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Alendronate

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Alendronat ist ein Medikament zur Behandlung von Osteoporose, einer Erkrankung, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren und leichter brechen können. Es hilft, den Knochenschwund zu verlangsamen und das Risiko von Knochenbrüchen zu verringern. Alendronat wird üblicherweise einmal wöchentlich eingenommen. Wichtig ist, die Einnahmeanleitung genau zu befolgen und vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen.

Alendronat – Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Alendronat
Handelsnamen in Österreich Fosamax®, Tevabone®, Alendronsäure Arcana®, Alendronat Hexal® u. a.
ATC-Code M05BA04
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (5 mg, 10 mg, 70 mg), Brausetabletten (70 mg)
Hersteller MSD, Hexal, Arcana Institute, Sandoz, Teva u. a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Rx), keine Selbstmedikation erlaubt

Wirkmechanismus

Für Patient:innen: Alendronat gehört zur Wirkstoffgruppe der Bisphosphonate. Es hilft, den Knochenabbau zu verlangsamen und die Knochen zu stärken – besonders bei Erkrankungen wie Osteoporose. Es lagert sich in den Knochen ein und reduziert die Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten).

Für Fachkreise: Alendronat inhibiert spezifisch und reversibel die Osteoklastenaktivität durch Hemmung der Farnesylpyrophosphat-Synthase im Mevalonatweg. Dadurch vermindert es die Knochenresorption und fördert die Knochenmineralisierung.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Sehr geringe orale Bioverfügbarkeit (~0,6–0,7 %), wird stark durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme beeinträchtigt. Einnahme nur auf nüchternen Magen empfohlen.
  • Verteilung: Rasche Anreicherung im Knochengewebe, nicht metabolisiert.
  • Ausscheidung: Über den Urin; unverändertes Alendronat wird renal eliminiert.
  • Wirkdauer: Langanhaltend (Monate bis Jahre im Knochen nachweisbar).

Anwendung im Alltag & Einnahmeempfehlungen in Österreich

  • Typische Dosierung: 70 mg 1x wöchentlich oder 10 mg 1x täglich (Tablette), jeweils morgens direkt nach dem Aufstehen.
  • Einnahme:
    • Ganz schlucken, mit mindestens einem Glas Leitungswasser (ca. 200 ml) – still, kein Mineralwasser.
    • Mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, Kaffee, Tee, Saft oder anderen Medikamenten einnehmen.
    • Nach der Einnahme aufrecht sitzen oder stehen, mind. 30 Minuten nicht hinlegen; so wird die Speiseröhre geschützt.
    • Tablette nicht lutschen oder zerkauen.
    • Regelmäßiger Einnahmezeitpunkt erhöht die Wirksamkeit.
  • Für betagte Patient:innen und Menschen mit Bewegungseinschränkungen sollte in der Apotheke auf die Einnahmehinweise besonders hingewiesen werden.

Einnahme morgens vs. abends

  • Am Morgen: Empfohlen, da der Magen leer ist und die Resorption optimal erfolgt.
  • Am Abend: Nicht empfohlen, da erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen an der Speiseröhre (z. B. Reflux, Ösophagitis) besteht.
  • Tipp: Ein gleichmäßiger Wochenrhythmus (z. B. immer Montag früh) erleichtert die Therapieadhärenz.

Einnahme zu oder ohne Nahrung – Bezug zur österreichischen Ernährung

  • Wichtig: Immer auf nüchternen Magen einnehmen, da Milchprodukte, Kaffee, Schwarztee, Fruchtsäfte, Mineralwässer (insbesondere mit hohem Calcium- oder Magnesiumgehalt) die Wirkung vermindern.
  • Empfehlung: Typisches österreichisches Frühstück (z. B. Brot, Kaffee, Milch, Müsli) erst nach der Wartezeit von mindestens 30 Minuten.

Wechselwirkungen und Warnhinweise

Interagierender Faktor Mögliche Auswirkungen Empfehlungen
Calcium-, Magnesium-, Eisenhaltige Nahrung/Mittel Deutlich verminderte Aufnahme von Alendronat Ca. 30 Minuten Abstand zur Einnahme einhalten
Antazida Verringerte Wirksamkeit Ebenso 30 Minuten Abstand empfohlen
Alkohol Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen Reduzierter Alkoholkonsum wird empfohlen
Andere Osteoporose-Medikamente (z. B. Denosumab, Zoledronat) Mögliches Risiko für additive Nebenwirkungen Arzt/Apotheker informieren; keine Selbstmedikation
NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) Erhöhtes Risiko für Magenbeschwerden Vorsichtige Kombination bei vorbestehenden Magenproblemen

Indikationen

Indikation Regulär zugelassen Off-Label Anwendungsbereiche
Postmenopausale Osteoporose Ja
Osteoporose bei Männern Ja
Glukokortikoid-induzierte Osteoporose Ja
Paget-Krankheit des Knochens Ja
Osteogenesis imperfecta Nein Einzelfallentscheidung

Dosierung je Indikation und Patientengruppe

Indikation/Gruppe Empfohlene Dosierung Besonderheiten
Osteoporose (Erwachsene, postmenopausal) 70 mg 1x/Woche oder 10 mg 1x/Tag -
Osteoporose bei Männern 70 mg 1x/Woche oder 10 mg 1x/Tag -
Glukokortikoid-induzierte Osteoporose 10 mg 1x/Tag Zusätzlich Calcium und Vitamin D substituieren
Paget-Krankheit 40 mg 1x/Tag für 6 Monate Nicht zur Langzeittherapie zugelassen
Ältere Erwachsene (>65 Jahre) Standarddosis Individuelle Dosierungsanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Kinder/Jugendliche Keine Zulassung Nur unter spezieller ärztlicher Aufsicht

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Kategorien Häufig Selten Warnhinweise
Verdauungstrakt Übelkeit, Bauchschmerzen, Sodbrennen Ösophagitis, Speiseröhrenulzera Bei Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Brustschmerzen Arzt aufsuchen
Muskel-Skelett-System Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen Osteonekrose des Kiefers (sehr selten) Zahnärztliche Kontrollen vor und während der Behandlung
Allgemein Kopfschmerzen Überempfindlichkeitsreaktionen Allergische Beschwerden sofort melden
ZNS Schwindel Sehstörungen Behandlung unterbrechen und Arzt kontaktieren

Hinweise für die richtige Anwendung – Beratungstipps für Apotheken und Kliniken in Österreich

  • Vor Therapie: Zahnstatus überprüfen lassen, spätere Maßnahmen am Kiefer mit Arzt abklären.
  • Bei Sodbrennen, Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Brustschmerzen: Einnahme aussetzen und ärztlichen Rat einholen.
  • Keine gleichzeitige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Calcium, Magnesium, Eisen oder Multivitaminen.
  • Regelmäßig auf ausreichende Vitamin D- und Calciumzufuhr achten (nach Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Knochen- u. Mineralstoffwechsel).
  • Nierenfunktion regelmäßig kontrollieren, besonders bei älteren Patient:innen.
  • Empfohlene Therapiedauer beachten; nach 3 bis 5 Jahren Therapie muss das individuelle Risiko-Nutzen-Profil erneut bewertet werden („Drug Holiday“ in Erwägung ziehen).

Alternative medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten (erstattungsfähig bei der ÖGK)

  • Risedronat (Actonel®) – ähnliche Wirksamkeit und Dosierungsform, wöchentlich oder monatlich; weniger strikte Einnahmevorgaben.
  • Ibandronat (Bonviva®) – monatliche Tablette oder vierteljährliche Infusion; ebenfalls rezeptpflichtig.
  • Zoledronat (Aclasta®) – jährlich als Infusion, besonders geeignet bei Compliance-Problemen.
  • Denosumab (Prolia®) – halbjährliche Injektion, wirksam bei Unverträglichkeit von Bisphosphonaten.
  • Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren (z. B. Raloxifen), Teriparatid (Forsteo®) – Spezialfälle, nur bei bestimmten Patientengruppen und Indikationen empfohlen (Fachärztliche Entscheidung erforderlich).

Vorteile Bisphosphonate: Lange Wirkdauer, gute Wirksamkeit in Reduktion osteoporotischer Frakturen.
Nachteile: Strikte Einnahmevorgaben, seltene aber schwerwiegende Nebenwirkungen möglich.

