Angebot!

Nizoral (Ketoconazole)

€0.00

-17%
Nizoral (Ketoconazol) ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut, Kopfhaut und Nägel. Es wirkt, indem es das Wachstum von Pilzen stoppt. Nizoral gibt es als Creme, Shampoo oder Tabletten. Die Anwendung und Dauer richtet sich nach Art und Schwere der Infektion. Bitte beachten Sie die Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin und wenden Sie sich bei Fragen an die Apotheke.

Nizoral® (Ketoconazol) – Umfassende Produktinformation für Patientinnen und Patienten in Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Ketoconazol
Handelsnamen in Österreich Nizoral®, Fungoral®, Ketozolin®
ATC-Code D01AC08 (topisch), J02AB02 (oral)
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten 200 mg
Creme 2 %
Shampoo 2 %
Hersteller Janssen-Cilag, diverse Generikahersteller
Rezeptstatus Rezeptpflichtig (Arzneimittelgesetz, § 6, Österreich)

Wirkmechanismus

Für Patientinnen und Patienten erklärt:
Ketoconazol gehört zu den so genannten Antimykotika und wirkt gezielt gegen Pilzinfektionen. Es stoppt das Wachstum und die Vermehrung von Pilzen, indem es deren Zellmembran schädigt.

Für Fachpersonal:
Ketoconazol hemmt das Enzym 14-α-Demethylase, ein CYP450-Isoenzym, das für die Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembran, notwendig ist. Dies führt zu erhöhter Membranpermeabilität und Zelltod der Pathogene.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Orales Ketoconazol wird am besten in saurer Umgebung aufgenommen. Wirksamkeit kann bei Personen mit verminderter Magensäureproduktion (z.B. ältere Menschen, nach Einnahme von Säureblockern) reduziert sein.
  • Metabolismus: Ketoconazol wird vorwiegend in der Leber durch CYP3A4 verstoffwechselt.
  • Elimination: Hauptsächlich biliär, zu geringeren Teilen renal.
  • Dauer der Wirkung: Plasmahalbwertszeit ca. 2–8 Stunden, dennoch wirken Reste im Gewebe länger.

Anwendung im Alltag und bewährte Praxis

Orale Tabletten: Werden meist bei schweren, inneren Pilzinfektionen eingesetzt, oft als Reserve.
Creme: Vor allem bei Hautpilzen, bei Pilzinfektionen der Leiste, Füße, Hände, Rumpf und Hautfalten.
Shampoo: Bei Kopfhautpilz, seborrhoischer Dermatitis und Pityriasis versicolor.

Typische Dosierung:

  • Tabletten: 1 x 200 mg täglich, bei Bedarf auf 2 x 200 mg steigerbar (siehe Tabelle unten).
  • Creme: 1–2 x täglich auf betroffene Stellen auftragen.
  • Shampoo: 2 x pro Woche, 3–5 Minuten einwirken lassen.
Praktische Hinweise: Hände vor und nach der Anwendung waschen, Creme dünn und gleichmäßig auftragen, Shampoo und Creme vollständig einziehen lassen. Bei längerer Anwendung Arzt oder Apotheker konsultieren.

Dosierung morgens vs. abends

  • Morgens: Tabletten am Morgen helfen, an die regelmäßige Einnahme zu denken (z. B. mit dem Frühstück).
  • Abends: Bei Nebenwirkungen wie Übelkeit kann der abendliche Einnahmezeitpunkt besser verträglich sein.
  • Tipp: Entscheiden Sie sich für einen Zeitpunkt, der sich gut in Ihre täglichen Gewohnheiten integrieren lässt. Wichtig ist die regelmäßige, tägliche Einnahme. Ihre Apothekerin/Ihr Apotheker berät Sie gern individuell.

Einnahme zu Mahlzeiten oder nüchtern

Orale Einnahme: Ketoconazol wird bei Einnahme mit einer Mahlzeit oder kohlensäurehaltigen Getränken in der Regel besser aufgenommen.
Österreichische Ernährungsgewohnheiten: Die Einnahme mit Leberaufstrich, Wurst, Schwarzbrot oder einem Glas Wasser/Saft ist möglich.
Achtung: Patienten mit veganer/vegetarischer Ernährung können das Präparat ebenso problemlos einnehmen.

Hinweise zu Interaktionen (Wechselwirkungen)

Kategorie Wechselwirkung Klinische Bedeutung Empfehlung
Lebensmittel Saure Getränke (Orangensaft) Fördert Absorption Empfohlen
Alkohol Leberbelastung Steigert Nebenwirkungsrisiko Vermeiden
Medikamente Protonenpumpenhemmer (z. B. Pantoprazol) Verminderte Wirkung Abstand halten oder Alternative besprechen
Medikamente CYP3A4-Substrate (z. B. Antikoagulanzien) Erhöhte Blutspiegel, Nebenwirkungsgefahr Sorgfältige ärztliche Überwachung
Grapefruitsaft Enzymhemmung Steigerung der Wirkung/Nebenwirkungen Vermeiden

Indikationen

Indikation Status Kurze Beschreibung
Systemische Mykosen (z. B. Candidiasis, Histoplasmose) Offiziell Schwere Pilzinfektionen, nicht anders behandelbar
Pityriasis versicolor Offiziell/topisch Fleckige Pilzinfektion, meist an Rumpf/Schultern
Seborrhoische Dermatitis Offiziell/topisch Schuppende Kopfhaut, fettende Bereiche
Off-label: Hormonelle Störungen (Cushing-Syndrom) Off-label In Ausnahmefällen zur Reduktion von Kortisol

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Systemische Pilzinfektionen (oral) 200–400 mg täglich Ketoconazol-Tabletten: zumeist nicht empfohlen* (Gefahr von Nebenwirkungen) Wie Erwachsene, ggf. reduzierte Dosis
Hautpilzinfektionen (Creme) 1–2 x täglich lokal 1 x täglich lokal Wie Erwachsene, Beobachtung auf Hautreaktionen
Kopfhaut/Mykosen (Shampoo) 2 x wöchentlich, 3–5 Min. einwirken lassen Nach Rücksprache mit dem Arzt Wie Erwachsene
*Die orale Gabe bei Kindern ist in Österreich aufgrund des ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses weitgehend nicht empfohlen.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispiele Hinweis
Sehr häufig (≥1/10) Juckreiz, Brennen (topisch), Kopfschmerzen Oft mild, reversibel
Häufig (≥1/100, <1/10) Übelkeit, Bauchschmerzen, Leberwert-Erhöhungen, Hautausschlag Arzt aufsuchen bei anhaltenden Beschwerden
Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100) Leberentzündung (Hepatitis), Sehstörungen Sofortige Absprache mit Arzt nötig
Selten (<1/1.000) Schwere allergische Reaktion, Gynäkomastie (bei Männern/Kindern) Selten, aber bedrohlich
Warnhinweise: Bei Anzeichen von Gelbsucht, dunklem Urin oder starker Müdigkeit die Therapie sofort abbrechen und ärztlich abklären lassen.

Anwendungshinweise und Beratung vom Apotheker

  • Einnahme genau nach ärztlicher Verordnung, nicht eigenmächtig absetzen.
  • Regelmäßige Leberwertkontrollen bei systemischer Anwendung.
  • Bei Schwangerschaft und Stillzeit: Nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Kinder nur nach strenger Indikationsprüfung (topisch bevorzugt).
  • Korrekte Anwendung der Creme (nicht ins Auge bringen), Shampoo gut ausspülen.
  • Vermeiden Sie die Anwendung auf verletzter oder stark gereizter Haut.
  • Bei Fragen: Ihre Apotheke in Österreich hilft gern weiter!

