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Symmetrel (Amantadine)

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-17%
Symmetrel enthält den Wirkstoff Amantadin und wird zur Behandlung der Parkinson-Krankheit sowie bei bestimmten grippeähnlichen Infektionen eingesetzt. Es kann dabei helfen, Beschwerden wie Bewegungsstörungen zu lindern. Ihr*e Ärzt*in entscheidet, ob Symmetrel für Sie geeignet ist. Bitte nehmen Sie das Medikament genau nach Anweisung ein und informieren Sie sich vorab über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Symmetrel® (Amantadin) – Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Amantadin
Markenname in Österreich Symmetrel®
ATC-Code N04BB01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Hartkapseln 100 mg, Lösung zum Einnehmen 100 mg/10 ml
Hersteller GRÜNENTHAL GmbH, diverse andere Zulassungsinhaber
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Verschreibung über Haus- oder FachärztInnen erforderlich)

Wirkmechanismus (Funktionsweise)

Für Patient:innen: Amantadin wirkt sowohl auf das Nervensystem als auch auf Viren. Es wird hauptsächlich zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und zur Vorbeugung und Behandlung bestimmter Viruserkrankungen eingesetzt. Es unterstützt das Gehirn dabei, das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe (Dopamin) wiederherzustellen, was Bewegungen erleichtert und einige Symptome lindern kann.

Für Fachkreise: Amantadin blockiert NMDA-Rezeptoren, fördert die Verfügbarkeit von Dopamin im synaptischen Spalt und hemmt dessen Wiederaufnahme. Zusätzlich besitzt Amantadin eine hemmende Wirkung auf die Virusreplikation von Influenza A durch Blockade des viralen M2-Proteins.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gute orale Bioverfügbarkeit (85–90 %), maximale Plasmakonzentration nach 2–4 Stunden.
  • Metabolisierung: Nur gering metabolisiert; Hauptanteil bleibt unverändert.
  • Ausscheidung: Über die Nieren durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion. Halbwertszeit 15–17 Stunden (verlängert bei eingeschränkter Nierenfunktion).
  • Wirkdauer: Tägliche Einnahme führt zu konstantem Spiegel, Wirkung hält über den Tag an.

Anwendung im Alltag & Best Practices (Österreich-Kontext):

  • Typische Dosierung: Meist 100–200 mg täglich, individuell anpassbar.
  • Anwendung: Morgens/einmal täglich oder aufgeteilt auf zwei Dosen. Die Tabletten/Kapseln werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
  • Spezielle Hinweise für Österreich: Regelmäßige Kontrolle durch Hausärztin/Hausarzt oder Neurologin/Neurologe; besonders bei Senior:innen, Nierenpatient:innen und Kindern.
  • Therapietreue: Nehmen Sie Amantadin immer regelmäßig zur gleichen Tageszeit ein, um Wirkungsschwankungen zu vermeiden.
  • Hinweis auf Verkehrstüchtigkeit: Bei Beginn der Therapie kann Amantadin müde oder schwindelig machen – Teilnahme am Straßenverkehr, Maschinenbetrieb und Erklimmen von Leitern daher anfangs vermeiden.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgens: Vorteilhaft, wenn Nebenwirkungen wie Schlafstörungen auftreten. Eine morgendliche Einnahme fördert einen gleichmäßigen Spiegel und minimiert Schlafprobleme.
  • Abends: Nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung! Kann bei manchen Patient:innen Schlafstörungen begünstigen.
  • Tipp: Einnahme immer zur gleichen Zeit – idealerweise morgens nach dem Frühstück. Individuelle Anpassungen in Absprache mit dem Fachpersonal.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern (mit Blick auf österreichische Essgewohnheiten)

  • Amantadin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Wegen gelegentlicher Magenbeschwerden empfiehlt sich die Einnahme nach dem Frühstück (mit Vollkorngebäck, Joghurt oder Brot, typisch österreichische Kost).
  • Besserverträglichkeit bei empfindlichem Magen, insbesondere bei älteren Patient:innen.

Wechselwirkungen: Warnhinweise (Ernährung, Alkohol, Medikamente)

Substanz/Produkt Mögliche Wechselwirkung
Alkohol Erhöht das Nebenwirkungsrisiko (z.B. Schwindel, Benommenheit)
Wassertabletten (z.B. Hydrochlorothiazid) Kann Amantadin-Konzentration im Blut erhöhen (Risiko für Nebenwirkungen steigt)
Anticholinergika (z.B. Biperiden) Verstärkte Nebenwirkungen (z.B. Unruhe, Halluzinationen)
Levodopa Kombination ist möglich, genaue Dosisanpassung erforderlich
Andere Parkinson-Medikamente Dosisanpassung notwendig, erhöhte Überwachungsfrequenz
Diät/Ernährung Keine bedeutsamen Interaktionen mit gängigen österreichischen Lebensmitteln

Indikationen (offiziell & Off-Label)

Indikation Offiziell zugelassen (in Österreich) Off-Label-Anwendung
Morbus Parkinson Ja Nein
Parkinsonoid bei anderen Erkrankungen (z.B. nach Enzephalitis, Intoxikationen) Ja Teilweise
Fatigue bei Multipler Sklerose Nein Ja (Therapieempfehlung nach individueller Nutzen/Risiko-Abschätzung)
Prophylaxe & Therapie der Influenza A Ja (eingeschränkt wegen Resistenzproblematik) Ja
Restless-Legs-Syndrom Nein Selten

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Patientengruppe Indikation Dosierung/Tag Besondere Hinweise
Erwachsene Morbus Parkinson 100–200 mg, auf 1–2 Gaben verteilt Therapiebeginn niedrig dosiert, dann Steigerung
Erwachsene Fatigue bei MS (Off-Label) 100 mg morgens Nur nach ärztlicher Verordnung; Nutzen kritisch prüfen
Kinder (ab 5 Jahren) Influenza A 2–4 mg/kg/Tag, max. 100 mg/Tag Nur kurzfristige Anwendung, strenge Indikationsstellung
Ältere Patient:innen (>65 Jahre) Alle Indikationen Meist Reduktion um 50 % empfehlenswert Nierenfunktion regelmäßig kontrollieren
Patient:innen mit Niereninsuffizienz Alle Indikationen Start mit 50 mg/Tag oder längere Einnahmeabstände Regelmäßige Blutspiegel-Kontrolle

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufig: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Schwindel, Mundtrockenheit
  • Gelegentlich: Halluzinationen, Verwirrtheit, Ödeme, Hautausschlag
  • Selten: Herzrhythmusstörungen, Muskelzuckungen, Krampfanfälle, Blutbildveränderungen
  • Warnhinweise: Neuropsychiatrische Symptome (Halluzinationen, Verwirrtheit), Kreislaufstörungen, Verschlechterung bei Niereninsuffizienz, orthostatische Hypotonie. Vorsicht bei Glaukom und Prostatahyperplasie.
Nebenwirkung Häufigkeit
Appetitlosigkeit, Übelkeit Sehr häufig (≥10%)
Schlaflosigkeit, Nervosität Häufig (1–10%)
Halluzinationen, Delir Gelegentlich (0,1–1%)
Herzrhythmusstörungen Selten (≤0,1%)

Hinweise zur richtigen Anwendung (nach österreichischer Praxis)

  1. Regelmäßige, am besten morgendliche Einnahme zur Förderung der Therapietreue.
  2. Niemals die Tageshöchstdosis überschreiten.
  3. Längere Einnahmepause oder spontan abbrechen nur unter ärztlicher Aufsicht.
  4. Bei Vergessener Einnahme: Nachholen nur, wenn noch ausreichend Zeit bis zur nächsten Dosis – sonst auslassen, keinesfalls doppelte Menge einnehmen.
  5. Regelmäßige Kontrollen bezüglich Blutbild und Nierenfunktion einplanen.
  6. Gegebenenfalls Familienangehörige oder Pflegepersonen informieren, damit Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden.

Alternative Therapieoptionen (Vergleich, Vor- und Nachteile)

  • Levodopa (z.B. in Kombination mit Carbidopa oder Benserazid): Goldstandard bei Morbus Parkinson, gute Wirksamkeit, jedoch auf Dauer Risiko für Bewegungsstörungen (Dyskinesien).
  • Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol): Weniger motorische Nebenwirkungen, mehr psychiatrische Effekte, nicht für alle Patientengruppen geeignet.
  • MAO-B-Hemmer (Selegilin, Rasagilin): Ergänzende Mittel, geringes Nebenwirkungsprofil, insbesondere in frühen Stadien geeignet.
  • COMT-Hemmer (Entacapon): Verstärkung der Levodopa-Wirkung, jedoch Risiko für Diarrhö.
  • Anticholinergika: Heute nur noch selten und bei speziellen Tremorformen angewandt (mehr Nebenwirkungen, vor allem bei älteren Menschen).

Alle genannten Alternativen sind in unterschiedlichen Ausmaß von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK/NFZ) erstattungsfähig, abhängig von Höhe und Art der Verordnung (Sonderbewilligung möglich).

Rechtlicher Status, Zulassung & Erstattung (Österreich)

  • Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES) gemäß europäischen EMA-Vorgaben.
  • Rezeptpflicht gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz (AMG).
  • Erstattung im Rahmen des EKO der ÖGK (Erstattungskodex; Position: grüner Bereich nach Indikation).
  • Anwendungsbeschränkungen gemäß Fachinformation; Sonderregelungen für neurologische Bedarfspatient:innen möglich.

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Parkinsontherapie: Laut DGN-Leitlinie 2022: Amantadin weiterhin als Add-on-Medikament empfohlen, insbesondere bei motorischen Spätkomplikationen und Dyskinesien. (Siehe: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Leitlinien 2022)
  • Fatigue/Multiple Sklerose: Nutzen von Amantadin als Off-Label-Therapie der Fatigue in aktuellen MS-Leitlinien (AMSEL, 2023) angeführt, durch Studien belegt (z.B. Braley & Chervin, J Neurol Sci 2023).
  • Influenza: Wegen zunehmender Resistenzen wird Amantadin zur Therapie/Prophylaxe der Influenza A heute nur noch selten angewendet (vgl. RKI-Empfehlungen, 2024).

Weitere Literatur: "Leitlinie: Morbus Parkinson" DGN 2022; "Multiple Sklerose: Therapie der Fatigue" AMSEL 2023; RKI-Empfehlung Grippeprävention 2024.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten (Österreich)

Packungsgröße Inhalt UVP (€)* Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Salzburg Lieferzeit Innsbruck
Kapseln (100 mg) 50 Stück ca. 28–35 € sofort abholbar (1 Werktag) 1–2 Werktage 2 Werktage 2–3 Werktage
Lösung (100 mg/10 ml) 100 ml ca. 22–30 € sofort abholbar (1 Werktag) 1–2 Werktage 2 Werktage 2–3 Werktage

*Richtwert, tatsächliche Preise können je nach Apotheke geringfügig abweichen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Symmetrel® (Amantadin)

  • Wie lange muss ich Symmetrel® einnehmen?
    Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem individuellen Therapieerfolg und der Grunderkrankung. Bei Morbus Parkinson meist über Monate bis Jahre, Anpassungen nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin.
  • Können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln auftreten?
    Ja—vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika („Wassertabletten“), Dopaminagonisten, Levodopa und Anticholinergika. Informieren Sie Ihr Behandlungsteam immer über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
  • Darf ich mit Symmetrel® Alkohol trinken?
    Alkohol ist nur in sehr kleinen Mengen und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt erlaubt, da Schwindel, Koordinationsstörungen oder andere Nebenwirkungen verstärkt werden können.
  • Kann Symmetrel® bei einer Nierenschwäche angewendet werden?
    Ja, allerdings nur mit besonderer Vorsicht und gegebenenfalls reduzierter Dosierung. Regelmäßige Nierenkontrollen sind notwendig.
  • Was tun bei Nebenwirkungen?
    Bei leichten Beschwerden wie Übelkeit zunächst Einnahme zu den Mahlzeiten versuchen. Bei schwereren oder ungewöhnlichen Reaktionen (Halluzinationen, Kreislaufprobleme, Herzrasen) umgehend ärztlichen Rat einholen!

Wichtiger Hinweis: Diese Information ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Apotheker:in oder Ärztin/Arzt. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr behandelndes Fachpersonal.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill