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Dilantin (Phenytoin)

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Dilantin enthält den Wirkstoff Phenytoin und wird zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt. Es hilft, Anfälle zu verhindern oder zu verringern, indem es die elektrische Aktivität im Gehirn stabilisiert. Ihr Arzt hat dieses Medikament für Sie ausgewählt, um Ihre Gesundheit zu schützen. Bitte nehmen Sie Dilantin regelmäßig und genau nach Anweisung ein. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihr Apothekenteam oder Ihren Arzt.

Dilantin (Phenytoin) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformation

Wirkstoff Phenytoin (INN: Phenytoinum)
Handelsnamen in Österreich Dilantin®, Epanutin®
ATC-Code N03AB02
Verfügbare Darreichungsformen
  • Kapseln (100 mg, 50 mg, 30 mg)
  • Tabletten (50 mg, 100 mg)
  • Flüssige Präparate zur oralen Einnahme
  • Injektionslösung zur intravenösen Anwendung
Hersteller Verschiedene, z. B. Pfizer, Zentiva, Mylan
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß Arzneimittelgesetz (AMG) Österreich)

Wirkmechanismus

Für Patienten: Dilantin (Phenytoin) wird zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt. Es wirkt, indem es die Überaktivität von Nervenzellen im Gehirn kontrolliert und dadurch epileptische Anfälle verhindert.

Für Fachkreise: Phenytoin ist ein klassisches Antikonvulsivum, das die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenzellen blockiert. Dadurch wird die neuronale Reizweiterleitung stabilisiert und die Ausbreitung pathologischer elektrischer Aktivität im ZNS unterdrückt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Phenytoin wird nach oraler Gabe langsam, aber vollständig aufgenommen. Die Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 70–95 %.
  • Metabolismus: Der Wirkstoff wird fast vollständig in der Leber über das Enzym CYP2C9/CYP2C19 metabolisiert.
  • Ausscheidung: Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal als inaktive Metaboliten.
  • Wirkdauer: Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 90 %, die Halbwertszeit variiert individualbedingt zwischen 7–42 Stunden (meist um die 22 Stunden).

Anwendung im Alltag und empfohlene Einnahme

Typische Dosierung:

  • Erwachsene: Anfangsdosis meist 3 bis 4 mg/kg/Tag, typische Erhaltungsdosis ca. 200–400 mg/Tag, individuell anpassbar.
  • Kinder: Anfangsdosis 5 mg/kg/Tag, Erhaltungsdosis 4–8 mg/kg/Tag.

Bei Erwachsenen wird die Dosis üblicherweise über den Tag verteilt in 1–2 Einzelgaben eingenommen. Die genaue Dosierung wird ärztlich festgelegt und regelmäßig im Blut kontrolliert, da der therapeutische Bereich eng ist. Halten Sie sich immer an die verschriebene Einnahmeanweisung und setzen Sie Phenytoin nie eigenmächtig ab.

Einnahme morgens oder abends?

  • Vorteile der morgendlichen Einnahme: Geringere Müdigkeit tagsüber, Erinnerungsunterstützung durch Teilnahme an der Morgenroutine.
  • Vorteile der abendlichen Einnahme: Kann beruhigend wirken und nächtliche Anfälle verhindern.
  • Beste Praxis: Bei mehreren Gaben sollten Sie die Einnahmezeiten konstant halten. Nutzen Sie Medikamentenplaner oder Erinnerungsfunktionen Ihrer Apotheke/App.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Nehmen Sie Phenytoin vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit und, sofern möglich, mit oder nach einer kleinen Mahlzeit ein. Eine Einnahme auf nüchternen Magen kann die Aufnahme beschleunigen, jedoch erhöht eine Einnahme mit etwas Nahrung die Magenverträglichkeit. Bedenken Sie österreichische Ernährungsgewohnheiten: Bei fettreichen Mahlzeiten (z. B. Schinken, Käse, Butter) kann die Aufnahme verzögert sein.

Vermeiden Sie Grapefruitsaft oder extrem ballaststoffreiche Kost um die Einnahmezeit, da diese die Wirkstoffaufnahme beeinflussen können.

Wechselwirkungen (Interaktionswarnungen)

Substanz Risiko/Empfehlung
Alkohol Verstärkt Nebenwirkungen, beeinflusst Anfallskontrolle negativ. Möglichst meiden.
Andere Antiepileptika Können Plasmaspiegel verändern (z.B. Valproat, Carbamazepin). Blutspiegelkontrollen notwendig.
Blutverdünner (z. B. Warfarin) Phenytoin kann die Wirkung verstärken oder abschwächen. INR-Kontrolle und Dosisanpassung nötig.
Hormonelle Verhütungsmittel Können unwirksam werden. Alternativen erwägen.
Antibiotika (Clarithromycin, Doxycyclin) Beeinflussung des Phenytoin-Spiegels möglich. Arzt/Apotheker informieren.
Johanniskraut, portugiesischer Pfeffer Kann die Wirksamkeit deutlich verringern. Nicht kombinieren!

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Klinische Indikationen Status in Österreich Kurzbeschreibung
Epilepsie: fokale und generalisierte tonisch-klonische Anfälle zugelassen (offiziell) Standardtherapie
Status epilepticus zugelassen (offiziell, intravenös) Notfallbehandlung
Trigeminusneuralgie off-label Alternative, falls Carbamazepin nicht vertragen wird
Kardiale Arrhythmien ausnahmsweise, off-label Vor allem bei Intoleranz gegenüber Standard-Antiarrhythmika

Dosierungsübersicht nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Epilepsie (oral) 200–400 mg/Tag 4–8 mg/kg/Tag mit reduzierter Dosis starten, z. B. 100–200 mg/Tag
Status epilepticus (i.v.) 10–20 mg/kg als Einmalgabe, dann Erhaltungsdosis gleich wie Erwachsene, aber engmaschige Überwachung Reduziertes Dosierungsschema erforderlich
Trigeminusneuralgie 300–400 mg/Tag -- Individuell, mit niedriger Startdosis

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Bedeutende Nebenwirkungen
Sehr häufig / häufig (>1/10, 1/100)
  • Schwindel, Koordinationsstörungen
  • Schläfrigkeit, Müdigkeit
  • Gingivahyperplasie (Zahnfleischwucherung)
  • Hautausschläge
  • Nystagmus (Augenzittern)
Gelegentlich (1/1000)
  • Leberfunktionsstörungen
  • Knochenstoffwechselstörungen (verminderte Knochendichte)
  • Blutbildveränderungen
Selten / sehr selten (<1/1000)
  • Allergische Reaktionen, z. B. Stevens-Johnson-Syndrom
  • Herzrhythmusstörungen (bei i.v.-Gabe)
  • Lymphadenopathie
  • Nierenfunktionsstörungen

Richtige Anwendung – Tipps von Apotheke und Klinik

  • Tabletten nicht zerkauen, unzerkaut mit Wasser einnehmen.
  • Immer zur gleichen Tageszeit einnehmen, keine Dosis auslassen.
  • Regelmäßige Kontrollen im Blutspiegel durch Hausarzt oder Fachärztin erforderlich.
  • Nicht eigenmächtig absetzen – Gefahr von Anfällen!
  • Gute Mundhygiene: Zahnfleischwucherung vermeiden, 2x jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle.
  • Bei Schwangerschaft oder Kinderwunsch Arzt/Apotheker informieren (Risiko erhöhter Fehlbildung; spezielle Beratung notwendig).
  • Bei Infekt, Fieber, Ausschlag oder ungewöhnlichen Symptomen sofort ärztliche Rücksprache.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Erstattungsfähige Alternativen in Österreich/NFZ)

  • Carbamazepin – ähnlich wirksam bei fokalen Anfällen; ggf. besser verträglich gegen Trigeminusneuralgie. Achtung: andere Nebenwirkungen möglich (Blutbildveränderungen).
  • Valproinsäure – breit einsetzbar bei unterschiedlichen Anfallsformen; in Österreich Standard-Antiepileptikum, jedoch kontraindiziert in Schwangerschaft.
  • Levetiracetam – moderne Alternative, weniger Interaktionen, günstiges Nebenwirkungsprofil; Kostenübernahme durch NFZ gesichert.
  • Lacosamid, Lamotrigin, Oxcarbazepin – individuell je nach Anfallsform, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit einsetzbar.

Vergleich (Vorteile/Nachteile): Phenytoin ist bewährt, jedoch besteht ein höheres Risiko ernster Nebenwirkungen (Haut, Leber, Zahnfleisch). Neuere Substanzen wie Levetiracetam oder Lamotrigin werden in Deutschland und Österreich bevorzugt wegen besserer Verträglichkeit eingesetzt.

Rechtlicher Status, Zulassung & Erstattung in Österreich

  • Phenytoin (Dilantin®, Epanutin®) ist in Österreich durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES) zugelassen.
  • Nur auf Kassenrezept (e-card, Sozialversicherung) erhältlich; Erstattung durch die österreichische Gesundheitskasse (ÖGK/NFZ) für zugelassene Indikationen.
  • Apothekenpflichtig nach AMG § 18 Abs. 1.
  • Verpackungsgrößen: meist 100 Stück (100 mg) oder 84 Stück je Packung.

Aktuelle Studienlage und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Laut S2k-Leitlinie „Epilepsien im Erwachsenenalter“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2023) ist Phenytoin bei fokalen und tonisch-klonischen Anfällen als Reservemittel gelistet, primär werden neuere Antiepileptika empfohlen.
  • Neuere Studien (Lucke et al., J Neurol 2022): Bestätigung der Wirksamkeit, aber betont das Risiko von Hautreaktionen und Interaktionen.
  • Für Status epilepticus bleibt die i.v.-Gabe von Phenytoin in Notfallsituationen Standard, falls Benzodiazepine allein nicht ausreichen.
  • Traversa et al., Epilepsia 2024: Die Individualisierung der Therapie (Wahl des Antiepileptikums basierend auf Patientenprofil, Komorbiditäten und Lebenssituation) wird betont.

Verfügbarkeit, Lieferfähigkeit, Preise

Packungsgröße (Tablette/Kapsel) Preis (ungefähr, Stand 2024) Lieferzeit (Wien) Lieferzeit (Graz, Linz) Lieferzeit (Salzburg, Innsbruck)
100 mg (100 Stück) ca. 35 € (Kassenpreis: Erstattung durch ÖGK) 24–48 Stunden 48–72 Stunden 48–96 Stunden
50 mg (84 Stück) ca. 18 € 24–48 Stunden 48–72 Stunden 48–96 Stunden
Lösung zur Injektion (5 x 5 ml) ca. 60 € 24–48 Stunden (Fachapotheke) 72 Stunden (Bestellung notwendig) 72–96 Stunden

Aufgrund internationaler Lieferengpässe kann es zeitweise zu eingeschränkter Verfügbarkeit kommen. Ihre Apotheke informiert Sie gerne über den aktuellen Status und Alternativen.

FAQ – Häufige Fragen zu Dilantin (Phenytoin)

  • 1. Kann ich Dilantin plötzlich absetzen?
    Nein! Ein plötzliches Absetzen kann zu schweren Anfällen (bis hin zum Status epilepticus) führen. Reduzieren oder beenden Sie die Einnahme nie ohne ärztliche Rücksprache.
  • 2. Was muss ich bei Zahnbehandlungen beachten?
    Informieren Sie Zahnarzt und Dentalhygieniker, dass Sie Phenytoin einnehmen. Achten Sie auf besonders gründliche Mundhygiene, um Zahnfleischwucherungen zu vermeiden.
  • 3. Verträgt sich Dilantin mit Alkohol?
    Alkohol beeinflusst die Wirkung und kann Nebenwirkungen (z. B. Schwindel, Koordinationsstörungen) verstärken sowie das Risiko für Anfälle erhöhen. Vermeiden Sie Alkohol so weit wie möglich.
  • 4. Kann ich Dilantin während der Schwangerschaft einnehmen?
    Dies erfordert eine individuelle ärztliche Abwägung. Es besteht ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab – besprechen Sie alles genau mit Ihrem Neurologen oder Gynäkologen.
  • 5. Muss die Plasmakonzentration kontrolliert werden?
    Ja, regelmäßige Blutkontrollen sind empfehlenswert, um die optimale Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten und Über- bzw. Unterdosierungen zu vermeiden.

Weitere Informationen: Bei Fragen wenden Sie sich an Ihr medizinisches Fachpersonal oder Ihre Apotheke. Nutzen Sie die Beratung Ihrer österreichischen Apotheke für die Medikamentenanpassung und weiterführende Unterstützung im Alltag.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mg

Paket: No selection

100 pill, 200 pill