Therapiealternativen – Übersicht (mit Erstattung durch die österreichische Sozialversicherung / SVS)

  • Fluconazol (Diflucan® u.a.) – Oft Mittel der Wahl für systemische Mykosen, weniger Lebertoxizität
  • Itraconazol (Sporanox®) – Breites Wirkspektrum, aber ebenfalls Leberkontrollen notwendig
  • Terbinafin (Lamisil®) – Vor allem bei Hautpilzen und Nagelmykosen; gute Verträglichkeit
  • Clotrimazol (Canesten® u.a.) – Breite topische Anwendung, sehr gut erforscht
Vergleich:
  • Ketoconazol oral wird in Österreich aufgrund der Lebernebenwirkungen meist nur als Reserve eingesetzt, topisch nach wie vor Standard.
  • Fluconazol/Itraconazol: Systemisch sicherer, aber Wechselwirkungen beachten.
  • Terbinafin: Für Nägel/Haut erster Wahl, selten für systemische Infektionen.
  • Bei Unsicherheit immer ärztlich oder pharmazeutisch beraten lassen.

Rechtlicher, regulatorischer und erstattungsrechtlicher Status (Österreich)

  • Zulassung durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES / BASG)
  • Rezeptpflicht nach Arzneimittelgesetz (§ 6 AMG).
  • Systemisches Ketoconazol (Tabletten) ist aufgrund seltener, aber ernster Lebernebenwirkungen nur noch für spezielle Indikationen zugelassen.
  • Topische Formen (Creme, Shampoo) sind erstattungsfähig (SVS, ÖGK, BVAEB) – Details auf e-card abprüfbar oder in der Apotheke erfragen.
  • Orale Form als „Reserveantimykotikum“, nur nach nachvollziehbarer ärztlicher Indikation.
  • Erstattungsprüfung (Chefärztliche Bewilligung) kann für Tabletten erforderlich sein.

Neueste klinische Empfehlungen und Studien (2022–2025)

  • Laut aktueller S3-Leitlinie Mykosen (AWMF, 2023): Topisch weiterhin Mittel der Wahl; orale Therapie streng indiziert.
  • Deutsche und österreichische Dermatologengesellschaften empfehlen Restriktion von systemischem Ketoconazol, Fokus auf sicherere Präparate.
  • Neue Studien (Redondo Cuenca JM 2023, J Dtsch Dermatol Ges): Ketoconazol-Creme bleibt bei seborrhoischer Dermatitis und Pityriasis versicolor effektiv.
  • EMA (2023): Tabletten nur verschreiben, wenn keine anderen Therapien möglich oder wirksam sind!

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten in Österreich

Darreichungsform Typische Packungsgrößen Indikativer Apothekenpreis Lieferzeit (Wien/Linz/Graz/Salzburg/Innsbruck)
Tabletten 200 mg 10 / 30 Stück ca. 18–35 €
  • Wien: 2–3 Werktage
  • Linz/Graz: 3–4 Werktage
  • Salzburg/Innsbruck: 3–5 Werktage
Creme 2 % 30 g / 50 g ca. 9–18 € 1–2 Werktage in ganz Österreich
Shampoo 2 % 60 ml / 100 ml ca. 12–20 € 1–2 Werktage in ganz Österreich

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Nizoral® (Ketoconazol)

  • Wann sehe ich erste Verbesserungen?
    Meist innerhalb von 1–2 Wochen. Bei systemischen Infektionen kann die Wirkung länger dauern. Bitte nehmen Sie das Präparat so lange ein, wie Ihr Arzt es empfiehlt – auch dann, wenn die Symptome schon vorher abklingen.
  • Darf ich mit Ketoconazol Alkohol trinken?
    Dies wird nicht empfohlen. Ketoconazol belastet die Leber zusätzlich, zusammen mit Alkohol steigt das Nebenwirkungsrisiko.
  • Kann ich die Creme dauerhaft anwenden?
    In den meisten Fällen ja, solange der Hautarzt dies empfiehlt. Bei längerem Gebrauch sollte die Haut ärztlich kontrolliert werden, um Irritationen auszuschließen.
  • Muss ich spezielle Hygiene einhalten?
    Ja, insbesondere bei Pilzinfektionen: Handtücher, Kleidung und ggf. Schuhwerk regelmäßig bei mind. 60 °C waschen, Füße trocken halten, Kontakt zu anderen Personen vermeiden, solange die Infektion aktiv ist.
  • Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
    Holen Sie die vergessene Dosis baldmöglichst nach. Ist es beinahe Zeit für die nächste, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern fahren Sie mit dem regulären Schema fort.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg

Paket: No selection

10 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill