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Valproic Acid

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Valparin enthält den Wirkstoff Valproinsäure und wird zur Behandlung von Epilepsie sowie bestimmten anderen Krampfanfällen eingesetzt. Es hilft, die elektrische Aktivität im Gehirn auszugleichen und so Anfälle zu verhindern. Die Einnahme erfolgt in der Regel regelmäßig und nach ärztlicher Anweisung. Bei Fragen zu Nebenwirkungen oder Verträglichkeit wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Valproinsäure – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Medikament

  • Internationaler Freiname (INN): Valproinsäure
  • Österreichische Handelsnamen: Ergenyl®, Convulex®, Depakine®, Orfiril®
  • ATC-Code: N03AG01
  • Verfügbare Darreichungsformen:
    • Tabletten (retardiert und unretardiert): 150 mg, 300 mg, 500 mg
    • Filmtabletten
    • Sirup und orale Lösungen
    • Hartkapseln und Depotkapseln
    • Infusionslösung (für stationäre Anwendungen)
  • Hersteller (Auswahl, AT): Sanofi-Aventis, G.L. Pharma, Gerot Lannach
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig nach AMG und Verschreibungspflicht-Verordnung (Österreich)

Wirkmechanismus

Valproinsäure wirkt stabilisierend auf die elektrische Aktivität des Gehirns. Sie erhöht die Konzentration des hemmenden Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und hemmt exzitatorische Neurotransmitter. Dadurch werden überschießende Nervenimpulse im Gehirn gedämpft, was das Auftreten von Anfällen oder Stimmungsschwankungen verringert. Für Fachpersonal: Neben der Beeinflussung der GABA-Transaminase wirkt Valproinsäure auch auf spannungsabhängige Natrium- und Calciumkanäle.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Valproinsäure wird nach oraler Einnahme rasch und nahezu vollständig im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Maximale Plasmaspiegel werden nach ca. 2–4 Stunden (Tablette) bzw. 4–8 Stunden (Retardform) erreicht.
  • Metabolismus: Leber, hauptsächlich über Glukuronidierung und β-Oxidation; aktive und inaktive Metabolite entstehen.
  • Ausscheidung: Vorrangig renal als Metabolite, <3% unverändert.
  • Halbwertszeit: Ca. 8–20 Stunden (variabel bei Kindern, älteren Patienten, Lebererkrankungen und je nach Darreichungsform)

Anwendung im Alltag & Best Practices

Valproinsäure wird in der Regel 1- bis 2-mal täglich (bei Depotpräparaten) oder 2 bis 3-mal täglich (bei unretardierten Formen) eingenommen. Es ist ratsam, eine feste Tageszeit zu wählen, um die Regelmäßigkeit zu gewährleisten. Die Dosishöhe richtet sich nach Alter, Gewicht, Grunderkrankung, Schwere und Verträglichkeit. Beginnen Sie immer mit einer niedrigen Dosierung (Aufdosierung), um Nebenwirkungen zu vermeiden. Niemals ohne Rücksprache die Dosis ändern, pausieren oder das Medikament absetzen!

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgens: Vorteil für Patienten mit Tag-Anfällen oder ausgeprägten morgendlichen Symptomen. Häufig besser mit Frühstück verträglich.
  • Abends: Besonders bei Schläfrigkeit unter Therapie kann die Hauptdosis abends besser vertragen werden. Reduziert die Gefahr von Tagesmüdigkeit.
  • Hinweis: Wichtig ist die Einnahme zur gleichen Zeit, beste Wirksamkeit wird oft durch Verteilung auf Morgen und Abend erzielt.

Einnahme mit oder ohne Nahrung – Einfluss von Mahlzeiten

Valproinsäure kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Die Einnahme zu den Mahlzeiten (z. B. österreichisches Frühstück oder Abendessen) kann Magenbeschwerden wie Übelkeit mindern. Schwere, fettreiche oder große Mahlzeiten können die Resorption leicht verzögern, beeinflussen aber die Gesamtaufnahme kaum. Konkrete Empfehlungen: Wer morgens wenig isst (z. B. Kaffee & Kipferl), sollte auf ausreichend Flüssigkeit achten.

Wechselwirkungen – Was ist zu beachten?

Interaktionspartner Beispiel & Konsequenz
Alkohol Verstärkung von zentralnervösen Nebenwirkungen, Erhöhtes Risiko für Leber- und Magenschäden
Antikonvulsiva (Carbamazepin, Phenytoin, Lamotrigin) Wechselwirkungen durch Enzyminduktion/-hemmung, mögliche Dosisanpassung erforderlich
Antikoagulantien, ASS Erhöhtes Blutungsrisiko, regelmäßige Gerinnungskontrollen empfohlen
Psychopharmaka (z. B. Antidepressiva, Neuroleptika) Dosiserhöhungen können die Nebenwirkungsrate steigern
Hormonelle Kontrazeptiva Kein signifikanter Effekt auf Wirkspiegel, aber erhöhte Teratogenität bei Schwangerschaft
Lebensmittel Keine klinisch relevanten Interaktionen bekannt

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Offizielle Indikationen (AT) Off-label-Anwendung
  • Generalisierte und fokale Epilepsien
  • Manie bei bipolaren Störungen (wenn Lithium kontraindiziert)
  • Migräneprophylaxe (bei Erwachsenen, mit Einschränkung)
  • Aggressionskontrolle bei bestimmten neurologischen Erkrankungen (z. B. Demenz, seltene Syndrome)

Dosierung nach Indikation und Altersgruppe

Indikation Erwachsene Kinder (ab 3 J.) Ältere Patienten
Epilepsie Initial: 5–10 mg/kg/Tag, ggf. Steigerung auf 20–30 mg/kg/Tag (max. 60 mg/kg/Tag) Initial: 5–7,5 mg/kg/Tag, Steigerung auf ca. 20–30 mg/kg/Tag Wie Erwachsene, aber niedrig ansetzen und vorsichtiger steigern; engmaschige Überwachung
Bipolare Störung 750–2.000 mg/Tag; Zielbereich: 50–100 mg/l Keine Empfehlung (off-label) Dosisanpassung an Nieren- und Leberfunktion, Nebenwirkungsprofil beachten
Migräneprophylaxe 500–1.000 mg/Tag Keine Empfehlung Wie Erwachsene, individuell anpassen

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufige Nebenwirkungen (>10%): Übelkeit, Leibschmerzen, Gewichtszunahme, Zittern, Müdigkeit, reversible Haarausdünnung, erhöhte Ammoniakwerte, Hyperandrogenismus bei Frauen.
  • Gelegentliche Nebenwirkungen: Leberfunktionsstörungen, Blutbildveränderungen, Störungen der Blutgerinnung, Hautausschläge.
  • Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen: Schwere Leberentzündung (v. a. im ersten halben Jahr, bei Kindern), Bauchspeicheldrüsenentzündung, allergische Reaktionen, schwere Hautreaktionen.
  • Warnhinweise: Regelmäßige Laborüberwachung (Leberwerte, Blutbild), besonders in den ersten 6 Behandlungsmonaten empfohlen. Bei Schwangerschaft kontraindiziert (hohes Risiko für Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen beim Kind).

Leitliniengerechter Anwendungshinweis & Tipps für Patient:innen (Österreich)

  • Nehmen Sie das Medikament immer genau wie vereinbart ein, auch wenn Sie sich wohlfühlen.
  • Absetzen oder Dosierungsänderungen nur nach Rücksprache mit Arzt/Ärztin (Risiko für Entzugskrämpfe und Erkrankungsrückfall).
  • Lassen Sie regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen. Informieren Sie Ihr Labor/Arzt vor Abnahme über die letzte Einnahmezeit (Talspiegel).
  • Frauen im gebärfähigen Alter: Effektiver Schwangerschaftsschutz ist Pflicht!
  • Bei Fieber, unerklärter Schwäche, Gelbfärbung der Haut oder anhaltender Übelkeit sofort ärztliche Hilfe suchen.
  • Lagern Sie das Arzneimittel außerhalb der Reichweite von Kindern.

