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Micronase (Glyburide)

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Micronase enthält den Wirkstoff Glyburid und wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. Es hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken, indem es die Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldrüse unterstützt. Micronase wird meist einmal täglich vor dem Frühstück eingenommen. Ihr Arzt legt die passende Dosierung individuell fest. Für eine sichere Anwendung ist es wichtig, die regelmäßigen Blutzuckerkontrollen und Arzttermine einzuhalten.

Micronase (Glibenclamid/Glyburid): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Glibenclamid (international auch Glyburid genannt)
Markennamen in Österreich Micronase®, Daonil®, Euglucon®
ATC-Code A10BB01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten zu 1,25 mg, 2,5 mg, 3,5 mg und 5 mg
Hersteller Sanofi-Aventis, HEXAL, diverse Hersteller von Generika
Apothekenpflicht Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, „Rx“)

Wirkmechanismus (Einfach erklärt & für Fachkreise)

Micronase enthält Glibenclamid, einen Wirkstoff aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe. Dieser senkt den Blutzucker, indem er die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse anregt. Dies geschieht unabhängig vom aktuellen Blutzuckerwert, weshalb die regelmäßige Einnahme und Blutzuckerüberwachung wichtig sind.

Für Fachkreise: Glibenclamid bindet an die SUR1-Untereinheit des ATP-sensitiven Kaliumkanals (KATP-Kanal) der Beta-Zellen des Pankreas. Dies führt zur Depolarisation und Öffnung spannungsabhängiger Calciumkanäle, was eine Exozytose von Insulin bewirkt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Oral gut bioverfügbar (≈80–100%), maximale Plasmakonzentration nach 2–4 Stunden.
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch (CYP2C9), es entstehen wirksame Metaboliten.
  • Elimination: Renal und biliär; Kumulation bei Niereninsuffizienz möglich.
  • Wirkdauer: 12–24 Stunden (lang), weshalb die Gefahr von nächtlichen Hypoglykämien besteht.

Anwendung im Alltag & bewährte Praktiken

  • Meist 1 Tablette täglich morgens (Startdosis: 2,5–5 mg, titrierbar bis 10–15 mg), je nach Blutzucker und Verträglichkeit.
  • Regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit empfiehlt sich, um Blutzuckerschwankungen vorzubeugen.
  • Für viele Patient:innen empfiehlt es sich, mit einer „Start-Frühstücksdosis“ einzusteigen und ärztlich anpassen zu lassen.
  • Ernährungsempfehlung: Österreich-typische ballaststoffreiche Mischkost unterstützt die Therapiesicherheit.

Einnahme morgens vs. abends (Vor- & Nachteile, Tipps)

  • Morgens: Besser kontrollierbare Wirkung (passend zu den Mahlzeiten), geringeres Risiko für nächtliche Unterzuckerung.
  • Abends: Nur im Ausnahmefall (z. B. bei Schichtarbeit), da erhöhtes Risiko für nächtliche Hypoglykämie.
  • Tipp: Immer zur gleichen Tageszeit einnehmen; am besten mit dem Frühstück.

Einnahme mit oder ohne Nahrung (Wirkung, österreichische Ernährungsgewohnheiten)

Die Einnahme sollte unmittelbar vor oder zusammen mit einer Hauptmahlzeit erfolgen, vorzugsweise zum Frühstück. Dies reduziert das Risiko einer Hypoglykämie. Da in Österreich viele Menschen ein ausgeprägtes Frühstück zu sich nehmen, lässt sich die Therapie gut in den Alltag integrieren. Patienten, die eine Mahlzeit auslassen oder verspätet einnehmen, sollten ggf. die Einnahme verschieben.

Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Medikamente)

Interaktionspartner Wechselwirkung Empfehlung
Alkohol Kann Hypoglykämien auslösen oder verstärken Nur in Maßen konsumieren
Betablocker Können Anzeichen einer Hypoglykämie verschleiern Regelmäßige Blutzuckerkontrolle
ACE-Hemmer Können blutzuckersenkende Wirkung verstärken Arztkontakt bei Therapiebeginn
Antimykotika (Azole) Verstärkte Glibenclamid-Wirkung Dosisanpassung erwägen
NSAR (z.B. Ibuprofen) Verstärken Hypoglykämierisiko Blutzucker engmaschig kontrollieren
Grapefruitsaft Kann den Metabolismus beeinflussen Konsum meiden
Chinolon-Antibiotika Diabetische Stoffwechsellage kann entgleiten Blutzuckeranpassung notwendig

Indikationen

Indikation Kommentar
Diabetes mellitus Typ 2 Offiziell zugelassen (Erst- und Zweitlinientherapie nach Metformin oder bei Metformin-Unverträglichkeit)
Schwangerschaftsdiabetes (GDM) Off-Label (nur nach strenger ärztlicher Kontrolle – i.d.R. wird Insulin bevorzugt)
Andere Formen von bzw. sekundärer Diabetes Off-Label – nur nach Rücksprache mit Spezialist:innen

Dosierung je nach klinischer Indikation

Patientengruppe Startdosis (mg/Tag) Maximaldosis (mg/Tag) Anmerkungen
Erwachsene 2,5–5 15 (in Einzeldosen aufgeteilt) Individuell titrierbar; meist morgens
Ältere Patient:innen (>65 J.) 1,25–2,5 10 Vorsicht: Höheres Hypoglykämierisiko
Kinder und Jugendliche Keine Zulassung Bei Jugendlichen nur im Ausnahmefall/Off-Label
Niereninsuffizienz Individuelle Anpassung Dosisreduktion & engmaschige Kontrolle

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Häufig: Gewichtszunahme, gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Durchfall), allergische Hautreaktionen
  • Gelegentlich: Leberfunktionsstörungen, erhöhte Leberenzymwerte
  • Selten: Blutbildveränderungen (Leuko-/Thrombopenie)
  • Sehr selten: Schwere allergische Reaktionen (z.B. anaphylaktischer Schock)
  • Warnhinweise:
    • Nie ohne Mahlzeit einnehmen (Hypoglykämie-Risiko)
    • Vorsicht bei Leber- oder Niereninsuffizienz
    • Keine Anwendung bei Typ-1-Diabetes

Richtlinien zur richtigen Anwendung – Empfehlungen für Österreich

  • Tablette unzerkaut mit ausreichend Wasser einnehmen, vorzugsweise zu/nach einer Mahlzeit
  • Regelmäßige Blutzuckerkontrolle (idealerweise mit Tagebuchführung, Blutzuckermessgerät auf Kassenrezept erhältlich)
  • Nie eine Dosis nachholen, wenn eine Einnahme vergessen wurde, auf keinen Fall doppelt einnehmen!
  • Bei Symptomen von Unterzucker (Zittern, Schwitzen, Schwäche) sofort schnell resorbierbare Kohlenhydrate zuführen (Traubenzucker, Fruchtsaft)
  • Arzt oder Apotheker informieren, wenn neue Medikamente hinzukommen oder Beschwerden auftreten
  • Körperliche Aktivität kann den Blutzucker zusätzlich senken – ggf. Dosisanpassung erforderlich
  • Fahrtüchtigkeit kann bei Hypoglykämie eingeschränkt sein

Alternative Therapieoptionen (auf Kassenkosten in Österreich; Vor- & Nachteile)

  • Metformin: Meist Mittel der ersten Wahl. Vorteil: keine Gewichtszunahme, geringes Hypoglykämierisiko; Nachteil: gastrointestinale Nebenwirkungen, Kontraindikation bei Niereninsuffizienz.
  • DPP-4-Hemmer (z.B. Sitagliptin): Modern, gut verträglich; Nachteil: teurer, keine Hypoglykämierisiko.
  • SGLT-2-Hemmer: Blutzucker-, Blutdruck- und Gewichtsreduktion; erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen.
  • GLP-1-Analoga: Gewichtsneutrale oder -senkende Wirkung; subkutane Anwendung; Nachteil: Kosten, Injektion erforderlich.
  • Insulin: Für spätere Stadien oder Unverträglichkeiten – jederzeit auf Kassenrezept verfügbar.

Rechtliche, Registrierungs- und Erstattungsinformationen in Österreich

  • Zulassung: Durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), gelistet in der Österreichischen Spezialitätenliste
  • Kassenrezept (Ersatzfähigkeit): Für alle zugelassenen Indikationen und unter Einhaltung der Erstattungsrichtlinien der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK/NFZ) verfügbar
  • Verschreibungspflicht: Ja (Rezept erforderlich)
  • Apothekenpflicht: Ja
  • Sonderregelung: Keine Selbstmedikation erlaubt

Aktuelle Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Empfehlungen der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG; 2024): Glibenclamid ist für ältere Patient:innen nur mit großer Vorsicht zu verwenden; bevorzugt nach Versagen von Metformin und unter sorgfältiger Kontrolle.
  • Empfehlung laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG 2023): Sulfonylharnstoffe (wie Glibenclamid) sollen zurückhaltend eingesetzt werden, insbesondere bei älteren oder multimorbiden Patient:innen.
  • Studienlage: Neue Präparate weisen ein geringeres Risiko für Unterzucker und Sekundärkomplikationen auf; Glibenclamid bleibt aber eine kostengünstige Reserveoption.
  • Bedeutung für Österreich: Glibenclamid wird weiterhin als bewährte, aber „zweite Wahl“-Option angesehen, insbesondere bei Metformin-Unverträglichkeit.

Quellen: ÖDG-Leitlinien 2024, DDG S3-Leitlinie; ADA/EASD Consensus Reports 2022–2024.

Verfügbarkeit und Lieferung

PZN Packsungsgrößen UVP (€) Verfügbarkeit Lieferzeit (Wien/Graz/Linz/Innsbruck)
1234567 30 Tabletten à 3,5 mg 7,93 Meist lagernd (österr. Apotheken) Wien: 0–1 Tag, Graz: 1–2 Tage, Linz: 1–2 Tage, Innsbruck: 2–3 Tage
1234568 60 Tabletten à 5 mg 12,28 Auf Bestellung binnen 24–48h Wien: 0–1 Tag, Graz: 1–2 Tage, Linz: 1–2 Tage, Innsbruck: 2–3 Tage

Preisangaben Stand: März 2024. Indikative Werte – tatsächliche Preise können regional variieren.

FAQ – Häufige Fragen von Patient:innen

  • Kann ich Micronase zusammen mit anderen Diabetes-Medikamenten einnehmen?
    Ja, dies ist üblich (z.B. mit Metformin). Eine ärztliche Kontrolle ist aber unerlässlich, um das Risiko von Unterzuckerung zu minimieren.
  • Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die Dosis nicht nach! Nehmen Sie die nächste Dosis wie gewohnt. Bei Unsicherheit beraten Sie sich mit Ihrer Apotheke oder behandelnden Ärzt:in.
  • Kann ich unter Micronase Sport treiben?
    Ja, aber Bewegung kann den Blutzucker zusätzlich senken. Führen Sie ein Blutzucker-Tagebuch und tragen Sie immer schnelle Kohlenhydrate bei sich.
  • Darf Micronase während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden?
    Grundsätzlich nicht empfohlen; in der Schwangerschaft wird bevorzugt Insulin eingesetzt. Bitte Rücksprache mit Fachärzt:in halten.
  • Welche Anzeichen einer Hypoglykämie sollte ich kennen?
    Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Verwirrung, Schwächegefühl. Im Zweifel sofort zuckerhaltige Nahrung zuführen und umgehend den Arzt oder Notdienst kontaktieren.

Wichtiger Hinweis:
Diese Beschreibung ersetzt nicht das individuelle Arztgespräch oder die pharmazeutische Beratung. Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unsicherheiten an Ihr Betreuungsteam!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2,5mg, 5mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill