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Remeron (Mirtazapine)

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Remeron enthält den Wirkstoff Mirtazapin und wird zur Behandlung von depressiven Erkrankungen eingesetzt. Es hilft, Stimmung, Schlaf und Appetit zu verbessern. Die Tabletten werden meist abends eingenommen. Remeron sollte nur nach ärztlicher Verschreibung und genau nach Anweisung eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über mögliche Nebenwirkungen und wenn Sie weitere Fragen haben.

Remeron (Mirtazapin): Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Medikament

Wirkstoff (INN) Mirtazapin
Handelsnamen in Österreich Remeron®, Mirtabene®, Mirtazapin Generika
ATC-Code N06AX11
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten (15 mg, 30 mg, 45 mg), Schmelztabletten (15 mg, 30 mg, 45 mg)
Hersteller Organon, Sandoz, Heumann, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (ärztliches Rezept erforderlich; § 7 AMG, Österreich)

Wirkmechanismus

Einfach erklärt: Mirtazapin ist ein Antidepressivum, das dabei hilft, das Gleichgewicht der Botenstoffe (Neurotransmitter) Serotonin und Noradrenalin im Gehirn wiederherzustellen. Es verbessert die Stimmung, den Antrieb und den Schlaf.

Fachsprache (für Spezialisten): Mirtazapin wirkt antagonistisch an präsynaptischen zentralen α2-adrenergen Rezeptoren, was die Freisetzung von Noradrenalin und Serotonin erhöht. Darüber hinaus blockiert es gezielt postsynaptische 5-HT2- und 5-HT3-Rezeptoren (Serotoninrezeptoren) und wirkt an H1-Histaminrezeptoren antagonistisch.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasche und vollständige Aufnahme nach oraler Einnahme. Bioverfügbarkeit ca. 50%.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber durch Cytochrom P450 (CYP1A2, CYP2D6, CYP3A4) metabolisiert.
  • Ausscheidung: Über die Nieren (Urin) und den Stuhl.
  • Halbwertszeit: Ca. 20–40 Stunden (ermöglicht 1-mal tägliche Einnahme).

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

Typische Dosierung: Erwachsene starten üblicherweise mit 15 mg bis 30 mg, einmal täglich abends. Die Dosis kann schrittweise auf bis zu 45 mg angepasst werden.

  • Tablette unzerkaut mit Flüssigkeit schlucken (Schmelztablette: auf der Zunge zergehen lassen)
  • Stets zur gleichen Uhrzeit nehmen, vorzugsweise abends
  • Regelmäßige Einnahme steigert die Wirksamkeit

Anwendungsbeispiel österreichische Praxis: Gerade wegen des sedierenden Effekts eignet sich Mirtazapin besonders bei Patienten mit Depressionen und gleichzeitigen Schlafstörungen.

Einnahme: Morgens vs. Abends

  • Vorteil abends: Die beruhigende Wirkung unterstützt den Schlaf, besonders bei Einschlafstörungen.
  • Vorteil morgens: Bei Patienten mit starker Tagesmüdigkeit durch die abendliche Dosis kann die Einnahme auf den Morgen verlagert werden – dies ist jedoch selten üblich.
  • Empfehlung: Die Einnahme abends, idealerweise zwischen 21 und 23 Uhr, hat sich am besten bewährt.
  • Regelmäßigkeit ist wichtig: Immer zur gleichen Zeit nehmen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Die Einnahme kann unabhängig von Mahlzeiten erfolgen. In Studien gab es keinen klinisch relevanten Unterschied hinsichtlich Wirksamkeit oder Nebenwirkungen, egal ob nüchtern oder nach einer typischen österreichischen Hauptmahlzeit (z.B. Abendessen). Für Patienten mit empfindlichem Magen kann die Einnahme nach dem Essen verträglicher sein.

  • Mit oder ohne Nahrung möglich
  • Alkohol besser meiden, da er die sedierende Wirkung verstärken kann

Interaktionen: Warnhinweise & Verträglichkeiten

Interagierender Stoff Risiko/Hinweis
Alkohol Verstärkte Schläfrigkeit, Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit – Alkohol vermeiden!
Andere Antidepressiva (SSRIs, MAO-Hemmer) Gefahr von Serotoninsyndrom oder anderen Nebenwirkungen; Einsatz nur unter ärztlicher Kontrolle
Beruhigungs-/Schlafmittel (Benzodiazepine) Erhöhte Sedierung, Gefahr von Atemdepression
Lebensmittel Keine direkten relevanten Interaktionen; traditionelle österreichische Kost ist unproblematisch.
Leberenzym-induzierende oder -hemmende Arzneimittel (z.B. Carbamazepin, Ketoconazol) Können den Wirkspiegel beeinflussen – Anpassung durch Arzt nötig

Indikationen

Indikation Zugelassen (offiziell) Off-label-Einsatz*
Major Depression (MDE)
Angststörungen
Schlafstörungen bei Depression
Appetitlosigkeit/Gewichtsverlust bei älteren Patienten (assoziiert mit Depression)
Pruritus (starker Juckreiz bei bestimmten Erkrankungen)

* Off-label-Einsatz erfolgt nur nach individueller ärztlicher Beurteilung!

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation / Personengruppe Startdosis Erhaltungsdosis Maximaldosis
Erwachsene (Depression) 15 mg abends 15–45 mg/Tag 45 mg/Tag
Ältere Patienten 15 mg abends Vorsichtig hochtitrieren, meist 15–30 mg/Tag 30–45 mg/Tag (nur unter Kontrolle)
Jugendliche (unter 18 J.) Keine reguläre Zulassung, nur nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung Nur unter Facharztaufsicht Nur individuell
Leber-/Niereninsuffizienz Reduzierte Anfangsdosis empfohlen Vorsichtige Steigerung unter Kontrolle Reduziert entsprechend Verträglichkeit

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schläfrigkeit/Sedierung, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Mundtrockenheit
  • Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen, Wassereinlagerung (Ödeme), erhöhte Blutfettwerte
  • Gelegentlich: Verwirrtheit, Albträume, Missempfindungen
  • Selten: Krampfanfälle, Leberfunktionsstörungen, Agranulozytose (Abfall weißer Blutkörperchen), Suizidgedanken vor allem zu Behandlungsbeginn
  • Warnhinweise: Bei Anzeichen von Fieber, Halsschmerzen, Gelbsucht oder anhaltenden Stimmungstiefs sofort Arzt informieren!

Richtige Anwendung: Tipps Ihrer Apotheke/Ihres Arztes

  • Mirtazapin nie abrupt absetzen; Ausschleichen ist notwendig zur Vermeidung von Absetzerscheinungen
  • Nicht für Kinder unter 18 Jahren ohne klare ärztliche Begründung!
  • Alkohol und andere sedierende Mittel möglichst meiden
  • Fahrtüchtigkeit kann eingeschränkt sein (besonders zu Beginn/bei Dosissteigerung) – Vorsicht im Straßenverkehr
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle von Blutbild, Leberwerten und Gewicht empfohlen

Alternative medikamentöse Optionen (Krankenversicherung/NFZ erstattungsfähig)

Häufig eingesetzte Alternativen:
  • Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Sertralin, Escitalopram – weniger sedierend, gut verträglich
  • Andere atypische Antidepressiva: Agomelatin, Trazodon
  • Trizyklische Antidepressiva: Amitriptylin – wirksam, aber mehr Nebenwirkungen
  • Venlafaxin (SNRI): Bei Antriebsstörung/wenig Sedierung bevorzugt

Vergleich: Mirtazapin hat Vorteile vor allem bei schlafgestörten, untergewichtigen oder älteren Patienten. SSRI bevorzugt bei Angststörungen; trizyklische Antidepressiva sind stärker sedierend und haben mehr Nebenwirkungen.

Rechtlicher Status, Zulassung und Kostenübernahme (Österreich)

  • Zulassungsbehörde: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medizinmarktaufsicht)
  • Rechtsstatus: Verschreibungspflichtig laut Rezeptpflichtgesetz (Österreich)
  • Erstattung: Aufnahme in Wirkstoffverzeichnis der österreichischen Sozialversicherungsträger (ÖGK, BVAEB, SVS) – bei zugelassenen Indikationen erstattungsfähig
  • Identifikation/Verfolgung: Pharmazentralnummer (PZN) je nach Hersteller und Packungsgröße

Aktuelle Forschung / Leitlinien (Stand 2022–2025)

  • Deutsche S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression (2022): Mirtazapin als Second-Line-Option, insbesondere bei schlafgestörter Depression; Kombination mit SSRI oder SNRI nur bei Therapieresistenz.
  • Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP, 2023): Empfehlung bei Depression mit starker Schlafstörung und/oder Versagen anderer Antidepressiva.
  • Aktuelle Studien (JAMA Psychiatry, 2022/2023): Kein erhöhtes Risiko für diabetische Stoffwechselentgleisungen unter Mirtazapin im Vergleich zu anderen Antidepressiva, wenn regelmäßige Kontrollen erfolgen.

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße Stärke(n) Richtpreis (2024, ÖGK-erstattungsfähig) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz Lieferzeit Salzburg
20 Tabletten 15, 30, 45 mg ca. 13,50–15,90 € 24 h 24–48 h 24–48 h 48 h
50 Tabletten 15, 30, 45 mg ca. 28–32 € 24 h 24–48 h 24–48 h 48 h
100 Tabletten 15, 30, 45 mg ca. 53–60 € 24 h 24–48 h 48 h 48 h

Preise und Lieferzeiten sind Richtwerte und können je nach Apothekenlage sowie Online- oder Vor-Ort-Bestellung variieren.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie lange dauert es, bis Remeron (Mirtazapin) wirkt?
    Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt meist nach 1–2 Wochen ein, die Verbesserung des Schlafes oft schon nach wenigen Tagen. Vollständige Wirkung kann bis zu 4 Wochen benötigen.
  2. Darf ich mit Mirtazapin Auto fahren?
    Zu Beginn der Behandlung sowie nach Dosisänderungen können Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auftreten. Fahren Sie nur, wenn Sie sich absolut sicher fühlen – sprechen Sie im Zweifel mit Arzt oder Apotheker.
  3. Macht Mirtazapin abhängig?
    Nein, Mirtazapin gilt als nicht suchterzeugend. Absetzen sollte jedoch langsam (“ausschleichend”) erfolgen, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.
  4. Was tun bei Gewichtszunahme?
    Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Anpassungen. Hilfreich sind regelmäßige Bewegung und ausgewogene österreichische Kost (Obst, Gemüse, moderate Mengen an Brot, Milchprodukten und Fleisch).
  5. Kann ich Mirtazapin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    Die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sollte nur nach strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Melden Sie eine Schwangerschaft sofort dem Arzt.

Bei weiteren Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihre Fachärztin/Ihren Facharzt oder Ihre Apotheke.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

7.5mg, 15mg, 30mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill