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Namenda (Memantine)

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Namenda (Memantine) ist ein Medikament zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Es hilft dabei, die geistige Leistungsfähigkeit und alltägliche Fähigkeiten bei Menschen mit moderater bis schwerer Demenz zu unterstützen. Namenda wirkt, indem es das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn stabilisiert. Die Anwendung erfolgt nach ärztlicher Anweisung. Bitte halten Sie regelmäßigen Kontakt zu Ihrem Arzt, um die Behandlung optimal zu begleiten.

Namenda® (Memantin): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

  • Wirkstoff (INN): Memantin
  • Handelsnamen in Österreich: Namenda®, Ebixa®, Memantine Genericon®, Axura®
  • ATC-Code: N06DX01
  • Verfügbare Darreichungsformen und Stärken:
    • Filmtabletten: 10 mg, 20 mg
    • Tabletten mit Bruchrille: 10 mg
    • Orale Tropfen/Lösung: 10 mg/ml
  • Hersteller (Auswahl): Merz Pharmaceuticals, STADA Arzneimittel AG, Teva Pharma, Genericon Pharma
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (nur auf ärztliche Verschreibung)
  • Zulassung und Überwachung: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Wirkmechanismus

Memantin gehört zur Gruppe der NMDA-Rezeptor-Antagonisten. Das Medikament reguliert krankhafte Überaktivität des Botenstoffs Glutamat im Gehirn, der bei Patientinnen und Patienten mit Alzheimer-Demenz in erhöhter Konzentration vorkommen kann.

  • Einfache Erklärung: Memantin schützt die Nervenzellen, indem es einen schädigenden Botenstoff (Glutamat) bremst. So können Symptome der Demenz abgeschwächt werden.
  • Für Fachpersonal: Nicht-kompetitiver, spannungsabhängiger NMDA-Rezeptor-Antagonist mit moderater Affinität; verringert glutamaterge Neurotoxizität, die bei Alzheimer eine Rolle spielt.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Die orale Bioverfügbarkeit beträgt 80–100%. Maximale Blutspiegel werden nach ca. 3–8 Stunden erreicht.
  • Metabolismus: Geringe Lebermetabolisierung (Hauptsächlich unveränderte Ausscheidung über Nieren, CYP450-unabhängig).
  • Elimination: Überwiegend renal; Halbwertszeit beträgt etwa 60 bis 80 Stunden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung notwendig.
  • Dauer der Wirkung: 1× tägliche Einnahme möglich; gleichmäßige Plasmawerte bei regelmäßiger Anwendung.

Anwendung im Alltag & Empfehlungen für den Alltag in Österreich

  • Übliche Dosis:
    • Erwachsene ab 65 Jahren: initial 5 mg/Tag, wöchentliche Steigerung um 5 mg bis Ziel-Dosis 20 mg/Tag (4 Wochen Eindosierung)
    • Wichtiger Hinweis: Dosissteigerung langsam, um Nebenwirkungen vorzubeugen.
  • Einnahme: Tabletten unzerkaut mit einem Glas Wasser, zur selben Tageszeit. Lösung kann direkt oder mit Flüssigkeit verdünnt eingenommen werden.
  • Vergessen einer Dosis: Nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern zum nächsten Zeitpunkt wie gewohnt fortfahren.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Vorteile der morgendlichen Einnahme: Weniger Schlafstörungen, unterstützende Tagesstruktur.
  • Vorteile der abendlichen Einnahme: Individuell bei Unruhe am Morgen, jedoch Risiko von Schlafproblemen.
  • Empfehlung: Möglichst zur gleichen Tageszeit, bevorzugt morgens, um Schlafstörungen zu vermeiden.

Einnahme zu oder unabhängig von Mahlzeiten (Österreichischer Alltag)

Memantin kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden. Klassische österreichische Kost (z.B. Frühstück mit Semmel, Mittagessen mit Fleisch & Gemüse) beeinflusst die Wirkung nicht. Patienten mit empfindlichem Magen nehmen das Arzneimittel eventuell besser nach einer kleinen Mahlzeit ein.

Interaktionswarnungen

Interaktionspartner Empfehlung / Mögliche Wirkung
Andere NMDA-Antagonisten (z.B. Amantadin, Ketamin) Stärkere Nebenwirkungen, z.B. Halluzinationen und Verwirrtheit – vermeiden!
Anticholinergika, Levodopa, Dopaminagonisten Mögliche Verstärkung Wirkung – ärztliche Überwachung.
Barbiturate, Neuroleptika Wechselwirkung möglich – Rücksprache mit behandelndem Arzt.
Harntreibende Mittel (z.B. Hydrochlorothiazid) Vorsicht bei Niereninsuffizienz.
Levothyroxin Erhöhte Effekte von Memantin – Dosisanpassung möglich.
Alkohol Verstärkte Nebenwirkungen, Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit – vermeiden!
Bazische Urinveränderungen (z.B. durch Diät, Medikamente wie Acetazolamid) Memantin-Wirkspiegel steigt, Risiko von Nebenwirkungen erhöht.

Indikationen (Zulassungn und Off-Label)

Indikation Status (AT/AGES)
Moderate bis schwere Alzheimer-Demenz Zugelassen
Andere Demenzformen (z.B. vaskuläre Demenz) Off-Label: keine evidenzbasierte Empfehlung
Parkinsondemenz Off-Label: mögliche Einzelentscheidung, niedrige Evidenz
Autismus, Depressionen, OCD (Zwangsstörungen) Experimentell/off-Label

Dosierung (nach Indikation, Alter und Nierenfunktion)

Indikation Erwachsene (Standard) Ältere Patienten Niereninsuffizienz Kinder/Jugendliche
Alzheimer-Demenz Initial 5 mg/Tag, Steigerung wöchentlich um 5 mg bis 20 mg/Tag Gleiche wie Erwachsene, zusätzlich engmaschige Überwachung
  • Leicht: keine Anpassung
  • Mittel (Kreatinin-Clearance 30–49 ml/min): max. 10 mg/Tag
  • Schwer: nicht empfohlen
Nicht empfohlen, unzureichend untersucht

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufig (1-10%): Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, Müdigkeit, erhöhter Blutdruck
  • Gelegentlich (0,1-1%): Angstgefühle, Halluzinationen, Unruhe, Atemwegsinfekte, Gleichgewichtsstörungen
  • Selten (<0,1%): Krampfanfälle, Leberfunktionsstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Warnhinweise: Bei Krampfanfällen, schweren Nieren- oder Lebererkrankungen, psychischen Vorerkrankungen Rücksprache mit Arzt!

Richtige Anwendung: Empfehlungen der Apotheke & Klinik

  1. Tabletten unzerkaut mit Wasser zur gleichen Uhrzeit einnehmen
  2. Eine festgelegte Tagesroutine (morgens oder abends) unterstützt regelmäßige Anwendung
  3. Beipackzettel vor der ersten Einnahme vollständig lesen
  4. Bei Fragen oder Unsicherheiten Rücksprache mit Arzt oder Apotheker
  5. Bei merklichen Nebenwirkungen Anwendung pausieren und sofort medizinische Hilfe suchen
  6. Lagern Sie das Medikament, wie in der Packungsbeilage angegeben, ggf. geschützt vor Feuchtigkeit und Kindern

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Kassenleistung durch ÖGK/NFZ)

  • Acetylcholinesterasehemmer: Donepezil (Aricept®), Rivastigmin (Exelon®), Galantamin (Reminyl®)
    • Vorteile: Gut bei leichten bis moderaten Formen, oft kostenlose Abgabe durch NFZ/ÖGK
    • Nachteile: Häufig gastrointestinale Nebenwirkungen, bei mittelschwerer bis schwerer Demenz weniger wirksam als Memantin
  • Nicht-medikamentöse Therapien: Kognitives Training, Ergotherapie, Musiktherapie
    • Vorteile: Keine Nebenwirkungen, stärken Alltagskompetenz
    • Nachteile: Zusätzliche Kosten (teilweise keine Kassenleistung), benötigen Motivationsbereitschaft
  • Andere NMDA-Antagonisten: Nur experimenteller Einsatz, keine Kassenleistung

Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung in Österreich

  • Registrierung: Zugelassen durch die AGES und das Bundesministerium
  • Verschreibungsstatus: Streng rezeptpflichtig (Suchtgiftgesetz nicht relevant)
  • Erstattung: Erstattung über ÖGK/Sozialversicherungsträger nach Richtlinien für Alzheimertherapie; Sowie Teilkostenerstattung für Generika möglich
  • Packungsgrößen: Abhängig vom Hersteller meist 28, 56 oder 98 Tabletten

Neueste Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

Laut aktueller Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Österreichischen Demenzgesellschaft (2022/2023) wird Memantin für moderate bis schwere Alzheimer-Demenz als evidenzbasierte Standardtherapie empfohlen (Quellen: DGN, Alzheimergesellschaft, EBM 2023). Studien der Jahre 2022–2025 zeigen, dass Memantin die Kognition und Alltagsaktivitäten leicht verbessern kann, wobei der Nutzen individuell unterschiedlich ausfällt. Kombinierte Therapien werden erforscht. Weiterhin laufen Studien zu zusätzlicher Wirkung bei anderen Demenzformen, jedoch bislang keine neue Zulassung.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferung

  • Übliche Packungsgrößen: 28, 56, 98 Filmtabletten
  • Indikative Apothekenpreise (Stand März 2024):
    • 28 Stück: 47–54 €
    • 56 Stück: 83–95 €
    • 98 Stück: 145–160 €
Lieferzeiten (Bestellung über Internet- oder Stadtapotheke, Werktage)
Stadt Verfügbarkeit in der Apotheke Online-Bestellung (Zustellung nach Hause)
Wien Meist lagernd, Abholung in 1–2 h 24–48 h
Graz Meist lagernd, 1 Tag Vorlauf 24–48 h
Linz Lagernd, 2–4 h 24–72 h
Innsbruck Nach Bestellung, 1 Tag 24–48 h
Klagenfurt Nach Bestellung, 1 Tag 24–48 h

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Namenda® (Memantin)

  1. Wie lange dauert es, bis Memantin wirkt?
    Die Wirkung setzt meist nach 2–4 Wochen ein. Eine Beurteilung des vollen Nutzens ist nach frühestens 3 Monaten sinnvoll.
  2. Kann Memantin eine Demenz heilen?
    Leider nein. Memantin verlangsamt den Krankheitsverlauf und kann Alltagsfunktionen verbessern, aber nicht die Ursache heilen.
  3. Was ist zu tun, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
    Den nächsten Einnahmetermin wie gewohnt aufnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!
  4. Darf ich Memantin zusammen mit anderen Alzheimer-Medikamenten (wie Donepezil) einnehmen?
    Ja, Memantin kann mit Acetylcholinesterasehemmern kombiniert werden, sofern Ihr Arzt dies empfiehlt.
  5. Kann ich Memantin während einer Grippe oder Infektion weiternehmen?
    In der Regel ja. Sollten Magenprobleme, starker Durchfall oder starke Nebenwirkungen auftreten, Rücksprache mit Arzt/Apotheker.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 180 pill