Rechtliche, Zulassungs- und Erstattungsinformationen für Österreich

  • Zulassung: Durch Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG; AGES Medical Market Austria).
  • Erstattungsfähigkeit: Alendronat-Präparate sind in der „Grünen Box“ der Österreichischen Gebietskrankenkasse (ÖGK) gelistet und bei medizinischer Notwendigkeit erstattungsfähig.
  • Verschreibungspflicht: Nur auf Rezept in Apotheken erhältlich.
  • Apothekenpflicht: Keine Abgabe außerhalb öffentlicher Apotheken, keine Selbstbedienung.

Aktuelle Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktuelle „Leitlinie Osteoporose – Diagnostik und Therapie“ der Österreichischen Gesellschaft für Knochen- und Mineralstoffwechsel (2023) empfiehlt Bisphosphonate wie Alendronat als Erstlinientherapie bei postmenopausaler und männlicher Osteoporose [www.oegkm.at].
  • Internationale Studien (z. B. DVO-Leitlinie, 2023; AWMF S3 183-001) belegen: Alendronat reduziert das Risiko für Wirbel- und Hüftfrakturen signifikant, bei gleichzeitig gutem Sicherheitsprofil.
  • Die routinemäßige Überprüfung der Vitamin-D-Spiegel und die individuelle Anpassung der Therapiedauer ("Drug Holiday") nach spätestens 5 Jahren wird empfohlen.
  • Es bestehen Hinweise auf anhaltende Wirksamkeit auch nach Therapieende, allerdings sollte diese individuell überwacht werden (Bone-Mineral-Density-Kontrolle).

Verfügbarkeit und Lieferzeiten

Packungsgröße Typische Anwendungstage Indicative Apotheken-Preis (€) Lieferzeit (Wien) Lieferzeit (Graz) Lieferzeit (Linz) Lieferzeit (Innsbruck)
4 Tabletten 70 mg (1 Mon.) 28 Tage ca. 22–28 € 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage
12 Tabletten 70 mg (3 Mon.) 84 Tage ca. 60–75 € 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 2 Werktage
30 Tabletten 10 mg 30 Tage ca. 28–36 € 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage

Bitte beachten: Preise und Lieferzeiten können lokal und je nach Verfügbarkeit variieren.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Alendronat

  1. Kann ich Alendronat selbständig absetzen, wenn es mir gut geht?
    Nein. Ein selbständiges Absetzen kann das Risiko für Knochenbrüche erhöhen. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem Arzt, bevor Sie die Therapie unterbrechen oder beenden.
  2. Ich habe die Einnahme einmal vergessen – was nun?
    Wenn Sie eine wöchentliche Alendronat-Tablette vergessen haben, nehmen Sie sie am nächsten Morgen ein. Bleiben nur wenige Tage bis zur nächsten geplanten Dosis, überspringen Sie die vergessene Tablette und führen Sie die Einnahme wie gewohnt fort. Niemals zwei Tabletten am selben Tag einnehmen!
  3. Darf ich Alendronat zusammen mit meinen anderen Medikamenten einnehmen?
    Bitte nehmen Sie Alendronat immer getrennt (mindestens 30 Minuten vor anderen Arzneimitteln) ein. Insbesondere Medikamente mit Calcium, Magnesium, Eisen und auch Antazida können die Wirkung beeinträchtigen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke individuell beraten.
  4. Brauche ich während einer Alendronat-Therapie regelmäßig spezielle Kontrollen?
    Ja, empfohlen werden regelmäßige ärztliche Kontrollen der Nierenfunktion, des Calcium- und Vitamin-D-Spiegels sowie eine Überprüfung des Therapieerfolgs durch Knochendichtemessungen.
  5. Muss ich während der Alendronat-Therapie auf meine Ernährung achten?
    Eine calcium- und vitamin-D-reiche Ernährung wird empfohlen. Mögliche Milchprodukte, Käse oder Mineralwasser aber immer mit Abstand zur Tabletteneinnahme konsumieren (mind. 30 Minuten), um die Wirksamkeit von Alendronat nicht zu beeinträchtigen.

Bei weiteren Fragen rund um Alendronat wenden Sie sich bitte an Ihr Apothekenteam oder Ihre behandelnde Ärztin/Ihren Arzt. Für detaillierte, aktuelle Hinweise besuchen Sie die Website der AGES/BASG oder Ihrer Krankenversicherung (gesundheit.gv.at).

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

35mg, 70mg

Paket: No selection

12 pill, 24 pill, 36 pill, 48 pill, 60 pill, 96 pill, 120 pill