Alternative Therapieoptionen (von der ÖGK erstattungsfähig, Vergleich)

  • Lamotrigin: Weniger Gewichtszunahme, geringeres teratogenes Risiko, jedoch langsame Aufdosierung notwendig.
  • Levetiracetam: Wenig Medikamenteninteraktionen, rascher Wirkungseintritt, aber häufiger Stimmungsschwankungen möglich.
  • Carbamazepin: Geeignet bei bestimmten Epilepsieformen, mehr Interaktionen, erhöhte Hautreaktionsrate.
  • Topiramat: Einsatz bei Epilepsie und Migräneprophylaxe, kann Gewichtsverlust verursachen, Vorsicht bei Nierensteinen.

Rechtliche, regulatorische und Erstattungsinformationen (Österreich)

  • Zulassung: Valproinsäure ist durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zentral zugelassen.
  • Verschreibungspflicht: Rezeptpflichtig gemäß Rezeptpflichtgesetz und AMG (Apothekenpflicht, keine Abgabe im freien Handel)
  • Erstattung: Aufnahme in die Erstattungsliste der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK); Kostenübernahme nach §94 SGB V für anerkannte Indikationen.
  • Dokumentationspflicht: Besonders bei Frauen muss eine schriftliche Risikoaufklärung erfolgen (Valproat-Pass).

Aktuelle Studien und Leitlinien (2022–2025)

  • Neue Erkenntnisse: Die S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (2023) sowie die aktuelle Guidance der European Medicines Agency (EMA 2023) bekräftigen die Wirksamkeit und die Notwendigkeit einer strengen Durchführung der Schwangerschaftsverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Nationale Anwendungshinweise: Die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) empfiehlt Valproinsäure weiterhin als Mittel der 1. Wahl bei bestimmten generalisierten Epilepsieformen, unter Beachtung der Risiken bei Frauen und Kindern. (Empfohlene Literatur: Guideline for the Management of Epilepsy in Austria, ÖGN, Update 2023)
  • Internationale Empfehlungen: Internationale Studien aus Deutschland, Frankreich und UK beschränken die Anwendung bei Migräne aufgrund des Teratogenitätsrisikos zunehmend auf Reservesituationen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preis und Lieferzeiten

  • Gängige Packungsgrößen: 100, 200 oder 500 Tabletten/Kapseln; Sirupflaschen zu 150 ml oder 300 ml
  • Beispiel-Preis (2024, erstattungspflichtig): Ergenyl® retard 500 mg, 100 Tabletten ca. 28–33 € (Zuzahlung je nach Kasse)
  • Infusionslösungen überwiegend im stationären Bereich erhältlich
Stadt Lieferzeit (Online-Apotheke, Werktage)*
Wien 1–2
Graz 2–3
Linz 2
Innsbruck 2–4
Salzburg 2–3

* Lieferzeiten hängen von der Bestellzeit, Verfügbarkeit beim Großhandel und regionalen Zustellern ab.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Valproinsäure

  • 1. Kann ich Valproinsäure absetzen, wenn es mir besser geht?
    Nein, das eigenständige Absetzen kann zu schweren Epilepsieanfällen oder Rückfall bei bipolaren Störungen führen. Wenden Sie sich immer zuerst an Ihre betreuende Ärztin/Ihren Arzt.
  • 2. Was muss ich bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft beachten?
    Valproinsäure darf während der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin/Ihren Arzt – alternative Therapien sind zu bevorzugen.
  • 3. Muss ich meine Ernährung anpassen?
    Nein, es sind keine besonderen Diätvorschriften notwendig. Ernähren Sie sich ausgewogen und achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit, insbesondere bei Einnahme der Tabletten.
  • 4. Was passiert, wenn ich die Einnahme vergesse?
    Holen Sie die Dosis möglichst bald nach, lassen Sie sie aber aus, wenn es fast Zeit für die nächste Einnahme ist – niemals die doppelte Menge einnehmen!
  • 5. Wann sollte ich dringend zum Arzt gehen?
    Bei Zeichen von Leberproblemen (Gelbsucht, starke Müdigkeit), schweren allergischen Reaktionen (Atemnot, Hautausschlag) oder anhaltenden Magenbeschwerden suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg, 750mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill