Vardenafil – Anwendung, Wirkung und wichtige Informationen für Patienten in Österreich
Basisinformationen zum Produkt
| Internationaler Freiname (INN): | Vardenafil |
| AT-Markennamen: | Levitra®, Vivanza® |
| ATC-Code: | G04BE09 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken: | Filmtabletten: 5 mg, 10 mg, 20 mg Schmelztabletten: 10 mg |
| Hersteller: | Bayer Austria GmbH, Zentiva Pharma GmbH |
| Verschreibungsstatus: | Rezeptpflichtig in Österreich |
Wirkmechanismus von Vardenafil
Für Patienten:
Vardenafil gehört zur Arzneimittelklasse der sogenannten PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-Typ-5-Inhibitoren). Es unterstützt Männer mit Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion, ED), indem es die Durchblutung im Penis während sexueller Erregung verbessert und so das Erreichen und Halten einer Erektion erleichtert.
Für Spezialisten:
Vardenafil blockiert selektiv und reversibel die Phosphodiesterase Typ 5, was zu erhöhten cGMP-Spiegeln im Corpus cavernosum führt. Die gesteigerte cGMP-Konzentration resultiert in einer verstärkten Relaxation der glatten Muskulatur und vermehrtem Bluteinstrom im Schwellkörper des Penis.
Pharmakokinetik (Aufnahme, Stoffwechsel, Ausscheidung, Wirkungsdauer)
- Resorption: Nach oraler Einnahme werden maximale Plasmaspiegel von Vardenafil üblicherweise nach 30–120 Minuten (median 60 Minuten) erreicht.
- Metabolismus: Über die Leber, hauptsächlich durch das Enzym CYP3A4, zu inaktiven Metaboliten abgebaut.
- Ausscheidung: Primär über die Fäzes, sekundär renal (Urin).
- Halbwertszeit: Ca. 4–5 Stunden.
- Dauer der Wirkung: Bis zu 4–6 Stunden nach Einnahme.
Anwendung im Alltag und praktische Empfehlungen
Typische Dosierung ist entweder 10 mg oder 20 mg, je nach individueller Wirksamkeit und Verträglichkeit. Die Tablette wird ca. 25–60 Minuten vor der geplanten sexuellen Aktivität eingenommen. Es wird empfohlen, Vardenafil nur einmal innerhalb von 24 Stunden einzunehmen.
Für erwachsene Männer ist eine Anfangsdosis von 10 mg üblich. Die Dosis kann je nach Wirksamkeit und Nebenwirkungen auf 5 mg reduziert oder auf maximal 20 mg erhöht werden.
Bitte beachten Sie: Alters- und gesundheitsbedingte Faktoren, insbesondere Nieren- oder Lebererkrankungen, können eine Anpassung der Dosis erforderlich machen. Für Jugendliche und Frauen ist Vardenafil nicht vorgesehen und nicht zugelassen.
Einnahme am Morgen oder am Abend
- Vorteile der Einnahme am Abend: Oft besser an den natürlichen Tagesrhythmus und partnerschaftliche Situationen angepasst; geringeres Risiko von Interferenzen mit Tagesaktivitäten.
- Beachte bei morgendlicher Einnahme: Kann ggf. mit Frühstück interferieren (siehe nächster Abschnitt). Wichtig ist dennoch, dass zwischen Einnahme und sexueller Aktivität ausreichend Zeit eingeplant wird.
- Regelmäßigkeit: Da Vardenafil situativ und nicht dauerhaft eingenommen wird, ist es nicht für eine tägliche Einnahme vorgesehen.
Einnahme mit oder ohne Mahlzeit – Auswirkungen der Ernährung
- Die Wirkung kann verzögert sein, wenn Vardenafil direkt nach einer schweren oder fettreichen Mahlzeit eingenommen wird – typisch für viele Speisen der österreichischen Küche (z.B. Schnitzel, Gulasch).
- Leichte Speisen (Salate, mageres Fleisch, Fisch) haben kaum Einfluss auf die Wirkung.
- Tipp für Patienten: Im Idealfall nehmen Sie Vardenafil auf nüchternen Magen oder im zeitlichen Abstand zu einer reichhaltigen Mahlzeit ein.
Warnhinweise zu Wechselwirkungen
| Kategorie | Beispiel | Mögliche Wechselwirkung |
|---|---|---|
| Medikamente | Nitrate (z.B. Nitroglycerin gegen Angina pectoris) | Lebensgefährlicher Blutdruckabfall – Gleichzeitige Einnahme streng verboten! |
| Medikamente | CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Ritonavir) | Erhöhte Vardenafil-Blutwerte, stärkeres Nebenwirkungsrisiko |
| Medikamente | Alpha-Blocker (gegen Bluthochdruck oder Prostatabeschwerden) | Verstärkter Blutdruckabfall möglich |
| Lebensmittel | Alkohol | Kann Nebenwirkungen verstärken, Erektionsfähigkeit mindern |
| Lebensmittel | Grapefruitsaft | Erhöht das Risiko für Nebenwirkungen durch verlangsamten Abbau in der Leber |
Indikationen und klinische Anwendungsgebiete
| Indikation | Status in Österreich | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| Erektile Dysfunktion | Zugelassen | Unfähigkeit des Mannes, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten |
| Pulmonale arterielle Hypertonie | Off-Label | Therapie derzeit in AT nicht zugelassen |
Dosisempfehlungen nach klinischen Indikationen
| Patientengruppe | Empfohlene Anfangsdosis | Anpassung/Maximaldosis | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Erwachsene | 10 mg | 5–20 mg max. 1x/24 h | Dosisanpassung nach Wirkung und Verträglichkeit |
| Ältere Patienten (>65 Jahre) | 5 mg | bis 10–20 mg | Empfindlicher für Nebenwirkungen |
| Patienten mit Leberfunktionsstörung | 5 mg | max. 10 mg (leichte bis mittlere Störung) | Schwere Lebererkrankung: Anwendung kontraindiziert |
| Patienten mit Niereninsuffizienz | 5 mg | bis 10 mg | Bei schwerer Niereninsuffizienz Vorsicht |
Sicherheitsprofil – Nebenwirkungen und Warnhinweise
- Sehr häufig/Häufig: Kopfschmerzen, Flush, verstopfte Nase, Schwindel, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen
- Gelegentlich: Sehstörungen (Farbsehen), erhöhter Herzschlag, Muskel- und Gliederschmerzen
- Selten: Herzrhythmusstörungen, allergische Reaktionen, verlängerter oder schmerzhafter Dauererektion (Priapismus)
- Sehr selten/wichtig zu beachten: Plötzlicher Sehverlust (NAION), Hörverlust
- Warnhinweis: Bei Anzeichen von Priapismus (Erektion >4 Stunden), Sehstörungen oder starken Brustschmerzen sofort ärztliche Hilfe aufsuchen!
Anwendungshinweise für die richtige Verwendung in Österreich
- Bewahren Sie Vardenafil in der Originalpackung auf, licht- und feuchtigkeitsgeschützt, bei Raumtemperatur (<30 °C).
- Lagern Sie das Medikament sicher vor Kindern!
- Die Tablette mit ausreichend Wasser einnehmen; alternative Darreichungsformen (Schmelztablette) direkt auf die Zunge legen, bis sie sich auflöst.
- Überschreiten Sie niemals die empfohlene Tageshöchstdosis.
- Im Falle von Unsicherheiten oder Nebenwirkungen sofort den behandelnden Arzt oder Apotheker informieren.
- Vardenafil ist nicht zur Anwendung bei Frauen oder Kindern/Jugendlichen geeignet.
Alternative Therapieoptionen (in Österreich von der Sozialversicherung erstattungsfähig)
| Wirkstoff | Beispiele Handelsnamen | Wirkdauer | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Sildenafil | Viagra®, Generika | 4–6 Stunden | Langjährige Erfahrung, kostengünstig | Wirkverzögerung bei fettreichen Mahlzeiten |
| Tadalafil | Cialis®, Generika | bis zu 36 Stunden | Längere Spontanität möglich, für täglichen Gebrauch geeignet | Längere Wirkungsdauer kann Nebenwirkungen verlängern |
| Avanafil | Spedra® | 6–8 Stunden | Schneller Wirkeintritt, gut verträglich | Weniger Studiendaten, teurer |
| Alprostadil (injektabel/urethral) | Caverject®, MUSE® | ca. 1 Stunde | Alternative bei PDE-5-Hemmer-Unverträglichkeit | Injektion oder Applikator erforderlich |
Die Erstattungsfähigkeit der genannten Präparate ist vom jeweiligen Sozialversicherungsträger (ÖGK, BVAEB, SVS) und den individuellen Bedingungen abhängig.
Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Österreich
- Vardenafil ist in Österreich gemäß Arzneimittelgesetz als rezeptpflichtiges Arzneimittel registriert (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES/Medizinmarktaufsicht, MZ).
- Abgabe nur auf ärztliche Verschreibung in der Apotheke möglich.
- Rezeptausstellung durch Kassenärzte, Wahlarzt oder Fachärzte für Urologie möglich.
- Keine OTC-Abgabe erlaubt.
- Bei medizinisch begründeter Indikation ggf. Erstattung durch österreichische Sozialversicherungsträger (ÖGK, SVS, BVAEB) nach Antragstellung.
Neueste Forschung & klinische Empfehlungen (2022–2025)
- Die aktuelle europäische Leitlinie zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (European Association of Urology, 2023) empfiehlt Vardenafil als effektive Erstlinientherapie bei moderater bis schwerer ED.
- Laut aktueller Metaanalyse (Albersen et al., „European Urology Focus“, 2022) zeigt Vardenafil vergleichbare Wirksamkeit und Verträglichkeit wie andere PDE-5-Hemmer, wobei Ärzte die Auswahl individuell anpassen sollten.
- Studien zur Lebensqualität (u.a. Hatzimouratidis et al., 2023) betonen die hohe Zufriedenheit bei Patienten und Partnern unter Vardenafil-Einnahme.
- Die Sicherheit wird insbesondere in Bezug auf kardiovaskuläre Nebenerkrankungen weiterhin als günstig eingestuft – dennoch sollten Vorerkrankungen stets mit dem Arzt besprochen werden.
Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten in Österreich
| Packungsgröße | Mögliche Stärken | Unverbindlicher Richtpreis | Lieferzeit Wien | Lieferzeit Graz | Lieferzeit Linz | Lieferzeit Innsbruck | Lieferzeit Salzburg |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 4 Tabletten | 10 mg, 20 mg | ab 40–55 € | 1–2 Werktage | 1–3 Werktage | 1–3 Werktage | 1–4 Werktage | 1–3 Werktage |
| 12 Tabletten | 10 mg, 20 mg | ab 115–165 € | 1–2 Werktage | 1–3 Werktage | 1–3 Werktage | 1–4 Werktage | 1–3 Werktage |
| Schmelztabletten (zu 4 Stück) | 10 mg | ab 45–60 € | 1–2 Werktage | 1–3 Werktage | 1–3 Werktage | 1–4 Werktage | 1–3 Werktage |
Hinweis: Die Preise sind indikativ und können je nach Apotheke sowie Packungsgröße variieren. Lieferzeiten verstehen sich ab Eingang eines gültigen Rezepts und vorbehaltlich Verfügbarkeit.
FAQ – Häufige Patientenfragen zu Vardenafil
- Kann ich Vardenafil dauerhaft einnehmen?
Nein, Vardenafil ist zur situationsbezogenen Anwendung gedacht und nicht für die tägliche Einnahme vorgesehen. - Wie lange vor dem Geschlechtsverkehr sollte ich Vardenafil einnehmen?
Idealerweise 25–60 Minuten vor geplanter sexueller Aktivität. Die individuelle Wirkdauer kann leicht variieren. - Darf ich Alkohol dazu trinken?
Kleine Mengen Alkohol (z. B. ein Glas Wein) sind in der Regel unproblematisch, größere Mengen können jedoch die Wirksamkeit mindern und Nebenwirkungen verstärken. - Was, wenn es nicht wirkt?
Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Häufig sind mehrfache Versuche nötig. Manchmal hilft eine Dosisanpassung oder ein anderes Präparat besser. - Muss ich meine Grunderkrankungen/Medikamente bei der Verschreibung angeben?
Ja. Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Einnahme von Nitraten, Blutdruckmitteln oder anderen Medikamenten ist eine fachärztliche Absprache unerlässlich.

