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Glycomet (Metformin)

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Glycomet enthält den Wirkstoff Metformin und wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. Dieses Medikament hilft, den Blutzucker zu senken und unterstützt so eine bessere Kontrolle Ihrer Diabetes-Erkrankung. Glycomet kann auch in Kombination mit anderen Diabetes-Medikamenten eingenommen werden. Es ist wichtig, Glycomet regelmäßig und nach Anweisung Ihres Arztes einzunehmen, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Bitte beachten Sie mögliche Nebenwirkungen und sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrem Arzt.

Glycomet (Metformin) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen

  • Wirkstoff (INN): Metformin
  • Handelsnamen Österreich: Glycomet, Glucophage, Siofor, Metformin Zentiva, Metformin HEXAL
  • ATC-Code: A10BA02
  • Verfügbare Darreichungsformen & Stärken: Tabletten (500 mg, 850 mg, 1000 mg), Retardtabletten (Metformin XR), selten als Lösung/Suspension
  • Hersteller (Beispiele): HEXAL AG, Zentiva Pharma GmbH, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin-Chemie AG
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig, gemäß AMG und Rezeptpflicht-Gesetz

Wirkmechanismus von Metformin

Für Patient:innen einfach erklärt: Metformin senkt den Blutzucker, indem es die Aufnahme von Zucker aus der Nahrung im Darm verringert und die Leber dazu anregt, weniger Zucker freizusetzen. Außerdem verbessert Metformin, wie empfindlich die Körperzellen auf Insulin reagieren, sodass Zucker besser wieder in die Zellen aufgenommen wird.
Für Fachpersonal: Der primäre Wirkmechanismus besteht in der Hemmung der hepatischen Gluconeogenese (AMPK-Aktivierung), Steigerung der Insulinsensitivität im Muskelgewebe (GLUT4-Translokation) sowie einer moderaten Reduktion der intestinalen Glukoseabsorption.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Bioverfügbarkeit ca. 50–60%. Maximale Konzentration im Blut nach 2,5 Stunden (Retard-Form: 5–7 Stunden).
  • Verteilung: Geringe Proteinbindung; Verteilungsvolumen ca. 63–276 l.
  • Metabolisierung: Keine signifikante Metabolisierung; unveränderte renale Elimination.
  • Ausscheidung: Fast ausschließlich über die Nieren (glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion).
  • Wirkdauer: 6–12 Stunden (Retard-Form: bis zu 24 Stunden).

Anwendung im Alltag & Praktische Hinweise

  • Typische Dosierung Einleitung: Erwachsene beginnen idR. mit 500 mg 1–2x täglich. Eine langsame Dosiserhöhung verringert Nebenwirkungen.
  • Erhaltungsdosis: 1500–2000 mg/Tag, auf 2–3 Einnahmen verteilt. Maximaldosis: 3000 mg/Tag (konv. Tabletten), 2000 mg/Tag (Retard).
  • Anwendung stets mit ausreichend Wasser und vorzugsweise während oder nach den Hauptmahlzeiten.
  • Regelmäßige Blutzuckerkontrollen und Laborkontrollen (Nierenfunktion, Vitamin B12-Spiegel) sind empfehlenswert!

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgens: Vorteilhaft bei guter Verträglichkeit, wenn stärkere tagsüber Blutzuckersenkung nötig.
  • Abends: Besonders bei Retard-Formen praxisnah, um nächtliche Glucosefreisetzung zu kontrollieren.
  • Tipp: Wichtig ist die Einnahme stets zur gleichen Zeit.
    Um gastrointestinale Nebenwirkungen zu verringern, empfiehlt sich die Einnahme unmittelbar nach einer Mahlzeit – dies ist bei der typischen österreichischen Hauptmahlzeit mittags/abends leicht umzusetzen.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • In Österreich, mit traditionell kohlenhydratbetonter Kost (Brot, Kartoffeln, Teigwaren), ist die Einnahme unmittelbar nach oder mit der Mahlzeit besonders empfohlen.
  • Einnahme auf nüchternen Magen: Kann Magenbeschwerden (wie Übelkeit/Durchfall) verstärken.
  • Mit Essen: Verträglichkeit wird verbessert, das Risiko lebensbedrohlicher Laktatazidose durch akute Magen-Darminfekte/Dehydratation wird gesenkt.

Wichtige Wechselwirkungen

Wechselwirkung Auswirkung Empfehlung
Alkohol Erhöht das Risiko einer Laktatazidose Große Mengen vermeiden, kein Alkohol bei Erkrankungen mit erhöhtem Risiko (Leber, Niere, Infekt)
Kontrastmittel (jodhaltig) Nierenfunktionsstörung, Laktatazidose Mindestens 48h vor/während/nach Anwendung absetzen (nach ärztlicher Rücksprache)
Diuretika, ACE-Hemmer Risiko für Niereninsuffizienz Regelmäßige Nierenwertkontrollen, bei Missempfindungen Arzt informieren
Andere Antidiabetika (Insulin, Sulfonylharnstoffe) Hypoglykämie-Risiko kann steigen Anpassung der Dosis, regelmäßige Selbstkontrolle des Blutzuckers

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Indikation Status Bemerkung
Diabetes mellitus Typ 2 Erstlinien-Therapie (offiziell) Allein oder kombiniert mit anderen Antidiabetika
Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) Off-label Sehr häufig in der Endokrinologie (Feminisierung von Therapie)
Prädiabetes/Insulinresistenz Off-label In Einzelfällen, nach individueller Prüfung
Gewichtsmanagement/Adipositas Off-label Nicht offiziell zugelassen, aber teilweise im Rahmen von Studien eingesetzt

Dosierungsempfehlungen

Patientengruppe Initale Dosis Erhaltungsdosis Max. Tagesdosis
Erwachsene 500 mg 1–2× täglich 1500–2000 mg/Tag (geteilt) 3000 mg (konventionell), 2000 mg (Retard)
Ältere Menschen (>75 J.) 500 mg 1× täglich Langsame Steigerung bis max. 1000–1500 mg/Tag Individuell nach Nierenfunktion
Kinder/Jugendliche (ab 10 J.) 500 mg 1× täglich 1000–2000 mg/Tag (geteilt) Unbedingt ärztliche Kontrolle!

Nebenwirkungen und Sicherheit

  • Sehr häufig (≥1/10): Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit (v. a. zu Therapiebeginn)
  • Gelegentlich (≥1/100, <1/10): Metallischer Geschmack, leichte Hypoglykämie (bei Kombinationstherapie), Hautausschlag
  • Selten (≥1/10.000, <1/1.000): Laktatazidose (Notfall!), Leberfunktionsstörung, Vitamin B12-Mangel
  • Warnzeichen für Notfälle: Schnelle Atmung, Muskelschmerzen, ausgeprägte Müdigkeit, Bewusstlosigkeit (Sofort ärztliche Hilfe suchen!)

Empfehlungen für den richtigen Umgang

  • Befolgen Sie die ärztliche Dosieranweisung und nehmen Sie die Tabletten immer regelmäßig zur gleichen Zeit.
  • Gestalten Sie eine ausgewogene Ernährung, v.a. Kohlenhydrate nach Absprache mit Diätberatung und unter Berücksichtigung österreichischer Essgewohnheiten.
  • Regelmäßige Laborkontrolle (Blutzucker, Kreatinin, GFR, Vitamin B12) mindestens 1–2× pro Jahr
  • Bei plötzlichen Infekten, Erbrechen, Fieber oder ungewohnten Symptomen mit dem Arzt Rücksprache halten.
  • Nehmen Sie keine Medikamente ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt/Apotheker hinzu.

Alternative Therapien (erstattungsfähig durch die ÖGK in Österreich; Vor- und Nachteile)

  • SGLT2-Hemmer (z. B. Dapagliflozin, Empagliflozin): Vorteil: Gewichtsreduktion, kardiovaskulärer Nutzen; Nachteil: Harnwegsinfekte, teurer
  • DPP4-Hemmer (z. B. Sitagliptin, Saxagliptin): Vorteil: Geringe Hypoglykämiegefahr; Nachteil: Weniger Effekt auf kardiovaskuläre Endpunkte
  • GLP-1-Agonisten (z. B. Semaglutid, Liraglutid): Vorteil: Starke Blutzuckersenkung, Gewichtsreduktion; Nachteil: Injektion, teurer
  • Sulfonylharnstoffe: Vorteil: Gut verfügbar; Nachteil: Höheres Risiko für Hypoglykämie und Gewichtszunahme
  • Insulin: Vorteil: Stärkste Blutzuckersenkung; Nachteil: Injektion, Hypoglykämierisiko, Gewichtszunahme

Rechtliche Situation und Kostenerstattung in Österreich

  • Regulierung: Zugelassen durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)/EMA
  • Erstattung: Im "Erstattungskodex" (EKO) für Diabetes mellitus Typ 2 gelistet, von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) erstattungsfähig
  • Rezeptpflicht: Abgabe nur mit gültigem Kassen- oder Privatrezept möglich (ärztliche Verschreibung erforderlich)
  • Apothekenpflicht: Nur in zugelassenen Apotheken erhältlich

Neueste Forschung und Empfehlungen (2022–2025)

  • Die Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG 2023) sowie die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) empfehlen Metformin weiterhin als Basistherapie für Typ-2-Diabetes – vor allem zur Prävention von Spätkomplikationen.
  • Laut EMPRISE-Studie (2023) und internationalen Studien: Metformin bleibt unersetzlich in der Initialtherapie, auch in Kombination mit modernen Substanzen.
  • Neue Studien (z. B. PRISMA 2024): Beachten Sie potenziellen Einfluss auf Gewicht, Mikrobiom und mögliche schützende Effekte bei Krebserkrankungen – weitere Forschung läuft.
  • Wichtiger Trend: Frühzeitige Kombinationstherapie und individualisierte Diabeteseinstellung, vor allem bei Komorbidität (Herz, Niere, Übergewicht).

Verfügbarkeit und Versand

PZN Packungsgröße Indikativer Preis* Lieferzeit (Wien) Lieferzeit (Graz) Lieferzeit (Innsbruck)
0999999 120 Tabletten Metformin 500 mg ca. € 12,60 1–2 Werktage 1–3 Werktage 2–3 Werktage
0999998 180 Tabletten Metformin 850 mg ca. € 18,90 1–2 Werktage 1–3 Werktage 2–4 Werktage
0999997 90 Tabletten Metformin 1000 mg Retard ca. € 13,50 1–2 Werktage 1–3 Werktage 2–4 Werktage

*Preise sind unverbindlich und können je nach Apotheke leicht schwanken. Erstattung bei Diabetes Typ 2 durch ÖGK möglich.

FAQ – Häufige Fragen zum Alltag mit Glycomet/Metformin

  • 1. Kann ich Metformin auch in der Schwangerschaft einnehmen?
    Metformin ist in der Schwangerschaft nur nach strenger ärztlicher Abwägung empfohlen (z. B. beim Gestationsdiabetes), Insulin ist die Mittel der Wahl. Bitte immer mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt Rücksprache halten.
  • 2. Muss ich Metformin mein Leben lang einnehmen?
    Solange die Grunderkrankung (meist Typ-2-Diabetes) fortbesteht, ist die Therapie meist dauerhaft erforderlich, außer es wird durch Gewichtsabnahme, Bewegung und Lebensstilverbesserung erreicht, dass normaler Blutzucker ohne Medikamente möglich ist.
  • 3. Was mache ich bei Durchfall oder Übelkeit durch Metformin?
    Nebenwirkungen sind häufig vorübergehend. Probieren Sie, Metformin zu den Mahlzeiten einzunehmen und ggf. die Dosis langsamer zu steigern. Bei starker oder anhaltender Beschwerde bitte Rücksprache mit dem Arzt/Ärztin.
  • 4. Kann Metformin Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben?
    Ja, insbesondere mit blutdrucksenkenden Mitteln (Diuretika, ACE-Hemmern) und jodhaltigem Kontrastmittel. Informieren Sie immer Ihren Arzt/Apotheker über alle Arzneimittel.
  • 5. Welche Überprüfungen sollte ich regelmäßig durchführen lassen?
    Wichtig sind: Blutzuckerverlauf, Nierenfunktion (Kreatinin, GFR), HbA1c-Wert und Vitamin B12-Spiegel. Empfehlenswert mind. alle 6–12 Monate, ggf. öfter bei Risikofaktoren.

Für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker oder Ihre behandelnde Ärztin/Ihren Arzt. Die Informationen ersetzen nicht das ausführliche Beratungsgespräch!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill