metabolismus: Wird in der Leber zu mehreren Metaboliten umgewandelt (CYP3A4 beteiligt).
  • Elimination: Über Galle und Stuhl ausgeschieden. Elimination ist langsam.
  • Wirkdauer: Lange Halbwertszeit von 19–23 Tagen. Wirkt anhaltend nach regelmäßiger Einnahme.

Anwendung & Alltag – Dosierung, Einnahmeempfehlungen

Flunarizin wird in Österreich vor allem zur Migräneprophylaxe (Vorbeugung von Migräneanfällen) und zur Behandlung von vestibulären (Schwindel-bedingten) Störungen eingesetzt. Die Tabletten sind leicht teilbar und können je nach individuellem Schema eingenommen werden. Die Standardempfehlung für Erwachsene ist einmal täglich 10 mg (meist abends), gegebenenfalls reduziert auf 5 mg bei älteren Patient:innen oder bei Nebenwirkungen. Die Einnahme erfolgt regelmäßig, auch an migränefreien Tagen. Kinder und Jugendliche erhalten deutlich niedrigere Dosen (siehe Tabelle).

Morgens oder abends? – Dosierungszeitpunkt

  • Empfehlung: Einnahme am Abend, um Tagesmüdigkeit zu vermeiden.
  • Vorteile abends: Beruhigende Wirkung tritt nachts ein, Verbesserte Verträglichkeit, Reduziertes Risiko unerwünschter Tagesschläfrigkeit.
  • Nachteile morgens: Müdigkeit, Leistungseinschränkung tagsüber, insbesondere beim Bedienen von Maschinen oder Fahrzeugen.
  • Tipp: Möglichst täglich zur selben Zeit einnehmen, um einen gleichmäßigen Wirkspiegel zu erreichen.

Einnahme zu Mahlzeiten? – Ernährung und Tabletteneinnahme

  • Flunarizin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Bei empfindlichem Magen oder Übelkeit mit einer kleinen Mahlzeit einnehmen (z. B. Stück Brot aus regionalem Angebot, wie im typisch österreichischen Frühstück).
  • Keine spezifischen Wechselwirkungen mit Milchprodukten, aber Alkohol sollte vermieden werden.

Interaktionswarnungen

Interagierendes Mittel Art der Wechselwirkung Empfohlene Maßnahme
Alkohol Verstärkte Müdigkeit, Schwindel Vermeiden oder stark einschränken
Andere ZNS-dämpfende Medikamente (Schlafmittel, Antidepressiva) Verstärkte Schläfrigkeit Kombination sorgfältig abwägen, ggf. Dosisanpassung
Antiepileptika Unklare Interaktionen, aber evtl. Wirkungsverstärkung Überwachung auf Nebenwirkungen
Makrolid-Antibiotika, Ketoconazol Hemmung des Leberenzyms (CYP3A4), Anstieg Flunarizin-Blutspiegel Sorgfältige ärztliche Überwachung, evtl. Alternativen wählen

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Status (zugelassen/off-label) Kurzbeschreibung
Migräneprophylaxe (ohne Aura, mit Aura) Zugelassen Vorbeugung chronischer Migräneanfälle bei Erwachsenen
Vestibulärer Schwindel Zugelassen Therapie von anfallsartigem Schwindel (vestibuläre Migräne, peripher-vestibulärer Schwindel)
Chorea Huntington, Parkinsonismus Off-label Reserve-Indikation, nur bei ausgeprägtem Therapieversagen anderer Wirkstoffe

Dosierung nach Indikation & Patientengruppen

Indikation Erwachsene Ältere Menschen (>65 Jahre) Kinder & Jugendliche
Migräneprophylaxe 10 mg abends, ggf. nach 2 Monaten Pause prüfen 5 mg abends Je nach Körpergewicht: max. 5 mg, ärztliche Rücksprache!
Vestibulärer Schwindel 5–10 mg abends 5 mg abends Sehr selten, nur im Ausnahmefall

Sicherheitsprofil – Nebenwirkungen & Warnhinweise

  • Häufig (1–10 %): Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, erhöhter Appetit, depressive Verstimmung.
  • Gelegentlich (0,1–1 %): Muskelschmerzen, Muskelstarre, Missempfindungen, Mundtrockenheit.
  • Selten (<0,1 %): Bewegungsstörungen (Parkinsonismus, extrapyramidale Symptome), Hautausschläge, allergische Reaktionen.
  • Warnhinweise: Nicht empfohlen bei bestehender Depression, Parkinson-Erkrankung oder schweren Lebererkrankungen. Bei neuen Muskelproblemen oder psychischen Veränderungen sollte das Präparat abgesetzt und ein Arzt informiert werden.

Richtlinien zur richtigen Anwendung – Praktische Tipps (AT-Kontext)

  1. Tablette mit einem Glas Wasser einnehmen, vorzugsweise abends.
  2. Regelmäßigkeit ist entscheidend – Einnahme nicht eigenständig unterbrechen!
  3. Bei kurzfristigem Vergessen nicht „doppelt“ nehmen, sondern zum nächsten planmäßigen Zeitpunkt fortsetzen.
  4. Regelmäßige Kontrolle beim Hausarzt/Neurologen, spätestens alle 3–6 Monate.
  5. Depressive Symptome, Bewegungsprobleme oder starke Müdigkeit ohne Verzögerung ärztlich abklären lassen.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten – Migräneprophylaxe (Erstattung NFZ)

  • Betablocker (Propranolol, Metoprolol): Gut erforscht, erstattungsfähig – weniger Nebenwirkungen auf Gewicht, aber ungeeignet bei Asthma.
  • Amitriptylin (trizyklisches Antidepressivum): Wirksam, nebenwirkungsbehaftet (Schläfrigkeit, Mundtrockenheit), alternative Wahl.
  • Topiramat (Antiepileptikum): Gute Wirksamkeit; häufig verordnet, teilweise Gewichtsverlust.
  • CGRP-Antikörper (Erenumab u.a.): Moderne Migräneprophylaxe (bei schwerer Migräne); hochpreisig, Antragsverfahren bei NFZ nötig.

Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung (AT)

  • Rechtlicher Status: Vollständig rezeptpflichtig (gemäß URPL, Österreichisches Arzneimittelgesetz).
  • Registrierung: In Österreich durch den Hersteller beantragt und bei der BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen) zugelassen.
  • Erstattung: Über e-card als Standardtherapie bei Migräneprophylaxe je nach Einzelfall/Krankengeschichte im Rahmen der GKV (NFZ).
  • Abgabe: Nur über öffentliche Apotheken auf gültiges Rezept.

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Österreichische Gesellschaft für Neurologie und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfehlen Flunarizin nach wie vor als Mittel der zweiten Wahl bei schwerer, therapieresistenter Migräne (Leitlinie 2022, DGKN, DMKG).
  • Internationale Studien (Cephalalgia 2023, European Journal of Neurology 2024) bestätigen die Wirksamkeit von Flunarizin bei vestibulärer Migräne und chronischem Schwindel. Verkürzte Attackendauer und -häufigkeit werden berichtet.
  • Besondere Vorsicht wird bei Patient:innen mit Depression, alten Menschen sowie Kindern empfohlen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist entscheidend.

Verfügbarkeit & Lieferung

In fast allen öffentlichen Apotheken Österreichs bestellbar. Lagerverfügbarkeit kann je nach Region variieren. Typisch sind Blisterpackungen mit 30, 60 oder 100 Tabletten.

Packungsgröße Richtpreis (2024) Lieferzeit (z. B. Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck)
30 Tabletten / 10 mg ca. 25–30 Euro Wien: 0–2 Werktage
Graz: 1–2 Werktage
Linz: 1–2 Werktage
Salzburg/Innsbruck: 2–3 Werktage
100 Tabletten / 10 mg ca. 68–75 Euro Wie oben, ggf. 1 Tag länger bei Großpackung

Expressversand oder Click&Collect in vielen Apotheken möglich.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Wie lange dauert es, bis Flunarizin wirkt?
    Die Wirkung tritt meist nach 2–4 Wochen regelmäßiger Einnahme ein. Eine Verbesserung der Migräne bzw. Schwindelattacken wird in vielen Fällen innerhalb von 1–2 Monaten bemerkt.
  2. Macht Flunarizin abhängig?
    Nein, Flunarizin führt nicht zur körperlichen Abhängigkeit. Es kann jedoch bei falscher Anwendung oder abruptem Absetzen Nebenwirkungen wie Rebound-Kopfschmerzen verursachen.
  3. Kann ich Flunarizin bei bestehender Depression einnehmen?
    Vorsicht: Flunarizin kann depressive Verstimmungen verstärken. Vorbestehende psychische Erkrankungen müssen vor Beginn der Therapie mit Ihrem Arzt besprochen werden!
  4. Muss ich während der Einnahme von Flunarizin auf spezielle Lebensmittel verzichten?
    Nein. Sie können Flunarizin mit oder ohne Mahlzeiten einnehmen. Alkohol sollte vermieden werden.
  5. Ist Flunarizin auch für ältere Menschen geeignet?
    Ja, jedoch mit reduzierter Dosis (meist 5 mg/Tag). Regelmäßige ärztliche Kontrolle ist besonders wichtig.

Wichtiger Hinweis: Diese Information ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker. Bei Fragen zu Anwendung, Verträglichkeit oder Wechselwirkungen wenden Sie sich bitte persönlich an die Fachkraft Ihrer Wahl.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill