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Reglan (Metoclopramide)

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Reglan (Wirkstoff: Metoclopramid) ist ein Medikament, das zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und Magenbeschwerden eingesetzt wird. Es unterstützt die Magenbewegung und hilft, Beschwerden wie Völlegefühl oder Sodbrennen zu lindern. Ihr Arzt entscheidet, ob Reglan für Sie geeignet ist. Bitte nehmen Sie das Medikament immer genau nach Anweisung ein und informieren Sie sich über mögliche Nebenwirkungen.

Reglan (Metoclopramid) – Patienteninformation aus Österreich

Basisinformationen

Wirkstoff (INN) Metoclopramid
Handelsnamen in Österreich Reglan®, Paspertin®, Metoclopramid Generika
ATC-Code A03FA01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten (10 mg), Tropfen (als Lösung zum Einnehmen, 1 mg/ml oder 5 mg/ml), Injektionslösung (10 mg/2 ml)
Hersteller Sandoz, Teva, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (nur auf ärztliche Verordnung in Apotheken erhältlich)

Wirkungsweise von Metoclopramid

Für Patient:innen: Metoclopramid verbessert die Bewegung und Entleerung des Magens. Dadurch wird Übelkeit vermindert, Erbrechen verhindert und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert – besonders nach Operationen, Chemotherapien oder bei Magen-Darm-Beschwerden.

Für Fachpersonal: Metoclopramid ist ein Dopamin-(D2)-Antagonist mit prokinetischer Wirkung im oberen Gastrointestinaltrakt. Es fördert die Acetylcholinfreisetzung und erhöht die Magenmotilität, beschleunigt die Magenentleerung und mindert dabei den Einfluss der Chemorezeptor-Triggerzone auf das Brechzentrum.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Gabe wird Metoclopramid schnell (innerhalb von 30–60 Minuten) und nahezu vollständig aufgenommen.
  • Metabolisierung: Über die Leber per Glucuronidierung und Sulfatierung, wichtiger Metabolit: Metoclopramid-O-glucuronid.
  • Ausscheidung: Über die Niere (renal) – 75–85 % innerhalb von 72 Stunden, größtenteils als Metabolit.
  • Halbwertszeit: Erwachsene: ca. 5–6 Stunden; ältere und niereninsuffiziente Patient:innen: verlängert.
  • Dauer der Wirkung: Bis zu 8 Stunden nach Einzeldosis.

Anwendung im Alltag und Best Practices

  • Typische Dosierung für Erwachsene: 1 Tablette (10 mg) bis zu 3-mal täglich, abhängig von Indikation und Verträglichkeit.
  • Beginnen Sie mit der niedrigsten Dosis. Überschreiten Sie ohne ärztliche Rücksprache nicht mehr als 30 mg/Tag.
  • Behandlungsdauer: Möglichst kurz (maximal 5 Tage), da das Risiko von Nebenwirkungen mit der Dauer steigt.
  • Für Kinder und Jugendliche (1–18 Jahre): Anwendung und Dosis nur gemäß ärztlicher Verordnung!
  • Tabletten mit einem Glas Wasser einnehmen – möglichst zur gleichen Tageszeit.
  • Keine „Bedarfsanwendung“ für chronische Symptome!

Dosis am Morgen oder am Abend?

  • Morgens: Unterstützt die Magenentleerung nach dem Frühstück und beugt Übelkeit tagsüber vor. Sinnvoll bei frühen Chemotherapien oder Planoperationen.
  • Abends: Vorteilhaft bei nächtlichen Beschwerden, kann aber vereinzelt zu Unruhe oder Schlafproblemen führen.
  • Tipp: Halten Sie sich an die vom Arzt empfohlenen Einnahmezeiten, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit zu maximieren.
  • Regelmäßigkeit ist entscheidend – nehmen Sie jede Dosis in etwa zu denselben Tageszeiten ein.

Einnahme zu den Mahlzeiten

  • Zur Unterstützung der Verdauung und Vermeidung von Übelkeit häufiger 30 Minuten vor einer Mahlzeit einnehmen.
  • Nahrungsmittel-Einfluss: Fettreiche Mahlzeiten (z.B. österreichische Hausmannskost wie Schnitzel, Gulasch) können die Wirkung etwas verzögern.
  • In Kombination mit leichten Speisen (z. B. Knäckebrot, Zwieback, Reis) wird Verträglichkeit verbessert.
  • Bei Erbrechen: Einnahme auf nüchternen Magen möglich (Rücksprache mit Arzt/Apotheker).

Wechselwirkungen & Interaktionen

Substanz/Gruppe Wechselwirkung / Empfehlung
Alkohol Verstärkt die sedierende Wirkung – nicht zusammen einnehmen.
Antipsychotika Kombination erhöht Risiko für Bewegungsstörungen.
Antazida (Aluminium/Magnesium) Wirkeintritt kann beeinflusst werden – 2 Stunden Abstand empfohlen.
Digoxin, Paracetamol Schnellere Resorption möglich.
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Erhöhtes Risiko für Serotonin-Syndrom – ärztliche Kontrolle notwendig.
Levodopa Wirkungsabschwächung von Levodopa; Kombination möglichst vermeiden.
Starke Eiweißmahlzeiten Können die Wirkung verzögern.

Indikationen

Indikation Zulassung in Österreich Bemerkung
Übelkeit und Erbrechen Ja (Erwachsene und Kinder >1 Jahr) Akut, z.B. infolge von Migräne, Chemotherapie, Operation
Erleichterung der Magenentleerung Ja Bei Motilitätsstörungen, nach operativen Eingriffen
Gastroösophageale Refluxkrankheit (Reflux) Off-label Wenn Standardtherapien nicht wirken

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosis Bemerkungen
Erwachsene Akute Übelkeit/Erbrechen 10 mg bis zu 3× täglich Nicht länger als 5 Tage anwenden
Kinder (1–18 Jahre) Übelkeit/Erbrechen 0,1–0,15 mg/kg bis zu 3× täglich Max. 0,5 mg/kg/Tag, max. 5 Tage
Ältere Patienten (>65 Jahre) Alle Indikationen Reduzierte Anfangsdosis (z.B. 5 mg 2× täglich) Engmaschige Überwachung empfohlen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/Häufig (≥1/10, ≥1/100):
    • Schläfrigkeit, Müdigkeit
    • Durchfall
    • Unruhe, Schwäche
  • Gelegentlich/Rare (≤1/1000):
    • Bewegungsstörungen (Muskelzittern, Verkrampfungen – „extrapyramidale Symptome“)
    • Atemnot, allergische Reaktionen
    • Störung des Herzrhythmus (QT-Verlängerung)
  • Warnhinweise:
    • Längere Einnahme erhöht Risiko für schwere Nebenwirkungen (v. a. Dyskinesien).
    • Bei älteren Menschen und Patient:innen mit Nieren-/Lebererkrankungen ist besondere Vorsicht geboten!
    • Sofort Arzt aufsuchen bei Bewegungsstörungen, Bewusstseinsveränderungen oder allergischen Symptomen.

Ordnungsgemäße Anwendung – Tipps für österreichische Patienten

  • Lassen Sie sich immer von Ihrem Haus- oder Facharzt beraten, insbesondere bei ersten Beschwerden.
  • Lagern Sie das Arzneimittel trocken bei Raumtemperatur – niemals in Bad oder Küche.
  • Keine Einnahme gemeinsam mit Alkohol oder stark beruhigenden Mitteln (z. B. Schlafpräparate).
  • Lesen Sie bei jedem neuen Rezept die aktuelle Packungsbeilage.
  • Melden Sie unerwartete Nebenwirkungen dem behandelnden Arzt oder direkt dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).
  • Bei Unsicherheiten zum Kombinationsgebrauch mit anderen Arzneimitteln: Fragen Sie in der Apotheke Ihres Vertrauens.
  • Vermeiden Sie zuverlässige körperliche Aktivitäten (z.B. Autofahren), bis Sie wissen, wie das Mittel auf Sie wirkt.

Alternative Therapiemöglichkeiten (Erstattung NFZ)

  • Domperidon: Ähnlich wirkendes Prokinetikum, geringeres ZNS-Risiko, aber eingeschränkter Einsatz wegen Herz-Nebenwirkungen (QT-Verlängerung).
  • Ondansetron: Sehr wirksam bei starker Übelkeit, besonders bei Chemotherapien; von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) auf Antrag erstattungsfähig.
  • Dimenhydrinat (Vomex®): Gut geeignet bei kurzfristiger Behandlung von Übelkeit/Reisekrankheit, als OTC verfügbar (ohne Rezept).
  • Ingwer-Präparate: Pflanzliche Option, hilfreich bei leichter Übelkeit, jedoch Wirkung individuell unterschiedlich; rezeptfrei.

Vergleich: Metoclopramid ist gut wirksam, wirkt rasch und ist für viele Indikationen günstiger als z.B. Ondansetron. Allerdings besteht bei längerer Anwendung ein größeres Risiko für neurologische Nebenwirkungen.

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Österreich

  • Reglan/Metoclopramid ist im Österreichischen Arzneimittelverzeichnis registriert (BASG-AMV Register).
  • Verschreibungspflichtig (URPL): Abgabe nur auf ärztliches Rezept.
  • Erstattung durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): Bei zulässigen Indikationen, nach Richtlinie, im „Grünen Bereich“ der Erstattungsliste.
  • Regulierte Abgabe durch öffentliche Apotheken nach Gesundheits- und Arzneimittelgesetz (AMG).

Neueste Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Empfohlen in der 2024er-Leitlinie „Management von Übelkeit und Erbrechen“ der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie.
  • Metoclopramid bleibt laut EMA-Sicherheitswarnungen 2023 Mittel der ersten Wahl – jedoch maximal 5 Tage Anwendung, keine Dauertherapie!
  • Studien belegen, dass Kindesdosis restriktiv anzuwenden ist (Boullata et al., 2022).
  • Laufende Forschung zu sichereren Prokinetika und Kombinationstherapien (AkdÄ 2024).

Verfügbarkeit, Lagerung und Lieferung

Packungsgröße Form Unverbindlicher Apothekenpreis (€) Lieferzeit (Wien) Lieferzeit (Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck)
20 Tabletten 10 mg ab 17,90 1 Werktag 2–3 Werktage
50 ml Lösung 5 mg/ml ab 28,90 1 Werktag 2–3 Werktage
5 × 2 ml Ampullen 10 mg/2 ml ab 24,90 1 Werktag 2–3 Werktage

Lagern Sie Metoclopramid stets außerhalb der Reichweite von Kindern und vor Licht geschützt!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Kann ich während der Schwangerschaft oder Stillzeit Metoclopramid einnehmen?
    Nur nach ärztlicher Rücksprache! In Einzelfällen kann Metoclopramid nach genauer Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden.
  2. Ab wann wirkt Metoclopramid?
    Orale Formen wirken nach ca. 30–60 Minuten, Injektionen meist schneller (innerhalb von 10–30 Minuten).
  3. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die Einnahme nicht nach. Fahren Sie mit dem ursprünglichen Einnahmeplan fort, aber nehmen Sie nie eine doppelte Dosis ein.
  4. Kann ich mit Metoclopramid Auto fahren?
    Es ist Vorsicht geboten! Das Mittel kann müde machen oder die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Bitte testen Sie Ihre individuelle Verträglichkeit.
  5. Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?
    Ja, insbesondere mit Psychopharmaka, Antidepressiva, Parkinsonmedikamenten und Alkohol. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill, 360 pill