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Benemid (Probenecid)

€50.24

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Benemid enthält den Wirkstoff Probenecid und wird zur Behandlung von Gicht eingesetzt. Es hilft, die Harnsäuremenge im Blut zu senken, indem es die Ausscheidung über die Nieren fördert. Dadurch können Gichtanfälle verhindert werden. Benemid wird oft gemeinsam mit anderen Medikamenten verschrieben. Bitte nehmen Sie Benemid genau nach Anweisung Ihres Arztes ein und achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Behandlung.

Benemid (Probenecid): Umfassende Patienteninformation für Österreich

1. Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Probenecid
Handelsnamen in Österreich Benemid®
ATC-Code M04AA01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten à 500 mg
Hersteller (AT-Bezug) Johnson & Johnson, diverse Importeure
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (ärztliche Verschreibung gemäß AMG erforderlich)

2. Wirkmechanismus

Für Patienten erklärt: Benemid enthält Probenecid, welches hilft, den Harnsäurespiegel im Blut zu senken. Es wirkt, indem es die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren fördert. Damit hilft es, Gichtanfälle vorzubeugen und Harnsäureablagerungen zu verhindern.

Für Fachleute: Probenecid ist ein kompetitiver Inhibitor am organischen Anionentransporter in den Nierenproximaltubuli. Es hemmt die tubuläre Reabsorption und erleichtert so die renale Elimination von Harnsäure. Gleichzeitig kann es die renale Eliminierung sowie die Plasmaspiegel anderer Arzneimittel beeinflussen, z.B. Penicilline oder Cephalosporine.

3. Pharmakokinetik

  • Absorption: Rasche und nahezu vollständige Resorption nach oraler Einnahme (Bioverfügbarkeit ca. 80–95%).
  • Metabolisierung: Hepatische Biotransformation in inaktive Metabolite.
  • Ausscheidung: Primär renal, sowohl unverändert als auch als Metabolit.
  • Wirkeintritt: Nach ca. 2–4 Stunden.
  • Wirksdauer: 12–24 Stunden nach einmaliger Dosis.
  • Halbwertszeit: 4–12 Stunden (verlängert bei eingeschränkter Nierenfunktion).

4. Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Typische Dosierung: Anfangsdosis meist 250 mg zweimal täglich, steigerbar auf 500–2000 mg/Tag je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit.
  • Anwendung: Die Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen. Eine gleichmäßige Tagesverteilung (z. B. morgens und abends) unterstützt die optimale Wirkung.
  • Kontrolle: Regelmäßige Laborkontrollen des Harnsäurespiegels und ggf. der Nierenfunktion sind wichtig.
  • Spezielle Hinweise für Österreich: Die Mitnahme des Rezeptes ist für die Abholung in der Apotheke verpflichtend. Trinkmengenanpassung (empfohlen 1,5–2 l pro Tag) entspricht den österreichischen Ernährungs- und Flüssigkeitsempfehlungen.

Morgens versus abends – Vor- und Nachteile

  • Morgens: Gute Verträglichkeit, erleichtert die Integration in die tägliche Routine.
  • Abends: Kann bei Patienten mit nächtlichen Gichtanfällen hilfreich sein, mögliche Flüssigkeitszufuhr beachten.
  • Tipp: Die regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit verbessert die Therapieergebnisse. Bei der Kombination mehrerer Tagesdosen lässt sich die Gesamtdosis auf morgens und abends aufteilen.

Mit oder ohne Nahrung?

  • Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen. Erfahrungsgemäß vertragen viele Patienten das Medikament mit einer Mahlzeit besser.
  • Bei Magenbeschwerden empfiehlt sich die Einnahme zu einer Hauptmahlzeit (z.B. typisch österreichisches Frühstück oder Abendessen).
  • Manche Lebensmittel, wie Kaffee oder Milchprodukte, beeinflussen die Wirkung nicht wesentlich.

5. Wechselwirkungen

Wechselwirkt mit: Empfehlung/Hinweis
Alkohol Kann die Wirkung schwächen und Gichtanfälle provozieren. Reduktion oder Verzicht empfohlen.
Penicilline/Cephalosporine Probenecid erhöht Blutspiegel, ggf. Dosisanpassung nötig.
NSAR (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) Möglich, aber Kontrolle der Nierenfunktion ratsam.
Salicylate (Aspirin etc.) Wirkungsabschwächung von Probenecid möglich. Kombination vermeiden.
Cyclophosphamid, Methotrexat KI der Kombination - Risiko für Nebenwirkungen steigt.
Andere Harnsäuresenker (z.B. Allopurinol) Nur in Ausnahmefällen kombinieren, stets ärztlich abstimmen.

6. Indikationen

Indikation Bemerkung
Hyperurikämie mit chronischer Gicht Offiziell zugelassen laut Österreichischer Arzneimittelregister
Verstärkung der Antibiotika-Wirkung (Penicilline) In ausgewählten Fällen off-label, meist im Spitalsbereich
Nierenerkrankungen mit verminderter Harnsäureelimination Individuelle Einzelfallentscheidung nach ärztlichem Ermessen

7. Dosierung nach klinischen Indikationen

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosierung
Erwachsene Chronische Gicht 250 mg 2×/Tag, steigerbar auf 500–2000 mg/Tag in 2–4 Dosen
Erwachsene Antibiotika-Adjuvans 500–1000 mg/Tag in Einzeldosis, je nach Antibiotikum
Ältere Patienten (>65 Jahre) Chronische Gicht Niedrige Einstiegsdosis (250 mg/Tag), schrittweise Anpassung unter Kontrolle der Nierenfunktion
Kinder (>2 Jahre, Ausnahmen) Hyperurikämie bei seltenen Indikationen 10–20 mg/kg/Tag, auf 2 Dosen verteilt

8. Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/Häufig (>1%): Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel.
  • Gelegentlich (0,1–1%): Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria, leichte Erhöhung der Leberwerte.
  • Selten (<0,1%): Harnsteine, allergische Reaktionen, schwere Hautreaktionen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom), Blutbildveränderungen.
  • Warnhinweise: Nicht anwenden bei Niereninsuffizienz, Kindern unter 2 Jahren, akuter Gichtanfall (erst nach vollständiger Remission).
Nebenwirkung Häufigkeit Empfehlung
Verdauungsbeschwerden Häufig Mit Mahlzeit einnehmen, Arzt informieren bei anhaltendem Verlauf.
Hautausschlag Gelegentlich Sofort Arzt aufsuchen, Therapiepause.
Nierensteine Selten Trinkmenge erhöhen, regelmäßige Kontrolle.
Allergische Reaktionen Sehr selten Notfall! Sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Schwangere und Stillende: Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt.

9. Richtige Anwendung: Tipps aus Apotheke & Klinik (Österreich-Spezifika)

  • Lange, regelmäßige Einnahme – Tablettendose oder Erinnerungs-App nutzen!
  • Viel Wasser trinken (1,5–2 l/Tag) zur Vorbeugung von Nierensteinen.
  • Nicht eigenmächtig absetzen, ggf. Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker.
  • Arzneimittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Kontrolle lokal in Ihrer Apotheke oder beim Hausarzt durchführen lassen.
  • Rezeptverlängerung rechtzeitig beantragen – Rezeptpflicht beachten!

10. Alternativen (vergleichbare Substanzen, Erstattung durch ÖGK/Sozialversicherung etc.)

  • Allopurinol: Standard bei chronischer Hyperurikämie, häufig rezeptiert; wirkt enzymhemmend, reduziert Harnsäureproduktion. Kann Anfangsverschlimmerung provozieren.
  • Febuxostat: Alternative bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegen Allopurinol. Potenziell höhere Herz-Kreislauf-Risiken.
  • Lesinurad: Zusätzlich zu Xanthinoxidasehemmern bei Erwachsenen, nur bei Versagen der Monotherapie.
  • Urikosurika (andere): In Österreich derzeit kaum am Markt.
  • Therapeutische Maßnahmen: Diätberatung, Alkoholkarenz, körperliche Aktivität, Gewichtsreduktion.

Vorteile und Nachteile: Allopurinol günstiger und breiter verfügbar, Probenecid besonders geeignet bei Unverträglichkeit oder speziellen Kontraindikationen. Febuxostat als Reserve. Alle genannten Substanzen sind erstattungsfähig (ÖGK, SVS), vorausgesetzt ärztliche Verordnung liegt vor.

11. Gesetzliche Regelungen, Registrierung und Erstattung (Österreich-Bezug)

  • Benemid (Probenecid) ist in Österreich als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen. Registrierung bei der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).
  • Rezeptpflicht: Nur gegen Vorlage eines gültigen ärztlichen Rezeptes erhältlich.
  • Erstattungsfähigkeit über die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) möglich bei zugelassener Indikation; sozialversicherungsrechtliche Vorschriften beachten.
  • Kein OTC-Vertrieb, keine Selbstmedikation zulässig.
  • Arzneimittelgesetz (AMG) und Verschreibungsverordnung (VVO) sind zwingend zu beachten.

12. Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Die neueste Österreichische Gicht-Leitlinie (2023) empfiehlt Probenecid als Zweitlinientherapie bei Hyperurikämie, insbesondere bei Allopurinol/Febuxostat-Unverträglichkeit. (Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation)
  • Studien wie die EULAR 2022 und ACR Guideline 2024 bestätigen: Probenecid ist bei bestimmten Patientengruppen weiterhin wirksam und sicher.
  • Die European Medicines Agency hat 2023 die Anwendungssicherheit für ausgewählte Risikopatienten bestätigt.
  • Quellen: EULAR Recommendations 2022 (Ann Rheum Dis 2022;81:716-29), ÖGR-Leitlinie Gicht 2023, EMA Assessment Report 2023.

13. Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferung in Österreich

Packungsgröße Tablettenanzahl UVP (Stand 06/2024) Lieferzeit
Klein 30 ca. 27 EUR 1–2 Werktage (Wien, Linz, Graz, Salzburg)
Mittel 60 ca. 45 EUR 2–3 Werktage (Innsbruck, Klagenfurt, Bregenz)
  • Erhältlich auf Bestellung in Ihrer Apotheke oder Krankenhausapotheke.
  • Sonder- & Importaufträge sind auf Anfrage möglich.
  • Lieferengpässe können aktuell nicht komplett ausgeschlossen werden – bitte frühzeitig nachbestellen.

14. FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie lange muss ich Benemid einnehmen?
    Die Behandlung ist meist langfristig angelegt. Das genaue Therapieschema richtet sich nach dem individuellen Befund und sollte niemals eigenmächtig verkürzt oder abgebrochen werden. Ihr Arzt bestimmt die Behandlungsdauer.
  2. Was mache ich bei Nebenwirkungen?
    Leichte Nebenwirkungen gehen meist von selbst zurück. Bei Hautausschlag, starken Schmerzen oder schweren Beschwerden kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt.
  3. Darf ich Benemid zusammen mit anderen Medikamenten nehmen?
    Da Probenecid zahlreiche Wechselwirkungen verursachen kann, sollten Sie Ihren Arzt und Apotheker immer über alle eingenommenen Medikamente informieren – auch rezeptfreie Präparate.
  4. Muss ich meine Ernährung umstellen?
    Eine purinarme Ernährung, wenig Alkohol und ausreichend Flüssigkeit unterstützen den Therapieerfolg. Eine spezielle Diät ist meist nicht zwingend, wird aber von Fachleuten empfohlen.
  5. Bezahlt meine Sozialversicherung das Medikament?
    Bei ärztlicher Verschreibung und entsprechender Indikation werden die Kosten in der Regel durch die österreichischen Sozialversicherungsträger übernommen.

Für weiterführende Informationen oder bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihre Hausarztpraxis oder Apotheke vor Ort!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill