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Clomid (Clomiphene)

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Clomid (Wirkstoff: Clomifen) ist ein rezeptpflichtiges Arzneimittel zur Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches bei Frauen. Es hilft, den Eisprung auszulösen und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Die Einnahme erfolgt nach ärztlicher Anweisung und unter regelmäßiger Kontrolle. Nebenwirkungen können auftreten, daher ist eine enge Betreuung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wichtig. Bei Fragen beraten wir Sie gerne persönlich in unserer Apotheke.

Clomid (Clomifen): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Medikament

Wirkstoff (INN) Clomifen
Handelsnamen in Österreich Clomid®, Fertomid®, Serophene®
ATC-Code G03GB02
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten zu 50 mg; Blister mit 10, 30 oder 60 Tabletten
Hersteller Sanofi, Eumedica, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezept erforderlich), Abgabe nur in Apotheken

Wirkungsweise

Für Laien erklärt: Clomifen stimuliert die Hormonproduktion in Ihrem Körper, die wichtig für den Eisprung (die Freisetzung einer Eizelle) ist. Es wird hauptsächlich bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt, die keinen regelmäßigen Eisprung haben.

Für Fachleute: Clomifen ist ein selektiver Estrogenrezeptormodulator (SERM). Es blockiert kompetitiv Östrogenrezeptoren im Hypothalamus, was die negative Rückkopplung von Östrogen aufhebt. Dadurch steigt die Sekretion von Gonadotropinen (FSH, LH), was zur Follikelreifung und zum Eisprung führt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme rasche Aufnahme im Gastrointestinaltrakt.
  • Metabolisierung: Überwiegend hepatisch (Leber), mehrere aktive und inaktive Metaboliten (Desethylclomifen).
  • Ausscheidung: Hauptsächlich über Galle und Stuhl, geringe renale Ausscheidung.
  • Wirkdauer: Lange Halbwertszeit von ca. 5–7 Tagen, manche Metaboliten können über Wochen nachweisbar sein.

Anwendung im Alltag & Praktische Empfehlungen

  • Standarddosierung (Erstbehandlung): 50 mg pro Tag über 5 Tage, beginnend zwischen dem 2. und 5. Zyklustag.
  • Erhöhung: Falls kein Eisprung erfolgt, kann die Dosis (laut Arztanweisung) in weiteren Zyklen auf 100 mg gesteigert werden.
  • Einnahme: Täglich, möglichst zur selben Uhrzeit, mit Wasser, unzerkaut schlucken.
  • Kinderbetreuung und Berufsalltag: Einnahme ist unkompliziert und kann in die Alltagsroutine integriert werden.
  • Nicht häufiger oder länger als empfohlen einnehmen! Höchstdauer meist 6 Behandlungszyklen pro Lebenszeit.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Am Morgen: Erhöht die Chance, Nebenwirkungen wie Schlafstörungen zu vermeiden; besseres Erinnern an die Einnahme im Alltag.
  • Am Abend: Wird bei leichter Übelkeit empfohlen, um Nebenwirkungen während der Nacht „zu verschlafen“.
  • Tipp: Konsistenz zählt; nehmen Sie Clomifen immer zur gleichen Tageszeit, um die Wirksamkeit zu sichern und den Hormonspiegel stabil zu halten.

Einnahme zu den Mahlzeiten

  • Mit oder ohne Nahrung: Clomifen kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Österreichische Ernährung: Fettreiche, ballaststoffreiche Speisen verzögern die Aufnahme minimal, beeinträchtigen aber die Wirkung nicht relevant.
  • Empfehlung: Wer empfindlichen Magen hat, nimmt Clomifen nach dem Frühstück oder Abendessen ein, um Übelkeit vorzubeugen.

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Stoff Mögliche Auswirkung
Alkohol Kann Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Kopfschmerzen verstärken.
Östrogenpräparate (z.B. Hormonersatztherapie) Schwächt die Clomifen-Wirkung ab.
Androgene/Anabolika Mögliche hormonelle Wechselwirkungen.
Bestimmte Antidepressiva, Antibiotika Leberenzyminduktion oder -hemmung kann zu veränderter Clomifenwirkung führen.
Grapefruitsaft Kann Wirkung und Nebenwirkungen verstärken (Enzyminhibition).

Zugelassene & Off-Label-Indikationen

Indikation Bemerkung
Ausbleibender Eisprung (Anovulation) bei Kinderwunsch Zugelassen
Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) Off-label, aber gängige Praxis
Oligomenorrhoe (unregelmäßige Regelblutung) Off-label
Männliche Unfruchtbarkeit (subjektiv niedrige Spermienqualität) Off-label, unter endokrinologischer Aufsicht
Diagnostische Funktionsdiagnostik der Eierstöcke Zugelassen für kurze Anwendung

Dosierungen nach Indikation und Patientengruppe

Indikation / Zielgruppe Typische Dosierung Hinweise
Frauen (Ovulationsauslösung) 50–100 mg/Tag, 5 Tage ab Zyklustag 2–5 Steigerung in weiteren Zyklen möglich
PCOS Bis 150 mg/Tag, 5 Tage Nicht länger als ärztlich verschrieben
Männliche Unfruchtbarkeit 25 mg jeden 2. Tag oder 50 mg/Tag Off-label-Anwendung, Therapie-Monitoring notwendig
Ältere (>50 Jahre) Nach individueller Nutzen-Risiko-Beurteilung Sicherheit nicht umfassend bestätigt

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥ 1/10): Hitzewallungen, Unterleibsschmerzen, vermehrter Scheidenausfluss
  • Häufig (1/10 bis 1/100): Übelkeit, Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten, Stimmungsschwankungen, Sehstörungen (z.B. verschwommenes Sehen, Lichtblitze)
  • Gelegentlich (1/100 bis 1/1000): Bauchschmerzen, Erbrechen, Überstimulation der Eierstöcke (Ovarialhyperstimulation), Zysten
  • Selten (1/1000 bis 1/10.000): Überempfindlichkeitsreaktionen, schwere Hautausschläge, venöse Thrombosen
  • Warnhinweise: Nicht anwenden bei Leberfunktionsstörung, ungeklärten Blutungen aus der Scheide, bestehenden Ovarialzysten (außer bei PCOS)

Ratschläge zur sicheren Anwendung (Tipps Ihrer Apotheke/Klinik)

  • Beginnen Sie Clomifen nur auf ärztliche Anweisung und lassen Sie sich in einem auf Fortpflanzungsmedizin spezialisierten Zentrum betreuen.
  • Lassen Sie regelmäßig den Therapieerfolg sowie Nebenwirkungen kontrollieren (Ultraschall, Hormonspiegel).
  • Setzen Sie die Behandlung bei visuellen Störungen oder starken Unterleibsbeschwerden sofort ab und wenden Sie sich an Ihren Arzt.
  • Kombinieren Sie Clomifen nicht eigenmächtig mit anderen Hormonpräparaten!
  • Vermeiden Sie Alkohol und Grapefruitsaft während der Behandlungszyklen.

Alternative Therapieoptionen (erstattungsfähig durch die ÖGK/NFZ)

  • Letrozol (Femara®):
    • Aromatasehemmer, heute oft Mittel der Wahl bei PCOS (bessere Ovulationsrate, weniger Nebenwirkungen)
  • Gonadotropine (FSH, LH-Präparate):
    • Direkt injizierbare Hormone, höhere Kosten, stärkere Kontrollen nötig, höhere Mehrlingsschwangerschaften
  • Metformin (bei Insulinresistenz und PCOS):
    • Orales Antidiabetikum, senkt Insulinspiegel, unterstützt Zyklusregeneration
  • Operative Verfahren:
    • Laparoskopische Ovarbohrung bei schwer therapierbarem PCOS

Hinweis: Die Wahl der Therapie erfolgt individuell unter gynäkologischer Aufsicht und nach Erstattungsfähigkeit durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK).

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung (Österreich)

  • Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medikalmarkt).
  • Nur auf Rezept in Apotheken erhältlich, nicht rezeptfrei!
  • Erstattungsfähigkeit variabel: Bei gesicherter Indikation in vielen Fällen Teil- oder Vollerstattung durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK, vormals Krankenkassen)
  • Registriert im Österreichischen Arzneispezialitätenregister (Österreichischer Medicinal-Codex, MZ)

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin empfehlen Clomifen weiterhin als Erstlinientherapie bei anovulatorischer Infertilität (AWMF S2k-Leitlinie 2024).
  • Neuere Studien (2022–2025) bevorzugen bei PCOS Letrozol als Mittel der ersten Wahl, Clomifen bleibt jedoch bewährt.
  • Internationale Arbeiten (z.B. ESHRE 2023, Cochrane Reviews) bestätigen Wirksamkeit, mahnen aber zur Kontrolle der Risiken wie Mehrlingsschwangerschaften.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten in Österreich

Packungsgröße Unverbindlicher Apothekenpreis (EUR)* Typische Lieferzeit
10 Tabletten (50 mg) ca. 21–28 € Wien: sofort / Graz: 1 Tag / Innsbruck: 1–2 Tage
30 Tabletten (50 mg) ca. 49–66 € Wien: sofort / Salzburg: 1 Tag / Linz: 1 Tag
60 Tabletten (50 mg) ca. 94–120 € Graz: 1–2 Tage / Wien: sofort / Dornbirn: 2–3 Tage
*Preise können je nach Apotheke abweichen und werden von der Österreichischen Apothekerkammer regelmäßig aktualisiert.

Häufige Patientenfragen (FAQ)

  1. Muss ich bei der Einnahme von Clomifen auf bestimmte Lebensmittel verzichten?
    Nein, grundsätzlich müssen Sie keine besonderen Lebensmittel meiden. Vermeiden Sie jedoch Grapefruitsaft und halten Sie sich an eine ausgewogene, österreichische Ernährung.
  2. Darf ich Alkohol trinken?
    Während der Behandlung ist es besser, auf Alkohol zu verzichten, da er Nebenwirkungen verstärken und die Hormonwirkung beeinflussen kann.
  3. Kann Clomifen Mehrlingsschwangerschaften verursachen?
    Ja, die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge oder mehr ist unter Clomifen erhöht (ca. 5–10 %), daher sind engmaschige Ultraschallkontrollen wichtig.
  4. Ist Clomifen auch für Männer geeignet?
    Clomifen kann bei bestimmten Formen der männlichen Unfruchtbarkeit verordnet werden – dies geschieht off-label und nur nach endokrinologischer Abklärung.
  5. Was soll ich tun, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
    Holen Sie die Einnahme möglichst bald nach. Ist es schon Zeit für die nächste Tablette, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie nur die reguläre Menge. Nie eine doppelte Dosis einnehmen!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 100mg

Paket: No selection

10 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill