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Itraconazole

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Itraconazol ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt wird. Es wirkt gegen verschiedene Pilzarten, die Haut, Nägel oder innere Organe betreffen können. Die Anwendung und Dosierung erfolgt nach ärztlicher Anweisung. Während der Behandlung sollten Sie auf mögliche Nebenwirkungen achten und Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Bitte teilen Sie Ihrem Arzt mit, welche anderen Medikamente Sie einnehmen.

Itraconazol – Umfassender Ratgeber für Patient:innen in Österreich

Basisinformationen zum Arzneimittel

Wirkstoff (INN) Itraconazol
Handelsnamen (Österreich) Sporanox®, Itraconazol Arcana®, Itraconazol Genericon
ATC-Code J02AC02
Darreichungsformen & Stärken Kapseln (100 mg), orale Lösung (10 mg/ml), Infusionslösung (100 mg/25 ml)
Hersteller Janssen-Cilag, Arcana Arzneimittel, Genericon Pharma
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig, §14 AMG)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen: Itraconazol wirkt gegen Pilze (Antimykotikum), indem es deren Zellwände angreift. Dadurch stirbt der Pilz oder kann sich nicht mehr vermehren.

Für Fachleute: Itraconazol ist ein Triazol-Antimykotikum. Es hemmt selektiv das pilzliche Enzym Lanosterol-14α-Demethylase, wodurch die Ergosterol-Synthese gehemmt und die Pilzmembran destabilisiert wird.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gute orale Bioverfügbarkeit, besonders bei Einnahme mit fettreicher Nahrung. Die orale Lösung wird besser nüchtern aufgenommen.
  • Metabolisierung: Über die Leber (CYP3A4), Hauptmetabolit: Hydroxy-Itraconazol (ebenfalls aktiv).
  • Elimination: Überwiegend über Fäzes (57%), geringfügig über Urin (35%).
  • Wirkdauer: Lange Halbwertszeit (15–30 Stunden), hohe Gewebepenetration, insbesondere in Haut, Nägeln, Schleimhäuten.

Anwendung im Alltag & Beste Praktiken

  • Typische Dosierungen: Je nach Krankheitsbild meist 100–200 mg täglich (Aufteilung in 1–2 Gaben möglich).
  • Anwendung: Kapseln ganz mit Wasser einnehmen, Lösung für einige Sekunden im Mund belassen, dann schlucken.
  • Therapiedauer: Oft 1–4 Wochen bei akuter Infektion, bei Nagelmykosen meist 3 Monate (Zehen) oder 1,5 Monate (Finger).
  • Empfehlung aus österreichischer Praxis: Einnahme regelmäßig zur gleichen Tageszeit, bei längerer Therapie regelmäßige ärztliche Kontrolle.

Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteilhaft, falls gemeinsam mit dem Frühstück eingenommen wird – unterstützt die Aufnahme.
  • Abends: Ebenfalls möglich, sofern mit einer Hauptmahlzeit kombiniert und eine regelmäßige Einnahme sichergestellt werden kann.
  • Tipp: Wichtig ist die konsequente Einnahmezeit, um gleichbleibende Wirkspiegel zu erreichen.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern

Darreichungsform Empfehlung Bemerkung (Österr. Ernährung)
Kapseln Mit oder direkt nach einer fettreichen Mahlzeit einnehmen Beste Verträglichkeit, gute Aufnahme etwa nach Hauptmahlzeiten wie Frühstück, Mittagessen mit Fleisch, Brot, Käse etc.
Orale Lösung Nüchtern einnehmen (mind. 1 Std. vor oder 2 Std. nach dem Essen) Optimale Aufnahme, am besten morgens vor dem Frühstück

Interaktionswarnungen

Itraconazol kann mit zahlreichen Medikamenten und Lebensmitteln wechselwirken. Bitte achten Sie auf:

Interaktionspartner Risiko / Empfehlung
Antazida (Magenschutz, z.B. Pantoprazol) Verminderte Aufnahme – Einnahmeabstand mind. 2 Std.
Grapefruitsaft Konzentrationssteigerung von Itraconazol – möglichst meiden
Alkohol Erhöht das Leberschädigungsrisiko – nach Möglichkeit meiden
Statine, bestimmte Antihistaminika (z.B. Terfenadin), Blutfettsenker Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen – ärztliche Rücksprache erforderlich
orale Kontrazeptiva Keine bekannte Einschränkung, aber Rücksprache empfohlen
immunsuppressive Medikamente (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus) Spiegelüberwachung nötig – Dosisanpassung möglich

Indikationen

Indikation Zulassung (AT) Off-Label-Anwendungen
Pilzinfektionen der Haut, Nägel (Dermatomykosen, Onychomykosen) Ja -
Scheidenschleimhaut (Vulvovaginalcandidose) Ja -
Systemische Mykosen (Aspergillose, Histoplasmose, Kryptokokkose) Ja -
Prophylaxe bei Immunsuppression Ja z.B. hämatologische Patienten, Chemotherapie
Weitere seltene Infektionen Nach Rücksprache Off-label: Sporotrichose, Blastomykose

Dosierung nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder & Jugend (<18 J.) Ältere Patienten
Hautmykosen 1×200 mg täglich oder 2×100 mg täglich, 1–2 Wochen Dosierung individuell, meist wie Erwachsene (ärztl. Überwachung) Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung bei Leber-/Niereninsuffizienz
Onychomykosen Puls-Therapie: 2×200 mg für 1 Woche pro Monat (3 Monate Zehennägel, 2 Monate Fingernägel) Nicht empfohlen Sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung
Systemische Mykose 200–400 mg täglich, 2–12 Monate Reduzierte Dosierung, ärztliche Kontrolle Wie Erwachsene, regelmäßige Kontrollen

Sicherheitsprofil und mögliche Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispielhafte Nebenwirkungen Hinweise
Sehr häufig (≥1/10) Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen Meist mild und vorübergehend
Häufig (≥1/100 bis <1/10) Durchfall, Verdauungsstörungen, Hautausschlag Allergische Reaktionen möglich
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) Leberwerterhöhung, Kribbeln, Schwindel, Juckreiz Bei längerem Bestehen bitte Arzt informieren
Selten (<1/1.000) Herzschwäche (Kardiomyopathie), Leberentzündung, schwere Hautreaktionen Bei Anzeichen sofort ärztliche Hilfe!
  • Warnhinweise: Nicht anwenden bei schweren Leber- oder Herzproblemen. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während und bis 4 Wochen nach Therapie eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
  • Regelmäßige Kontrolle der Leberwerte empfohlen.

Richtlinien zur richtigen Anwendung – Tipps aus der Apotheke

  • Arzneimittel immer wie vom Arzt/Ärztin verordnet und Apothekenpersonal erklärt einnehmen.
  • Keine Dosierungen überspringen oder doppelt nehmen!
  • Bei Beschwerden (z.B. Gelbfärbung der Haut, starker Juckreiz, dunkler Urin) sofort Arzt/Ärztin informieren.
  • Für Kinder und Schwangere ist die Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erlaubt.
  • Kapseln dürfen nicht zerdrückt oder gekaut werden.
  • Bei anhaltenden oder ungeklärten Beschwerden immer medizinische Beratung in Anspruch nehmen.

Alternative Therapieoptionen (NFZ-Erstattung, Vergleich)

  • Fluconazol (z. B. Diflucan®): Breiteres Nebenwirkungsprofil bei systemischer Anwendung, v.a. bei Candidosen.
  • Terbinafin (z. B. Lamisil®): Häufig 1. Wahl bei Nagelmykosen; kürzere Therapiedauer, weniger Interaktionen.
  • Voriconazol, Posaconazol: Meist für schwere, invasive Infektionen oder spezielle Resistenzen, Nutzung im Krankenhaus.
  • Amphotericin-B-Präparate: Bei schweren systemischen Mykosen, nur stationär, viele Nebenwirkungen.

Vorteile von Itraconazol: Breites Wirkspektrum, lange Wirkdauer, gute Gewebepenetration.
Nachteile: Viele Wechselwirkungen, relativ langsamer Wirkungseintritt, Leberschäden möglich.
Laut Österreichischer Sozialversicherung (NFZ): Itraconazol ist bei nachgewiesenem Bedarf erstattungsfähig, insbesondere bei Mykosen, die nicht auf Standardtherapie ansprechen.

Rechtlicher, Registrierungs- und Erstattungsstatus in Österreich

  • Zulassung (BASG/AGES): Österreichische Arzneimittelbehörde (BASG), aktuelle Zulassung für die oben genannten Indikationen.
  • Medizinischer Dienst (MZ): Bei kostenintensiven Therapien kann Einzelbewilligung notwendig sein.
  • Erstattung: Kostenübernahme (NFZ) auf Antrag möglich, insbesondere bei nachgewiesener Notwendigkeit (z.B. Systemmykosen, Non-Responder auf Terbinafin).
  • Rezeptpflichtig (§14 AMG): Abgabe ausschließlich in Apotheken gegen Rezept.

Aktuelle Leitlinien & Forschung (2022 – 2025)

  • Leitlinien der Deutschen und Österreichischen Gesellschaft für Mykologie (2022, aktual. 2024): Itraconazol bleibt Mittel der Wahl bei bestimmten systemischen Mykosen, sowie komplexen Haut- und Nagelinfektionen.
  • Neue Studien (Hermann et al., 2022; Jäger et al., 2024): Hinweise auf Wirksamkeit auch bei seltenen Pilzinfektionen, als Reservemedikament etabliert.
  • Warnhinweis aus der EMA (2023): Verstärkte Aufmerksamkeit auf Herz- und Lebernebenwirkungen. Behandlung ausschließlich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.
  • Mehr klinische Forschung zur zielgerichteten Dosierung, Monitoring von Nebenwirkungen und individualisierter Therapie (Schulz et al., 2025, „Mykosen in Mitteleuropa“).

Verfügbarkeit & Lieferung – Packungsgrößen und Preise

Packungsgröße Inhalt Ungefähre Apothekenpreis (2024) Lieferzeit (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck)
Kapseln (50 Stk.) 50 × 100 mg ca. 85–110 € 1–2 Werktage
Kapseln (15 Stk.) 15 × 100 mg ca. 32–40 € 1–2 Werktage
Orale Lösung 150 ml (10 mg/ml) ca. 95–120 € 2–3 Werktage
Infusionslösung 3 × 25 ml (100 mg/25 ml) nur Spital, keine Preisauskunft auf Anfrage
  • Alle Arzneiformen sind in österreichischen Apotheken vor Ort oder auf Bestellung rasch verfügbar.
  • Mengenrabatte oder Erstattung nach Vorlage eines Spezialbefundes bei systemischer Mykose möglich.
  • Beratung zur Lieferfähigkeit in Ihrer Region erhalten Sie direkt in der Vor-Ort-Apotheke.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Itraconazol

Kann ich während der Behandlung mit Itraconazol Alkohol trinken?
Es wird empfohlen, während der Einnahme auf Alkohol zu verzichten, da dies die Leber zusätzlich belastet und Nebenwirkungen verstärken kann.
Wie lange dauert es, bis Itraconazol wirkt?
Die Symptome verbessern sich meist innerhalb weniger Tage bis Wochen. Nagelmykosen benötigen jedoch mehrere Monate bis zur vollständigen Heilung.
Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die vergessene Dosis sobald wie möglich ein. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt nahe, lassen Sie die vergessene Dosis aus und setzen regulär fort. Niemals die doppelte Dosis einnehmen!
Ist Itraconazol auch für Kinder geeignet?
Itraconazol kann bei Kindern nur in Ausnahmefällen und ausschließlich unter strenger ärztlicher Aufsicht verwendet werden.
Worauf muss ich bei anderen Arzneimitteln achten?
Geben Sie Ihrem Arzt und der Apotheke stets an, welche weiteren Arzneimittel Sie einnehmen. Viele Medikamente, auch frei verkäufliche, können Wechselwirkungen zeigen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mg, 200mg

Paket: No selection

12 cap, 20 cap, 32 cap, 40 cap, 60 cap, 92 cap, 120 cap, 180 cap