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Medroxyprogesterone (Medroxyprogesterone Acetate)

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Medroxyprogesteron (Medroxyprogesteronacetat) ist ein Arzneimittel, das das weibliche Hormon Progesteron nachahmt. Es wird häufig zur Behandlung von Menstruationsstörungen, Endometriose oder als Teil einer Hormonersatztherapie eingesetzt. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet individuell über die Anwendung und Dosierung. Bitte nehmen Sie Medroxyprogesteron immer genau nach Anweisung und sprechen Sie bei Fragen oder Nebenwirkungen mit Ihrem medizinischen Betreuungsteam.

Medroxyprogesteronacetat – Ihr umfassender Ratgeber für Österreich

1. Grundlegende Produktinformation

  • Internationaler Freiname (INN): Medroxyprogesteronacetat
  • Handelsnamen in Österreich: Depo-Clinovir®, Depo-Subcut-Provera®, Provera® (je nach Formulierung und Hersteller)
  • ATC-Code: G03AC06
  • Verfügbare Darreichungsformen und Stärken:
    • Tabletten – 2,5 mg, 5 mg, 10 mg
    • Depotspritzen (intramuskulär/subkutan) – 150 mg oder 104 mg pro Injektion
  • Hersteller:
    • Pfizer Corporation Austria GmbH
    • verschiedene Generika-Hersteller
  • Verschreibungspflicht: rezeptpflichtig gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz

2. Wirkmechanismus

Für Patient:innen verständlich:

Medroxyprogesteronacetat ist ein künstlich hergestelltes Hormon, das dem körpereigenen Progesteron ähnelt. Es reguliert den Menstruationszyklus, hemmt den Eisprung und beeinflusst die Gebärmutterschleimhaut. So kann es Menstruationsprobleme, Hormonstörungen und bestimmte Krebsarten behandeln.

Für Fachpersonal:

Medroxyprogesteronacetat bindet an Progesteronrezeptoren und übt agonistische Wirkungen aus. Es unterdrückt die Freisetzung von Gonadotropinen via hypothalamisch-hypophysäre Achse, inhibiert endometriale Proliferation, sekretiert und stabilisiert das Endometrium; Glukokortikoid- und antiöstrogene Effekte sind dokumentiert.

3. Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasche Aufnahme nach oraler oder intramuskulärer Gabe. Bioverfügbarkeit oral ca. 100%.
  • Metabolisierung: Umfassend in der Leber über Cytochrom-P450-Enzyme (v.a. CYP3A4).
  • Elimination: Ausscheidung überwiegend renal (über 60%), Rest über Stuhl.
  • Wirkdauer: Tabletten: ca. 12–24 Stunden; Depotspritze: Wirkdauer bis zu 12–14 Wochen.

4. Anwendung im Alltag – Dosierung und Gebrauch in Österreich

  • Typische Dosierungen:
    • Tabletten: 5–10 mg täglich oral (je nach Indikation), oft zyklisch (z. B. 10–14 Tage pro Monat)
    • Depot-Injektion: einmalige Gabe alle 12–14 Wochen intramuskulär oder subkutan
  • Einnahme: Täglich zur selben Uhrzeit erleichtert Gewöhnung und Wirksamkeit.
  • Österreichische Besonderheiten: Abgabe nur gegen ärztliches Rezept in öffentlichen Apotheken, Beratung durch Apotheker:innen möglich.

5. Morgens oder abends – Was ist zu beachten?

  • Vorteile morgens: Weniger Schlafstörungen, geringeres Risiko für Müdigkeit am Tag.
  • Vorteile abends: Praktisch für Patient:innen, die morgens oft Medikamente vergessen.

Unser Tipp: Entscheiden Sie sich nach Ihren Lebensgewohnheiten, bleiben Sie aber konsequent bei einer Tageszeit.

6. Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Mit Nahrung: Verträglichkeit kann sich verbessern, besonders bei empfindlichem Magen.
  • Ohne Nahrung: Keine relevanten Einbußen in Wirkung oder Aufnahme; Einnahme nach typisch österreichischem Frühstück (z. B. Semmel, Marmelade) ist möglich.

Hinweis: Große, fettreiche Mahlzeiten können die Aufnahme von Tabletten leicht beeinflussen, sind aber klinisch meist unbedeutend.

7. Wechselwirkungen (Interaktionen)

Interagierendes Mittel Mögliche Auswirkung Empfehlung
Alkohol Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel Vermeidung empfohlen
Bestimmte Antiepileptika (z.B. Carbamazepin, Phenytoin) Wirksamkeitsverlust durch beschleunigten Abbau Arzt informieren
Johanniskraut Abschwächung der Wirkung Vermeiden
CYP3A4-Hemmer (z.B. Ketoconazol) Erhöhte Medroxyprogesteronkonzentration Arzt konsultieren
Östrogenpräparate Veränderte Zykluskontrolle, Risiko für Nebenwirkungen Nur nach ärztlicher Rücksprache kombinieren

8. Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Zugelassen (AT) Off-label
Endometriose, Amenorrhoe, Menstruationsstörungen Ja
Hormonersatztherapie bei postmenopausalen Frauen Ja (in Kombination mit Östrogenen)
Kontrazeption (Depotspritze) Ja
Hormonempfindliche Tumoren (z.B. Endometrium- und Mammakarzinom) Ja
Appetitzunahme bei Kachexie Ja
Vorzeitige Pubertät, Transgender-Therapie Ja

9. Dosierungsempfehlungen nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere (≥65 Jahre)
Zyklusstörungen 5–10 mg/Tag für 10–14 Tage/Monat Individualisierte Anpassung durch Spezialisten w. o.; engmaschige Überwachung
HRT (Hormonersatztherapie) 5–10 mg/Tag für 10–14 Tage pro Zyklus nicht empfohlen w. o.
Kontrazeption (Depot-Injektion) 150 mg alle 12 Wochen selten angewandt w. o.
Endometriumkarzinom 200–600 mg/Tag (ggf. parenteral) Einzelfallentscheidung w. o.

10. Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispiele
Sehr häufig (>10%) Zwischenblutungen, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Müdigkeit
Häufig (1–10%) Brustspannen, Hautausschlag, Stimmungsschwankungen, Akne
Gelegentlich (0,1–1%) Depression, Libidoverlust, Wassereinlagerungen
Selten (<0,1%) Thromboembolien, allergische Reaktionen, Leberfunktionsstörungen
  • Warnhinweise:
    • Bei Migräne, Thromboserisiko oder Anamnese von Brustkrebs sorgfältig mit Ärzt:in abklären
    • Nicht empfohlen in der Schwangerschaft
    • Regelmäßige ärztliche Kontrollen empfohlen (Leber, Blutdruck, Zyklusbeobachtung)

11. Anwendungstipps – So klappt’s im österreichischen Alltag

  • Apotheker:innen beraten zur passenden Tageszeit und richtigen Anwendung.
  • Depot-Spritzen nur vom medizinischen Fachpersonal; Tage notieren für Folgetermin.
  • Sollten Sie eine Tablette vergessen: so bald wie möglich nachholen, aber nie doppelt dosieren.
  • Bei Wechsel von/nach anderen Hormonpräparaten immer ärztliche Beratung einholen.
  • In der Anfangszeit auf individuelle Verträglichkeit achten (Blutungen, Stimmungsveränderungen).

12. Alternative Behandlungsmöglichkeiten (NFZ erstattete Optionen)

  • Andere Gestagene: Norethisteron, Levonorgestrel (verschiedene Präparate, z. T. Kassenleistung)
  • Östrogen-Gestagen-Kombinationen: diverse orale Kontrazeptiva, z. B. Microgynon®
  • Hormonspiralen (Levonorgestrel-Intrauterinsysteme, z. B. Mirena®; ggf. erstattungsfähig)
  • Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga: bei Endometriose oder Karzinomen
  • Nicht-hormonelle Optionen (z. B. Kupferspirale zur Kontrazeption, Ibuprofen gegen Schmerzen)

Vergleich: Medroxyprogesteron ist eine bewährte, kosteneffektive Option; Alternativen können individuell besser verträglich sein oder gezielter bestimmte Beschwerden adressieren. Entscheidung stets in Abstimmung mit Fachpersonal treffen.

13. Rechtliche, Zulassungs- & Erstattungsinformationen Österreich

  • Zulassungsbehörde: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), basierend auf EMA-Richtlinien.
  • Rezeptpflicht: Ja, darf nur mit gültiger ärztlicher Verschreibung abgegeben werden.
  • Erstattung: Einige Indikationen (v. a. Endometriose, Karzinome, Kontrazeption) werden von der Österreichischen Gesundheitskasse (AUVA, ÖGK) übernommen. Für private Rezepte Selbstzahlung möglich.
  • Apothekenabgabe: Nur in öffentlichen Apotheken gegen Vorlage des Rezeptes.

14. Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Endometriose & Menstruationsstörungen: S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie (2023), Cochrane-Review (2022): Medroxyprogesteron als effektive Therapieoption, insbesondere bei Unverträglichkeit von Östrogenen.
  • Kontrazeption: WHO-Leitlinie (2024): Depotspritze weiterhin als sichere und kosteneffektive Methode bestätigt, einzelne Hinweise zur verringerten Knochendichte bei Langzeitanwendung (Regelmäßige Knochendichtemessung empfohlen).
  • Infertilitätsmanagement: Neue Studien zu individualisierten Zyklusmodulationen mit Medroxyprogesteron als Alternative bei PCOS und in Reproduktionsmedizin (Fertil Steril. 2025).

15. Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferung (Österreich)

Packungsgröße/Produkt Indikativer Endpreis (EUR, 2024) Lieferzeit nach Wien Lieferzeit nach Graz/Linz/Salzburg
Provera® Tabletten 5 mg, 30 St. ca. 22,50 1–2 Werktage 2–3 Werktage
Depo-Clinovir® 150 mg, 1 Injektion ca. 32,80 1–2 Werktage 2–3 Werktage
Depo-Subcut-Provera® 104 mg, 1 Fertigspritze ca. 25,90 1–2 Werktage 2–3 Werktage

Abholung bzw. Botendienst in ausgewählten Städten möglich. Bitte richten Sie Verfügbarkeitsanfragen an Ihre Apotheke vor Ort.

16. FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Medroxyprogesteronacetat

  • Wie lange darf ich Medroxyprogesteron einnehmen?
    Die Dauer hängt von der Grunderkrankung ab. Bei Langzeitgebrauch, v. a. als Depotspritze, empfiehlt sich eine regelmäßige ärztliche Kontrolle (Knochendichte, Leberwerte, Blutbild alle 6–12 Monate).
  • Muss ich bei der Einnahme auf spezielle Lebensmittel verzichten?
    Nein, es gibt keine spezifischen Diätvorschriften – eine ausgewogene, österreichische Mischkost ist möglich. Johanniskraut und Grapefruitsaft meiden.
  • Beeinflusst Medroxyprogesteron meine Fruchtbarkeit nach dem Absetzen?
    Nach Absetzen kann es einige Monate dauern, ehe die natürliche Fruchtbarkeit zurückkehrt. Dieser Effekt ist reversibel.
  • Kann ich Medroxyprogesteron während der Stillzeit nehmen?
    Die Anwendung ist während der Stillzeit meist möglich, sollte aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.
  • Was mache ich, wenn ich eine Tabletteneinnahme vergessen habe?
    Die vergessene Dosis so bald wie möglich nachholen – ist es fast Zeit für die nächste Dosis, dann auslassen und im Rhythmus bleiben. Keine Doppeleinnahme.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill