Symbicort® Pulverinhalator (Budesonid / Formoterol-Fumarat-Dihydrat)
Grundlegende Produktinformationen
| Wirkstoffe (INN) | Budesonid / Formoterol-Fumarat-Dihydrat |
|---|---|
| Österreichische Handelsnamen | Symbicort® Turbohaler |
| ATC-Code | R03AK07 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Wirkstärken | Turbohaler: • 80 μg/4,5 μg • 160 μg/4,5 μg • 320 μg/9 μg (jeweils Budesonid / Formoterol pro Inhalation) |
| Hersteller | AstraZeneca UK Limited (Vertrieb in Österreich: AstraZeneca Österreich GmbH) |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß AMG und Arzneimittelverordnung, Apothekenpflicht) |
Wirkmechanismus
Symbicort® kombiniert zwei bewährte Substanzen zur Behandlung von Asthma bronchiale und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD):
- Budesonid ist ein inhalatives Kortikosteroid (ICS), das die Entzündung und Schwellung in den Atemwegen vermindert.
- Formoterol ist ein langwirksamer Beta-2-Sympathomimetikum (LABA), das die Atemwegsmuskulatur entspannt und so eine Bronchodilatation (Erweiterung der Bronchien) bewirkt.
Pharmakokinetik (Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung, Wirkdauer)
- Resorption: Wirkstoffe werden über die Lunge aufgenommen; systemische Bioverfügbarkeit von Budesonid ca. 39%, Formoterol ca. 40%.
- Verstoffwechselung: Beide Substanzen werden in der Leber, hauptsächlich durch CYP3A4 (Budesonid), abgebaut.
- Ausscheidung: Metabolite werden überwiegend renal ausgeschieden.
- Wirkdauer: Bronchodilatation durch Formoterol: Wirkeintritt innerhalb von Minuten, Wirkdauer mindestens 12 Stunden. Entzündungshemmung durch Budesonid: maximaler Effekt nach Tagen bis Wochen.
Alltag und Anwendungspraxis (Österreichische Empfehlungen)
Symbicort® wird regelmäßig und gegebenenfalls bei Bedarf angewendet. Übliche Dosierungen sind von Diagnose und Schwere abhängig – bitte befolgen Sie die ärztliche Verordnung.
- Vorbereitung: Turbohaler aufrecht halten. Mundstück nach rechts drehen und zurück – dabei hören Sie ein Klicken (Dosis ist geladen).
- Inhalation: Sanft ausatmen (nicht in das Gerät!), Mundstück mit Lippen umschließen, kräftig und tief einatmen. Einige Sekunden die Luft anhalten, dann langsam ausatmen.
- Nach der Anwendung: Mund mit Wasser ausspülen und ausspucken.
Einnahme am Morgen vs. Abend: Was ist zu beachten?
- Morgendliche Einnahme: Sichert beständigen Basisschutz über die häufig aktiven Stunden des Tages.
- Abendliche Einnahme: Reduziert Nacht-Symptomatik und Asthma-bedingte Schlafstörungen.
- Anwendung immer regelmäßig zur gleichen Zeit (Morgen/Abend), um optimale Wirkung zu erreichen. Entscheidung sollte individuell und in Rücksprache mit dem Arzt getroffen werden.
Einnahme mit, vor oder nach den Mahlzeiten?
- Die Wirksamkeit wird durch Essen nicht beeinflusst, da das Arzneimittel inhaliert wird.
- Kompatibel mit typisch österreichischer Ernährung (einschließlich Milchprodukte, Brot, etc.).
- Keine besonderen diätetischen Einschränkungen erforderlich.
Wechselwirkungen & Warnhinweise
| Kategorie | Beispiele & Hinweise |
|---|---|
| Arzneimittel | • Starke CYP3A4-Hemmer: z. B. Ketoconazol, Itraconazol erhöhen Budesonid-Spiegel • Beta-Blocker (z. B. Metoprolol): können Bronchodilatation hemmen • Andere Beta-2-Agonisten: erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen • Diuretika: verstärkte Hypokaliämie möglich |
| Lebensmittel | Keine relevanten Wechselwirkungen bekannt |
| Alkohol | Gelegentlicher Alkoholgenuss ist erlaubt, übermäßiger Konsum kann die Immunlage beeinflussen |
Indikationen
| Indikation | Status | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| Asthma bronchiale | Zugelassen | Behandlung & Vorbeugung bei Patienten, deren Erkrankung mit inhalativen Kortikosteroiden und Beta-2-Agonisten kontrolliert werden muss. |
| COPD | Zugelassen | Zur Dauermedikation bei Erwachsenen ab 18 Jahre mit schwerer COPD und wiederholten Exazerbationen. |
| Off-Label | Nur im Einzelfall und nach ärztlicher Rücksprache | Bspw. persistierender Husten/Atemnot anderer Genese, wenn Standardtherapien nicht greifen. |
Dosierung je nach klinischer Indikation
| Patientengruppe | Asthma bronchiale | COPD |
|---|---|---|
| Erwachsene (18+ Jahre) | Erhaltungsdosis: 1–2 Inhalationen morgens & abends (je nach Stärke). Bedarfsanwendung zulässig („SMART“). Max.: 6 Inhalationen pro Tag. | 2 Inhalationen morgens & abends (nur Turbohaler 160/4,5μg u. 320/9μg). Max.: 4 Inhalationen täglich. |
| Kinder (6–17 Jahre) | 1–2 Inhalationen morgens & abends Nur nach ärztlicher Anordnung, nicht für COPD. | Nicht zugelassen. |
| Ältere Patienten (65+) | Keine Dosisanpassung erforderlich, Standarddosen verträglich. | |
Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen
| Häufigkeit | Beispiele |
|---|---|
| Sehr häufig / häufig (>1/10 – >1/100) |
|
| Gelegentlich (>1/1000) |
|
| Selten (1/10.000) |
|
Bei Anzeichen schwerer Überempfindlichkeit oder anhaltender Atemnot bitte sofort ärztliche Hilfe rufen!
Anwendungshinweise & Tipps aus der Apotheke (Österreichspezifisch)
- Nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser spülen (Pilzinfektionen vorbeugen).
- Turbohaler trocken und ungekühlt lagern, Mundstück regelmäßig reinigen (außen trocken abwischen, nicht feucht).
- Gerät darf nicht mit anderen teilen.
- Regelmäßige, dokumentierte Anwendung verbessert Therapieerfolg; ein Inhalierprotokoll kann hilfreich sein.
- Falls Inhalation schwerfällt: Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis den korrekten Vorgang erneut demonstrieren.
Alternative Therapien (NFZ-erstattungsfähig, Überblick)
- Seretide® (Fluticason/Salmeterol): Erstattet für Asthma & COPD; langsameres Wirkeinsetzen als Formoterol.
- Relvar® Ellipta (Fluticason/Vilanterol): Besonders geeignet bei 1x täglicher Anwendung, keine Bedarfsoption.
- DuoResp® Spiromax (Budesonid/Formoterol): Identisches Wirkprinzip, anderer Inhalator (Spiromax).
- Monotherapie mit inhalativen Kortikosteroiden oder langwirksamen Bronchodilatatoren: Bei leichteren Verläufen möglich.
Auswahl richtet sich nach individueller Verträglichkeit, Handhabungskomfort, Vorlieben und Erstattung durch Österreichische Sozialversicherung (ÖGK/NFZ).
Rechtlicher, Registrierungs- & Erstattungsstatus in Österreich
- Zulassung: Zugelassen von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), und EMA.
- Registriert: Unterliegt § 7 AMG (Arzneimittelgesetz).
- Erstattung: Voll- oder Teilkostenerstattung durch Österreichische Krankenkassen (ÖGK, BVAEB, SVS etc.) gemäß Erstattungs- und Richtlinienregister.
- Verschreibungspflichtig: Abgabe nur auf Rezept über öffentliche Apotheken.
Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)
- GINA 2024: Teilt Symbicort® als bevorzugte Option für Bedarfs- und Erhaltungstherapie ein ("SMART").
- Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP): Empfiehlt Kombinationstherapie für persistierende Asthma- oder COPD-Symptome.
- Neue Daten (2023, NEJM): Bestätigen Überlegenheit der ICS/LABA-Kombi (inkl. Symbicort®) bei Asthmakontrolle und Reduktion von Exazerbationen.
Verfügbarkeit, Lieferformen & Preise (indikativer Vergleich)
| Packungsgröße | Preis (Indikativ, €) | Lieferzeit Wien | Lieferzeit Graz | Lieferzeit Salzburg |
|---|---|---|---|---|
| 1 x 60 Dosen | ca. 44–54 | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage |
| 3 x 60 Dosen | ca. 120–135 | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 2 Werktage |
Wichtig: Preise und Lieferzeiten können regional und je nach Apothekenverfügbarkeit variieren. Rezeptpflichtig.
FAQ – Häufige Patientenfragen (und verlässliche Antworten)
- Kann ich Symbicort® auch als Notfallmedikament benutzen?
Ja, insbesondere im Rahmen des SMART-Prinzips. In akuten Situationen 1–2 Inhalationen, maximal jedoch die Tageshöchstdosis beachten. Bei fehlendem Ansprechen oder starker Verschlechterung bitte sofort medizinische Hilfe rufen. - Muss ich nach jeder Anwendung den Mund ausspülen?
Ja, das Spülen nach der Anwendung ist wichtig, um Mundsoor (Pilzinfektionen) zu vermeiden. - Ist Symbicort® auch für Kinder geeignet?
Ja, ab 6 Jahren bei Asthma unter strenger ärztlicher Aufsicht, für COPD ist Symbicort® bei Kindern nicht zugelassen. - Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
Holen Sie die fehlende Dosis nicht nach, sondern führen Sie die Therapie in gewohnter Weise weiter. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. - Kann ich problemlos zu einem alternativen Inhalator wechseln?
Ein Wechsel sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen und die Handhabung des neuen Geräts (z. B. Ellipta®, Spiromax®) gezielt eingeübt werden.

